Der Harthäuser Wald. Entwicklung von Waldflächen auf ackerfähigen Standorten


Bachelorarbeit, 2016

69 Seiten, Note: 1,4


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II
DANKSAGUNG
Mein erster und wichtigster Dank gilt Hans-Jörg Kurz, der als Revierförster seit 1979 für das
Revier Lampoldshausen zuständig ist. Er machte mein Praktikum zur intensivsten Zeit meines
Studiums und brachte mir dabei nicht nur die Schönheiten des Harthäuser Waldes, sondern
auch das gesamte Berufsfeld ,,Forst" näher.
Des Weiteren möchte ich mich bei meiner Familie bedanken, die mir so viele Dinge
ermöglicht und mich auch im Studium fortwährend unterstützt. Dabei möchte ich mich
besonders bei meiner Oma bedanken, die mich immer wieder antreibt, egal wie groß die
Herausforderung ist.
Dass ich überhaupt nach einem forstgeschichtlichen Thema für meine Bachelorarbeit suchte,
verdanke ich den anregenden Vorlesungen über die Forstgeschichte von Dr. Mario Marsch,
der mich bei der Erstellung dieser Arbeit ebenso unterstützte wie Prof. Dr. Norbert Weber.
Vielen Dank dafür.
Mein Dank gilt außerdem Roland Hartz, dem Leiter des Forstamts Neuenstadt. Ihm verdanke
ich nicht nur die Idee zu dieser Arbeit, sondern auch den Zugang und die Bereitstellung alter
Dokumente, sowie aktueller Daten bezüglich des Harthäuser Waldes. Als letztes möchte ich
mich auch bei allen Mitarbeitern des Forstamts Neuenstadt für ein wunderbares und
lehrreiches Praktikum und die herzliche Zusammenarbeit bei dieser Arbeit bedanken.

Inhaltsverzeichnis
III
INHALTSVERZEICHNIS
Inhaltsverzeichnis ... III
Abbildungsverzeichnis ... V
Tabellenverzeichnis ... VII
1
Einleitung ... 1
2
Zielstellung ... 2
3
Material und Methoden ... 4
4
Stand des Wissens ... 6
4.1
Gründe für die Entwaldung in Mitteleuropa ... 6
4.1.1
Der Wald in der Ur- und Vorgeschichte ... 6
4.1.2
Rodungen in der Frühgeschichte ... 7
4.1.3
Die großen Rodungen des Mittelalters ... 9
4.1.4
Das Ende der großen Rodungen im ausgehenden Mittelalter ... 11
4.1.5
Die Kriege des 16. und 17. Jahrhunderts ... 11
4.1.6
Der Wald im Dienst der Montanindustrie: Die zweite Rodungsperiode ... 12
4.1.7
Holzknappheit, Rodungen und Holzhandel im 18. Jahrhundert ... 14
4.1.8
Die Waldflächenentwicklung im 19. und 20. Jahrhundert ... 15
5
Der Harthäuser Wald ... 17
5.1
Allgemeine Beschreibung ... 17
5.1.1
Lage ... 17
5.1.2
Gewässer ... 18
5.1.3
Geologie und Boden ... 18
5.1.4
Klima ... 18
5.1.5
Baumarten und Waldbauliche Planung ... 19
5.1.6
Funktionen des Waldes und Schutzstatus ... 20
5.1.7
Waldbesitzverhältnisse im Harthäuser Wald ... 20

Inhaltsverzeichnis
IV
5.2
Die Siedlungsgeschichte des Harthäuser Waldes ... 21
5.2.1
Erste Siedlungen im Harthäuser Wald ... 21
5.2.2
Die Besiedlung durch Römer und Alemannen ... 22
5.2.3
Mittelalterliche Siedlungen im Harthäuser Wald ... 24
5.2.4
Die Zeit der pfälzischen Kurfürsten ... 29
5.2.5
Das Ende des Mittelalters / die Herrschaft des Herzogtums Württemberg ... 30
5.2.6
Die Kriege des 17. Jahrhunderts ... 32
5.2.7
Die Seitenlinie Württemberg-Neuenstadt im 17. und 18. Jahrhundert ... 33
5.2.8
Die Räuber hausen im Wald ... 36
5.2.9
Das 19. Jahrhundert: Waldnutzung und Abwanderung ... 37
5.2.10
20. / 21. Jahrhundert: Raumfahrt und Windkraft im Harthäuser Wald ... 39
6
Ergebnisse und Diskussion ... 41
6.1
Methodendiskussion ... 41
6.2
Ergebnisdiskussion ... 42
7
Schlussfolgerung und Ausblick ... 49
8
Zusammenfassung ... 52
9
Literaturverzeichnis ... 53
10
Anlagen ... 57
10.1
Ergänzende Abbildungen ... 57
10.2
Ergänzende Tabellen ... 62

Abbildungsverzeichnis
V
ABBILDUNGSVERZEICHNIS
Abbildung 1: Lage des Harthäuser Waldes. Kartenmaterial über www.google.de/maps.
Aufgerufen am 10.02.2016 ... 17
Abbildung 2: Obergermanischer Limes. Kartenmaterial über www.humboldt-gym.de.
Aufgerufen am 10.02.2016 ... 22
Abbildung 3: Verlauf der Hohen Straße durch den Harthäuser Wald. Kartenmaterial über
Leo Michels 2007. http://hohe-strasse.michls.de/hohe-strasse-karten.pdf. Aufgerufen am
01.03.2016 ... 23
Abbildung 4: Wüstungen im Harthäuser Wald, Graphik Strohhäcker. Gemeinde Hardthausen
(1997: 196) ... 25
Abbildung 5: Neustater Vorst, Georg Gadner 1585-1596 aus Chorographia Ducatus
Wirtembergici. Gemeinde Hardthausen (1997: 48) ... 31
Abbildung 6: Ehemaliges Jagdschloss in Kochersteinsfeld. Landesarchiv Baden-
Württemberg in Verbindung mit dem Landkreis Heilbronn (2010: 586) ... 36
Abbildung 7: Bau des Windparks im Harthäuser Wald. Bildmaterial von Heilbronner
Stimme. www.stimme.de/storage/pic/eigenebilder/verschiedenes/2639696_3_ZEAG_Windra
d_02_rgb1.jpg?version=1454733556. Aufgerufen am 29.02.2016 ... 40
Abbildung 8: Bodentypen, Kocher-Jagst-Ebene. Kartenmaterial über http://maps.lgrb-bw.de.
Aufgerufen am 03.03.2016 ... 43
Abbildung 10: Grundmauern eines römischen Gutshofs im Harthäuser Wald. Gemeinde
Hardthausen (1997: 193) ... 57
Abbildung 11: Wildbanngrenzen im 14. Jahrhundert, Zeichnung Strohhäcker. Stadt
Möckmühl (1979: 245) ... 57
Abbildung 12: Ausschnitt und Ergänzung von : Wüstungen im ehemaligen Amt Neuenstadt.
Hartmut, G. (2008: 109) ... 58
Abbildung 13: Der Harthäuser Wald um 1600, undatierte Karte um 1600, Hauptstaatsarchiv
Stuttgart. Gemeinde Hardthausen (1997: 194) ... 58
Abbildung 14: Schweizerhof bei Kochersteinsfeld. Landesarchiv Baden-Württemberg in
Verbindung mit dem Landkreis Heilbronn (2010: 582) ... 59
Abbildung 15: Erprobung des Hauptriebwerks der europäischen Trägerrakete Ariane 5.
Gemeinde Hardthausen (1997: 217) ... 59

Abbildungsverzeichnis
VI
Abbildung 16: Standortskarte Forstbezirk Neuenstadt ,,Hardthäuserwald", Aufgenommen
1952, Maßstab: 1:10.000, Forstamt Neuenstadt ... 60
Abbildung 17: Legende zur Standortskarte Neuenstadt 1952, Forstamt Neuenstadt ... 61

Tabellenverzeichnis
VII
TABELLENVERZEICHNIS
Tabelle 1: Einwohnerentwicklung 1473-1997 der heutigen Ortsteile der Gemeinde
Hardthausen, bis 1545 geschätzt: nach Strohäcker Zahl der Bürger x 4,3. Gemeinde
Hardthausen (1997: 249) ... 62

1
1 EINLEITUNG
Der Begriff Energiewende steht laut Bundesregierung für ,,den Aufbruch in das Zeitalter der
erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz".
1
Bis 2050 soll die Energieversorgung
Deutschlands durch erneuerbare Energien gewährleistet werden.
2
Im Zuge dessen setzt sich
auch die derzeitige Landesregierung Baden-Württembergs für die Förderung von
Stromerzeugung aus Windkraft ein.
2
Ihr Ziel ist es, dass 2020 die Windkraft mit einem Anteil
von 10 % an der Stromerzeugung beteiligt ist.
2
Der Windatlas für Baden-Württemberg stellt
die Datengrundlage für den Ausbau der Windenergie dar.
2
Dieser Atlas zeigt, dass vor allem
im Norden und Osten Baden-Württembergs und in den Höhenlagen des Schwarzwaldes ein
hohes Windaufkommen vorhanden ist.
2
Im Landkreis Heilbronn, im Norden Baden-
Württembergs, befindet sich der Harthäuser Wald. 2015 wurde er durch den Bau eines
Windparks ein Beispiel für die Energiewende in Deutschland. Kritiker des Windparks
verwiesen unter anderem auf die besondere Bedeutung des Harthäuser Waldes für die
Region, da dieser das größte zusammenhängende Waldgebiet darstellt. Vor dem Hintergrund
dieses umstrittenen Windparks stellte sich die Frage, welche Gründe überhaupt dazu führten,
dass dieser Wald in seiner Großräumigkeit und Geschlossenheit heute noch vorhanden ist.
Vor allem die Tatsache, dass der Harthäuser Wald auf fruchtbaren, ackerfähigen Böden
stockt und damit sicherlich auch für andere Nutzungsformen interessant gewesen wäre,
bestärkte das Interesse in die Geschichte des Waldes.
1
Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (2012)
2
vgl. Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg (2015: 6 ff.)

