Diese Arbeit gliedert sich in zwei Teile. Der erste beschäftigt sich mit dem Ursprung und dem Wandel des Barbarenbegriffes, während der zweite genauer auf das neue Selbstbewusstsein der Griechen sowie auch auf das daraus wachsende Überlegenheitsgefühl über alle anderen Völker eingeht. So wird die Entwicklung dieses Wortes umfangreich beleuchtet.
Inhaltsverzeichnis
Einführende Anmerkungen
Ursprung, Bedeutung und Wandel des Barbarenbegriffes
Das griechische Selbstbewusstsein und die Wahrnehmung des Fremden
Kurze Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung des Barbarenbegriffs in der griechischen Antike und analysiert, wie dieser Begriff zur Konstruktion eines griechischen Identitäts- und Überlegenheitsgefühls beigetragen hat.
- Etymologische Herkunft und ursprüngliche Bedeutung von "Barbar"
- Einfluss der Perserkriege auf das griechische Selbstverständnis
- Die Dichotomie zwischen "Hellenen" und "Barbaren"
- Soziale und politische Konstruktion von Fremdheit
- Die Rolle der Literatur bei der Etablierung des Barbaren-Klischees
Auszug aus dem Buch
Das griechische Selbstbewusstsein und die Wahrnehmung des Fremden
Wie bereits erwähnt veränderte die Niederlage im Peloponnesischen Krieg das Selbstbild der Hellenen. Die griechische Welt war nun zweigeteilt. Einerseits blühten die Wissenschaften und das Können und Wissen Griechenlands beeinflusste langsam die ganze Welt, auf der anderen Seite versank die zersplitterte griechische Staatenwelt zunehmend in Machtlosigkeit. In anderen Worten genossen ihre wissenschaftlichen und geistigen Errungenschaften großes Ansehen und repräsentierten den Stolz der Hellenen, während ihre politische Situation immer mehr in Hohn und Spott versank. Es herrschte Einigkeit darüber, dass die politische Situation nicht dem Selbstwertgefühl der Griechen entsprach und diese folglich geändert werden musste.
Auf diesem Fundament entsprang das Gefühl, dass die Griechen von Natur aus den Barbaren überlegen seien. Denn dies kompensierte die Zustände des politischen Lebens, wobei dieses Überlegenheitsgefühl nach Kosellek auch als Selbstschutzbehauptung interpretiert werden kann. So hatte die griechische Kultur durchaus Eigenheiten, die den Fremden fehlten, wie etwa die Stiftung der polis als Bürgerverfassung, ihre gerühmte Bildung des Körpers und des Geistes, ihre Sprache und Kunst oder ihre Orakel und kultische Feiern. Allerdings waren die Barbaren von diesen ausgeschlossen. So wollten die Griechen an die „Spitze der Menschheit (…) schreiten und ihren Nachbarn in jeder Hinsicht überlegen (…) sein“.
Zusammenfassung der Kapitel
Einführende Anmerkungen: Einleitung in die Etymologie und den historischen Wandel des Begriffs sowie die Erläuterung der zweigeteilten Struktur der Arbeit.
Ursprung, Bedeutung und Wandel des Barbarenbegriffes: Untersuchung der frühgriechischen Verwendung des Begriffs, insbesondere bei Homer, und dessen Entwicklung im Kontext der Perserkriege hin zu einer kollektiven Abgrenzung.
Das griechische Selbstbewusstsein und die Wahrnehmung des Fremden: Analyse der philosophischen und politischen Instrumentalisierung des Barbarenbegriffs als Identitätsmerkmal griechischer Überlegenheit nach den Kriegen.
Kurze Schlussbemerkung: Zusammenfassende Reflexion über die Persistenz des Barbarenbegriffs und dessen Auswirkungen auf das moderne Fremdverständnis.
Schlüsselwörter
Barbaren, Hellenen, Antike, Perserkriege, Selbstbild, Fremdwahrnehmung, Identität, Überlegenheitsgefühl, Kultur, Polis, Geschichte, Ethnozentrismus, Klassik, Griechenland, Gesellschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die historische Entstehung und inhaltliche Wandlung des Begriffs „Barbar“ innerhalb der griechischen Antike und dessen Bedeutung für das Identitätsgefühl der Griechen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Etymologie des Wortes, die Rolle der Perserkriege als Katalysator für ein griechisches Nationalbewusstsein sowie die philosophische Rechtfertigung der Abgrenzung gegenüber dem „Fremden“.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie sich durch die Abwertung fremder Völker als „Barbaren“ ein exklusives kulturelles und politisches Selbstbild der Griechen formte, das bis heute nachwirkt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historisch-kulturwissenschaftliche Analyse, die primär auf der Auswertung antiker Literatur und wissenschaftlicher Sekundärliteratur basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Wortursprungs bei Homer sowie die Analyse der wachsenden ideologischen Distanzierung, etwa bei Platon und Aristoteles.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Barbar, Hellene, Antithese, Identität, Überlegenheit, Polis und Fremdwahrnehmung.
Inwiefern beeinflussten die Perserkriege den Barbarenbegriff?
Die Kriege schufen eine klare Frontstellung zwischen Griechen und Persern, die zur Ausweitung des Begriffs „Barbar“ auf alle Nicht-Griechen führte, um das eigene Zusammengehörigkeitsgefühl zu festigen.
Wie begründete Aristoteles die Überlegenheit der Griechen?
Er stützte sich auf die These, dass Barbaren „naturgegebene Sklaven“ seien, über die die vernunftbegabten Griechen aufgrund ihrer politischen und kulturellen Überlegenheit herrschen sollten.
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- Clara Omag (Author), 2012, Hellenen und Barbaren. Selbstbild und Fremdwahrnehmung der Griechen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/337690