Das Thema von „Informierter Einwilligung des Patienten und Rechtswidrigkeit“ ist sowohl eine theoretische Thematik von großem Wert als auch ein dringliches gesellschaftliches Problem der heutigen Zeit. Es ist zurzeit auch in China von großer Bedeutung, den Zusammenhang zwischen informierter Einwilligung des Patienten und Rechtswidrigkeit gut zu erläutern, da die Beziehung zwischen Ärzten und Patienten angespannt ist und die aus medizinischen Zwischenfällen resultierenden Rechtsstreitigkeiten weiterhin zunehmen. Ziel sollte sein, nicht nur den Rechten der Patienten sowie der ärztlichen Partei Schutz zu gewähren, sondern auch den Fortschritt der medizinischen Zivilisation in China zu fördern.
In dem vorliegenden Aufsatz wird vor allem der Konstruktionsprozess des Prinzips von der informierten Einwilligung beschrieben, danach ist der wesentliche Inhalt dieses Prinzips darzustellen, daran schließt sich die Erörterung über die Rechtsfolgen informierter Einwilligung an, und schließlich wird dessen Anwendung in der momentanen Rechtsprechung in der VR China kurz gefasst.
Inhaltsverzeichnis
A. Entstehung des Prinzipes von der Informierten Einwilligung des Patienten
B. Inhalt des Prinzipes von der Informierten Einwilligung des Patienten
I. Informiertsein
1. Erklärung der Ärzte
2. Kenntnisnahme der Patienten
II. Einwilligung
1. Subjekt der Einwilligung
2. Inhalt der Einwilligung
3. Form der Einwilligung
4. Zeit der Erklärung
5. Zustand der Einwilligung
C. Wirkung des Prinzipes von der Informierten Einwilligung des Patienten
I. Unterschiedliche Auffassungen
1. Rechtswidrigkeit im zivilrechtlichen Bereich statt Strafbarkeit im strafrechtlichen Sinne
2. Sowohl Rechtswidrigkeit im zivilrechtlichen Bereich als auch Strafbarkeit im strafrechtlichen Sinne
3. In der Regel Rechtswidrigkeit im zivilrechtlichen Bereich und als Ausnahme Strafbarkeit im strafrechtlichen Sinne
II. Grundlagen der strafrechtlichen Bestrafung
D. Aktueller Stand der einschlägigen Rechtsprechung in der VR China
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Konstruktionsprozess und den Inhalt des Prinzips der informierten Einwilligung des Patienten (Informed Consent) im Kontext des chinesischen Rechts. Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen diesem Prinzip und der Rechtswidrigkeit ärztlichen Handelns zu analysieren, um das angespannte Verhältnis zwischen Ärzten und Patienten sowie die zunehmenden Rechtsstreitigkeiten in der VR China konstruktiv zu adressieren und den Schutz der Patientenrechte zu stärken.
- Historische Entwicklung und Etablierung des Prinzips der informierten Einwilligung im internationalen und chinesischen Kontext.
- Strukturelle Analyse der Komponenten "Informiertsein" (Aufklärung) und "Einwilligung" in der ärztlichen Praxis.
- Rechtliche Bewertung der "eigenmächtigen Heilbehandlung" und der strafrechtlichen Haftung von Ärzten.
- Evaluation aktueller gerichtlicher Präzedenzfälle zur Patientenautonomie in der Volksrepublik China.
Auszug aus dem Buch
A. Entstehung des Prinzipes von der Informierten Einwilligung des Patienten
Der Begriff „Informed Consent“ wird von den Gelehrten in der VR China in „知情同意(Informierte Einwilligung)“1 und im Unterschied dazu in Taiwan in „充分说明与同意(Ausreichende Aufklärung und Einwilligung)“ 2 übersetzt. Im Vergleich zu „Informierter Einwilligung“ scheint der Terminus „Ausreichende Aufklärung und Einwilligung“ angemessener, der eher den interaktiven Prozess bzw. die Rechte und Pflichten zwischen den Ärzten und Patienten zum Ausdruck bringen kann. Angesichts dessen liegt der Schwerpunkt dieses Beitrags auf der derzeitigen Situation in Lehre und Praxis in der VR China und kommt hierbei die Bezeichnung „Informierte Einwilligung“ als Parallele zu „Informed Consent“ zur Verwendung.
Die sog. „Informierte Einwilligung“ bedeutet, dass die Patienten von den Ärzten über die wichtigen Angelegenheiten, die sich in der Hand der Ärzte befinden und auf die Entscheidung der Patienten über die Einwilligung zur Durchführung der medizinischen Behandlungen Einfluss ausüben können, ausreichend aufgeklärt werden sollen, so dass die Patienten aufgrund volles Verständnisses der ärztlichen Aufklärung frei darüber entscheiden können, die medizinische Behandlung anzunehmen oder abzulehnen.