2
2 ZIELSTELLUNG
Die heutige regional sehr unterschiedliche Wald-Feld-Verteilung in Mitteleuropa ist das
Ergebnis einer jahrtausendelangen Entwicklung, in der der Mensch Einfluss auf die Wälder
nahm. Im Zuge des Bevölkerungswachstums mussten die dichten Waldflächen nach und nach
vor allem für die Landwirtschaft weichen.
HASEL UND SCHWARTZ
(2006) bezeichnen die
Entwicklung der Waldfläche, vor allem in den frühen Jahrhunderten, als ein Spiegelbild der
Vorgänge in der Landwirtschaft. Das Zurückdrängen des Waldes erfolgte überwiegend auf
landwirtschaftlich nicht geeignete Flächen. Dies waren vornehmlich Standorte mit einer
geringen Fruchtbarkeit oder einer schlechten Zugänglichkeit, so z. B. die steilen Hänge der
Gebirge und Mittelgebirge.
Der Harthäuser Wald im Landkreis Heilbronn (Baden-Württemberg) ist das größte
zusammenhängende Waldgebiet der Region. Die Dominanz der Landwirtschaft (und des
Weinbaus) ist in diesem eher unterdurchschnittlich bewaldeten Landkreis deutlich erkennbar.
Der Harthäuser Wald, heute vollständig von landwirtschaftlich genutzten Flächen umgeben,
stockt ebenfalls auf einem für Ackerbau günstigen Standort.
Am Beispiel des Harthäuser Waldes soll in dieser Arbeit untersucht werden, welche Gründe
dazu geführt haben, dass es trotz des jahrhundertelangen Vorranges der Landwirtschaft heute
noch Waldflächen auf günstigen Ackerstandorten gibt.
Dafür soll zunächst in Kapitel 3 die gewählte Arbeitsmethode und das verwendete Material
für die Untersuchung des Themas vorgestellt werden.
In Kapitel 4 wird die Geschichte der allgemeinen Waldflächenentwicklung untersucht.
Hierbei erfolgt eine Beschreibung der Gründe, die zu einer Entwaldung bzw. zu einer
Waldflächenzunahme in Mitteleuropa führten.
Im nächsten Schritt soll im Kapitel 5 das Untersuchungsobjekt Harthäuser Wald zunächst im
Allgemeinen beschrieben werden. Dabei wird vor allem auf die Lage, die Klima- und
Bodenverhältnisse sowie die Bedeutung des Waldes für die Region eingegangen. Im Zuge
der daraufhin folgenden Beschreibung der geschichtlichen Entwicklung des
Untersuchungsobjektes, soll es dann möglich sein die Abweichungen zum allgemeinen
,,Entwaldungstrend" aufzuzeigen. Dieses Kapitel befasst sich vor allem mit der Siedlungs-

3
und Wüstungsgeschichte der Region. Dabei nimmt der Siedlungsdruck und der damit
einhergehende Bedarf an Ackerfläche und Siedlungsraum eine zentrale Rolle ein.
Im Kapitel 6 erfolgt zunächst eine kritische Bewertung der gewählten Arbeitsmethode.
Anschließend wird durch den Vergleich der allgemeinen und der regionalen
Waldflächenentwicklung untersucht und diskutiert, welche besonderen Entwicklungen im
Harthäuser Wald zu dessen Erhalt beigetragen haben. Hier nimmt vor allem die Besiedlung
und Wiederbesiedlung eine zentrale Rolle ein.
In Kapitel 7 werden anschließend die Erkenntnisse des Autors bezüglich der Hauptfrage der
Arbeit dargelegt und begründet. Hierbei erfolgt auch ein Ausblick auf mögliche
weiterführende Untersuchungen.

4
3 MATERIAL UND METHODEN
Die Arbeitsmethode, die dieser Arbeit zu Grunde liegt, ist eine Literaturrecherche. Ziel ist es,
die wissenschaftliche Fragestellung durch das Studieren und Interpretieren von Primär- und
Sekundärquellen zu beantworten. Im ersten Schritt wird nach relevanter Literatur
recherchiert, welche einen guten Überblick über das Themengebiet verschaffen soll. Die
hierbei verwendeten Bibliotheken sind die Deutsche Digitale Bibliothek, das Landesarchiv
Baden-Württemberg
sowie
die
Sächsische
Landesbibliothek
­
Staats-
und
Universitätsbibliothek Dresden. Bei der Recherche ist es sehr hilfreich eine Schlagwortliste
zu erstellen und Synonyme zu verwenden, durch diese wird die Trefferquote in den
entsprechenden Suchmaschinen vergrößert. Auf Grund des Themas wird nur nach
deutschsprachiger Literatur gesucht. Auf eine Recherche nach englischsprachigen Quellen
wird verzichtet.
Nach der systematischen Recherche und der Beschaffung der relevanten Literatur ist es
sinnvoll das Schneeballprinzip anzuwenden und die Literaturverzeichnisse nach weiteren
wichtigen Quellen zu untersuchen. Hierbei ist es durchaus möglich relevante Primärquellen
zu finden.
Eine der wichtigsten Quellen für diese Arbeit ist das 1997 erschienene Buch der Gemeinde
Hardthausen: Hardthausen in Geschichte(n) in Hardthausen.
3
Es handelt sich hierbei um die
Aufarbeitung von Archivunterlagen der Gemeinde, woraus im Zuge des 1000jährigen
Gemeindejubiläums ein Geschichtsbuch über Hardthausen entstand. Die 1975 gegründete
Gemeinde besteht aus 3 Ortsteilen: Kochersteinsfeld, Gochsen und Lampoldshausen und
befindet sich im Süden des Waldes. Die Gemeinde besitzt mit rund 660 ha das zweitgrößte
Gebiet im Harthäuser Wald.
Die Arbeit beruht größtenteils auf Recherchen über das Gebiet der heutigen Gemeinde
Hardthausen, da mit dem ,,Geschichtsbuch" ein Fundament geschaffen wurde, welches sich
als Ausgangspunkt für weitere Recherchen sehr gut eignet. Mit dieser Quelle als zentralen
Punkt, wird die weitere Literatur den einzelnen Geschichtsepochen, wie sie im
Gemeindebuch beschrieben werden, zugeordnet. Dadurch ist es möglich, die einzelnen
3
vgl. Gemeinde Hardthausen (1997: 3)

5
Entwicklungen in der Forstgeschichte des Harthäuser Waldes von verschiedenen
Standpunkten aus zu betrachten.

6
4 STAND DES WISSENS
4.1 GRÜNDE FÜR DIE ENTWALDUNG IN MITTELEUROPA
Der Wald war lange vor den Menschen da. Nach den ersten Wäldern, bestehend vor allem
aus Schachtelhalm und Farnen, entwickelten sich vor etwa 270 Millionen Jahren die ersten
richtigen Bäume, Verwandte unserer heutigen Nadelbäume
4
. Während des Eiszeitalters gab
es kaum Wald, nur die zwischenzeitlichen Wärmeperioden erlaubten den Wäldern immer
wieder für kurze Zeit zurückzukehren. In der eisfreien Zone zwischen den Eismassen des
Nordens und den Gletschern der Mittelgebirge und der Alpen im Süden, prägte die Tundra
das Landschaftsbild. Vor 20.000 Jahren erreichte die Kälteperiode ihren letzten Höhepunkt
und allmählich begann sich das Land wieder zu erwärmen. Mit der daraufhin folgende
Rückwanderung der Wälder und dem Sesshaftwerden der Menschen beginnt für Mitteleuropa
die Forstgeschichte.
4.1.1 Der Wald in der Ur- und Vorgeschichte
Der älteste Mensch Mitteleuropas ist der Homo heidelbergensis (ca. 600.000 Jahre alt).
5
Dieser und die Urmenschen der folgenden Jahrtausende lebten als Nomaden, die keinen
festen Wohnsitz hatten.
6
Der Wald diente als Ort des Jagens und Sammelns sowie als
Nährwald.
5
Während der langsamen Wiedererwärmung wandelte sich die Landschaft in
Mitteleuropa von einer Tundra zu einer Waldsteppe, dominiert von Baumarten, die früh, oft
und reichlich fruktifizierten.
6
Kiefern-Birken-Wälder entstanden, es folgten Haselwälder und
schließlich Eichenmischwälder in der Jungsteinzeit (ca. 5.000 v. Chr.).
6
In dieser Zeit
veränderten die Menschen ihren Lebensstil - aus Nomaden wurden Bauern.
7
Damit beginnt
die Forstgeschichte, fortan nimmt der Mensch Einfluss auf den Wald und macht ihn seinen
Zwecken dienstbar und verändert ihn hinsichtlich Vorkommen, Aufbau und
Zusammensetzung.
8
4
diese und folgende Angaben beziehen sich auf: Gürth, P. (2014: 16 ff.)
5
vgl. Gürth, P. (2014: 26 ff.)
6
vgl. Hasel und Schwartz (2006: 20 ff.)
7
vgl. Gemeinde Hardthausen (1997: 5)
8
vgl. Hasel und Schwartz (2006: 1 f.)

