Sind Alleinreisende schwierige Kunden? Lassen sich mit Reisegruppen, Paaren oder Familien bessere Geschäfte machen? Warum tun sich zahlreiche Touristikunternehmen immer noch schwer mit attraktiven Angeboten, die auf die Zielgruppe der Einzelreisenden zugeschnitten sind? Meike Knop untersucht die Angebotssituation für Alleinreisende auf dem deutschen Reiseanbietermarkt. Welche Produkte gibt es? Wie sieht die Angebotsgestaltung im Detail aus? Was zeigt der Vergleich mit Angeboten für andere Zielgruppen? Einführend arbeitet die Autorin in einer umfassenden Darstellung der Nachfrageseite die spezifischen Wünsche und Erwartungen Alleinreisender heraus. Darauf aufbauend erfolgt eine Analyse der Angebotsseite: Produkte, Ansprache der Zielgruppe, Angebotserstellung. Die Autorin lässt auch Vertreter deutscher Reiseveranstalter zu den Entwicklungen und Problemen der Produktpalette für Singlereisen zu Wort kommen und bindet damit Einschätzungen aus Expertensicht in ihre Untersuchung mit ein. Praxisorientierte Empfehlungen, wie sich zielgruppenspezifische Angebote für Alleinreisende optimieren lassen, runden das Buch ab. Insbesondere Entscheidungsträgern in der Touristikbranche bietet die Autorin damit wertvolle Informationen und Anregungen für ihre Angebotserstellung.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Aufbau der Untersuchung
2 ALLEINREISENDE IM TOURISMUS - NACHFRAGESEITE
2.1 Begriffsproblematik und Definition
2.2 Entwicklung der Einpersonenhaushalte in Deutschland
2.3 Entwicklung der Nachfrage der Alleinreisenden
2.4 Soziodemographische Nachfragestruktur der Alleinreisenden
2.4.1 Geschlecht
2.4.2 Altersstruktur
2.4.3 Einkommensstruktur
2.5 Gründe, Vorteile und Nachteile des Alleinreisens
2.5.1 Gründe
2.5.2 Vorteile
2.5.3 Nachteile
2.6 Touristische Verhaltensweisen der Alleinreisenden
2.6.1 Ziele
2.6.2 Verkehrsmittel
2.6.3 Unterkunftsform
2.6.4 Urlaubsreisearten
2.6.5 Saisonalität
2.6.6 Urlaubsmotive
2.6.7 Urlaubsaktivitäten
2.7 Erwartungen der Alleinreisenden
2.8 Zukünftige Entwicklung der Nachfrage
2.9 Zusammenfassende Nachfrageanalyse
3 ALLEINREISENDE IM TOURISMUS – ANGEBOTSSEITE
3.1 Methodik
3.1.1 Kataloganalyse
3.1.2 Expertengespräche
3.2 Entwicklung der Angebote für Alleinreisende
3.3 Kataloganalyse
3.3.1 Auswahl der Kataloge
3.3.2 Analysekriterien
3.3.2.1 Ansprache
3.3.2.2 Sparangebote
3.3.2.3 Übersichtlichkeit
3.3.2.4 Angebote für Singles und Alleinreisende
3.3.2.5 Unterkunftsangebote
3.3.2.6 Nachteile der Einzelzimmer
3.3.2.7 Negative Kriterien der Angebotsdarstellung
3.3.2.8 Positive Kriterien der Angebotsdarstellung
3.3.3 Auswertung der Kataloganalyse
3.4 Expertengespräche mit Reiseveranstaltern
3.4.1 Auswahl der Reiseveranstalter
3.4.2 Auswertung der Expertengespräche
3.5 Spezielle Angebote für Alleinreisende
3.5.1 Spezielle Reiseveranstalter für Alleinreisende
3.5.2 Mitreisebörsen im Internet
3.5.3 Freundeskreis Alleinreisender e.V.
3.5.4 Spezielle Reisebüros
3.5.5 Bundesverband der Alleinreisenden
3.5.6 Angebote von Fremdenverkehrsorten
3.6 Zusammenfassende Angebotsanalyse
4 EMPFEHLUNGEN ZUR VERBESSERUNG DES ANGEBOTES
4.1 Problematik der Erstellung von Angeboten für Alleinreisende
4.2 Empfehlungen für Praktiker im Tourismus
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Situation von Alleinreisenden im deutschen Tourismusmarkt, analysiert die Angebotsstrukturen der Reiseveranstalter und leitet daraus konkrete Konzepte zur Verbesserung der zielgruppengerechten Angebotsgestaltung ab.
