Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Theologie - Islamische Religionswissenschaft

Legitimität, Autorität und Propaganda des Islamischen Staates. Eine Videoanalyse

Titel: Legitimität, Autorität und Propaganda des Islamischen Staates. Eine Videoanalyse

Masterarbeit , 2016 , 125 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Bernadette Sauer (Autor:in)

Theologie - Islamische Religionswissenschaft
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Am vierten Juli des Jahres 2014 erregte ein Video große Aufmerksamkeit in den westlichen Medien: eine Freitagspredigt und gleichzeitig der Amtsantritt eines „Kalifen“ durch den Mann, der sich Abū Bakr al-Baġdādī nennt. Während seines Auftritts in Mossul rief der Kalif die Muslime zum Kampf gegen die Ungläubigen und Apostaten auf. Dies ist die einzige Videoaufnahme des „Kalifen“. Bis dahin war er lediglich als Anführer der Terrormiliz IS bekannt.

Für die Konsolidierung seiner bisherigen Macht hat der IS einen Medienapparat zum Vertrieb von Propaganda geschaffen. Die Medienzentren des Islamischen Staates produzieren eine Vielzahl an Videos und verbreiten diese im Internet. Diese Propagandavideos dienen nicht nur zur Selbstdarstellung sondern auch zur Rekrutierung von Kämpfern und zur Abschreckung der Gegner.

Da sich ein Großteil der Forschung bisher auf die Entstehung des Islamischen Staates fokussiert hat, wird hier die Selbstdarstellung in den Videos des IS analysiert. Besonders im Mittelpunkt sollen die Aspekte Legitimität und Autorität stehen, welche als Voraussetzungen für die Gründung eines Kalifats notwendig sind, und auf welche Art und Weise sich das Kalifat zu legitimieren versucht.

Weitere zu untersuchende Aspekte des Videos sind Recht und Gesetz sowie die Funktion des Volkes im Kalifat. Zudem soll dargelegt werden, welcher Mittel sich die Propaganda einer radikal-islamischen Gruppierung zur Rekrutierung bedient, um die eigene Ideologie den Rezipienten glaubwürdig zu vermitteln. Außerdem wird die Konstruktion von Wirklichkeit, Identität und Territorium näher erörtert.

Aus dem Inhalt:
- Propaganda im Digitalen Zeitalter
- Ideologie und Propaganda des Islamischen Staates
- Sprache der Propaganda
- Herrschaft und Legitimation des IS
- Artikulation von Identität durch die Medien

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsansatz der Arbeit

2.1. Methoden

2.2. Aufbau

3. Propaganda im Digitalen Zeitalter

3.1 Propaganda als Begriff

3.2 Ideologie als Begriff

3.3 Die Ideologie und Propaganda im Islamischen Staat

3.4 Das Videomaterial und Transmediales Storytelling in der IS-Propaganda

3.5 Die Reichweite und Aktualität der Propaganda

3.6 Die Narrative und Sprache der Propaganda

3.7 Die Propaganda als Geschichtskonstrukte und Mythen

4. Die Herrschaft und Legitimation

4.1 Der Staat

4.1.1 Der Kalif und das Kalifat

4.1.2 Das Staatsgebiet

4.1.3 Die Wirtschaft

4.2 Das Gesetz – die Scharia

4.2.1 Der Sharia Court in Raqqa

4.2.2 Das Hisbah Office

4.3. Das Volk

4.3.1 Die Artikulation von Identität durch die Medien

4.3.2 Die Vereinigung der Umma

4.3.3 Der Dschihad als Rite de passage

4.3.4 Die Erhaltung des Kalifat

5. Fazit

6. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die propagandistische Selbstdarstellung des sogenannten Islamischen Staates zu analysieren, um die zugrunde liegenden Mechanismen der Legitimation und Autorität in deren Videomaterial offen zu legen.

  • Untersuchung der Struktur und Organisation des Medienapparates des IS.
  • Analyse der narrativen Strategien und der Konstruktion von Wirklichkeit, Identität und Territorium.
  • Erforschung der legitimierenden Funktion von Recht, Gesetz und Religion in der IS-Propaganda.
  • Dechiffrierung der verwendeten Symbole, Mythen und Sprache zur politischen Mobilisierung.
  • Betrachtung der Rolle der "Umma" und des Dschihads im Kontext der Identitätsbildung.

Auszug aus dem Buch

3.4 Das Videomaterial und Transmediales Storytelling in der IS-Propaganda

Die Verwendung von Video-Propaganda ist besonders populär, da sie sich als niederschwellig erweist und somit ein größeres Publikum erreicht. Die Gestaltung der Videos obliegt dem jeweiligen Medienvertreter. Da die Videobotschaften eine ansprechende Wirkung auf ein möglichst breites Spektrum von Rezipienten haben sollen, bieten die Produktionen einen Reichtum an verschiedenen Themen. Während Aaron Zelin die Hauptthemen der Propaganda in Militär, Regierung, Mission, Kontrolle des Alltags, Bewerben des Kalifats, Angriffe auf die Gegner definiert, bestimmt Charlie Winter Brutalität, Barmherzigkeit, Opferrolle, Krieg, Zugehörigkeit und Utopie als Hauptmotive der Propaganda.

Es ist somit eine Vielfalt von Narrativen in den Werbemitteln des Islamischen Staates auszumachen. Dennoch können nicht nur die Motive der Propaganda je nach Medienvertreter variieren, sondern es können auch innerhalb eines Medienapparates viele verschiedene Geschichten erzählt werden. Beispielsweise zeigt al-Ḥayāt Media neben Kindern, die abgetrennte Köpfe in Händen halten, auch IS-Kämpfer, die mit Nutella-Gläsern posieren.