7
Aus dem Osten fand ein Zuzug von Völkern statt, die Wissen über Ackerbau und Viehzucht
mitbrachten
9
. Die Siedler benötigten Platz für ihre Siedlungen und Äcker sowie Weidefläche
für ihre Haustiere (Rinder, Schafe, Ziegen...), ebenso brauchten sie das Holz aus den Wäldern
als Baustoff für ihre Häuser.
10
Dafür mussten die Bauern der Jungsteinzeit Teile der Wälder
roden. Die Rodung des Waldes, der zu dieser Zeit so gut wie überall vorhanden war, fand mit
Hilfe von Hacken und Beilen statt. Waren die Holzreserven aus der Umgebung erschöpft,
zogen die Bauern weiter, rodeten neue Waldflächen und siedelten sich wieder an. Bevorzugt
waren Standorte mit lockeren, leichten Böden und guter Wasserversorgung. Fruchtbares
Altsiedelland befand sich z. B. im Alpenvorland, am Rhein und Main sowie auch am Neckar.
Mittlerweile wandelten sich die Wälder, die auf die Rodungen folgten, von eichen- und
pioniergehölzdominiert zu Buchen- und Buchenmischwäldern. In der folgenden Kupfer- und
Bronzezeit (ab etwa 2.000 v. Chr.) behauptete sich Holz weiter als wichtigster Rohstoff. Holz
wurde nicht nur als Brenn- und Werkstoff sondern auch für die Holzkohlegewinnung, für den
Ausbau der Stollen für den Erz- und Salzabbau und für den Bau der Stadtanlagen benötigt.
11
4.1.2 Rodungen in der Frühgeschichte
Nachdem die Römer 15 v. Chr. den Hochrhein überschritten hatten, bauten sie ihr Gebiet
immer weiter aus. 160 n. Chr. war die römische Provinz Germania superior zu ihrer
endgültigen Größe herangewachsen
.12
Zur Sicherung des Gebietes gegen die Germanen
erbauten die Römer den Obergermanischen Limes. Dieser verband auf 550 km den Rhein mit
der Donau. Zur Sicherung des Limes wurden in einem Abstand von 10-20 km Kastelle mit
Besatzungen errichtet. Der hohe Holzverbrauch während der römischen Besiedlung führte zu
einer neuen Rodungswelle. Der Holzbedarf entstand zum einen durch den Limesbau und zum
anderen durch den steten Bedarf an Brennholz und Werkstoff. Ein holzverschlingender
Faktor waren hierbei die römischen Bäder, welche in den größeren Kastellen erbaut wurden.
Zwischen den römischen Siedlungen im Hinterland verliefen die Straßen der Römer. Neben
Straßen und Kastellen brachten die Römer auch Kenntnisse über den Obst- und Weinanbau
sowie über den Bau von Wasserleitungen mit. Schätzungen zu Folge überzog der Wald zu
9
Gemeinde Hardthausen (1997: 5)
10
diese und folgende Angaben beziehen sich auf Gürth, P. (2014: 30 ff.)
11
vgl. Hasel und Schwartz (2006: 31 ff.)
12
diese und folgende Angaben beziehen sich auf Gürth, P. (2014: 42 ff.)

8
dieser Zeit 2/3 des Landes.
13
Im freien Germanien, nördlich des Limes, charakterisierte der
Wechsel von ungleichmäßig verteilten Siedlungen und dichten, urwaldartigen Wäldern die
Landschaft.
11
In Siedlungsnähe wurden auf Grund des Holzbedarfs und für die Weideflächen
lokale Rodungen durchgeführt.
11
Im Zuge der Völkerwanderung (ab 200 n. Chr.) geriet die gesamte mitteleuropäische Welt in
Bewegung.
13
Alte Siedlungen wurden aufgegeben und verwaldeten wieder.
13
An den neuen
Siedlungsstandorten fanden im Gegenzug Rodungen statt.
13
In dieser Zeit musste der Limes
den Anstürmen der germanischen Volksstämme standhalten bis er 260 n. Chr. endgültig von
den Alemannen überrannt wurde.
15
In Folge von Plünderungen und Verwüstungen wurden
zahlreiche Siedlungen und Kastelle niedergebrannt.
15
Durch die weitläufigen Siedlungen
(Zusammenballung mehrerer Gehöfte ­Haufendörfer) und die spärliche Nutzung des Landes
durch die Alemannen, konnte der Wald jedoch wieder an Fläche zurückgewinnen.
14
Ab dem
5. Jahrhundert war schließlich erstmals wieder eine Bevölkerungszunahme zu verzeichnen,
woraufhin eine erweiterte Nutzung des Landes folgte.
14
Neue Siedlungsfläche entstand
natürlich durch die Rodung der Wälder.
14
Die Landnahme erfolgte zunächst im Altsiedelland
und davon ausgehend weiter in den Mittelgebirgen.
14
Im Jahr 496 wurden die Alemannen
besiegt und der Frankenkönig Chlodwig kam an die Macht.
15
Der germanische Stamm der Franken war ein militärisch organisiertes Bauernvolk.
15
Der
gewählte König hatte die Pflicht seine Gefolgschaft erfolgreich zu führen, neues Land zu
erobern und sich als großzügiger Schatzverteiler zu erweisen. Auf Grund der Größe des
Heerbannes eines Stammes, musste dieser in Mannschaften eingeteilt werden, welche von
den Herzögen angeführt wurden. Ihnen untergeordnet waren die Grafen und Barone. Unter
diesen Rängen standen die Gemeinfreien, die freien Bauernkrieger. Auf kriegerischer
Wanderfahrt verfiel in allen eroberten Gebieten, nach dem Recht der damaligen Zeit, aller
Grund und Boden an den König. Die Unterworfenen verloren ihre Freiheit und gerieten so
unter die Herrschaft der Franken. Die Einrichtung des Landes und damit auch der Forsten ist
den Franken zuzuschreiben.
16
Der König gab Gaue seines Landes an die Herzöge zu Lehen
weiter.
15
Damit erhielten sie die Gewalt (nicht das Eigentum) über den Boden und regelten an
13
vgl. Hasel und Schwartz (2006: 34 ff.)
14
vgl. Gürth, P. (2014: 46 ff.)
15
diese und folgende Angaben beziehen sich auf Gemeinde Hardthausen (1997: 9 ff.)
16
vgl. Kieß, R. (1956: 3)

9
Stelle des Königs die weitere Landverteilung und Siedlungsplanung. Die Herzöge vergaben
weitere Untergaue an die Grafen. Auf den Dörfern und Siedlungen saßen die Barone als
Sachverwalter. Die freien Bauernkrieger erhielten Güter auf Rodeland und wurden
gleichzeitig zum Kriegsdienst verpflichtet.
4.1.3 Die großen Rodungen des Mittelalters
Um 500 begann unter der Herrschaft der Franken, im Zuge des Landausbaus und des
Kampfes gegen den die Wildnis, die große mittelalterliche Rodungsperiode.
17
Für die
Abgrenzung des Mittelalters soll in dieser Arbeit die häufig beschriebene Einordnung
zwischen das Jahr 476 (Untergang Westroms) und das Jahr 1553 (Eroberung Konstantinopels
durch die Türken) verwendet werden.
18
Die folgenden Abgrenzungen der mittelalterlichen
Rodungsperiode und deren Schwerpunkte nach
HASEL UND SCHWARTZ
(2006) sollen nur der
allgemeinen Darstellung der Flächenentwicklung im Mittelalter dienen.
17
Auf den örtlichen
Verlauf der Rodungen in den verschiedenen Regionen Mitteleuropas kann hierbei nicht
eingegangen werden.
17
Nach dem Ende der Völkerwanderung und mit dem Beginn der Wiederbesiedlung begann die
erste große Rodungswelle (von 500-800 n. Chr.).
17
Im Zuge der Fränkischen Landnahme im
6. Jahrhundert übernahmen die Franken zunächst alte alemannische Siedlungen (im
Altsiedelland).
14
Während des Landausbaus (7.-9. Jahrhundert) erfolgte dann die Gründung
neuer Siedlungen in unbewohnten Gebieten.
14
Für diese erste Periode der Ortsgründungen
sind Ortsnamen mit den Endungen -ara, -ida, -lar, -loh, -stedt, -heim und vor allem -ingen
typisch.
18
In der zweiten Rodungswelle von 800-1300, mit einem Höhepunkt im Zeitraum
1100-1300, setzte sich der Landausbau fort und eine planmäßige Binnenkolonisation für eine
wirtschaftliche
und
gesellschaftliche
Landentwicklung
begann
(Fränkische
Staatskolonisation).
17
Die bevorzugten fruchtbaren Standorte waren mittlerweile nicht mehr
die einzigen Siedlungsflächen, wenn der Raumbedarf es verlangte, wurden auch weniger
ertragreiche Regionen urbar gemacht und besiedelt. Hielten diese den Ansprüchen aber nicht
stand, mussten die Flächen teilweise wieder aufgegeben werden.
17
In Folge des
Bevölkerungsanstieges wurde der Wald als Kulturhindernis empfunden. Trotzdem verblieben
17
vgl. Hasel und Schwartz (2006: 44 ff.)
18
vgl. Gürth, P. (2014: 54 ff.)

