Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Besonderheiten der Prüfung von Genossenschaften. Ein systematischer Überblick

Titel: Besonderheiten der Prüfung von Genossenschaften. Ein systematischer Überblick

Bachelorarbeit , 2014 , 87 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Steffen Hübner (Autor:in)

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Durch das Genossenschaftsgesetz von 1889 wurde erstmals der Prüfungszwang für alle Genossenschaften in Deutschland festgelegt. Die genossenschaftliche Pflichtprüfung kann damit auf eine fast 125-jährige Historie zurückblicken und war die erste Pflichtprüfung in Deutschland noch vor der aktienrechtlichen Pflichtprüfung. Das genossenschaftliche Prüfungswesen in seiner heutigen Form ist das Ergebnis dieser langen Entwicklung. Sowohl Wissenschaft als auch genossenschaftliche Praxis beschäftigen sich seit der Einführung der Prüfungspflicht mit ihrem Zweck, ihrem Umfang und ihrem Inhalt. Das genossenschaftliche Prüfungswesen steht permanent unter dem Zwang, sich veränderten Rahmenbedingungen anzupassen, die aus dem Wandel der ökonomisch-sozialen Fakten sowie aus mehreren Novellierungen des Genossenschaftsgesetzes resultieren.

Bei der Genossenschaftsprüfung gemäß § 53 GenG handelt es sich um den umfassendsten Prüfungsauftrag im deutschen Prüfungswesen. Durch § 53 GenG wird dem Prüfer die Aufgabe zugewiesen, die wirtschaftlichen Verhältnisse sowie die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung zu prüfen. Im Mittelpunkt des genossenschaftlichen Handelns steht die Erfüllung des in § 1 GenG vom Gesetzgeber für eingetragene Genossenschaften verbindlich vorgegebenen Förderauftrags. Zweck einer Genossenschaft ist die Förderung des Erwerbes oder der Wirtschaft ihrer Mitglieder. Die Erzielung von Gewinnen kann nicht Zweck der Genossenschaft sein, was sie von anderen Wirtschaftssubjekten abhebt.

Im Zuge der Prüfung hat der Prüfer dementsprechend nicht nur die wirtschaftlichen Verhältnisse sowie die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung zu prüfen, sondern auch, ob dem Förderauftrag hinreichend nachgekommen wird. Vorliegende Arbeit behandelt die Entwicklung des Genossenschaftswesens im Laufe der Zeit und setzt sich mit Zweck und Wesen der Genossenschaft auseinander. Sie soll außerdem den systematischen Ablauf sowie die Besonderheiten der Prüfung von Genossenschaften verdeutlichen und einen Ausblick auf die Zukunft des genossenschaftlichen Prüfungswesens geben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

