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Sozioprudente Handlungen in der Serie „Desperate Housewives“. Die Sozioprudenz der verzweifelten Hausfrauen

Titel: Sozioprudente Handlungen in der Serie „Desperate Housewives“. Die Sozioprudenz der verzweifelten Hausfrauen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2016 , 15 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Eva Heuft (Autor:in)

Sozialwissenschaften allgemein
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Georg Simmel behauptet, der Mensch sei als ganzer sozusagen ein noch ungeformter Komplex von Inhalten, Kräften, Möglichkeiten und je nach den Motivierungen und Beziehungen des wechselnden Daseins gestalte er sich daraus zu einem differenzierten, grenzbestimmten Gebilde. Diese Ansicht Simmels scheint zunächst sehr gewöhnungsbedürftig. Ist der Mensch nicht einfach das, was er ist? Werden wir nicht geboren und sind dann einfach das, was uns durch unsere Gene mitgegeben wurde und wozu uns unsere Eltern erzogen haben? Aber genau da ist der Punkt: wir werden dazu erzogen, an einer Gesellschaft teilzuhaben, die nach eigenen Gesetzen funktioniert und in der es nicht ausreicht, einfach „man selbst“ zu sein.

Zunächst ist der Mensch Baby, Kind, irgendwann Schüler, dann ggf. auch Student und dann Teilnehmer in der Arbeitswelt, aber auch andere Funktionen wie Tochter, Sohn und später vielleicht selbst Vater oder Mutter. Jede dieser Rollen bringt ein gewisses Spektrum an Rechten und Pflichten mit sich, die es zu erfüllen gilt. Sozioprudenz, sozial klug handeln, knüpft hier an. Jeder Mensch versucht das instinktiv zu tun und bedient sich so nicht nur konventioneller Rollenvorstellungen, sondern auch anderer Maxime, die im nächsten Kapitel dieser Arbeit vorgestellt werden sollen.

Als praktischer Untersuchungsgegenstand dient die Serie „Desperate Housewives“, in der es um insbesondere vier Hausfrauen geht, die das perfekte Leben im Vorort leben. Oder zumindest scheint es so. Sie werden mit vielerlei Problemen konfrontiert, die sie sozial klug zu lösen suchen. Dabei scheuen sie nicht vor List und Tücke zurück. Beispiele für ihr Rollendenken und strategisches Handeln werden in Kapitel 3, die verzweifelten Hausfrauen und die Sozioprudenz, vorgestellt. Als letztes soll ein Fazit über den Anschein der Rolle gezogen werden. Im Anhang befindet sich das Literaturverzeichnis.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Rollen und strategisches Handeln

3. Die verzweifelten Hausfrauen und die Sozioprudenz

4. Fazit: Der Anschein der Rolle

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der „Sozioprudenz“ – das sozial kluge Handeln – anhand der Charaktere der Fernsehserie „Desperate Housewives“, um aufzuzeigen, wie soziale Rollen durch Fassaden, Inszenierungen und Masken im Alltag aufrechterhalten werden.

  • Analyse soziologischer Rollentheorien (Goffman, Plessner, Simmel)
  • Untersuchung des strategischen Handelns zur sozialen Distanzwahrung
  • Fallstudie der Protagonistinnen aus „Desperate Housewives“
  • Reflexion über das Verhältnis von Individuum, Fassade und sozialem Anspruch

Auszug aus dem Buch

2. Rollen und strategisches Handeln

In Goffmans Abhandlung „Wir alle spielen Theater“ (2002) stellt Goffman fest, dass menschliche Interaktion im Alltag wesentlich von der Rolle bestimmt wird, die der Spielende als Vorstellung für andere inszeniert (vgl. Goffman 2002, 19). Dabei geht er jedoch davon aus, dass legitime Darstellungen im (all-)täglichen Leben nicht im Sinne gespielt werden, sondern im Idealfall lediglich bereits so viele Ausdrucksdetails erlernt wurden, dass den Einzelnen dazu befähigt, jede übertragene Rolle auszufüllen und mit ihr fertig zu werden (vgl. ebd., 68). Dies macht vor allem den aufrichtigen Darsteller aus: dass er von seiner eigenen Rolle überzeugt ist (vgl. ebd., 19). Allerdings lässt sich hier auch sagen, was La Rochefoucauld passend formuliert hat: „Wir sind so gewöhnt daran, uns vor anderen zu verstellen, daß wir uns am Ende vor uns selbst verstellen.“ (La Rochefoucauld, (119)) In den meisten Fällen handelt es sich um aufrichtige Darstellungen, da wir von ihrer Echtheit überzeugt sind und sie weiterhin vor uns selbst spielen. Eine zynische Darstellung, wobei Darstellung die „Bezeichnung des Gesamtverhaltens des Einzelnen“ (ebd., 23) ist, ist jedoch das Gegenteil: der Darsteller selbst ist nicht von der eigenen Rolle überzeugt und sucht vermutlich aus Eigennutz das Publikum zu täuschen (vgl. ebd., 19), was Selbigen in eine gefährliche Lage manövriert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in den Begriff der Sozioprudenz ein und verortet die Analyse anhand der Serie „Desperate Housewives“ innerhalb soziologischer Fragestellungen zum menschlichen Handeln.