10
auch in diesem Zeitalter große Urwaldflächen, die entweder gar nicht oder nur für die Jagd
genutzt wurden.
17
In der letzten großen Rodungswelle ab 1100 fand schließlich auch die Besiedlung der
Urwälder im Gebirge durch Einzelgehöfte und Waldhufendörfer statt.
17
Die Wälder in der
Ebene und im Hügelland wurden währenddessen weiter auf landwirtschaftlich nicht
geeignete Flächen zurückgedrängt.
17
Der Landausbau war im Westen und Süden
Deutschlands um 1300 mehr oder weniger abgeschlossen.
17
Nur in den Mittelgebirgen und
im Nordosten Mitteleuropas fanden auch später noch Rodungen statt. Der
Gleichgewichtszustand der Wald-Feld-Verteilung, der sich gegen Ende des Mittelalters
einstellte, entsprach im Wesentlichen dem heutigen.
17
Durch die Völkerwanderung der germanischen Stämme wurde der östliche Teil Deutschlands
siedlungsarm.
17
Erst allmählich begann der Zuzug der Slawen in diese Gebiete, in denen der
Wald in der Zwischenzeit wieder an Fläche dazugewonnen hatte.
17
Bis zum 12. Jahrhundert
wurden hier wahrscheinlich keine größeren Rodungen durchgeführt, erst als deutsche Siedler
durch den Siedlungsdruck im Südwesten kamen, wurde das Land intensiver kolonisiert.
17
Der
Höhepunkt der Rodungen lag hier im Zeitraum 1300-1400.
17
,,Erst um 1600 erfolgte die
Urbarmachung der verbliebenen gewaltigen ,,Wildnis" entlang der litauischen Grenze."
19
Die
Ortsnamen, die aus der 3. Periode der Ortsgründungen (10.-13. Jahrhundert) stammen, geben
teilweise Aufschluss über die Art der Rodung.
17
Typische Endungen waren -rod, -rode, -rade,
-ried und -rot(h) und für Brandrodungsgebiete: -brand, -sang, -schwend und -schwand.
17
Die Träger des Landausbaus und damit auch der Rodungen waren zum einen die Könige und
die Grundherren und zum anderen Dorfgemeinschaften (in der Ebene und im Hügelland) und
bürgerliche Einzelhöfe (im Gebirge).
20
Besonders wichtig waren die Klöster als geistliche
Grundherren.
20
Unter den Königen der Karolinger und später der Ottonen, entwickelte sich
die Kirche zu einer wichtigen Stütze des Königtums.
21
Der König vergab reiche
Landschenkungen an Bischöfe und Reichsäbte und übertrug ihnen königliche
Hoheitsrechte.
21
Mit dieser Vergabe ganzer Grafschaften schaffte er ein geistliches
Fürstentum.
21
Oft erhielten sie unerschlossene Gebiete z. B. im Gebirgswald und waren
19
Hasel und Schwartz (2006: 49)
20
vgl. Gürth, P. (2014: 49 ff.)
21
vgl. Gemeinde Hardthausen (1997: 15 ff.)

11
fortan für die Urbarmachung des Landes und damit für zahlreiche Rodungen verantwortlich.
Ihnen kam zudem eine große Bedeutung als kulturelle Zentren und Lehranstalten bei.
19
4.1.4 Das Ende der großen Rodungen im ausgehenden Mittelalter
Seit dem 12. und 13. Jahrhundert verstärkten sich die Bestrebungen der Walderhaltung.
22
Durch die Einführung der Genehmigungspflicht für Rodungen sicherten sich der König und
die Grundherren ihr Einkommen. Fortan waren Rodungen nur gegen Abgaben möglich. Ein
weiterer Vorteil der Genehmigungspflicht war die Pflege der Jagd und die Möglichkeit die
Mast
(Eckerich)
zu
verpachten.
Auch
in
den
Gemeinschaftswäldern
der
Markgenossenschaften war die Sorge um eine gesicherte Waldweide und Holzversorgung für
die Rodungsverbote ausschlaggebend.
Nachdem Mitteleuropa um 1300 dichter besiedelt war als jemals zuvor, veränderten sich ab
dem Spätmittelalter (ab etwa 1300) die klimatischen Bedingungen in Mitteleuropa.
23
Nach
dem klimatischen Hoch des Mittelalters folgte eine kühlere Periode, die mehrere Fehlernten
zur Folge hatte. Die zunehmende Belastung durch die Grundherren und die gestiegenen
Getreidepreise führten Anfang des 14. Jahrhunderts zu einer Agrarkrise und Hungersnöten.
Gleichzeitig zogen Pestumzüge von 1347-1353 durchs Land. Die Folgen waren ein Rückgang
der Bevölkerung sowie Abwanderungen in die Städte und damit einhergehend die Aufgabe
vieler Siedlungen. Ab 1250 entstanden die ersten Wüstungen. Nach ABEL (1967) wurden
zwischen 25 % und 40 % der Siedlungen aufgegeben.
22
Besonders betroffen waren
Thüringen, Sachsen, Niedersachsen, das hessischen Berg- und Hügelland und die
schwäbisch-fränkischen Keuperhöhen. Durch die eher geringe Wiederbesiedlung in den
folgenden Jahrhunderten konnte der Wald örtlich erheblich an Fläche zurückgewinnen.
4.1.5 Die Kriege des 16. und 17. Jahrhunderts
Ab 1500 war eine starke Zunahme der wirtschaftlichen und sozialen Konflikte zu
verzeichnen.
24
Nach den ersten Nachrichten über die Reformation und dem Ruf nach
evangelischer Freiheit, gipfelten im Deutschen Bauernkrieg zwischen 1523 und 1526 die
Aufstände für eine soziale Befreiung des bäuerlichen Volkes. Betroffen davon war vor allem
22
diese und folgende Angaben beziehen sich auf Hasel und Schwartz (2006: 60 f.)
23
diese und folgende Angaben beziehen sich auf Gemeinde Hardthausen (1997: 197 ff.)
24
der folgende Absatz bezieht sich auf Gemeinde Hardthausen (1997: 34 ff)

12
der süddeutsche Raum. Nach dem erfolglosen Bauernkrieg erreichte die Verelendung des
Bauernstandes einen neuen Tiefpunkt.
Das 17. Jahrhundert war vor allen Dingen von Kriegen geprägt.
25
Krankheitsepidemien und
Trockenjahre kamen für die Bevölkerung erschwerend hinzu. Ab 1618 tobte in Europa der
Dreißigjährige Krieg. Durch Truppendurchzüge von Heeren verbreitete sich auch ab 1626
wieder die Pest. Das folgende Jahrzehnt war geprägt von Kriegen, Verwüstungen,
Plünderungen, Raub und Mord. Die Pestepidemien ab 1634 und die Hungersnöte führten zu
einer weiteren Dezimierung der Bevölkerung. Am Ende des Dreißigjährigen Krieges war je
nach Region ein Bevölkerungsverlust zwischen 20 % und 80 % zu verzeichnen.
26
Besonders
betroffen waren Mecklenburg, Pommern, Hessen, die Pfalz, das Oberrheintal und
Württemberg.
Für den Wald bedeutete dies eine Erholungsphase.
26
Durch den vorrübergehend gesunkenen
Holz- und Weidebedarf und die Aufgabe vieler Siedlungen konnten die verlassenen Fluren
wieder verwildern. In den Jahrzehnten nach dem Krieg begann der Wiederaufbau des Landes,
wobei die verwaldeten Flächen wieder urbar gemacht wurden. Je nach Region erfolgte die
Wiederbesiedlung schneller oder langsamer. In der Gesamtbetrachtung führte der
Dreißigjährige Krieg aber nicht zu einer Verminderung der Zahl der Ortschaften. Ab 1689
tobte für 8 Jahre der Pfälzer Krieg im südwestdeutschen Raum. 1701-1714 folgte der
Spanische Erbfolgekrieg. Durch die Zerstörungen und dem daraufhin folgenden
Wiederaufbau, wurde der Wald wieder verstärkt genutzt. Auch Truppendurchzüge
beanspruchten die Wälder stark, wobei diese auch teilweise verwüstet wurden. Neben der
Verwilderung der Sitten ging durch die Kriege nicht nur der Einfluss des Försters sondern
auch die gesamten Erfahrungen bezüglich des Waldes und seiner Pflege und Bewirtschaftung
verloren.
4.1.6 Der Wald im Dienst der Montanindustrie: Die zweite Rodungsperiode
Der schon in der Vor- und Frühgeschichte betriebene Bergbau blühte vor allem im Mittelalter
nach dem Ersten Berggeschrei im 12. Jahrhundert auf. Beim Bergbau wird Holz für den
Ausbau der Schächte, für die Verzimmerung der Strecken und Stollen sowie als Werk- und
25
der folgende Absatz bezieht sich auf Gemeinde Hardthausen (1997: 53 ff.)
26
diese und folgende Angaben beziehen sich auf Hasel und Schwartz (2006: 62 f.)

13
Bauholz für die Siedlungen der Bergleute benötigt. Auch in der folgenden Verarbeitung des
Metalls, wurde Brennholz für die Gewinnung und Bearbeitung benötigt. Die Auswirkungen
der Bergbaus auf die Wälder soll am Beispiel des Erzgebirges im Folgenden kurz erläutert
werden.
Durch weitere reiche Erzfunde im Erzgebirge folgte auf das erste Große Berggeschrei (12.
Jahrhundert) im 15. Jahrhundert ein Zweites.
27
Gekennzeichnet ist dies durch die Gründung
der Bergstädte, z. B. Altenberg (1445), Schneeberg (1477), Annaberg (1496) und Marienberg
(1521).
27
Der Holzbedarf für den Bergbau löste eine zweite Rodungsperiode im Erzgebirge
aus.
27
In Folge des Zuzugs von böhmischen Exulanten und dem damit sprunghaften Anstieg
der Bevölkerung wird sogar eine dritte Rodungsperiode beschrieben.
27
Für die sich neu
ansiedelnden Gewerbe
28
und Arbeiter musste die Siedlungsstruktur (und Landwirtschaft)
erweitert und neue Siedlungen gebaut werden.
29
Die starke Nutzung der umliegenden Wälder
führte zu einer Waldzerstörung und einem akuten Holzmangel. Durch die Erweiterung des
Holzeinzugsgebietes sollte die weitere Holzversorgung gesichert werden und es entwickelte
sich die Flößerei in der Region. Durch den weiter bestehenden Holzmangel sah man
allerdings um 1700 den sächsischen Silberbergbau in seiner Existenz bedroht. Aus dieser
Problematik heraus befasste sich Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz mit dem
Gedanken einer ,,continuierlichen, beständigen und nachhaltenden Nutzung des Waldes."
30
Natürlich gab es auch andere Gebiete Deutschlands mit reichen Erzvorkommen, z. B. an der
Saar, im Rhein-Dill-Gebiet und im Harz.
29
Auch in der bayrischen Oberpfalz war der
Holzverbrauch auf Grund der Eisenindustrie so massiv, dass es in der Umgebung der
Hüttenwerke zu großen Waldverwüstungen kam. Bekannt sind aus dem Land Braunschweig
die frühen Forstordnungen ab dem 16. Jahrhundert, deren Ziel es war der Zerstörung des
Waldes entgegenzuwirken. Zur Schonung der landesherrlichen Waldungen sollten daher auch
private und gemeinschaftliche Waldungen die Berg- und Hüttenwerke mit Holz versorgen.
Im Soonwald (Hunsrück) und in der Eifel war die Eisenindustrie ein wichtiger Industriezweig
und musste immer wieder auf Grund des Holzmangels für Monate stillgelegt werden. Eine
Sonderstellung nimmt der Harz ein. Der frühe Bergbau im Harz (10. Jahrhundert) wurde im
27
vgl. Kirsche (2005: 30 f.)
28
Gewerbe = Schmelzhütten, Hämmer, Glashütten, Pechsiedereien, Schmieden...
29
diese und folgende Angaben beziehen sich auf Hasel und Schwartz (2006: 226 ff.)
30
Hasel und Schwartz (2006: 229)

