Um die Unterschiede zwischen dem deutschen HGB und der Rechnungslegung nach IFRS im Hinblick auf die Bilanzierung im Anlagevermögen ins Licht zu bringen, werden zu Beginn der Arbeit das Anlagevermögen und die Immobilie definiert sowie vom Umlaufvermögen abgegrenzt. Anschließend wird auf die Erstbewertung und die Folgebewertung nach HGB eingegangen und dabei die planmäßige, die außerplanmäßige und die Wertaufholung erklärt. Bevor die Arbeit mit einem Fazit und einem Ausblick endet, wird noch die Folgebewertung nach IFRS beschrieben. Der Fair Value und das Cost Model stehen dabei im Mittelpunkt.
Grenzenlose Mobilität, der technische Fortschritt im Bereich des IT, der Telekommunikation und nicht zuletzt der Wegfall des Ost-West-Gegensatzes Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts haben die Integration der Märkte – Stichwort „Globalisierung“ – dramatisch vorangetrieben. Zeitgleich haben sich die weltwirtschaftlichen Kräfte völlig neu verteilt.
Die Rechnungslegung nach international anerkannten Standards gewinnt also mit zunehmender Geschwindigkeit an Bedeutung. Ab 2005 haben die internationalen Rechnungslegungsstandards IFRS die HGB-Bilanzierung für kapitalmarktorientierte Unternehmen abgelöst. Aber auch der Mittelstand erhält die Möglichkeit dieses, in vielen Blickpunkten völlig anders ausgerichtete, Rechnungslegungskonzept einzusetzen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
2 Bilanzierung im Anlagevermögen
2.1 Definition Anlagevermögen, Immobilien, Abgrenzung zum Umlaufvermögen
2.2 Erstbewertung
3 Folgebewertung
3.1 Folgebewertung nach HGB
3.1.1 Planmäßige AfA
3.1.2 Außerordentliche AfA
3.1.3 Wertaufholung
3.2 Folgebewertung nach IFRS
3.2.1 Fair Value
3.2.2 Cost Model
4 Schluss
4.1 Fazit
4.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die wesentlichen Unterschiede zwischen der Bilanzierung nach HGB und nach IFRS im Kontext von Immobilien als Anlagevermögen, mit dem Ziel, die methodischen Differenzen bei der Erst- und Folgebewertung aufzuzeigen.
- Grundlagen der Bilanzierung und Abgrenzung des Anlagevermögens
- Methodik der Erstbewertung von Immobilien
- Systematik der planmäßigen und außerordentlichen Abschreibungen nach HGB
- Konzepte der Folgebewertung unter IFRS (Fair Value vs. Cost Model)
- Bedeutung der internationalen Rechnungslegung für mittelständische Unternehmen
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Planmäßige AfA
Planmäßige Abschreibungen sind hauptsächlich für immaterielle Vermögensgegenstände (z.B. Patente, Urheberrechte), Sachanlagen (z.B. Betriebs- und Geschäftsausstattung, Gebäude, technische Anlagen). Nicht planmäßig abgeschrieben werden z.B. unbebaute Grundstücke, da sie nicht abnutzbar sind.
Dies wird im § 253 (3) Satz 1 HGB beschrieben. Dort sind Vermögensgegenstände, deren Nutzung zeitlich begrenzt ist, planmäßig abzuschreiben. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten dieser Posten werden auf die jeweiligen Nutzungsjahre verteilt. Für die Abnutzung der Vermögensgegenstände ist insbesondere der gebrauchsbedingte Verschleiß verantwortlich. Beispielsweise kann ein LKW nach fünfzehn genutzten Jahren unbrauchbar sein. Der Verbrauch kann neben dem technischen Wertverzehr auch auf den wirtschaftlichen Wertverzehr basieren. Eine wirtschaftliche Abnutzung liegt vor, wenn Abschreibungsobjekte deren wirtschaftliche Verwendbarkeit erfahrungsgemäß zeitlich beschränkt ist.
Planmäßige Abschreibungen haben neben den Funktionen des realitätsgerechten Vermögensausweises (Wertverlustfunktion) und des periodengerechten Erfolgsausweises (Verteilungsfunktion) auch die Finanzierungs- und Kapitalerhaltungsfunktion.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Erläutert die wachsende Bedeutung internationaler Rechnungslegungsstandards vor dem Hintergrund der Globalisierung und beschreibt den Aufbau der Untersuchung.
2 Bilanzierung im Anlagevermögen: Definiert das Anlagevermögen sowie Immobilien und erläutert die Grundsätze der Erstbewertung nach Handelsrecht.
3 Folgebewertung: Vergleicht die Bewertungsansätze des HGB, insbesondere planmäßige und außerordentliche Abschreibungen, mit den IFRS-spezifischen Modellen wie dem Fair Value und dem Cost Model.
4 Schluss: Fasst die Kerndifferenzen zusammen und diskutiert die zukünftige Notwendigkeit einer parallelen Bilanzierung für Bauunternehmen.
Schlüsselwörter
Anlagevermögen, Immobilien, Folgebewertung, HGB, IFRS, Anschaffungskosten, Herstellungskosten, AfA, Wertaufholung, Fair Value, Cost Model, Bilanzierung, Jahresabschluss, Wirtschaftsgüter, Nutzungsdauer
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die unterschiedlichen Vorgehensweisen bei der Bewertung von Immobilien im Anlagevermögen nach den Vorschriften des deutschen Handelsgesetzbuches (HGB) und den International Financial Reporting Standards (IFRS).
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Schwerpunkte liegen auf der Erstbewertung, der planmäßigen Abschreibung, außerordentlichen Wertminderungen sowie den spezifischen Bewertungsmethoden wie dem Fair Value und dem Cost Model.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Unterschiede zwischen dem deutschen HGB und der internationalen Rechnungslegung nach IFRS im Hinblick auf die Bilanzierung von Anlagevermögen transparent zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse der relevanten Gesetzesparagrafen (§§ 247, 253, 268, 280 HGB), einschlägiger Fachliteratur sowie internationalen Standards (IAS 40, IAS 16).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die Erstbewertung, die planmäßige und außerordentliche Abschreibung nach HGB sowie die Folgebewertung unter IFRS anhand von Begriffsdefinitionen und praktischen Beispielen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Anlagevermögen, Immobilien, HGB, IFRS, Anschaffungs- und Herstellungskosten, Fair Value, Cost Model und Abschreibungsmethoden.
Wie unterscheidet sich die Behandlung von Immobilien beim Fair Value gegenüber dem HGB?
Beim HGB ist keine Neubewertung zu einem gestiegenen Marktpreis zulässig, während die IFRS-Rechnungslegung den Fair Value als Maßstab zulässt, um Wertsteigerungen erfolgswirksam in der GuV zu erfassen.
Warum wird im Ausblick ein Marktzwang für Unternehmen erwähnt?
Unternehmen, die an internationalen Ausschreibungen teilnehmen oder Kredite benötigen, müssen zunehmend international vergleichbare Finanzkennzahlen liefern, was die parallele Bilanzierung nach IFRS zur Notwendigkeit macht.
- Arbeit zitieren
- Lars Bartel (Autor:in), 2016, Die Folgebewertung von Immobilien im Anlagevermögen. Internationaler Rechnungslegungsstandard IFRS und deutsches HGB, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/337728