- Analyse der soziodemographischen Struktur und der touristischen Bedürfnisse von Alleinreisenden
- Untersuchung der Angebotsqualität für Alleinreisende in deutschen Reisekatalogen
- Evaluierung von Einzelzimmerzuschlägen und alternativen Unterkunftsformen
- Expertengespräche zur Einschätzung der Relevanz dieser Zielgruppe für Veranstalter
- Entwicklung von Handlungsempfehlungen für die touristische Praxis
Auszug aus dem Buch
2.5.3 Nachteile
„Beim Hotelfrühstück bleibt nur der Platz am Katzentisch, oft mitten im Fokus des Raums, wo sich die Blicke bündeln. Fluchtmöglichkeiten bieten allenfalls die ausliegenden Zeitungen und der Gang zum Buffet. Das Abendessen gar, besonders in gepflegten Restaurants, wird zum Härtetest der Souveränität. Mögen die Gespräche an den anderen Tischen oberflächlich sein – sie verleihen den Pausen zwischen den Gängen immerhin einen Sinn. Der allein Reisende ist mit der Pause allein.“
(www.welt.de/daten/2002/06/02/0602rw335581.htx 02.06.2002)
Alleinreisende werden vor und während ihren Urlaubsreisen häufig mit Problemen konfrontiert, die sich den übrigen Reisenden nicht stellen. Das schwerwiegendste und am häufigsten beklagte Problem der Alleinreisenden sind die Unterkünfte. So gibt es in fast allen Ferienorten zu wenige Einzelzimmer. Hotels, die über eine ausreichende Anzahl an Einzelzimmern verfügen, sind meist typische Hotels für Geschäftsreisende, die wiederum für Urlaubsreisende nicht geeignet sind (vgl. PIROUE 1991, S. 86). Aber auch die vorhandenen Einzelzimmer in Urlaubsorten bieten oftmals Grund zur Beschwerde. Viele Hoteliers fordern erhebliche Einzelzimmerzuschläge, obwohl die Einzelzimmer im Vergleich zu den Doppelzimmern (DZ) häufig an Qualität und Lage zu wünschen übrig lassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Arbeit führt in die Relevanz der Zielgruppe Alleinreisende im Kontext von Individualisierungstrends ein und definiert die Forschungsziele sowie den methodischen Aufbau der Untersuchung.
2 ALLEINREISENDE IM TOURISMUS - NACHFRAGESEITE: Dieses Kapitel betrachtet die sozioökonomische Struktur, das Reiseverhalten und die spezifischen Wünsche sowie Erwartungen der Alleinreisenden an Urlaubsreisen.
3 ALLEINREISENDE IM TOURISMUS – ANGEBOTSSEITE: Der Hauptteil analysiert durch eine Kataloganalyse und Expertengespräche, wie Reiseveranstalter die Bedürfnisse Alleinreisender in ihren Angeboten (z.B. Zimmer, Sparangebote) berücksichtigen.
4 EMPFEHLUNGEN ZUR VERBESSERUNG DES ANGEBOTES: Abschließend werden aus den gewonnenen Erkenntnissen konkrete Vorschläge und Konzepte für die touristische Praxis erarbeitet, um das Angebot für Alleinreisende zielgruppengerechter zu gestalten.
Schlüsselwörter
Alleinreisende, Tourismus, Reiseveranstalter, Kataloganalyse, Einzelzimmerzuschlag, Singlereisen, Reiseverhalten, Zielgruppenanalyse, Angebotsgestaltung, Urlaubsmotive, Soziodemographie, Kontaktmöglichkeiten, Pauschalreisen, Kundenbedürfnisse.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Anliegen dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie Reiseveranstalter auf dem deutschen Markt die Zielgruppe der Alleinreisenden in ihren Angeboten berücksichtigen und wo Verbesserungsbedarf bei der Ansprache sowie der Produktgestaltung besteht.
Welche Themenfelder werden vorrangig behandelt?
Neben der soziodemographischen Analyse der Zielgruppe stehen die Unterbringungssituation, die Gestaltung von Reisekatalogen sowie die Kommunikation zwischen Veranstalter und Alleinreisendem im Fokus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Erwartungen Alleinreisender zu schaffen und daraus praxistaugliche Konzepte zur Optimierung der touristischen Angebote abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?
Die Arbeit kombiniert eine umfangreiche Literaturrecherche mit einer systematischen Kataloganalyse von 90 Reisekatalogen sowie qualitativen Expertengesprächen mit verschiedenen Reiseveranstaltern.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Kataloganalyse, die Kriterien wie Ansprache, Sparangebote und Zimmerqualität bewertet, sowie eine Auswertung von Experteninterviews zur Einschätzung der Marktpotenziale.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Alleinreisende, Angebotsgestaltung, Kataloganalyse, Kontaktmöglichkeiten und Einzelzimmerzuschlag.
Welche Rolle spielt der Einzelzimmerzuschlag für Alleinreisende?
Der Einzelzimmerzuschlag wird als eines der größten Hindernisse identifiziert, da er häufig in keinem Verhältnis zur Qualität oder Lage des Zimmers steht und Alleinreisende preislich benachteiligt.
Warum wird das Konzept der „halben Doppelzimmer“ diskutiert?
Das halbe Doppelzimmer wird als ein probates Mittel gesehen, um Alleinreisenden Kontakte zu ermöglichen und gleichzeitig den Einzelzimmerzuschlag zu umgehen, erfordert jedoch eine sensible Umsetzung durch den Veranstalter.
- Citation du texte
- Meike Knop (Auteur), 2004, Alleinreisende - Angebotsgestaltung, Preise, Produkte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33724