14
14. Jahrhundert vorläufig wieder eingestellt. Durch die Verkündung der Bergfreiheit 1521,
welche eine Zoll- und Steuerfreiheit für die Bergleute garantierte, wurde im Harz ab dem 16.
Jahrhundert der Silberbergbau wieder aufgenommen. Allerdings dienten die Forsten im Harz
ausschließlich dem Erzbergbau, andere Gewerbe (z. B. Glashütten, Aschenbrenner und
Teeröfen) siedelten sich hier nicht an. Dieser Umstand ersparte den Wäldern im Harz
teilweise die starken Belastungen, denen z. B. das Erzgebirge ausgesetzt war.
4.1.7 Holzknappheit, Rodungen und Holzhandel im 18. Jahrhundert
Auf Grund der sich anbahnenden Holzknappheit waren die Landeshoheiten bemüht
Waldrodungen weiter zu erschweren.
31
Gleichzeitig wurden bisher ungenutzte Waldungen
gegen einen Zins an Harzer, Aschebrenner und Köhler verpachtet. Um die Holznutzung im
Gebirge zu ermöglichen erfolgte eine Floßbarmachung der Gebirgsbäche. Durch die
Ansiedlung von Holzhauern entstanden in dieser Zeit neue Siedlungen in den Mittelgebirgen,
wenn auch nur in kleinen Ausmaß.
Im Gegensatz dazu wurden in Ost- und Westpreußen und Litauen zur Förderung des
Landausbaus umfangreiche Waldrodungen durchgeführt. Diese Entwicklung im Osten war
im westlichen Deutschland schon Jahrhunderte vorher erfolgt.
Der Wald im Nordwesten Deutschlands hatte eine völlig andere Entwicklung hinter sich. Der
noch im Jahr 1000 bestehende Laubwald wurde bis zu Beginn des 16. Jahrhunderts völlig
vernichtet. Hauptsächliche Ursache hierfür war die Plaggenutzung
32
durch die Bauern. Erst
im 19. Jahrhundert setzten systematische Aufforstungstätigkeiten im nordwestdeutschen
Heidegebiet ein.
Im 18. Jahrhundert hatten sich vor allem Holland und England zu bedeutenden
Handelsmächten entwickelt.
33
Der Holzbedarf für den Ausbau und Unterhalt der Flotte
konnte durch den Vorrat in den eigenen Ländern nicht gedeckt werden. Zeitgleich herrschte
aber in den skandinavischen Ländern und Russland (den bisher bedeutendsten
Holzlieferanten) der Nordische Krieg (1700-1721). Daher versuchten die Holländer durch
einen Import deutschen Holzes ihre Handels- und Kriegsflotte mit Holz zu versorgen. Starke
31
diese und folgende Angaben beziehen sich auf Hasel und Schwartz (2006: 63 ff.)
32
Plaggenutzung = Ablösung des Bodenbewuchses samt Erdschicht, diente als Einstreu und Düngemittel
33
diese und folgende Angaben beziehen sich auf Hasel und Schwartz (2006: 239 ff.)

15
Altholzvorräte und günstige Transportmöglichkeiten fanden sich im Schwarzwald. Auch die
Landesherren waren auf Grund der schlechten finanziellen Lage nach dem Dreißigjährigen
Krieg an den Handelsbeziehungen interessiert und stellten die wenig genutzten
landesherrlichen Waldungen im Nordschwarzwald zur Verfügung. Wirtschaftspolitische
Grundsätze (Merkantilismus
34
) wurden dabei außer Acht gelassen, ebenso wie die Gedanken
an die Holzversorgung in den nächsten Jahrzehnten. Für den Holzhandel wurde jedes
brauchbare Holz verwertet und der Rest sich selbst überlassen und fiel dadurch meist dem
Sturm zum Opfer. Die ersten Verkäufe erfolgten bereits 1691, wobei vor allem Fichte und
Tanne sowie das nicht floßbare Eichenholz die Handelsware darstellten. Den Höhepunkt
erreichte die Exploitation und Devastierung der Wälder zwischen 1750-1800. 1817 lag 1/3
der Staatsforsten in Württemberg und eine ebenso große Fläche des Murgschifferwaldes
(Baden) kahl. Für die waldbesitzenden Gemeinden war der Holzexport reglementiert und
bedurfte einer Genehmigung oder er war gänzlich verboten. Zum einem sicherten die
Landesherren dadurch, dass die Gemeinden mit ihren Waldbesitz im Holzhandel nicht als
Konkurrenz auftreten konnten und zum anderen sollten die Gemeindewaldungen weiterhin
der örtlichen Holzversorgung dienen. Der Fernhandel durch Langholzflößerei endete im 19.
Jahrhundert mit dem Beginn des Straßen- und Eisenbahnausbaus. Die Wiederaufforstung der
verwahrlosten Kahlflächen war eine mühevolle, kostspielige und langwierige Aufgabe. Sie
hatte eine Veränderung des Waldbildes und eine beträchtliche Verschiebung der
Baumartenanteile (hoher Fichtenanteil) zur Folge.
4.1.8 Die Waldflächenentwicklung im 19. und 20. Jahrhundert
Der Gleichgewichtszustand der Wald-Feld-Verteilung des 14. Jahrhunderts blieb auch im 19.
und 20. Jahrhundert erhalten.
35
Verschiedene gesellschaftliche und wirtschaftliche
Bedürfnisse führten allerdings lokal zu einer Waldmehrung bzw. zu einem Rückgang des
Waldes. Nach der Überwindung des Absolutismus Anfang des 19. Jahrhunderts, entwickelte
sich in der Zeit der Aufklärung und des Liberalismus die Freiheit des politischen und
wirtschaftlichen Handels. In diesem Zusammenhang wurden viele der Rodungsverbote
aufgehoben bzw. stark gelockert. Die steigende Bevölkerung und der Bedarf an
Lebensmitteln bedingten den immer noch bestehenden Landhunger. So wurden vor allem in
34
Merkantilismus = Steigerung der nationalen Wirtschaftskraft, keine Ausfuhr von Rohstoffen sondern von
hochwertigen Fertigwaren
35
der folgende Absatz bezieht sich auf Hasel und Schwartz (2006: 67 ff.)

16
der Ebene weitere Rodungen vorgenommen, z. B. in ehemaligen Klosterwaldungen. Eine
Umwandlung
von
Wald
in
Wiesenfläche
war
nach
der
Teilung
von
Markgenossenschaftswaldungen ebenfalls nicht unüblich. In dieser Zeit des Ausbaus der
landwirtschaftlichen Anbaufläche kam es durchaus aber auch zu Fehlentscheidungen, wobei
z. B. in Preußen Flächen für die Landwirtschaft gerodet wurden, obwohl der Standort dafür
absolut ungeeignet war.
Mitte des 19. Jahrhunderts führte die Einfuhr von Überseeprodukten zu einer Agrarkrise.
35
Vor allem die Anbauflächen auf Grenzertragsböden, z. B. im Gebirge, waren davon schwer
getroffen und mussten in der Folge aufgegeben werden. So kam es vor allem in
Staatswaldungen, z. B. im Schwarzwald, zu einer Waldflächenzunahme. Waldmehrung kam
auch durch die Flussbegradigungen in den Überschwemmungsgebieten der Flüsse zustande.
Durch die Abtrennung der alten Flussarme konnten sich dort die Wälder ausbreiten.
Generell kann im 19. Jahrhundert aber von einer Entlastung des Waldes gesprochen werden,
da der neue Energieträger Steinkohle verwendet wurde und man die Stallfütterung einführte,
welche für das Ende der Waldweide sorgte.
36
Im 20. Jahrhundert veränderten sich zunehmend die Gründe für das Zurückdrängen der
Wälder.
35
Nachdem jahrhundertelang der Wald auf Grund des Flächenbedarfs der
Landwirtschaft gerodet wurde, musste in jüngerer Zeit der Wald auch für den Ausbau der
Siedlungen, des Verkehrsnetzes und für militärische Bedürfnisse zurückgedrängt werden.
Dies geschah vor allem in dicht besiedelten, waldarmen Regionen. Nach dem zweiten
Weltkrieg und im Zuge der Wertsteigerung des Nadelholzes ist aber gleichzeitig auch eine
Waldmehrung zu verzeichnen. Vor allem die für die Landwirtschaft ungeeigneten Flächen
wurden in der Folge wieder aufgeforstet.
36
vgl. Brandl, H. (1992: 17)

