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Handlungsstrategien von Schülerinnen zur Unterwanderung von Autorität

Titel: Handlungsstrategien von Schülerinnen zur Unterwanderung von Autorität

Examensarbeit , 2015 , 79 Seiten , Note: 1.3

Autor:in: Sophie Wappke (Autor:in)

Soziologie - Kinder und Jugend
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Examensarbeit befasst sich mit Autorität, die Schüler*innen über Lehrer*innen ausüben. Zu oft, wird nur über Lehrer*innen Autorität gesprochen und die Handlungsstrategien der anderen vernachlässigt. Empirisch untersucht wurden diese in Form von Interviews, von welchen sie wieder unterschiedliche Autoritätstypen ableiten.

Die Schule als Institution der Gesellschaft ist die Schmiede von sozialer Interaktion, von Hierarchien innerhalb von Institutionen und Ausbildungen sozialer Rollen. Mit sozialen Rollen sind Rollen im goffman‘schen Sinne gemeint, welche jedes Individuum spielt, um gemeinsame Wahrheiten aufrecht zu erhalten. Gemeinsame Wahrheiten sind Hierarchien wie zum Beispiel in der Schule, in der die Lehrerin über der Schülerin steht. Im weiteren Sinne ist mit „über Jemandem stehen“ gemeint, dass eine Person über eine andere Person Autorität ausüben kann, ohne sich dafür rechtfertigen- oder ihre Rolle verteidigen zu müssen. Diese Autorität wird durch das Amt „Lehrerin“ impliziert. Diese Autorität wird zu einem gewissen Teil durch das Amt "Lehrerin" generiert, erfordert in ihrer Wirksamkeit jedoch zusätzlich und zum wesentlichen Teil die Verifikation von Seiten der Schülerinnen. Befinden Schülerinnen etwa eine Lehrerin als nicht autoritär, ist sie es auch nicht. Autorität muss der Lehrerin zugesprochen werden, eine Entscheidung, die lediglich die Schülerinnen treffen. Fällt die Entscheidung einmal, diese Autorität nicht anzuerkennen, ist es nahezu ausgeschlossen, dieses Urteil zu reversieren. Dem Amt der Lehrerin wohnt, wie oben erwähnt, jedoch auch Autorität inne. Diese Amtsautorität müssen Schülerinnen akzeptieren, damit eine gemeinsame Realität von Interaktion – auch Unterricht genannt – möglich ist. Ziel dieser Arbeit ist es herauszufinden, ob und wie diese Autorität von Schülerinnen unterwandert wird. Die sehr subtile Unterwanderung könnte auch als stille Herausforderung von Autorität formuliert werden. Beide Formulierungen werden im Folgenden verwendet werden. Innerhalb der Unterwanderung von Autorität kann diese auch blockiert werden. Fälle und Beispiele von Blockaden werden im Folgenden aufgezeigt.

Die Idee zu dieser Arbeit kam durch das Bestreben, die Emotionalität und Moralität der Schule und derer, die in ihr arbeiten, zu entschärfen. Innerhalb des Hierarchiegefälles kommen Schülerinnen nicht ausreichend zu Wort. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Forschungsstand

Einleitung

1. Begriffsklärung

1.1 Handlungsstrategien von Schülerinnen

1.2 Zur Unterwanderung von Autorität

2. Die Studie

2.1 Die Fragestellung

2.2 Das Erhebungsinstrument

2.3 Das Forschungsdesign

2.5 Probleme bei der Vorgehensweise

2.6 Die Art der Datenaufbereitung

2.7 Undeutliche Interviews

3. Auswertung der Interviews durch Grounded Theory

4. Handlungsstrategien zur Unterwanderung von Autorität

4.1 ES – die Exklusionsstrategie

4.1.1 Die Exklusionsstrategie von Schülerinnen gegen Schülerinnen

4.2 Die Blockade der Unterlegenen

4.3 Die Blockade der Überlegenen

4.4 Grenzen

4.5 Pause

5. Diskussion und Ausblick

Fazit

Bibliographie

Anhang

Interview 2:

Interview 4:

Interview 5:

Interview 6:

Interview 9:

Interview 10:

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die subtilen Handlungsstrategien zu untersuchen, mit denen Schülerinnen die Amtsautorität von Lehrkräften im Unterricht unterwandern oder blockieren, um sich innerhalb des schulischen Machtgefüges Freiräume und eigene Handlungsspielräume zu schaffen.