Der Entstehungs- bzw. Entwicklungsprozess des Prinzips von „Informierter Einwilligung“ hat zwar lange gedauert, jedoch ist die Gedankenfolge äußerst übersichtlich. Unter den vom Patriarchalismus dominierten medizinischen Tätigkeiten hatte das Prinzip von „Informierter Einwilligung“ keinen Platz erhalten, dessen Aufkommen erst dann ersichtlich wurde, nachdem die Stellungnahme des aus bestimmter Schicht wie Adelsstand entstammenden Angehörigen wegen der Identität von den Ärzten berücksichtigt war. Nach der gerichtlichen Bestätigung nur in wenigen Ländern wurde dieser Grundsatz letztendlich weitgehend etabliert, um die gravierenden Verletzungen der Menschenrechte zu überwinden, die infolge der hemmungslosen Durchführung des Menschenversuchs von dem Naziregime während des Ersten Weltkriegs herbeigeführt waren. Durch gemeinsame Anstrengung der internationalen Gemeinschaft ist der Grundsatz von „Informierter Einwilligung“ z. Z. Weltweit die in den ärztlichen Tätigkeiten einzuhaltende höchste Norm geworden.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Entstehung des Prinzipes von der Informierten Einwilligung des Patienten: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung des Prinzips von einer patriarchalischen Medizin hin zu einem global anerkannten Standard, der die Patientenautonomie in den Mittelpunkt stellt.
B. Inhalt des Prinzipes von der Informierten Einwilligung des Patienten: Hier werden die zwei essenziellen Dimensionen „Informiertsein“ durch ärztliche Aufklärung und die anschließende, freiwillige „Einwilligung“ des Patienten detailliert definiert und in ihren wechselseitigen Abhängigkeiten beschrieben.
C. Wirkung des Prinzipes von der Informierten Einwilligung des Patienten: Dieser Abschnitt erörtert die rechtlichen Folgen bei Verstößen gegen das Prinzip, insbesondere die Einstufung und strafrechtliche Behandlung eigenmächtiger Heilbehandlungen durch Mediziner.
D. Aktueller Stand der einschlägigen Rechtsprechung in der VR China: Das Kapitel analysiert die gegenwärtige Situation in China anhand von Statistiken und einem zentralen Präzedenzfall, der die Kollision von Patientenwillen und ärztlicher Fürsorgepflicht verdeutlicht.
Schlüsselwörter
Informierte Einwilligung, Informed Consent, Patientenrechte, Patientenautonomie, Arzt-Patient-Beziehung, Eigenmächtige Heilbehandlung, Strafrechtliche Haftung, Medizinethik, Volksrepublik China, Rechtswidrigkeit, Aufklärungspflicht, Selbstbestimmungsrecht, Deliktische Haftung, Medizinische Rechtsstreitigkeiten, Medizinische Zivilisation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen und praktischen Bedeutung des Prinzips der informierten Einwilligung (Informed Consent) im chinesischen Medizinstrafrecht und dessen Rolle bei der rechtlichen Bewertung von eigenmächtigen Heilbehandlungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die historische Genese der Patientenautonomie, die strukturellen Anforderungen an die ärztliche Aufklärung, die Abgrenzung zur Eigenmächtigkeit sowie die aktuelle Rechtslage und Rechtsprechung in der VR China.
Was ist das primäre Forschungsziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen der informierten Einwilligung und der Rechtswidrigkeit ärztlichen Handelns zu klären, um einen Beitrag zur Lösung der häufigen medizinischen Rechtsstreitigkeiten und zur Stärkung der Patientenrechte in China zu leisten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine rechtswissenschaftliche Untersuchung, die auf der Analyse gesetzlicher Bestimmungen, juristischer Fachliteratur und der Auswertung relevanter gerichtlicher Präzedenzfälle in der VR China basiert.
Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Komponenten von "Informiertsein" und "Einwilligung", erörtert unterschiedliche juristische Auffassungen zur Bestrafung bei eigenmächtigen Behandlungen und verknüpft diese theoretischen Ansätze mit der tatsächlichen Rechtsprechung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Informierte Einwilligung, Patientenautonomie, Rechtswidrigkeit ärztlicher Eingriffe, Eigenmächtige Heilbehandlung und die spezifische Rechtsentwicklung in der VR China charakterisiert.
Wie bewertet der Autor die strafrechtliche Relevanz bei Verletzung des Selbstbestimmungsrechts?
Im Gegensatz zu Ansichten, die lediglich zivilrechtliche Folgen sehen, plädiert der Autor dafür, dass eine erhebliche Beeinträchtigung des Selbstbestimmungsrechts auch strafrechtlich sanktioniert werden sollte, da die Freiheit ein höchstes Gut darstellt.
Welche Lehren können aus dem angeführten Fall der Patientin Liyun Li gezogen werden?
Der Fall verdeutlicht die komplexe Problematik, wenn Angehörige die Einwilligung verweigern. Er zeigt, dass Ärzte trotz lebensbedrohlicher Notlagen vor großen rechtlichen Herausforderungen stehen und die chinesische Justiz zunehmend versucht, die Autonomie des Patienten zu respektieren, auch wenn dies zu tragischen Ergebnissen führen kann.
- Arbeit zitieren
- Tan He (Autor:in), 2016, Das Prinzip der informierten Einwilligung des Patienten und Rechtswidrigkeit. Entwicklung und Rechtsprechung in China, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/337420