17
5 DER HARTHÄUSER WALD
Der Harthäuser Wald ist ein ausgedehntes Waldgebiet in Baden-Württemberg und befindet
sich im Landkreis Heilbronn. Der über 3.000 ha große Wald ist das größte
zusammenhängende Waldgebiet der Region. Er liegt zwischen den Tälern der Flüsse Jagst
(im Norden) und Kocher (im Süden) auf einer Höhenlage von etwa 180 ­ 350 m über dem
Meeresspiegel.
5.1 ALLGEMEINE BESCHREIBUNG
5.1.1 Lage
Der Wald befindet sich auf dem westlichen Teil der Kocher-Jagst-Ebene (Abbildung 1,
S. 16). Der größte Teil liegt dabei auf der Ebene, zum Langen Grund und zu den Flüssen
Kocher und Jagst hin verläuft das Gelände fallend. Im Süden befindet sich die Stadt
Neuenstadt am Kocher mit dem Sitz des zuständigen Forstamtes (Forstamt Heilbronn,
Außenstelle Neuenstadt). Der Wald ist vor allem von landwirtschaftlich genutzten Flächen
umgeben.
© OpenStreetMap - Mitwirkende www.openstreetmap.org/copyright
Abbildung 1: Lage des Harthäuser Waldes. Kartenmaterial über openstreetmap. Aufgerufen am 10.02.2016

18
5.1.2 Gewässer
Viele der kleinen Bäche, die im Wald entspringen, haben nur einen kurzen Verlauf und
münden dann in den Kocher oder in die Jagst. Der bedeutendste und längste Bach, welcher
entlang des Langen Grundes fließt, ist der Buchsbach. Er entspringt in der Nähe des
Seehauses und mündet bei Gochsen in den Kocher. Des weiteren gibt es z. B. noch den
Michelbach (im Westen), den Steinbach und den Fischbach (im östlichen Teil). Stehende
Gewässer, in Form von Teichen und Weihern, sind im Wald nur wenige vorhanden.
5.1.3 Geologie und Boden
Der Standort Harthäuser Wald ist als hochproduktiv zu klassifizieren und zeichnet sich durch
die nährstoffreichen Böden und eine gute Wasserversorgung aus.
37
An der Bodenbildung
waren Lettenkeuper und Muschelkalk maßgeblich beteiligt.
38
Auf dem Ausgangsgestein,
welches mit Lößlehmüberlagerungen bedeckt ist, bilden Parabraunerde und Rendzina die
zwei vorherrschenden Bodentypen. Beide zeichnen sich, trotz des Tongehaltes, durch eine
gute Durchlüftung aus.
39
Sie sind gut durchwurzelbar und bieten, abhängig von Gestein und
Verwitterungsgrad, hohe bis mäßige Nährstoffreserven. Der Humusgehalt der Oberböden
variiert zwischen 5 und 15 %. Parabraunerden besitzen vor allem im ersten Meter eine hohe
nutzbare Wasserkapazität. Generell weist Lösslehm eine hohe Kapillarität auf, wodurch sich
die Bodenfeuchte gut halten kann. Auf Grund des hohen pH-Wertes und der hohen Ca-
Sättigung der Rendzina gibt es eine intensive Tätigkeit der Bodenorganismen. Die
vorherrschenden Parabraunerden sind durch die anthropogen bedingten Säureeinträge
deutlich versauert, die pH-Werte liegen meist zwischen 3,2 und 3,8. Vor allem die
nährstoffreichen Lösslehmböden (Parabraunerden) gelten als allgemein günstige
Ackerstandorte. Ein Überblick über die Standorte bietet die ,,historische" Standortskarte des
Forstamts Neuenstadt von 1952 (Abbildung 16 und 17, S. 59 f.).
5.1.4 Klima
Nicht nur die guten Eigenschaften der Böden, sondern auch das milde Klima sorgen für die
guten Wuchsbedingungen im Harthäuser Wald. Das Gebiet Heilbronn zählt zu den wärmsten
37
vgl. Körperschaftsforstdirektion Tübingen (2014: 5)
38
vgl. Forstbezirk Neuenstadt, Einrichtungswerk 1981
39
diese und folgende Angaben beziehen sich auf Blume et al. (2010: 317 ff.)

19
Regionen in Baden-Württemberg. Mit milden Wintern und warmen Sommern ist diese
Region für den Wein- und Obstanbau bestens geeignet. Auf der etwas weiter nördlich
gelegenen Kocher-Jagst-Ebene beträgt die mittlere Jahrestemperatur 8,3 °C. Mit einem
mittleren Jahresniederschlag von 780 mm und den bereits erwähnten Bodeneigenschaften ist
der Harthäuser Wald gut wasserversorgt.
5.1.5 Baumarten und Waldbauliche Planung
Der Landkreis Heilbronn besitzt mit 28.516 ha Wald einen Waldanteil von 26 %.
40
Verglichen mit dem Gesamtwaldanteil des waldreichen Baden-Württembergs von 38 %, zählt
der Landkreis zu den waldärmeren Regionen.
41
Allerdings ist im Raum Heilbronn der
Laubwaldanteil mit 69 % weit höher als im Gesamtbundesland (46 %).
42
Die Hauptbaumart
ist hier die Rotbuche (Fagus sylvatica), welche mit 1/3 den höchsten Baumartenanteil
bestreitet. Die zweithäufigste Baumart, mit 21 % Anteil, ist die Stiel-/Traubeneiche (Quercus
robur/petraea).
40
Zahlreiche weitere Laubgehölze wie Esche (Fraxinus excelsior), Hainbuche
(Carpinus betulus), Bergahorn (Acer pseudoplatanus), Roteiche (Quercus rubra) und
Wildkirsche (Prunus avium) sind ebenfalls vertreten. Im Naturraum Kocher-Jagst-Ebene
findet man vor allem artenreiche, naturnahe Buchenwälder und Buchen-Eichenwälder mit
einem nennenswerten Anteil an alten Beständen. Nadelgehölze sind hier, wie auch im
gesamten Landkreis, weniger zu finden. Die Gemeine Fichte (Picea abies) hat im Landkreis
einen Anteil von 11 %.
43
Ähnlich ist sie im Harthäuser Wald vertreten. Wenige, kleine
Gebiete des Waldes sind auch von Douglasie (Pseudotsuga menziesii) oder Europäischer
Lärche (Larix decidua) dominiert, die Waldkiefer (Pinus sylvestris) ist kaum zu finden.
Im Zuge eines naturnahen Waldbaus werden im Staatswald im Landkreis Heilbronn die
heimischen Baumarten gefördert. Dies sind vor allem die Laubbäume Rotbuche, Stiel-
/Traubeneiche, Gemeine Esche, Bergahorn und Wildkirsche. Gleichzeitig wird nach einem
langfristigen Baumartenverhältnis gestrebt ­ auch in Zeiten des Klimawandels.
Klimaprognosen der FVA (Forstliche Versuchsanstalt Baden-Württemberg) gehen davon aus,
dass die Fichtenbestände in der Region als labil einzustufen sind und mittelfristig weiter
40
vgl. Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt BW ­ Kreis Heilbronn (2016: 7)
41
vgl. Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt BW ­ Baden-Württemberg gesamt (2016: 7)
42
vgl. Landratsamt Heilbronn ­ Forstamt (2012: 3)
43
vgl. Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt BW ­ Kreis Heilbronn (2016: 8)

20
zurückgehen werden
44
. Das Umdenken in der Bewirtschaftung von Fichtenbeständen, mit
kürzeren Umtriebszeiten und höherer Z-Baumanzahl, wird zu einem mittelfristigen Umbau
zu Buchenbeständen führen. Gleichzeitig soll die Einbringung und Förderung der Douglasie
auf geeigneten Standorten stattfinden. Eine Erhöhung des Douglasienanteils im Landkreis auf
10 % ist geplant. Die Tendenz der Zunahme der Laubbäume und der leichten Abnahme von
Gemeine Fichte, Waldkiefer und Europäischer Lärche zeigt sich auch in den Ergebnissen der
aktuellen Forsteinrichtung (2012-2021).
5.1.6 Funktionen des Waldes und Schutzstatus
Der Harthäuser Wald besitzt mit seiner Großräumigkeit und Geschlossenheit eine hohe
landschaftliche und landschaftsprägende Funktion
45
. Er ist als Vorranggebiet für
Forstwirtschaft, als Regionaler Grünzug und als Vorbehaltsgebiet für Erholung im
Regionalplan Heilbronn-Franken 2020 ausgewiesen. Eine besonders wichtige Funktion
besitzt der Harthäuser Wald hinsichtlich Naturschutz und Landschaftspflege, durch die
Altholzbestände und die strukturreichen Waldränder in Verbindung mit den Flusstälern von
Jagst und Kocher, wobei vor allem Ersterer auch als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen
ist. Im westlichen und nördlichen Teil des Waldes befinden sich FFH-Gebiet. Des weiteren
besitzt der Harthäuser Wald eine Erholungsfunktion für die Region sowie eine
Schutzfunktion hinsichtlich archäologischer Denkmäler und der leistungsfähigen Böden.
5.1.7 Waldbesitzverhältnisse im Harthäuser Wald
Baden-Württemberg ist nach Rheinland-Pfalz das Bundesland mit dem größten Anteil an
Körperschaftswald. Mit 40 % ist dies die häufigste Waldeigentumsform, gefolgt von
Privatwald (36 %) und dem Staatswald (24 %).
46
Im Landkreis Heilbronn ist der
Körperschaftswaldanteil sogar noch höher. Mit über 56 %, ist sie in dieser Region die
dominierende Waldbesitzform. Lediglich 21 % des Waldes ist den Staatsforsten zugehörig,
der restliche Wald fällt unter Privatbesitz.
47
Auch im Harthäuser Wald ist der
Körperschaftswald dominierend. Trotzdem gehören etwa 800 ha des ca. 3.000 ha großen
Waldes zum Staatswald. Der zweitgrößte Teil, mit 656 ha, gehört zum Gemeindewald der
44
diese und folgende Angaben beziehen sich auf: Forstdirektion Freiburg (2011)
45
folgende Angaben beziehen sich auf Regionalverband Heilbronn-Franken (2014: 2 f.)
46
vgl. Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt BW ­ Baden-Württemberg gesamt (2016: 7)
47
vgl. Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt BW ­ Kreis Heilbronn (2016: 7)