  • Soziologische Analyse der Interaktion zwischen Lehrkräften und Schülerinnen im Klassenraum.
  • Anwendung des Goffman’schen Theater-Metaphern-Modells auf den schulischen Kontext.
  • Differenzierung zwischen verschiedenen Strategien wie Exklusion, Blockade der Unterlegenen und Blockade der Überlegenen.
  • Untersuchung der Bedeutung von "Hinterbühnen" und Requisiten für die Schülersubkultur.
  • Kritische Reflexion der pädagogischen Perspektive auf "störendes" Verhalten.

Auszug aus dem Buch

4.1 ES – die Exklusionsstrategie

Die Exklusionsstrategie ist diejenige, die am häufigsten mit verschiedenen Derivationen auftritt. Exklusion bedeutet, dass ein bewusster oder unbewusster Akt des Ausschließens vorliegt. Ausgeschlossen werden einzelne Darsteller aus Ensembles, was meistens auch einen Ensemblewechsel mit sich bringt. Diese Strategie wird meist unbewusst eingesetzt, wenn Schülerinnen einem Gebot ihrer Lehrerin nicht nachkommen können und Sanktionen fürchten. Diese Exklusion hat mehrere Stufen, die davon abhängig sind, wie viel Platz sich die Schülerinnen schaffen können, um Autorität zu unterwandern. Es beginnt mit Stufe eins.

Das Ausschließen der Lehrkraft hat zwei Gründe, die im Beispiel unterstrichen sind. Zum einen wurden die Hausaufgaben vergessen und in der Konsequenz heimlich abgeguckt. Die Autoritätsrolle von Lehrerinnen erlaubt ihnen Hausaufgaben aufzugeben. Gegen diese Form von Autorität und Macht haben Schülerinnen nur eine Chance des Widerstands: die Hausaufgaben nicht zu erledigen. Ob dieses geschieht, weil sie nur vergessen wurden oder tatsächlich verweigert wurden, ist hier egal, die Konsequenz bleibt eine Strafe. Nun wollen die meisten Schülerinnen diesen Strafen, wie noch mehr Hausaufgaben zu verordnen oder bei dreimaligem Vergessen die Note 6, entgehen. Dieses Entgehen wiederum legitimiert (LS) die Heimlichkeit beim Abgucken. Das Konstrukt Heimlichkeit bedarf einer Differenzierung. Heimlichkeit ist in jedem Falle Hinterbühnen-Geschehen.

Zusammenfassung der Kapitel

Forschungsstand: Überblick über existierende soziologische und pädagogische Studien zur Institution Schule mit einem Fokus auf die bislang vernachlässigte Schülersicht.

Einleitung: Hinführung zum Thema Autorität und Macht in der Schule unter Verwendung soziologischer Konzepte sowie Erläuterung der Forschungsabsicht.

1. Begriffsklärung: Theoretische Herleitung der zentralen Begriffe "Handlungsstrategien" und "Unterwanderung von Autorität" im Kontext soziologischer Rollentheorien.

2. Die Studie: Darstellung des qualitativen Forschungsansatzes, der Nutzung narrativer Interviews und der methodischen Schwierigkeiten im Feld.

3. Auswertung der Interviews durch Grounded Theory: Beschreibung der methodischen Anwendung der Grounded Theory zur Kodierung und Strukturierung des erhobenen Interviewmaterials.

