Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Unterschiede in der Berichterstattung von Frauen- und Männersport“. Hierbei habe ich mich besonders auf die Printmedien konzentriert, da dieses sehr viel leicht nachvollziehbarer ist, als beispielsweise die Berichterstattung in Funk- und Fernsehen. Den Themenschwerpunkt habe ich dabei auf die Bild-Zeitung gelegt. Mit Sicherheit ist die Bild-Zeitung als Boulevardblatt nicht repräsentativ für die Sportberichterstattung in der Tagespresse, allerdings wird sie von einem Großteil der Bevölkerung (ca. 12,11 Mil.) gekauft und gelesen und besitzt einen großen Sportteil. Bevor ich auf die Berichterstattung eingehe, werde ich versuchen ein in unserer Gesellschaft herrschendes Frauenbild zu skizzieren. Zudem möchte ich auf die Frauensportgeschichte, sowie kurz auf die Medizinische Sicht, eingehen. Diese Arbeit stützt sich hauptsächlich auf das Buch, Marie Luise und Pfister Gertrud, Goldmädel, Rennmiezen, und Turnküken (Die Frau in der Sportberichterstattung der Bild-Zeitung), Bartels & Wernitz, Berlin, 1985. Von Bedeutung waren zudem die Bücher von Digel, Helmut „Sport und Berichterstattung“, Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, Reinbek, Oktober, 1983 und Jacobi, Paul/ Rösch Heinz-Egon (Hrg.). „Frauen und Mädchen im Sport“, Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz, 1988. Um einen aktuellen Vergleich zu erzielen, verwende ich die Bild-Zeitungen vom 2.bis 9. Januar 2003. Da es kein aktuelles Buch über die Bild-Zeitung gibt, ich jedoch einen aktuellen Bezug für notwendig halte, greife ich auf diese Zeitungen zurück. Ich möchte klären, ob und was sich in der Bild-Zeitung in der Sportberichterstattung geändert hat. Wichtig dabei ist mir vor allem, ob sich der sexistische Blickwinkel der Sportberichterstattungen in der Bild-Zeitung der `80 er Jahre in den heutigen Ausgaben wiederfindet. Weiterhin möchte ich kurz vergleichen, in wie fern sich das Sportinteresse des Lesers an einzelnen Sportarten in der `80 er Jahren zu heute verändert hat. Der Schluss soll dann eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse wiedergeben und ein kurzes enthält ein kurzes Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das allgemeine Frauenbild in unserer Gesellschaft
3. Blick auf die Frauensportgeschichte
3.1 Blick auf die Olympiaberichterstattung über den Frauensport
4. Sicht der Medizin in bezug auf Frauensport
5. Bild der Frau in den Sportberichten der Printmedien
5.1 Wie wird über das sportliche Handeln von Frauen berichtet?
5.2 Welche Sichtweise, gegenüber Frauen, zeigt sich in der Berichterstattung über das sportliche Handeln von Frauen?
6. Sportberichterstattung in der „BILD“-Zeitung in den `80 er Jahren und aktuell (Bild Zeitungen vom 02.01. – 09.02.2003)
6.1 Umfang der Sportberichte
6.2 Aktualität der Sportberichterstattung
6.3 Verteilung der Sportberichterstattung
6.4 Häufig berichtete Sportarten bei Frauen
6.5 Häufig berichtete Sportarten bei Männern
6.6 Leistungsebene
6.7 Erfolg und Misserfolg
6.8 Aussehen
6.9 Bilder in der Sportberichterstattung
6.10 Sprachstruktur im Sportteil der Bild
7. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Unterschiede in der medialen Berichterstattung über Frauen- und Männersport, wobei ein besonderer Fokus auf die „BILD“-Zeitung gelegt wird. Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, zu klären, ob sich sexistische Blickwinkel und Strukturen der 80er Jahre in aktuellen Ausgaben des Boulevardblatts widerspiegeln.
