In der ersten Zeit, als unterschiedliche Projekte zur Auswahl standen oder eigene Projektwünsche umgesetzt werden konnten, bestand für mich der Wunsch, in ein bestehendes Projekt einzusteigen. Hier erwartete ich klare Strukturen und Ansprechpartner. Da ich selber über mehrere Jahre in einer Privatpraxis gearbeitet hatte, wusste ich um die Schwierigkeiten bei der Umsetzung von Projektideen in den Praxisalltag und wollte diese vermeiden. Außerdem erschien es mir sehr reizvoll mich mit etwas völlig Unbekanntem auseinander zu setzen und mich in die psychomotorische Arbeit mit Kindern einzuarbeiten. Deshalb entschied ich mich für das Projekt Psychomotorischen Fördergruppe in einer Grundschule. Ich war auch nicht die Einzige: S. R. hatte sich ebenfalls für dieses Projekt entschieden.
Innerhalb dieses Projektes gab es zwei Gruppen, die jeweils eine Stunde von uns betreut wurden. Beide Gruppen fanden einmal die Woche (immer donnerstags) in der Turnhalle der Grundschule „Grüner Weg“ statt. Die Gruppen waren gemischt, das heißt, Jungen und Mädchen. Sie waren jedoch unterschiedlichen Alters. Wir haben eine Gruppe aus dem vorangegangenen Jahrgang übernommen, die nun überwiegend die 4. Klasse der Grundschule besuchten. In der zweiten Gruppe waren die Kinder zum einen aus dem Schulkindergarten und zum anderen aus der 1. Klasse. Die Förderziele konnten wir frei wählen, wobei die Zusammenarbeit mit den Lehrern und am Anfang auch mit Fr. Dr. Haas sehr hilfreich war. Für mich war es wichtig, mich nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch mit der psychomotorischen Arbeit mit Kindern auseinanderzusetzen, da ich von dieser Art der Behandlung bzw. der Förderung bis dahin nur gehört hatte. Bevor die praktische Arbeit im Projekt anstand habe ich mich sehr intensiv mit der Theorie der Psychomotorik beschäftigt und Bücher zu diesem Thema gelesen. Dabei stellte sich mir schon eine Frage: Wie soll ich ein so umfassendes Konzept in die Praxis umsetzten?
In diesem Bericht möchte ich mich in einer Art Nachschau noch einmal rückblickend damit auseinander setzen. Ich hoffe, dass es mir gelingen wird, einen Ansatz für die Weiterführung des Projektes zu entwickeln.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. WAS HEIßT PSYCHOMOTORIK
3. DIE RAHMENBEDINGUNGEN
4. ERSTE ERFAHRUNGEN MIT PSYCHOMOTORIK
5. FAZIT UND AUSBLICK ZUR WEITERFÜHRUNG DES PROJEKTES
6. LITERATUR
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit dokumentiert den praktischen Einsatz in einer psychomotorischen Fördergruppe an einer Grundschule. Ziel ist es, die eigene Einarbeitung in die psychomotorische Arbeit mit Kindern zu reflektieren, Herausforderungen im Projektalltag zu identifizieren und Ansätze für eine nachhaltige Weiterführung des Förderkonzepts zu entwickeln.
- Grundlagen und Definition der Psychomotorik
- Gestaltung von Rahmenbedingungen in der schulischen Projektarbeit
- Reflexion praktischer Erfahrungen und der Interaktion mit Kindern
- Bedeutung von Ritualen und Gruppendynamik
- Verbesserung der Eltern- und Lehrerkooperation
Auszug aus dem Buch
Reflexion der gesammelten Erfahrungen
„Nur ein Individuum, das für sich selbst verantwortlich ist, kann Verantwortung für die Gemeinschaft übernehmen. Eine Person, die entdeckt hat, dass sie sich selbst verändern kann, wird auch zu notwendigen Veränderungen der Umwelt beitragen.“ (Völker 1980)
Dieser Satz drückt gut aus, was für die von uns betreuten Kinder wichtig ist. Dies in die Praxis umzusetzen erwies sich als schwierig, da die Kinder nur eine Stunde die Woche bei uns waren. Leider haben die Eltern unsere Elternabende nicht entsprechend angenommen, dabei wäre hier der Austausch wichtig gewesen. Es war sehr deutlich, dass die Kinder häufig mit sich selbst viel zu beschäftigt waren, um als Gruppe agieren zu können. Es war nicht immer einfach, die Kinder, die innerhalb eines gemeinsamen Spieles eigene Spiele spielten, wieder ins gemeinsame Spiel zu integrieren.