4. Handlungsstrategien zur Unterwanderung von Autorität: Empirischer Kernteil, der verschiedene Strategietypen (Exklusion, Blockaden) anhand von Interviewausschnitten detailliert analysiert.

5. Diskussion und Ausblick: Kritische Reflexion der Ergebnisse und Plädoyer für einen interdisziplinären Austausch zwischen Pädagogik und Soziologie im Lehramtsstudium.

Fazit: Zusammenfassende Erkenntnis, dass Schülerinnen über eine ausgeprägte, wenn auch unreflektierte Strategiekompetenz verfügen, die den Schulalltag maßgeblich strukturiert.

Schlüsselwörter

Autorität, Machtausübung, Handlungsstrategien, Schülerinnen, Institution Schule, Goffman, Narratives Interview, Grounded Theory, Unterrichtsstörung, Exklusion, Blockade, Hinterbühne, Koexistenz, Sozialisierung, Heimlicher Lehrplan.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie Schülerinnen durch subtile Strategien in der Interaktion mit Lehrkräften Autorität im Unterricht unterwandern oder blockieren, anstatt sie offen zu konfrontieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Mittelpunkt stehen die Machtverhältnisse in der Institution Schule, die Inszenierung sozialer Rollen (nach Erving Goffman) und der Umgang von Schülerinnen mit schulischen Anforderungen und Zwängen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?

Ziel ist es, die "stille" oder subtile Herausforderung von Autorität durch Schülerinnen empirisch zu erfassen und zu verstehen, welche soziologischen Mechanismen hinter diesen Handlungsstrategien stecken.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Datenerhebung verwendet?

Die Forscherin führte zwölf narrative Interviews mit Schülerinnen ab der fünften Klasse, um deren subjektive Sichtweisen und Erzählungen über Situationen im Unterricht zu gewinnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Strategietypen, insbesondere die Exklusionsstrategie sowie die Blockade der Unterlegenen und Überlegenen, und analysiert diese anhand von Transkripten aus der Schülersicht.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Autorität, Unterwanderung, Handlungsstrategien, Goffman, Grounded Theory, Unterrichtsstörung und das soziologische Konzept der Hinterbühne.

Wie unterscheidet sich die "Blockade der Unterlegenen" von der "Blockade der Überlegenen"?

Die Blockade der Unterlegenen ist oft von Resignation und Machtlosigkeit geprägt, während die Blockade der Überlegenen ein raffiniertes, bewusstes "Spiel" mit der Autorität der Lehrkraft darstellt, um eigene Freiräume zu testen.

Welche Rolle spielt das "cool sein" in den Erzählungen der Schülerinnen?

Das Phänomen "cool" dient als soziale Währung unter den Schülern, um die Nichtbeachtung der Lehrkraft oder das Demonstrieren von Widerstand innerhalb der Peergroup zu legitimieren und sich von der offiziellen Autorität abzugrenzen.

Warum spielt die Pausensituation in der Analyse eine Rolle?

Die Pause wird als "Hinterbühne" interpretiert, auf der sich Schülerinnen anders verhalten als im unterrichtlichen "Vorderbühnen-Geschehen", was verdeutlicht, dass ihr Verhalten stark von strukturellen Rahmenbedingungen abhängt.

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Details

Titel
Handlungsstrategien von Schülerinnen zur Unterwanderung von Autorität
Hochschule
Universität Kassel
Veranstaltung
Examensarbeit zur Autoritätsforschung
Note
1.3
Autor
Sophie Wappke (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
79
Katalognummer
V337111
ISBN (eBook)
9783656989493
ISBN (Buch)
9783656989509
Sprache
Deutsch
Schlagworte
handlungsstrategien schülerinnen unterwanderung autorität
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sophie Wappke (Autor:in), 2015, Handlungsstrategien von Schülerinnen zur Unterwanderung von Autorität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/337111
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Leseprobe aus  79  Seiten
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