Frontalunterricht interessant und nützlich gestalten


Hausarbeit, 2010

8 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Verschiedene Formen des Frontalunterrichts

3 Frontalunterricht – interessant und nützlich
3.1 Welchen Nutzen ziehen Lehrende und Lernende aus Frontalunterricht?
3.2 Wie gestaltet man Frontalunterricht am besten?

4 Schlussbemerkungen

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Frontalunterricht ist eine weit verbreitete Form des Unterrichts,„in dem der Lehrer, demAnspruch nach, die Arbeits-, Interaktions- und Kommunikationsprozesse steuert und kontrolliert“ (Meyer 2003, S.183). Die Vorteile des Frontalunterrichts für die Lehrenden scheinen auf der Hand zu liegen. So erspart es doch Unmengen an Zeit, wenn allein die lehrende Person den Unterricht steuert und „Impulse und Aktivitäten der Lernenden nicht einbezogen werden“ (Bonz 2006, S.75). So formuliert hört sich diese Art des Unterrichts wahrhaftig recht bequem für die Lehrenden an und scheint ohne besondere Vorbereitung und geistige Anstrengung umsetzbar zu sein. Dieser Umstand mag begründen, warum immer häufiger Stimmen laut werden, die den Frontalunterricht und die ausübenden Lehrkräfte stark kritisieren. Tatsächlich kann man im Frontalunterricht viel verkehrt machen. „Schlechter Frontalunterricht verstärkt die Abhängigkeit der Schüler vom methodischen Geschick der Lehrerin/ des Lehrers.“ (Meyer & Meyer 2006, S.157). Es hängt also stark davon ab, wie die lehrende Person den Unterricht gestaltet und auf die Schülerinnen und Schüler[1] eingeht. Nicht ausreichend interessant gestalteter Unterricht und Unterricht von hohem Umfang „produziert fast zwangsläufig eine Gleichgültigkeit der Schülerinnen und Schüler gegenüber den vielen Inhalten“ (Meyer & Meyer 2006, S. 158). Deshalb soll in dieser Arbeit die Frage geklärt werden, welche Mittel und Wege es gibt, um Frontalunterricht optimal zu gestalten. Außerdem sollentgegen allen Kritikern dargelegt werden, dass Frontalunterricht einen Nutzen hat und worin dieser besteht.Zur genaueren Erläuterung wird zuerst auf die verschiedenen Formen von Frontalunterricht eingegangen. Insbesondere welches diese sind, was sie beinhalten und wie sie umgesetzt werden.

2 Verschiedene Formen des Frontalunterrichts

Frontalunterricht ist eine spezielle Form des Unterrichts, die in etlichen Varianten praktiziert werden kann. Das Hauptelement des Frontalunterrichts ist, wie der Name es schon erahnen lässt, die Steuerung des Unterrichts durch eine Person, welche frontal zur Klasse steht und die unterrichtlichen Interaktionen, Kommunikationsformen und den inhaltlichen Verlauf des Unterrichts bestimmt (vgl. Gudjons 2003, S.22). Wie der Frontalunterricht gestaltet wird, hängt von der jeweils unterrichtenden Person ab. Diese ist in der Regel ein Lehrer oder eine Lehrerin. Doch diese Funktion können auch „Schüler, Experten sowie Medien einnehmen“ (Bonz 2006, S. 70).

Ob der Versuch, Inhalte zu vermitteln von Erfolg gekrönt ist, ist nicht immer garantiert. Hierzu sagt Bernhard Bonz (Bonz 2006, S. 75): „Der Lernerfolg ist auf Zuhören, Beobachten, Mitdenken, Nachvollzug, Ausführen und Üben sowie eine diesbezügliche Motivation angewiesen.“ Frontalunterricht kann aus einem reinen Vortrag bestehen, aber zum Beispiel auch Gespräche mit einbinden, oder es wird etwas vorgemacht. Dem Ideenreichtum der Unterrichtenden werden hier keine Grenzen gesetzt. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen zweielementaren Formen des Frontalunterrichts.

Zum Einen den reinen Lehrervortrag. Hierbei handelt es sich um darbietenden Unterricht. „Bei dieser Form des Frontalunterrichts übernehmen die SchülerInnen vorläufig kritiklos die ihnen von der Lehrperson dargebotenen Informationen.“ (Schulz-Zander 2010). Leider erhalten die Unterrichtenden bei dieser Form des Unterrichts keine Rückmeldung darüber, ob die Adressaten ihres Vortrags den Inhalt verstanden haben.