Die Eigenbeschäftigungen liefen häufig konträr zum gemeinsam ausgesuchten Spiel und es kam dadurch zu Spannungen innerhalb der Gruppe. Diese Spannungen zu beseitigen ohne in die autoritäre Erzieherrolle zu fallen, ist mir leider nicht immer gelungen. Gerade am Anfang habe ich den Kindern öfter eine Lösung einfach vorgesetzt statt sie selber danach suchen zu lassen bzw. ihnen nur einen Impuls zur Lösung zu geben. Auch empfand ich es als schwierig, sich zurückzunehmen und nicht der allwissende Erwachsene zu sein, der sagt, wie etwas gemacht wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Autorin begründet ihre Wahl für das Psychomotorik-Projekt und beschreibt den Wunsch, praktische Erfahrungen in einem bestehenden, strukturierten Umfeld zu sammeln.
2. WAS HEIßT PSYCHOMOTORIK: Dieses Kapitel definiert die theoretischen Grundlagen der Psychomotorik als ganzheitlichen Ansatz, der Bewegung als Medium zur Persönlichkeitsförderung nutzt.
3. DIE RAHMENBEDINGUNGEN: Hier werden die organisatorischen Aspekte beschrieben, einschließlich der Zusammensetzung der Kindergruppen und der räumlichen Gegebenheiten in der Grundschule.
4. ERSTE ERFAHRUNGEN MIT PSYCHOMOTORIK: Die Autorin reflektiert die Schwierigkeiten der Einarbeitung, die Bedeutung ritualisierter Stundenabläufe und den Umgang mit dem kindlichen Bedürfnis nach Mitbestimmung.
5. FAZIT UND AUSBLICK ZUR WEITERFÜHRUNG DES PROJEKTES: Das Fazit kritisiert die kurzzeitige Betreuung der Kinder durch wechselnde Studenten und schlägt strukturelle Verbesserungen für die Kontinuität und Qualität der Arbeit vor.
6. LITERATUR: Auflistung der verwendeten Fachliteratur zur Theorie und Praxis der psychomotorischen Förderung.
Schlüsselwörter
Psychomotorik, Förderstunde, Grundschule, Bewegungsförderung, Gruppendynamik, Sozialerfahrungen, Materialerfahrungen, Körpererfahrung, Selbstkonzept, Projektarbeit, Reflexion, Pädagogik, Kindheit, Interaktion, Handlungsfähigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der praktischen Umsetzung einer psychomotorischen Fördergruppe im schulischen Kontext und dokumentiert den Lernprozess der Autorin.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeitsschwerpunkte liegen auf der Theorie der Psychomotorik, der praktischen Gruppenleitung, der Bewältigung von gruppendynamischen Prozessen und der Zusammenarbeit mit Lehrkräften und Eltern.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die kritische Nachschau und Reflexion der eigenen pädagogischen Arbeit, um fundierte Ansätze für eine kontinuierliche Verbesserung des Projekts zu formulieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Kombination aus Literaturrecherche, projektbasierter Handlungsforschung und qualitativer Selbstreflexion der praktischen Erfahrungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der theoretischen Definition von Psychomotorik, der Beschreibung der Rahmenbedingungen, den ersten Praxiserfahrungen sowie der kritischen Reflexion des pädagogischen Handelns.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Psychomotorik, Projektarbeit, Gruppendynamik, Selbstkonzept und Bewegungsförderung stehen im Zentrum der Untersuchung.
Warum betont die Autorin die Wichtigkeit ritualisierter Abläufe?
Rituale helfen den Kindern, sich in der Gruppe zu orientieren, Regeln zu festigen und einen sicheren Rahmen für die Äußerung ihrer Befindlichkeiten zu schaffen.
Welches zentrale Problem identifiziert die Autorin für die Nachhaltigkeit des Projekts?
Das Hauptproblem ist der ständige Wechsel der betreuenden Studenten, der den Aufbau stabiler Vertrauensbeziehungen zu den Kindern erschwert.
Wie könnten Eltern besser in das Projekt einbezogen werden?
Die Autorin schlägt vor, die Organisation von Elternabenden künftig direkt über die Lehrer laufen zu lassen, um die Erreichbarkeit der Eltern zu erhöhen.
- Quote paper
- Constanze Korb (Author), 2004, Projekt: Psychomotorische Förderstunde in der Grundschule 'Grüner Weg' in Emden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33755