21
Gemeinde Hardthausen.
48
Auf der Markung des Ortsteils Kochersteinsfeld befindet sich der
größte Teil des Gemeindewaldes (313,8 ha). Gochsen besitzt 285,5 ha und Lampoldshausen
nur 56 ha. Allerdings hat dieser Ort mit 176 ha den größten Anteil an Privatwaldbesitz. Nicht
außer Acht zu lassen ist außerdem der Anteil von 218 ha Kleinprivatwald im Harthäuser
Wald, sowie der Besitz des Freiherrn von Graevenitz, welcher über rund 30 ha Wald verfügt.
Den restlichen Teil des Waldes teilen sich die umliegenden Städte. Waldbesitz haben die
Städte Neuenstadt, Neudenau, Möckmühl, Öhringen, Forchtenberg und Widdern. Diverse
Gebiete sind der Gemeinde Jagsthausen zugehörig und ein kleiner Teil fällt auf den
Kirchenwald.
Etwa 60 % des Harthäuser Waldes liegen auf der Gemarkung der Gemeinde Hardthausen und
befinden sich damit im Landkreis Heilbronn. Ein kleines Gebiet im östlichen Teil des Waldes
ist dem Landkreis Hohenlohe zugeordnet. Dieses Gebiet ist im Besitz der Städte Öhringen
und Forchtenberg.
5.2 DIE SIEDLUNGSGESCHICHTE DES HARTHÄUSER WALDES
5.2.1 Erste Siedlungen im Harthäuser Wald
Der älteste Urmensch Württembergs ist geschätzte 250.000 Jahre alt.
49
Der Homo
steinheimensis lässt sich damit zeitlich zwischen den Homo heidelbergensis und dem
Neandertaler einordnen.
49
Die ersten Nachweise für eine Besiedlung des Harthäuser Waldes
stammen allerdings aus der Jungsteinzeit (ca. 5.000 v. Chr.).
50
,,Bei Grabungen an der
Sponwiese im Langen Grund wurden zwei Flachhacken aus Hornblendeschiefer gefunden,
von denen die eine 14,3 cm und die andere 7,6 cm lang war."
51
Ähnliche Funde, wie z. B.
Speerspitzen, eine Säge und einige Steinbeile, sowie Tonscherben und Hornsteingeräte, gab
es in der Umgebung des Waldes (Gemarkung Jagsthausen, Möckmühl und Brettach) und sie
bestätigen die Besiedlung des Gebietes in der Jungsteinzeit. Allgemein wurde die gesamte
Neckarregion, welche auf Grund lockerer, leichter Böden und der Wasserverfügbarkeit für
den Ackerbau sehr gut geeignet ist, früh besiedelt und zählt zum Altsiedelland.
48
diese und folgende Angaben beziehen sich auf: Gemeinde Hardthausen (1997: 207)
49
vgl. Gürth, P. (2014: 26 f.)
50
diese und folgende Angaben beziehen sich auf Gemeinde Hardthausen (1997: 5 f)
51
Gemeinde Hardthausen (1997: 5)

22
Weitere Nachweise für die Besiedlung des Harthäuser Waldes stammen aus der Hallstattzeit
(750-450 v. Chr.). Entlang der Hohen Straße, innerhalb des Waldes, befinden sich einige
Hügelgräber aus dieser Epoche.
52
Die Latènezeit (zweiter Teil Eisenzeit) ab ca. 450-0 v.
Chr.) ist die Zeit der Kelten. Einige der heutigen Flurnamen und Flussnamen sind keltischen
Ursprungs, z. B. der Name des Flusses Neckar.
53
In der Nähe der Ortschaft Gochsen wurde
1921 ein keltisches Männergrab entdeckt. Andere Funde aus der Keltenzeit gab es auf den
Gemarkungen Möckmühl und Neuenstadt. In dieser Region, südlich der Mainlinie, siedelte
der Stamm der Helvetier. Generell war in der Zeit der Kelten ein Rückgang der Bevölkerung
zu verzeichnen, man spricht auch von einer ,,Helvetier-Einöde".
53
Die keltische Besiedlung
war in der Region des Harthäuser Waldes nicht von langer Dauer. Die Germanenstämme
drangen ab etwa 100 v. Chr. von Norden her ein.
5.2.2 Die Besiedlung durch Römer und Alemannen
Durch die Neckarregion zog sich der Odenwald-Neckar-Limes (Abbildung 2, S. 21). Er
verlief östlich des Harthäuser Waldes, von Norden nach Süden.
Abbildung 2: Obergermanischer Limes. Kartenmaterial über www.humboldt-gym.de. Aufgerufen am
10.02.2016
52
vgl. Gemeinde Hardthausen (1997: 5 f.)
53
vgl. Gürth, P. (2014: 39 f.)

23
Auf dem Höhenkamm zwischen Kocher und Jagst verlief durch den Harthäuser Wald eine
wichtige römische Heerstraße ­ die Hohe Straße (Abbildung 3, S. 22).
54
Diese
wahrscheinlich aus der Zeit der Kelten stammende Fernverbindungsstraße, die Speyer über
Wimpfen und Rothenburg mit Nürnberg verband, wurde im Gebiet von Kocher und Jagst zu
einer römischen Militärstraße ausgebaut. Sie verband das Kastell Wimpfen mit der Garnison
in Jagsthausen.
54
Abbildung 3: Verlauf der Hohen Straße durch den Harthäuser Wald. Kartenmaterial über Leo Michels 2007.
http://hohe-strasse.michls.de/hohe-strasse-karten.pdf. Aufgerufen am 01.03.2016
Innerhalb des Harthäuser Waldes gab es definitiv eine Besiedlung durch die Römer, wie
Funde an der Sponwiese zeigen.
54
Hier wurde ein Gutshof, bestehend aus zwei
Hausgrundrissen, ausgegraben (Abbildung 10, S. 56).
54
Die Errichtung dieser kleinen
Siedlung war erst ab ca. 155 n. Chr., nach der Errichtung des Obergermanischen Limes,
möglich.
55
Man fand einen römischen Deichselbeschlag, den Hornzapfen eines Rindes und
eine Schafschere.
54
Ebenfalls ausgegrabene Stücke verkohlten römischen Getreides ergaben
zusammen mit den anderen Funden Aufschluss über die Lebensweise der Römer im
Harthäuser Wald.
54
Den Ruinen der Gutshöfe sind Systeme von Erdwerken zuzuordnen,
welche sich unschwer als die Reste ehemaliger Feldumgrenzungen deuten lassen.
55
Schon
54
vgl. Gemeinde Hardthausen (1997: 7 ff.)
55
vgl. Fliedner, D. (1970: 19 ff.)

24
während der Rodung des umgebenden Waldes wurden die Feldbegrenzungen angelegt.
55
Innerhalb des Ackers fand eine weitere Abgrenzung der verschiedenen Kulturen voneinander
statt.
55
Der Fund einer größeren römischen Siedlung in der Nähe der heutigen Ortschaft
Gochsen, im Süden des Harthäuser Waldes, bestätigt eine Besiedlung durch die Römer in
dieser Region.
54
Beachtet man die Kriterien, nach denen die Römer die Standorte für ihre
Siedlungen wählten (gute Wasserverbindung und fruchtbare Böden), war eine Besiedlung der
Kocher-Jagst-Region naheliegend.
Nach den Anstürmen der germanischen Volksstämme war bereits 235 n. Chr. das Kastell
Jagsthausen verwüstet.
54
260 n. Chr. ist der Obergermanische Limes vollständig von den
Alemannen überrannt worden.
54
Durch die Plünderungen und Verwüstungen wurden
wahrscheinlich auch die Gutshöfe im Harthäuser Wald niedergebrannt.
54
Die Alemannen
mieden die ehemaligen römischen Siedlungen ebenso wie geschlossene Waldgebiete.
56
Steinbauten waren ihnen fremd. Die endgültige Aufgabe der Siedlung im Harthäuser Wald
bestätigt sich auch durch die Untersuchungen von Dietrich Fliedner über die römischen und
frühalemannischen Flurformen. Hierfür suchte er wüstliegende römische Ackerflächen, in
denen keine Relikte mittelalterlicher Wüstungen zu finden waren. Seine Wahl fiel auf den
Harthäuser Wald und ein Waldstück östlich von Pforzheim.
55
5.2.3 Mittelalterliche Siedlungen im Harthäuser Wald
Die Besiedlung der Region erfolgte wahrscheinlich entlang der Hauptachsen der Flüsse
Kocher, Jagst und Sulm vom Neckar aus von West nach Ost.
57
Die wichtigsten
Verkehrswege verliefen ebenfalls in Ost-West-Richtung. Das Jagsttal im Raum Möckmühl
war schon früh dicht besiedelt. Im Raum Kochertal und Weinsberg (südlich von Neuenstadt)
finden sich nur wenige Verweise, die auf eine frühe Besiedlung hinweisen. Zu den wenigen
frühen Ortschaften der Region Neuenstadt/Kocher, deren Entstehung auf das 6.-7.
Jahrhundert geschätzt wird, zählt Gochsen (Gochsheim, Gozzisheim). Von den Flusstälern
aus erfolgte dann die Besiedlung der Region. Die meisten Siedlungen im Raum Harthäuser
Wald entstanden vermutlich erst im Hochmittelalter (8.-11. Jahrhundert). Bei diesen
Vermutungen beruft man sich ausschließlich auf die Namensforschung. Die Zentren der
Kolonisation sind für diese Region leider nicht bekannt. Allerdings wird davon ausgegangen,
56
diese und folgende Angaben beziehen sich auf Fliedner, D. (1970: 26)
57
der folgende Absatz bezieht sich auf Gräf, H. (2008: 69 ff.)