1.1 Relevanz

1.2 Gang der Arbeit

2 Grundlagen von Genossenschaften

2.1 Wesensmerkmale einer Genossenschaft

2.2 Geschichtlicher Hintergrund

2.2.1 Anfänge des Genossenschaftswesens

2.2.2 Erste moderne Genossenschaften

2.2.3 Wegbereiter in Deutschland

2.3 Gründung und Aufbau einer eingetragenen Genossenschaft

2.3.1 Gründung

2.3.2 Organe

2.3.2.1 Die Generalversammlung

2.3.2.2 Der Aufsichtsrat

2.3.2.3 Der Vorstand

2.3.3 Arten von Genossenschaften

3 Präsenz von Genossenschaften – Bedeutung für Wirtschaft, Bevölkerung und Mitglieder

3.1 Weltweite Präsenz von Genossenschaften

3.2 Situation in Deutschland

4 Genossenschaftliches Prüfungswesen

4.1 Überblick

4.2 Gesetzliche Grundlage der genossenschaftlichen Pflichtprüfung

4.3 Die Organisation des genossenschaftlichen Prüfungswesens

4.3.1 Prüfungsverbände

4.3.1.1 Begriff und Rechtsform des Prüfungsverbandes

4.3.1.2 Aufbau und Organisation der Prüfungsverbände

4.3.1.3 Zweck und Aufgaben

4.3.1.4 Die Pflichtmitgliedschaft

4.3.2 Die genossenschaftlichen Wirtschaftsprüfer

4.4 Gegenstände der genossenschaftlichen Pflichtprüfung

4.4.1 Prüfungszweck

4.4.2 Prüfungsobjekte

4.4.2.1 Rechnungslegung

4.4.2.1.1 Jahresabschluss und Buchführung

4.4.2.1.2 Der genossenschaftliche Lagebericht

4.4.2.2 Vermögenslage

4.4.2.3 Geschäftsführung

4.4.2.3.1 Geschäftsführungsorganisation

4.4.2.3.2 Geschäftspolitik

4.4.2.3.3 Geschäftsführungsinstrumentarium

4.4.2.3.4 Geschäftsführungstätigkeit

4.4.2.4 Einrichtungen

4.4.2.5 Mitgliederliste

4.4.3 Prüfungsverfahren

4.4.4 Prüfungsbericht

4.5 Novellierung des Genossenschaftsgesetzes 2006

4.5.1 Ausgangslage

4.5.2 Ziele

4.5.3 Änderungen für kleine Genossenschaften und deren Prüfungspflicht

5 Zukunft der genossenschaftlichen Pflichtprüfung

5.1 Europäische Angleichung

5.2 Auswirkungen auf die genossenschaftliche Prüfung unter Einsatz der ISA

6 Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das genossenschaftliche Prüfungswesen in Deutschland mit dem Ziel, dessen Entwicklung, Struktur und Besonderheiten systematisch darzulegen. Dabei wird insbesondere analysiert, wie sich die Pflichtprüfung von der bei anderen Rechtsformen unterscheidet, welche Rolle die Pflichtmitgliedschaft in einem Prüfungsverband spielt und wie der gesetzliche Förderauftrag im Rahmen der Prüfung sichergestellt wird.

  • Historische Entwicklung des Genossenschaftswesens in Deutschland
  • Struktur, Organe und Selbstorganschaft von Genossenschaften
  • Organisation und Ablauf der genossenschaftlichen Pflichtprüfung
  • Analyse der gesetzlichen Prüfungsobjekte nach § 53 GenG
  • Zukunftsperspektiven und Einflüsse internationaler Prüfungsstandards (ISA)

Auszug aus dem Buch

4.4.2.3 Geschäftsführung

Die Geschäftsführungsprüfung bildet den zentralen Unterschied der Prüfung von Genossenschaften im Vergleich zur Prüfung von Kapital- oder Personenhandelsgesellschaften. Im Handelsrecht ist eine solche Prüfung nicht vorgesehen. Von allen gesetzlich vorgesehenen Prüfungen gilt die Prüfung der Geschäftsführung als die schwierigste und anspruchsvollste. Sie geht über die Jahresabschlussprüfung hinaus und dient dem Schutz von Rechten Dritter. Die Prüfung der Geschäftsführung umfasst alle Bereiche der Geschäftsführung, somit auch Geschäftspolitik, Planung und Überwachung. Inhalte sind unter anderem die Feststellung des Grundsatzes der Gleichbehandlung aller Genossenschaftsmitglieder und die Untersuchung, ob wesentliche Entscheidungen und Maßnahmen der Geschäftsführung mit Gesetz und Satzung der Genossenschaft übereinstimmen. Im Zuge der Prüfung ist insbesondere darauf zu achten, ob die Geschäftsführung der Genossenschaft tatsächlich auf den Förderzweck ausgerichtet ist. Daneben schreibt § 53 Abs. 1 Satz 1 GenG die Prüfung der Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung vor. Mindestens in jedem zweiten Geschäftsjahr ist zum Schutz der Mitglieder die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung festzustellen. Falls die Bilanzsumme zwei Millionen Euro übersteigt, ist dies in jedem Jahr vorzunehmen. Im Genossenschaftsgesetz sind Einzelheiten hinsichtlich der Art und des Umfangs der Geschäftsführungsprüfung nicht geregelt. Aus diesem Grund wurden von Wissenschaft und Praxis Grundsätze der Prüfung der Geschäftsführung erarbeitet. Der Deutsche Genossenschafts- und Raiffeisenverband e. V. (DGRV) sieht vier bestimmte Prüfungsgegenstände zur Prüfung der Geschäftsführung von Genossenschaften vor. Dazu zählen die Geschäftsführungsorganisation, die Geschäftspolitik, das Geschäftsführungsinstrumentarium sowie die Geschäftsführungstätigkeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der 125-jährigen Historie der genossenschaftlichen Pflichtprüfung und definiert den Aufbau sowie die Zielsetzung der Bachelorarbeit.

2 Grundlagen von Genossenschaften: Dieses Kapitel behandelt die Wesensmerkmale, die geschichtliche Entwicklung, die Gründung und die Organstruktur (Vorstand, Aufsichtsrat, Generalversammlung) von eingetragenen Genossenschaften.