Zum Anderen den fragend-entwickelnden Unterricht. Der Unterricht entwickelt sich hier durch Fragestellungen der Lehrenden und Antworten der Lernenden. „Die SchülerInnen sind mit ihren Antworten ausschließlich auf die Erwartungshaltungen der steuernden Lehrperson eingestellt; sie vollziehen den ‚Denkweg' der Lehrperson nach.“ (Schulz-Zander 2010). Es ist nicht erwünscht, dass die SuS untereinander diskutieren, sondernvielmehr soll durch das Frage-Antwort-Spiel zwischen Lehrenden und Lernenden das Denkvermögen der SuS aktiviert werden. Es hat sich herausgestellt, dass sich diese Form des Frontalunterrichts besonders bei komplexen und schwierigen Themen bewährt hat (vgl. Schulz-Zander 2010).

Immer häufiger werden in den traditionellen Frontalunterricht auch eigenständige Schülerarbeitsformen integriert. Im integrierten Frontalunterricht geht es vorrangig darum, Eigentätigkeit, Selbstverantwortung und Selbststeuerung der SuS zu fördern (vgl. Gudjons 2003, S. 24).

3 Frontalunterricht – interessant und nützlich

3.1 Welchen Nutzen ziehen Lehrende und Lernende aus Frontalunterricht?

In der Einleitung wurde bereits darauf eingegangen, dass Frontalunterricht einen eher schlechten Ruf hat. Diese Arbeit hat jedoch den Anspruch zu beweisen, dass Frontalunterricht neben der Vielfalt an anderen wichtigen Methoden eine äußerst effektive Art ist, bestimmte Ziele im Unterricht zu erreichen (vgl. Gudjons 2003, S. 47).

Renate Schulz-Zander, Professorin an der technischen Universität Dortmund, befasst sich auf ihrer Homepage mit Schulentwicklungsforschung und sagt (Schulz-Zander 2010):

„Der Frontalunterricht dient der schnellen und gleichzeitigen Information aller SchülerInnen. Die Form des Frontalunterrichts (…) bringt alle SchülerInnen gleich-zeitig auf denselben Informationsstand.“

Unter diesem Gesichtspunkt ist Frontalunterricht eine gute Unterrichtsmethode.Aber guter Unterricht will vorbereitet sein. Das weiß jeder Lehrer. Beim Frontalunterricht hat die Lehrkraft die Möglichkeit, sich bestens auf die kommende Unterrichtsstunde vorzubereiten und sorgfältig vorauszuplanen. Zur lenkenden Funktion der Lehrkraft im Frontalunterricht sagt Herbert Gudjons, Professor für Erziehungswissenschaft und Lehrerfortbildung an der Universität Hamburg(Gudjons 2003, S. 47):

„Sie kann überflüssige Sackgassen des Arbeitsprozesses durch sofortiges Eingreifen vermeiden – oder bewusst die Schüler in Sackgassen führen, um sie auf bestimmte Dinge aufmerksam zu machen oder zur Lösungssuche zu stimulieren“