Vor allem durch die dezentrale Ordnung der Medienvertreter ist es eine Herausforderung sicherzustellen, dass die Propaganda IS-konform bleibt. Daher kann davon ausgegangen werden, dass es Vorgaben zur Gestaltung der Videos gibt. Das Konzept des „Transmedialen Storytellings“ könnte mehr Hinweise auf die Erzählweise und Narrative der Propaganda des IS geben. Die Medienindustrie schafft beispielsweise zunehmend erzählerische Universen, welche durch narrative Extensionen erweiterbar sind. Das bedeutet, dass es eine Kerngeschichte gibt, die offen und erweiterbar ist. Damit ein Rezipient in ein solches Universum eintauchen kann, werden mehrere Einstiegspunkte geschaffen. Auch wenn das Konzept die Produktionen der Medienindustrie in den Fokus rückt, kann man das Transmediale Storytelling nichtsdestotrotz auf religiöse Narrative anwenden, da diese selbst einen erzählerischen Raum konstruieren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die mediale Aufmerksamkeit durch die Videopredigt von Abū Bakr al-Baġdādī und führt in die Notwendigkeit der Analyse des Medienapparates des IS ein.

2. Forschungsansatz der Arbeit: Dieses Kapitel erläutert die methodische Herangehensweise der hermeneutischen Videoanalyse sowie den theoretischen Aufbau der Arbeit in die Kategorien Staat, Gesetz und Volk.

3. Propaganda im Digitalen Zeitalter: Es wird die Rolle des Internets als Distributionsmedium analysiert und untersucht, wie der IS durch Ideologie, Transmediales Storytelling und die Konstruktion von Mythen ein Wirklichkeitsmodell für seine Anhänger erschafft.

4. Die Herrschaft und Legitimation: Hier werden die zentralen Säulen der IS-Herrschaft – Staat, Scharia und Volk – unter Rückgriff auf soziologische Theoriebildung analysiert, insbesondere im Hinblick auf ihre legitimierende Wirkung.

5. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, wonach der IS ein komplexes System zur Legitimation durch Narrative, eine spezifische Sprache und die Kontrolle über mediale Wirklichkeitskonstruktion aufgebaut hat.

6. Bibliographie: Das Verzeichnis der verwendeten Primärliteratur und Internetquellen.

Schlüsselwörter

Islamischer Staat, Propaganda, Legitimation, Autorität, Dschihad, Kalifat, Videoanalyse, Medienapparat, Ideologie, Transmediales Storytelling, Scharia, Umma, Identitätskonstruktion, Internet, Symbolsystem.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Propagandastrategien des sogenannten Islamischen Staates (IS), wobei der Fokus auf der audiovisuellen Selbstdarstellung und deren Funktion zur Legitimation von Macht und Herrschaft liegt.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Studie?

Die Studie beleuchtet schwerpunktmäßig die Struktur des Medienapparates, die sprachliche und mythische Konstruktion von Identität und Wirklichkeit sowie die organisatorischen Aspekte von Staat, Scharia und Volk innerhalb der IS-Ideologie.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die zentrale Forschungsfrage zielt darauf ab, auf welchen Ebenen und mit welchen Mitteln die Videopropaganda des IS Modelle zur Legitimation ihrer Herrschaft und ihres Kalifats liefert.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Autorin verwendet die Methode der hermeneutischen Videoanalyse, ergänzt durch semiotische Ansätze nach Charles Sanders Peirce sowie Konzepte der Videographie nach Knoblauch et al.

Welche Rolle spielt der Hauptteil der Arbeit?

Im Hauptteil werden die Kategorien Staat, Gesetz und Volk detailliert untersucht, um aufzuzeigen, wie diese Bereiche mittels medialer Inszenierung als legitimiertes System innerhalb des "Kalifats" präsentiert werden.

Welche Schlüsselbegriffe definieren diese Arbeit?

Wichtige Schlüsselbegriffe sind neben den direkten Themen wie Propaganda, Legitimation und Kalifat auch theoretische Konzepte wie das "Transmediale Storytelling", "Rites de Passage" nach Victor Turner und die soziologische Definition von Herrschaft nach Max Weber.

Wie geht die Arbeit mit dem Aspekt der Territorialität um?

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Ablehnung kolonialer Grenzziehungen (Sykes-Picot-Abkommen) und der Konstruktion des IS als grenzenlose Einheit, die durch die Zerstörung alter Grenzen und das Konzept der Umma neu definiert wird.

Welche Bedeutung haben Kinder und Jugendliche in der IS-Propaganda laut dieser Analyse?

Die Arbeit analysiert, wie Kinder gezielt ideologisiert werden, um als "zukünftige Generation" das Kalifat zu sichern, und wie dies durch spezielle Camps und mediale Präsenz als Teil der langfristigen Konsolidierungsstrategie eingesetzt wird.

Ende der Leseprobe aus 125 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Legitimität, Autorität und Propaganda des Islamischen Staates. Eine Videoanalyse
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Religionswissenschaft)
Veranstaltung
Religions- und Kulturwissenschaft
Note
1,7
Autor
Bernadette Sauer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
125
Katalognummer
V337334
ISBN (eBook)
9783668286177
ISBN (Buch)
9783960950172
Sprache
Deutsch
Schlagworte
legitimität autorität propaganda islamischen staates eine videoanalyse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bernadette Sauer (Autor:in), 2016, Legitimität, Autorität und Propaganda des Islamischen Staates. Eine Videoanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/337334
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  125  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum