"Die Versuchung des heiligen Antonius". Beschreibung des Kunstwerks von Salvador Dalí


Hausarbeit, 2005

16 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhult

I. Einleitung
1. Einordnung: Künstler und Kunstwerk
2. Ausblick: Aufbau der Arbeit

II. Salvador Dalí
1. Gala
2. Werdegang
3. Surrealismus
4. Exil und Experimente
5. Kontextualisierung von Die Versuchung des heiligen Antonius

III. Die Versuchung des heiligen Antonius
1. Detaillierte Bildbeschreibung
a) Der heilige Antonius
b) Das Pferd
c) Elefant
d) Elefant
e) Das Elefantenpaar
f) Elefant
g) Das schwebende Schloss
h) Miniaturabbildungen
2. Ikonografie
a) Blickfang und Bildmittelpunkt
b) Himmel, Horizont und Transparenz

III. Zusammenfassung und Kommentar

V. Bibliografie

I. Einleitung

1. Einordnung: Künstler und Kunstwerk

„Während des Exils deutet sich […] eine Rückbesinnung auf den katholischen Glauben […] bei Dalí an. In seiner Autobiographie notiert er: ‚Bis zu diesem Augenblick habe ich noch keinen Glauben gefunden, und ich fürchte, daß [sic!] ich ohne Himmel sterben werde’, und illustriert den Satz mit einer Zeichnung, die eine Gestalt vor einer Renaissancekirche zeigt. Sie erhebt die linke Hand, die ein Kreuz trägt, zum Himmel, als warte sie auf eine Eingebung oder ein Zeichen Gottes.“2

Auf die Frage, ob DALÍ mit oder ohne Himmel starb, kann an dieser Stelle keine Antwort gefunden werden. Fakt ist jedoch: Die oben erwähnte Zeichnung sollte nicht Dalís einziges Gemälde mit christlichen Symbolen bleiben. Im Jahre 1946 folgte seine Interpretation von Die Versuchung des heiligen Antonius - ein Bild, welches Gemeinsamkeiten mit der benannten Zeichnung aufweist, denn auch im Gemälde erhebt eine Gestalt ein Kreuz; und es sollten noch viele von Dalís späterem Katholizismus inspirierte Werke folgen.

Vier Jahre vor der Vollendung von Die Versuchung des heiligen Antonius, 1942, hatte Salvador Felipe Jacinto Dalí Das geheime Leben des Salvador Dal í publiziert, ein autobiographisches Werk, welches der am 11.05.1904 in Figueres, Spanien, geborene Künstler - laut seiner Schwester3 - mit viel Fantasie ausgeschmückt hatte.

Nicht minder einfallsreich ging Dalí an sein Bild Die Versuchung des heiligen Antonius heran, welches er im Rahmen eines Wettbewerbes anfertigte, zu dem der amerikanische Produzent Albert LEVIN unter den surrealistischen Künstlern aufgerufen hatte. Hierbei galt es, die Verführungsversuche und Prüfungen Satans am historischen Antonius dem Großen4 künstlerisch festzuhalten.

Im Endeffekt wurde jedoch nicht Dalí, sondern dem deutschen Maler und Bildhauer Max ERNST für dessen Version von Die Versuchung des heiligen Antonius der Sieg zugesprochen.

2. Ausblick: Aufbau der Arbeit

Im Folgenden werde ich auf den Werdegang Dalís eingehen und einzelne Phasen seines Schaffens aufzeigen. Ferner werde ich das Bild Die Versuchung des heiligen Antonius in das Gesamtwerk des Künstlers einordnen.

Daraufhin folgt eine detaillierte und strukturierte Beschreibung des Gemäldes. Hierbei werde ich auf die einzelnen Elemente der Darstellung eingehen und mich damit auseinandersetzen, was das Bild auszeichnet.

Mit einer Zusammenfassung und einem Kommentar bezüglich meiner subjektiven Rezeption und Interpretation des Gemäldes werde ich die Arbeit dann abschließen.

II. Salvador Dalí

1. Gala

Max Ernst, der Dalí beim Wettbewerb ausgestochen hatte, war ein alter Bekannter des Spaniers, hatten doch beide in den 30er Jahren der Pariser Surrealistengruppe um André BRETON angehört. Und noch etwas hatten Ernst und Dalí gemeinsam: Beide Männer hatten Gala ÉLUARD kennen und lieben gelernt. Während die Russin mit Ernst von 1921 bis 1924 aber lediglich eine Affäre unterhalten hatte5, sollte sie von 1929 bis zu ihrem Tod im Jahr 1982 für Dalí zur ewigen Muse und Liebe seines Lebens werden. Darüber hinaus rechnete der spanische Künstler es ihr zu, dass er nicht dem Wahnsinn verfiel.6

2. Werdegang

Dass Gala ihren Zweck als Dalís Muse nicht verfehlt zu haben schien, zeigt ein Blick auf das Œuvre des Malers, das nicht nur umfang- sondern auch abwechslungsreich ist.

Früh übte sich der junge Spanier im Umgang mit Farben und brachte bereits als Kind beeindruckende Bilder hervor. Als er seine künstlerische Begabung als junger Erwachsener perfektionierte, übte er sich zunächst in den Stilepochen des Impressionismus, Kubismus, Dadaismus und Klassizismus, um sich ab dem Jahre 1929 mit dem Surrealismus auseinanderzusetzen.