2. Rollen und strategisches Handeln: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der Rollentheorie nach Erving Goffman sowie ergänzende Ansätze von Plessner und Simmel zur bewussten Inszenierung und Fassadenbildung.

3. Die verzweifelten Hausfrauen und die Sozioprudenz: Hier werden die theoretischen Konzepte auf die Handlungsweisen der Hauptfiguren der Serie übertragen, wobei insbesondere der Kontrast zwischen äußerem Schein und innerem Kalkül analysiert wird.

4. Fazit: Der Anschein der Rolle: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass das Aufrechterhalten sozialer Masken ein notwendiges, wenn auch spannungsreiches Mittel menschlicher Interaktion bleibt.

Schlüsselwörter

Sozioprudenz, Rollentheorie, Erving Goffman, Desperate Housewives, soziale Fassade, Inszenierung, Identität, Maske, strategisches Handeln, soziale Interaktion, Helmuth Plessner, Selbstbild, Fremdbild, Alltag, Rollenspiel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem soziologischen Begriff der „Sozioprudenz“, also der Kunst, im sozialen Kontext klug und strategisch zu handeln, indem man gezielt Rollen spielt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Konzepte der Selbstdarstellung, die Bedeutung von Fassaden in der sozialen Interaktion sowie der Umgang mit Erwartungsdruck und Geheimnissen.

Was ist die primäre Zielsetzung der Arbeit?

Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen der sozialen Maske, die das Individuum nach außen trägt, und der dahinterliegenden Realität anhand der fiktiven Charaktere der Serie „Desperate Housewives“ aufzuzeigen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse soziologischer Schlüsseltexte zur Rollentheorie, kombiniert mit einer inhaltlichen Untersuchung der Handlungsabläufe in der Serie.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil analysiert die Mechanismen, mit denen die Protagonistinnen Bree, Lynette, Gaby und Susan ihre soziale Fassade wahren und wie diese durch unvorhersehbare Ereignisse gefährdet wird.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem Sozioprudenz, Inszenierung, soziale Maske, Rollenkonflikt, Distanzwahrung und der „Anschein der Rolle“.

Wie gehen die Protagonistinnen der Serie mit persönlichem Scheitern um?

Die Serie zeigt, dass die Figuren versuchen, ihr Scheitern hinter einer makellosen Fassade zu verbergen, wobei sie oft zu Intrigen oder Täuschungen greifen, um den äußeren Schein zu wahren.

Welche Rolle spielt die „Eitelkeit“ im Kontext der dargestellten Sozioprudenz?

Die Arbeit arbeitet heraus, dass Eitelkeit und der Wunsch nach sozialer Anerkennung oft die treibende Kraft hinter den komplexen Inszenierungen der Charaktere sind, da der Bruch mit gesellschaftlichen Konventionen vermieden werden soll.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sozioprudente Handlungen in der Serie „Desperate Housewives“. Die Sozioprudenz der verzweifelten Hausfrauen
Hochschule
Universität Koblenz-Landau  (Institut für Soziologie und Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Grundlagen der Sozioprudenz
Note
1,3
Autor
Eva Heuft (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
15
Katalognummer
V337471
ISBN (eBook)
9783668274662
ISBN (Buch)
9783668274679
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Desperate Housewives Goffmann Rollen Plessner
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Eva Heuft (Autor:in), 2016, Sozioprudente Handlungen in der Serie „Desperate Housewives“. Die Sozioprudenz der verzweifelten Hausfrauen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/337471
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Leseprobe aus  15  Seiten
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