- Analyse des gesellschaftlichen Frauenbildes und der Frauensportgeschichte
- Untersuchung von Umfang, Aktualität und Verteilung der Sportberichterstattung
- Vergleich der Darstellung von Leistung, Erfolg und Aussehen bei Sportlerinnen und Sportlern
- Auswertung von Bildmaterial und Sprachstrukturen in der Sportberichterstattung
- Einordnung der Ergebnisse in den Kontext des aktuellen Sportinteresses
Auszug aus dem Buch
5.2 Welche Sichtweise gegenüber Frauen zeigt sich in der Berichterstattung über das sportliche Handeln von Frauen?
In vielen Artikeln wird über das äußere der Frau berichtet. „Es bereitet Vergnügen, ihr ins von blondem schulterlangem Haar umrahmte Gesicht zu blicken. Kornelia Ender ist hübsch, ist gut gebaut. Unzählige Weltrekorde haben noch keine Spuren ins weich anmutende Gesicht gegraben. Knochenhartes Training... hat die Schulter zwar mächtig breit gemacht... aber bei ihr stören selbst die breiten Schultern das durchaus frauliche Bild nicht. Die 72 Kilo auf die Körpergröße von 1,78m gut verteilt.“ Von Sportlerinnen wird erwartet, dass sie dem Schönheitsideal unserer Gesellschaft entsprechen, nämlich attraktiv, schlank und zierlich zu sein.
Über Frauen, die diesem Schönheitsideal nicht nachkommen, wird negativ berichtet. „Wer diese Schwimmerin gesehen hat - und sei es auch nur auf dem Bildschirm – wird erschrocken gewesen sein beim Anblick dieser enormen Muskelpakete des Schultergürtels und der Arme. Diese Muskeln würden Möbelpackern zur Ehre gereichen, nicht aber Mädchen und jungen Frauen: konvexe Muskelberge da, wo man sie bequem vermissen kann, unter dem Oberarm und auf der Rückenpartie, konkave Leere dort, wo das Ewig Weibliche sich normalerweise konvex anbietet in Brusthöhe. Schlimmer noch: die Stimme wird tiefer, der Haarwuchs an Brust und Bein stärker – Kennzeichen der Roboterriege der DDR-Schwimmerinnen.“ Frauen werden im Sport, wie in allen anderen Bereichen der Gesellschaft mit sexistischen Augen betrachtet. Die Normen, die eine von Männern dominierte Gesellschaft an die weibliche Attraktivität stellt, bilden die Grundlage für die Beschreibung und Kommentaren von Frauen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der geschlechtsspezifischen Unterschiede in der Sportberichterstattung ein und erläutert die Konzentration auf die „BILD“-Zeitung.
2. Das allgemeine Frauenbild in unserer Gesellschaft: Dieses Kapitel skizziert die sexistische Unterdrückung von Frauen und die Reduzierung auf traditionelle weibliche Tugenden innerhalb der Gesellschaft.
3. Blick auf die Frauensportgeschichte: Ein Überblick über die historische Entwicklung des Frauensports, von den Anfängen in der Antike bis zum Aufstieg moderner Disziplinen.
3.1 Blick auf die Olympiaberichterstattung über den Frauensport: Hier wird die kritische und oft ästhetisierende Berichterstattung über Frauen bei olympischen Spielen analysiert.
4. Sicht der Medizin in bezug auf Frauensport: Eine Betrachtung physiologischer Unterschiede zwischen Frauen und Männern, wie Körpermaße und Sauerstoffkapazität.
5. Bild der Frau in den Sportberichten der Printmedien: Dieses Kapitel untersucht die objektive Darstellung von Leistungen im Hochleistungssport gegenüber der gesellschaftlichen Rolle.
5.1 Wie wird über das sportliche Handeln von Frauen berichtet?: Untersuchung zur Darstellung von Sportlerinnen als selbstbewusste Persönlichkeiten im Kontrast zur gesellschaftlichen Unterbewertung.
5.2 Welche Sichtweise, gegenüber Frauen, zeigt sich in der Berichterstattung über das sportliche Handeln von Frauen?: Analyse der Fokussierung auf äußere Erscheinung und Schönheitsideale in der Sportpresse.
6. Sportberichterstattung in der „BILD“-Zeitung in den `80 er Jahren und aktuell (Bild Zeitungen vom 02.01. – 09.02.2003): Eine detaillierte empirische Untersuchung der „BILD“-Zeitung unter Einbeziehung aktueller Ausgaben.