3. Surrealismus

Bevor sich Dalí ganz der Malerei im Stil des Surrealismus zuwandte, arbeitete er 1928 zusammen mit Louis BUÑUEL zunächst noch an dem Film Ein andalusischer Hund (im Original: Un chien andalou), welcher bis heute als frühes Meisterwerk des surrealistischen Kinos gilt.

Danach widmete sich Dalí wieder intensiv der Kunst - nicht einmal an der Premiere von Ein andalusischer Hund nahm er teil, da er es an jenem Tag vorzog, an einem Gemälde zu arbeiten.7

Viele seiner Bilder, die während der kommenden Jahre entstanden, zählen bis heute zu den bekanntesten seines Gesamtwerkes. So ist das 1931 veröffentlichte Ölgemälde Die Beständigkeit der Erinnerung wohl das populärste Bild des Künstlers. Die dort abgebildeten, „’weiche[n] Uhren’ sind“, laut Dalí, „nichts anderes als der paranoisch-kritische, weiche extravagante und einzigartige Camembert des Raumes und der Zeit“.8

Die paranoisch-kritische Methode ist neben den Uhren eine weitere Kreation Dalís und gilt als sein wichtigster Beitrag zum Surrealismus. Er wandte diese Methode an,

„indem er das zunächst nur rein subjektiv Wahnhafte und die sehr persönlichen Elemente des Traums zu objektivieren und systematisieren versuchte und den Traum während des kreativen Prozesses in einer Art Wachzustand hielt.“9

Dalí wurde recht schnell derart populär, dass Gala und er von seiner Kunst gut leben konnten. Doch die geschichtlichen Entwicklungen sollten für das Paar eine Zäsur herbeiführen: 1940 flohen die Dalís vor dem Zweiten Weltkrieg ins Exil in die USA.

4. Exil und Experimente

In den USA musste sich der Künstler eine neue Existenz aufbauen. Er nahm viele Auftragsarbeiten an und entwarf auch andere Kunstwerke wie etwa Schmuck und Skulpturen. Zudem fand Dalí Interesse an Film- und Bühneninszenierungen. Er arbeitete für das Ballett und die Oper und wurde 1945 von Alfred HITCHCOCK für dessen Film Spellbound engagiert. Darüber hinaus absolvierte er einige medienwirksame Auftritte und hielt Vorträge, später beschäftigte er sich auch mit der Fotografie.

Nach dem Krieg wandte sich Dalí wieder verstärkt der Malerei zu und fand seine Inspiration sowohl im Katholizismus als auch in der nuklearen Bedrohung: „Die Explosion der Atombombe am 6. August 1945 hatte mich seismisch erschüttert. Seitdem bildete das Atom den Hauptgegenstand meines Denkens.“10

Dalí malte infolgedessen viele Nuklearbilder mit naturwissenschaftlichen Elementen, aber auch Kreuzigungsszenen und Heiligenabbildungen.

Danach folgten einige klassizistische Gemälde und komplexe Historienbilder. Noch spätere Arbeiten zeichnen sich durch dreidimensionale Experimente aus.

In seinem letzten Ölgemälde Der Schwalbenschwanz aus dem Jahre 1983 beschäftigte sich Dalí hingegen mit der Katastrophentheorie.

Am 23.01.1989 starb Salvador Dalí nach langer Krankheit an Herzversagen.

5. Kontextualisierung von Die Versuchung des heiligen Antonius

Als Dalí Die Versuchung des heiligen Antonius fertigstellte, war der Krieg bereits vorbei, der Künstler und seine Frau kehrten aber erst 1948 nach Europa zurück.

Das Gemälde kennzeichnet den Übergang vom Surrealismus zur nuklearen Mystik. Zwar sind darin noch „alptraumähnliche [sic!] Visionen“ enthalten, doch sind „in den schwebenden Bildmotiven und der Aufhebung der Schwerkraft“11 bereits Vorboten von Dalís nächster, naturwissenschaftlich akzentuierter, Schaffensphase auszumachen.

[...]


2 Frank Weyers, Salvador Dalí- Leben und Werk, S. 47

3 vgl. Frank Weyers, Salvador Dalí- Leben und Werk, S. 81

4 vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Antonius_der_Gro%C3%9Fe 2

5 vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Gala_Eluard

6 vgl. Frank Weyers, Salvador Dalí- Leben und Werk, S. 25

7 vgl. Frank Weyers, Salvador Dalí- Leben und Werk, S. 21

8 Frank Weyers, Salvador Dalí- Leben und Werk, S. 28

9 Frank Weyers, Salvador Dalí- Leben und Werk, S. 32

10 Frank Weyers, Salvador Dalí- Leben und Werk, S. 62

11 Frank Weyers, Salvador Dalí- Leben und Werk, S. 53

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
"Die Versuchung des heiligen Antonius". Beschreibung des Kunstwerks von Salvador Dalí
Hochschule
Universität Siegen  (Medienwissenschaft)
Veranstaltung
"Dalí - intermedial"
Note
2,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
16
Katalognummer
V337536
ISBN (eBook)
9783668269033
ISBN (Buch)
9783668269040
Dateigröße
491 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kunst, Dalí, Salvador Dalí, Die Versuchung des heiligen Antonius, Bilddeskription, Bildbeschreibung, Beschreibung, Interpretation, Ikonografie, Intermedialität
Arbeit zitieren
Nadine Schneider (Autor), 2005, "Die Versuchung des heiligen Antonius". Beschreibung des Kunstwerks von Salvador Dalí, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/337536

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