3 Präsenz von Genossenschaften – Bedeutung für Wirtschaft, Bevölkerung und Mitglieder: Es wird die weltweite sowie die spezifische Situation des Genossenschaftswesens in Deutschland beleuchtet, wobei der Fokus auf dessen ökonomischer Bedeutung und den Mitgliederzahlen liegt.

4 Genossenschaftliches Prüfungswesen: Das Kernkapitel analysiert das gesamte Prüfungswesen, von der Organisation über die Prüfungsverbände und Wirtschaftsprüfer bis hin zu den detaillierten Prüfungsobjekten (Rechnungslegung, Vermögenslage, Geschäftsführung) und der Novellierung von 2006.

5 Zukunft der genossenschaftlichen Pflichtprüfung: Hier werden die Auswirkungen der europäischen Harmonisierung und die mögliche Anwendung internationaler Prüfungsstandards (ISA) auf die genossenschaftliche Praxis erörtert.

6 Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Erkenntnisse über den hohen Stellenwert und den speziellen Charakter der genossenschaftlichen Prüfung im Vergleich zu anderen Rechtsformen zusammen.

Schlüsselwörter

Genossenschaft, Genossenschaftsgesetz, Pflichtprüfung, Genossenschaftsprüfung, Prüfungsverband, Förderauftrag, Geschäftsführung, Jahresabschluss, Lagebericht, Aufsichtsrat, Vorstand, Genossenschaftswesen, Prüfungsobjekte, Pflichtmitgliedschaft, Novellierung 2006

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet einen systematischen Überblick über die Besonderheiten der genossenschaftlichen Pflichtprüfung in Deutschland und deren historische sowie rechtliche Einbettung.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Themen umfassen die Grundlagen des Genossenschaftswesens, die Organisation des Prüfungswesens, die gesetzlich definierten Prüfungsobjekte sowie aktuelle und zukünftige Herausforderungen durch gesetzliche Novellierungen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den umfassenden Prüfungsauftrag von Genossenschaften darzulegen und aufzuzeigen, wie dieser zur Sicherung des genossenschaftlichen Förderauftrags beiträgt.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Die Arbeit stützt sich auf eine systematische Analyse genossenschaftsrechtlicher Grundlagen, relevanter Gesetzestexte sowie wissenschaftlicher Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil (Kapitel 4) wird das gesamte genossenschaftliche Prüfungswesen detailliert analysiert, inklusive der Rolle der Prüfungsverbände und der spezifischen Prüfung von Geschäftsführung und Vermögenslage.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Genossenschaft, Pflichtprüfung, Förderauftrag, Prüfungsverband, GenG und Geschäftsführung.

Wie unterscheidet sich die Genossenschaftsprüfung von der bei Kapitalgesellschaften?

Im Gegensatz zur handelsrechtlichen Jahresabschlussprüfung bei Kapitalgesellschaften umfasst die Genossenschaftsprüfung zusätzlich eine Prüfung der Geschäftsführung und der Einrichtungen, um den genossenschaftlichen Förderauftrag zu überwachen.

Welche Rolle spielt die Pflichtmitgliedschaft in einem Prüfungsverband?

Die Pflichtmitgliedschaft ist für jede Genossenschaft gesetzlich vorgeschrieben und sichert die fachliche Qualität und Unabhängigkeit der Prüfung, da die Prüfungsverbände nicht nach gewinnorientierten Motiven handeln.

Welchen Einfluss hatte die Novellierung des Genossenschaftsgesetzes 2006?

Die Novellierung zielte darauf ab, die Attraktivität der Rechtsform zu steigern, insbesondere durch organisatorische Erleichterungen für kleine Genossenschaften und eine Teilbefreiung von der Rechnungslegungsprüfung.

Was ist das zentrale Merkmal des „Förderauftrags“?

Der Förderauftrag nach § 1 GenG besagt, dass nicht die Gewinnmaximierung, sondern die bestmögliche wirtschaftliche Förderung der Mitglieder im Mittelpunkt des genossenschaftlichen Handelns steht.

Ende der Leseprobe aus 87 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Besonderheiten der Prüfung von Genossenschaften. Ein systematischer Überblick
Hochschule
Technische Universität Darmstadt
Note
1,3
Autor
Steffen Hübner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
87
Katalognummer
V337575
ISBN (eBook)
9783668269095
ISBN (Buch)
9783668269101
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Genossenschaften Prüfung Abschlussprüfung Genossenschaft Pflichtprüfung Prüfungsverband Prüfungswesen Prüfungsobjekte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Steffen Hübner (Autor:in), 2014, Besonderheiten der Prüfung von Genossenschaften. Ein systematischer Überblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/337575
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  87  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum