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Das behinderte Kind in der Familie. Die Veränderung der Rollenstruktur

Title: Das behinderte Kind in der Familie. Die Veränderung der Rollenstruktur

Scientific Essay , 2004 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Sandra Kleine (Author)

Sociology - Relationships and Family
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Nicht nur Familien allgemein haben eine starke Aufwertung erfahren, sondern vor allem auch Familien behinderter Kinder. Dies macht sich seit den siebziger Jahren in einer Abkehr von der Heimerziehung bemerkbar. In einer mehrdimensionalen Sicht wird vor allem die Verbindung und Einheitlichkeit verschiedener Lebensbereiche gesehen, so dass therapeutische Maßnahmen nur als effektiv gelten, wenn das soziale Umfeld miteinbezogen wird und Familien dadurch eine zentrale Rolle bei der Bewältigung von Behinderungsproblemen erhalten haben. Durch diese Aufwertung werden an die Familien hohe Anforderungen gestellt. Diese beziehen sich nicht nur auf einen hohen zeitlichen und finanziellen Bedarf, sondern z.T. auch auf den Einsatz der Eltern als Kotherapeuten und damit auf eine Professionalisierung ihrer Rolle. Viele Forscher sehen Familien hier vor große Anpassungsprobleme gestellt und betonen vor allem die Instabilität moderner Kleinfamilien. Ein behindertes Kind könne dabei zu Krisen bis hin zu Auflösungserscheinungen führen. Neben einer solchen Desorganisation wird zudem die Gefahr der Desintegration und somit mögliche Schwierigkeiten im außerfamiliären Verhältnis gesehen.
In der vorliegenden Arbeit soll nun festgestellt werden, welche Schwierigkeiten und welche positiven Aspekte diese Veränderungen mit sich bringen. Dabei sollen zunächst allgemeine Aspekte bezüglich historischem Wandel und Kennzeichen von Familien beschrieben werden. Daraufhin gehe ich auf Rollenanforderungen an Eltern und Kinder ein und beziehe mich dabei sowohl auf die Ansprüche der Gesellschaft, als auch auf die Erwartungen der Eltern und beschreibe daraufhin, inwiefern Familien mit einem behinderten Kind diese erfüllen können. Zum Schluss sollen Vorschläge gemacht werden, wie mögliche Probleme gemindert werden können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Familienbegriff

2. Familienwandel

3. Kennzeichen von Familien

4. Die soziale Rolle des Kindes

4.1 Gesamtgesellschaftliche Anforderungen

4.2 Die Rolle des Kindes in der Familie

5. Die Elternrolle

6. Familien mit einem behinderten Kind

6.1 Die Elternrolle

6.1.1 Die Rolle der Mutter

6.1.2 Die Rolle des Vaters

6.2 Die Rolle des behinderten Kindes

6.3 Die Rolle der Geschwister

6.4 Interventionsmöglichkeiten

Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Veränderungen der Rollenstruktur innerhalb von Familien durch die Geburt eines behinderten Kindes. Dabei wird analysiert, welchen Schwierigkeiten sich Eltern und Geschwister gegenübersehen, welche gesellschaftlichen Anforderungen an diese Familien gestellt werden und wie professionelle Interventionsmöglichkeiten zur Stärkung der familiären Stabilität beitragen können.

  • Historischer Wandel und Kennzeichen moderner Familienstrukturen.
  • Soziale Rollenanforderungen an Eltern und Kinder im gesellschaftlichen Kontext.
  • Spezifische Belastungen und Rollenveränderungen in Familien mit einem behinderten Kind.
  • Die psychische Verarbeitung der Behinderung und die Rolle des Hilfesystems.
  • Möglichkeiten der Kooperation zur Entlastung und Unterstützung betroffener Familien.

Auszug aus dem Buch

6.4 Interventionsmöglichkeiten

Das Leben mit einem behinderten Kind birgt durchaus positive Seiten und Chancen für die Familienmitglieder. Nicht nur durch die Behinderung selber, sondern vor allem durch die Schwierigkeiten der Eltern sich ihrer Rolle anzupassen und aufgrund von Problemen von gesellschaftlicher Seite her kann jedoch die Stabilität der Familien gefährdet sein. Hier sollen nun einige Möglichkeiten beschrieben werden, den Schwierigkeiten entgegenzuwirken.

Eine große Rolle für die Bewältigung instrumental-technischer und emotional-expressiver Rollenanteile spielt die Zusammenarbeit mit den Experten. Folgen diese in der Zusammenarbeit mit den Eltern einem „Laien-Modell“ dann beschränkt sich die Rolle der Eltern darauf, den Experten Informationen für ihre Entscheidungen zu geben. Dies bestärkt deren Rollenunsicherheit. Beim „Kotherapeuten-Modell“ werden die Eltern zu sogenannten Laien-Helfern. Die Experten bestimmen deren Einsatz und beziehen sich meist nur auf die Mutter. Zudem dominiert hier im Umgang mit dem Kind die Behinderung, so dass dies Schwierigkeiten mit den emotional-expressiven Rollenanteilen mit sich bringt.