6.1 Umfang der Sportberichte: Quantitative Analyse des Anteils von Text und Bild bei der Berichterstattung über Frauen- und Männersport.
6.2 Aktualität der Sportberichterstattung: Ein Vergleich, wie aktuell die Berichte über Frauen- und Männersport jeweils gestaltet sind.
6.3 Verteilung der Sportberichterstattung: Darstellung der zeitlichen Schwerpunkte der Berichterstattung im Wochenverlauf.
6.4 Häufig berichtete Sportarten bei Frauen: Analyse der Bevorzugung bestimmter „weiblicher“ Disziplinen in der Berichterstattung.
6.5 Häufig berichtete Sportarten bei Männern: Untersuchung der Präsenz verschiedener Männersportarten inklusive Trends bei Randsportarten.
6.6 Leistungsebene: Bewertung des Stellenwerts von internationalem Spitzensport im Vergleich zu regionalen Berichten.
6.7 Erfolg und Misserfolg: Analyse darüber, wie stark Siege und Erfolge im Vergleich zu Niederlagen thematisiert werden.
6.8 Aussehen: Untersuchung der Rolle physischer Attribute und deren Darstellung in der Sportberichterstattung.
6.9 Bilder in der Sportberichterstattung: Analyse der Funktion und Art von Fotografien in Sportartikeln.
6.10 Sprachstruktur im Sportteil der Bild: Untersuchung der sprachlichen Mittel, wie Anredeformen, bei der Berichterstattung über Sportlerinnen und Sportler.
7. Schluss: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und Fazit bezüglich der Kontinuität sexistischer Muster.
Schlüsselwörter
Sportberichterstattung, Frauenbild, Sexismus, BILD-Zeitung, Printmedien, Sportlerinnen, Geschlechterrollen, Leistungsdarstellung, Schönheitsideal, Mediale Repräsentation, Sportgeschichte, Boulevardpresse, Olympia, Sprachgebrauch, Sportsoziologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Unterschieden in der medialen Sportberichterstattung zwischen Frauen und Männern, wobei der Fokus auf Printmedien, insbesondere der „BILD“-Zeitung, liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die historische Entwicklung des Frauensports, das gesellschaftliche Frauenbild, die quantitative und qualitative Analyse von Sportberichten sowie die Rolle von Bildern und Sprache bei der Darstellung von Sportlerinnen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es zu klären, ob sich die als sexistisch eingestuften Blickwinkel der 80er Jahre in der Sportberichterstattung der „BILD“-Zeitung auch in aktuellen Ausgaben des Jahres 2003 finden lassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Analyse der vorhandenen Fachliteratur und führt einen aktuellen Vergleich anhand von ausgewählten „BILD“-Zeitungs-Ausgaben aus dem Januar 2003 durch.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert Parameter wie Umfang, Aktualität, die Verteilung der Berichterstattung, die bevorzugten Sportarten, die Leistungsebene, die Darstellung von Erfolg/Misserfolg sowie die sprachliche und bildliche Inszenierung der Sportlerinnen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sportberichterstattung, Sexismus, BILD-Zeitung, Geschlechterrollen, mediale Repräsentation und Sportlerinnen charakterisiert.
Wie wird in der „BILD“-Zeitung konkret über das Aussehen von Sportlerinnen berichtet?
Die Analyse zeigt, dass das Aussehen von Sportlerinnen ein zentraler Bestandteil der Berichte ist. Oft werden Körperproportionen oder Haarlänge thematisiert, und es wird erwartet, dass Sportlerinnen gängigen Schönheitsidealen entsprechen.
Hat sich die Berichterstattung über den Frauensport seit den 80er Jahren grundlegend geändert?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass sich die grundlegenden Muster, wie die Darstellung von Sportlerinnen mit Fokus auf ihre Weiblichkeit und Reize, in der „BILD“-Zeitung von den 80er Jahren bis 2003 nicht maßgeblich verändert haben.
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- Andreas Berkenkamp (Author), 2003, Unterschiede in der Berichterstattung von Frauen- und Männersport, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33731