Viele SuS finden Frontalunterricht lebendiger als zum Beispiel die Einzelarbeit mit Texten, da die Lehrkraft im Frontalunterricht durch ihre sprachliche Gestaltung, Gestik und Mimik die Möglichkeit hat, den Unterricht interessanter zu gestalten und Themen zu präsentieren (vgl. Gudjons 2003, S. 48). Auch die Lehrkräfte selbst haben beim Frontalunterricht oftmals mehr Spaß als in anderen Unterrichtsformen, da „sie sinnlich-handfest und mit unmittelbarer Rückmeldung erleben können, daß die SchülerInnen bei einem selbst gelernt haben“ (Meyer & Paradies 2003, S. 23). Natürlich ist es wichtig neben dem Frontalunterricht auch noch eine Vielfalt an anderen Unterrichtsmethoden zu praktizieren. Die Meinung mancher, nach der Frontalunterricht zu Gunsten Gruppen-, Projekt- oder Freiarbeitsunterricht vernachlässigt werden sollte ist jedoch unsinnig, denn „die beste Voraussetzung für das Gelingen von Gruppenunterricht, Frei- und Projektarbeit ist gut gemachter Frontalunterricht“ (Meyer & Paradies 2003, S. 26). Ferner bieten Unterrichtsphasen, die im Stil des Frontalunterrichts durchgeführt werden den SuS oftmals eine Erholung von anstrengenden selbstständigen Arbeiten mit hoher Eigenverantwortung (vgl. Gudjons 2003, S. 49). Kritiker des Frontal-unterrichts sind der Meinung, dass diese Methode den SuS nicht beibringt, wie sie eigenverantwortlich handeln und selbstständig Dinge erarbeiten (vgl. Schulz-Zander 2010). Jedoch lehrt Frontalunterricht dafür grundlegende Verhaltensregeln wie zum Beispiel den Aufbau einer Gesprächskultur. Die SuS lernen zuzuhören, andere ausreden zu lassen und sachlich zu argumentieren (vgl. Gudjons 2003, S. 49). Sicherlich bietet auch die Gruppenarbeit all diese Lerneffekte. Allerdings kann man im Frontalunterricht zur Lösung eines Problems die unterschiedlichen Ansichten der gesamten Klasse heranziehen und ist nicht nur auf die Meinungen in einer kleinen Gruppe beschränkt (vgl. Gudjons 2003, S. 49).Die SuS lernen außerdem die „Techniken rezeptiver Informationsverarbeitung“ (Schulz-Zander 2010).Ähnlich wie in Übungen oder Spielen entwickelt eine Klasse im Frontalunterricht eine Art Zusammengehörigkeitsgefühl, da mit allen besprochen wird, was alle angeht (vgl. Gudjons 2003, S. 50). Und Frontalunterricht schließt Spiele und Übungen auch nicht kategorisch aus. Ganz im Gegenteil. Im Frontalunterricht gibt es eine breite Palette an Möglichkeiten, diesen zu gestalten. Hierauf wird im folgenden Kapitel genauer eingegangen.

3.2 Wie gestaltet man Frontalunterricht am besten?

Nachdem verschiedene Beispiele genannt wurden, warum Frontalunterricht durchaus sinnvoll sein kann, wird nun darauf eingegangen, wie man am besten zu einer erfolgreichen Umsetzung kommt und die gesteckten Ziele des effektiven Lehrens und Lernens nicht verfehlt.

Didaktische Kompetenz fängt schon bei der Unterrichtsvorbereitung an. Damit SuS Interesse am Unterricht entwickeln, sollte man sie in die Kurs- und Unterrichtsplanung mit einbeziehen. Dies „ist ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung der Selbstständigkeit der Schülerinnen und Schüler in methodischer Sicht“ (Meyer & Meyer 2006, S. 167). Außerdem wird der Unterricht so zu einem gemeinsamen Projekt von Lehrenden und Lernenden und die SuS fühlen sich durch die ihnen übertragenen Aufgaben verantwortlich und denken eher mit (vgl. Gudjons 2003, S.151). Bevor man mit dem Unterricht beginnt, sollte man zudem die Vorkenntnisse der SuS ermitteln, damit man niemanden unter- bzw. überfordert (vgl. Jung & Schmidt 2010). Des Weiteren ist es wichtig, den SuS vor Beginn einer Unterrichtsstunde mitzuteilen, mit welchem Thema man sich beschäftigen wird und warum sie eben dieses Thema lernen müssen. Denn „die Motivation der Schüler, sich auf den Unterricht einzulassen, wird erhöht, wenn sie die Unterrichtsplanung kennen und akzeptieren“ (Meyer & Meyer 2006, S. 167).

[...]


[1] Aus Gründen der besseren Lesbarkeit werden Schülerinnen und Schüler im Folgenden als SuS abgekürzt.

Ende der Leseprobe aus 8 Seiten

Details

Titel
Frontalunterricht interessant und nützlich gestalten
Hochschule
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg  (FAKULTÄT II FACHGEBIET BERUFS- UND WIRTSCHAFTSPÄDAGOGIK)
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
8
Katalognummer
V337664
ISBN (eBook)
9783668269644
ISBN (Buch)
9783668269651
Dateigröße
484 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
frontalunterricht
Arbeit zitieren
Ronja Schmidt-Prestin (Autor), 2010, Frontalunterricht interessant und nützlich gestalten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/337664

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