In diesem Zusammenhang besitzt das Kooperations-Modell bessere Möglichkeiten. Hier geht es um die partnerschaftliche Entwicklung gemeinsamer Zielvorstellungen und Handlungsmöglichkeiten. Aktivitäten werden zwischen Experten und Eltern abgestimmt. Zudem erhalten die Eltern Unterstützung, Beratung, Information und Anleitung, Hilfen zur Bewältigung psychischer Probleme und es werden Integrationsmöglichkeiten wie Spiel- und Gesprächsnachmittage geschaffen. Insgesamt werden die Eltern in ihrer Lebenssituation und mit ihren Wertvorstellungen akzeptiert und anerkannt.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese führt in die Thematik der erhöhten Anforderungen an Familien behinderter Kinder ein und umreißt die Zielsetzung der Arbeit, Schwierigkeiten und positive Aspekte dieser Veränderungen zu beleuchten.

1. Familienbegriff: Dieses Kapitel erläutert den Begriff Familie aus soziologischer Perspektive und benennt konstitutive Merkmale wie die biologisch-soziale Doppelnatur und Generationsdifferenzierung.

2. Familienwandel: Hier wird die historische Entwicklung von der vorkapitalistischen Einheit bis zur modernen Kleinfamilie und die damit einhergehende Pluralität an Lebensformen skizziert.

3. Kennzeichen von Familien: Der Fokus liegt auf dem Bedeutungswandel der Familie, die heute primär emotionale Bedürfnisse befriedigen soll, sowie auf den hohen Erwartungen an ihre Mitglieder.

4. Die soziale Rolle des Kindes: Es wird analysiert, wie gesellschaftliche Normen wie Leistungsfähigkeit und Autonomie das Bild und die Entwicklung von Kindern prägen.

5. Die Elternrolle: Dieses Kapitel beschreibt die hohen Verantwortlichkeiten und Rollenanforderungen an Eltern sowie die daraus resultierenden Interrollenkonflikte durch Erwerbstätigkeit.

6. Familien mit einem behinderten Kind: Dieser zentrale Teil untersucht detailliert die spezifischen Rollenveränderungen und Belastungen für Eltern, das behinderte Kind selbst sowie Geschwisterkinder und diskutiert Ansätze für Interventionsmöglichkeiten.

Schlussbemerkung: Hier wird die defizitorientierte Sichtweise auf betroffene Familien relativiert und das Modell der partnerschaftlichen Kooperation zwischen Eltern und Hilfesystem als Chance hervorgehoben.

Schlüsselwörter

Familienstruktur, behindertes Kind, Elternrolle, Rollenwandel, Belastungssituation, Kooperationsmodell, Hilfesystem, Integration, soziale Netzwerke, Geschwisterkinder, Leistungsgesellschaft, emotionale Stabilisierung, Familienentwicklung, Interventionsmöglichkeiten, Behindertenhilfe.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse der Rollenstruktur in Familien, in denen ein behindertes Kind lebt, und untersucht, wie sich die familiären Anforderungen durch diese Situation verändern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind der historische Wandel der Familie, die gesellschaftlichen Anforderungen an Kinder und Eltern sowie die spezifischen psychischen und organisatorischen Herausforderungen in Familien mit behinderten Kindern.

Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?

Das Ziel ist es, sowohl die Schwierigkeiten als auch die positiven Aspekte dieser familiären Veränderungen aufzuzeigen und Strategien zu entwickeln, wie professionelle Arbeit zur Entlastung und Stabilisierung beitragen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse und Aufarbeitung bestehender Forschungsliteratur, um die soziale Situation und die Rollenanforderungen wissenschaftlich zu begründen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der allgemeinen Anforderungen an Eltern und Kinder sowie eine spezifische Untersuchung der Rollen von Mutter, Vater, behindertem Kind und Geschwistern, gefolgt von einer Diskussion über Interventionsformen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie Familienstruktur, behindertes Kind, Rollenwandel, Belastungssituation, Kooperationsmodell und Hilfesystem charakterisiert.

Warum ist das "Kooperations-Modell" für Familien mit behinderten Kindern von Bedeutung?

Es ist bedeutend, da es Fachleute und Eltern als Partner auf Augenhöhe versteht, was das Selbstbewusstsein der Eltern stärkt und hilft, einen Mittelweg zwischen Verantwortungsbewusstsein und emotionaler Stabilität zu finden.

Welche Rolle spielen Geschwister in diesem Kontext?

Geschwister sind oft mit besonderen Entwicklungssituationen konfrontiert, die Risiken (wie Vernachlässigung oder Überforderung) bergen, aber auch Chancen für ein "psychisches Wachsen" und ein intensiveres Familienleben bieten.

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Details

Title
Das behinderte Kind in der Familie. Die Veränderung der Rollenstruktur
College
University of Dortmund
Grade
1,0
Author
Sandra Kleine (Author)
Publication Year
2004
Pages
26
Catalog Number
V33760
ISBN (eBook)
9783638341585
ISBN (Book)
9783638894357
Language
German
Tags
Kind Familie Veränderung Rollenstruktur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sandra Kleine (Author), 2004, Das behinderte Kind in der Familie. Die Veränderung der Rollenstruktur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33760
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