25
dass die Burg Weinsberg dabei eine Rolle spielte. Die Stadt Weinsberg entwickelte sich unter
den Herren von Weinsberg zu einem festen Platz, gleichzeitig bauten sie auch ihren großen
Herrschaftsbereich in der Region aus.
Die vermutlich früheste Siedlung an der Hohen Straße ist Wüstenzweiflingen (im Osten des
Waldes). Auf dieses abgegangene Gehöft weist nur noch der heutige Flurname hin. Für den
Landausbau in der alemannischen und fränkischen Zeit sind Ortsnamen mit den Endungen
-berg, -dorf, -hausen und -heim und später auch -weiler einzuordnen.
58
Der erste Teil des
Ortsnamens bestand entweder aus dem Name der ansässigen Person / Sippe oder aus einer
Beschreibung des Standortes.
59
In diesem Zusammenhang ist zuallererst der noch bestehende
Ort Lampoldshausen zu nennen. Östlich dieser Siedlung entstanden gleichzeitig die
Wüstungen Ruckhartshausen (Rückertshausen) und Herterichshausen (Abbildung 4, S. 24).
60
Abbildung 4: Wüstungen im Harthäuser Wald, Graphik Strohhäcker. Gemeinde Hardthausen (1997: 196)
58
vgl. Gürth, P. (2014: 56)
59
vgl. Gemeinde Hardthausen (1997: 15)
60
vgl. Gräf, H. (2008: 92 ff.)

26
Die totale Orts- und Flurwüstung Harthausen, welche erstmals im Wimpfener Anniversar
970-1270 erwähnt wird, ist ebenfalls in diese Zeit einzuordnen (9.-10. Jahrhundert).
60
Harthausen war vermutlich ein lockerer Hofverband, der sich entlang des Langen Grundes
zog.
61
Die Verteilung archäologischer Funde im Bereich der Sponwiese und am
Römerbrünnle geben Anlass zu dieser Behauptung.
61
Der Name der Ansiedlung beinhaltet
das Wort ,,Hart", einer Bezeichnung für Weidewald.
61
In einem Dokument aus dem Jahr
1320 werden im Zusammenhang mit der Siedlung unter anderem Wiesen, Äcker und Weiden
erwähnt.
61
Dies bestätigt die Annahme, dass die Bauern in Harthausen Ackerbau und
Viehzucht betrieben.
61
In der Erbschaftsurkunde von Engelhard von Weinsberg aus dem Jahr
1349 werden nur noch Wald und Wiesen erwähnt.
60
Die Vermutung liegt nahe, dass der Ort
zu dieser Zeit schon abgegangen war.
60
Die Siedlung Harthausen muss als Namensgeber des
Harthäuser Waldes, trotz des nur kurzen Bestehens, innerhalb des Waldes eine besondere
Bedeutung gehabt haben.
61
Etwa zur selben Zeit, oder etwas eher, fand auch die Gründung
von Steinsfeld (Kochersteinsfeld) und Ortes Helmbund (eingezäuntes geschütztes Land)
statt.
61
Eine erstmalige namentliche Erwähnung der Orte Gochsen und Kochersteinsfeld
findet sich in einer Urkunde aus der Zeit Ottos III. von 996.
61
Zur Zeit des Hochmittelalters (11.-12. Jahrhundert) entstanden weitere Siedlungen im
Harthäuser Wald. Typisch für diese Epoche waren die Namensendungen (-weiler,) -ach, -
feld, -born, -brunn, -bach, -furt und -wangen.
62
Der heute noch bestehende Flurname
Bistenweiler (nordöstlich von Lampoldshausen) sowie die Wüstungen Burkhardtsweiler und
der Treßweiler (oder Dreßweiler) sind auf diese Zeit zurückzuführen.
61
Später kamen die
Orte Schönbrunn, Katzbronn (Abbildung 12, S. 57), Degelbach, Oberkreßbach und das
Frauenkloster Osterbach dazu (Abbildung 4, S. 24 ).
61
Triebenbronn wurde wahrscheinlich
schon im 10. Jahrhundert als Brunnen am Viehtrieb gegründet.
61
Wie groß diese ehemaligen
Siedlungen im Harthäuser Wald waren, kann nur vermutet werden. Wahrscheinlich waren es
Einzelhöfe oder Gehöftgruppen, nicht größer als ein Aussiedlerhof.
63
Um 1300 war die
Region dichter besiedelt als jemals zuvor.
61
vgl. Gemeinde Hardthausen (1997: 195 ff.)
62
vgl. Gürth, P. (2014: 56)
63
vgl. Gemeinde Hardthausen (1997: 39)

27
Klöster in der Umgebung des Harthäuser Waldes
Die Besitzungen der mittelalterlichen Klöster erstreckten sich über Wiesen, Felder und
Waldstücke. Das Kloster Amorbach, welches etwa 50 km nördlich von Gochsen liegt, besaß
die weltliche Oberhoheit über die Dörfer Steinsfeld (Kochersteinsfeld) und Gozzisheim
(Gochsen), da die dort ansässigen freien Bauern ihr Land dem Kloster schenkten und als
Lehen zurückerhielten.
64
Die beiden Ortschaften hatten als Ansammlung landwirtschaftlicher
Betriebe und durch die Lage zum Fluss Kocher, bzw. zu den Weinbergen an den Südhängen
des Kochers Bedeutung für das Kloster.
64
Die Herrschaft des Klosters, die sich über das
Bauland südöstlich des Odenwaldes bis in die Kocher-Jagst-Region und Neckarsulm
erstreckt, ist für das Gebiet Kochertal bis ins 12.-13. Jahrhundert belegt.
64
In diesem
Zusammenhang soll auch das Kloster Schöntal und das Kloster Gnadental genannt werden.
Kloster Schöntal, nordöstlich des Harthäuser Waldes gelegen, wenige Kilometer von
Jagsthausen entfernt, kaufte im Jahr 1307 Zehntanteile in Helmbund von den Herren von
Gochsen.
64
Schon seit 1304 war das Kloster in Gochsen begütert.
64
Die entscheidenden
Rechte an Gochsen erlangten aber im Laufe des 14. Jahrhunderts die Herren von Weinsberg,
die bis zum Erlöschen des Hauses im 15. Jahrhundert hohe Ämter im Reich innehatten.
64
Das
1245 gegründete Frauenkloster Gnadental in der Nähe des heutigen Schwäbisch Hall, wurde
1253 urkundlich erwähnt, als es einen Hof und Zehntanteile in Kochersteinsfeld überlassen
bekommt.
64
Weitere Übergänge von Besitzungen in Lampoldshausen an das Kloster
folgten.
64
Noch 1751 gibt es Nachweise über Waldverkäufe an den Herzog von
Württemberg.
65
Im Zuge der Reformation unterlag auch dieses Kloster der Säkularisation,
wobei die Besitzungen an die Herren von Hohenlohe und 1806 an Württemberg gingen.
66
Des weiteren sollen noch das Frauenkloster Seligental und das Kloster Billigheim genannt
werden. Billigheim, nördlich von Neudenau gelegen, zählt zu den ältesten
Zisterzienserklöstern im südwestdeutschen Raum und unterlag zusammen mit dem Kloster
Schöntal erst 1803 der Säkularisation, allerdings gingen hierbei die Besitzungen an die
Herren von Leiningen.
67
Vermutlich waren viele der Klöster in der Umgebung im Harthäuser
Wald begütert. Allerdings war bei einigen schon ab dem 13.-14. Jahrhundert eine finanzielle
Notlage zu verzeichnen, und damit einhergehend der Besitzwechsel ihrer Güter.
66
Die Herren
64
vgl. Gemeinde Hardthausen (1997: 27 ff.)
65
vgl. Gemeinde Hardthausen (1997: 200)
66
vgl. Klöster in Baden-Württemberg: Schöntal
67
vgl. Klöster in Baden-Württemberg: Billigheim

28
von Hohenlohe und auch die Herren von Berlichingen besaßen einen großen Einfluss in der
Region, verhalfen den Klöstern zu neuen Besitztümern, übten das Amt der Klostervogtei aus
oder waren teilweise Schirmherren der Klöster.
66,68
Nicht wenige der Klöster fanden
vermutlich im 16. Jahrhundert im Zuge des Bauernkrieges und der Reformation ihren
Untergang.
Seit Ende des 13. Jahrhunderts befand sich Gochsen und Kochersteinsfeld unter der
Herrschaft der Weinsberger Grafen und Lampoldshausen im Besitz der Herren von
Hohenlohe.
69
Spätestens seit dieser Zeit hatte der Harthäuser Wald eine besondere Bedeutung
für die Jagd des Hochadels
70
Im Zuge der Verleihung eines Wildbanns an die Herren
Hohenlohe, im Jahr 1331, wird der Harthäuser Wald erstmals namentlich in einer Urkunde
erwähnt: ,,die Jagx ab biz an harthuser walt und von danne biz an dui Brettach etc."
70
Der
Weinsberger Wildbann, wie er 1381 erwähnt wird, erstreckte sich über den gesamten
Harthäuser Wald und darüber hinaus (Abbildung 11, S. 56).
70
Königswald und Wildbann
Das Königsgut ­ ,,forestis" wird nach THIMME (1908) von dem lateinischen ,,foris"
abgeleitet, was übersetzt ,,draußen"/,,außerhalb" bedeutet.
71
Damit sind nicht nur Wälder
gemeint, sondern alles was sich außerhalb von Siedlungen befand.
71
Der König bestimmte
über die Holnutzung, Rodung und die Jagd sowie weitere Nutzungen, wie z. B. Waldweide,
Honignutzung und die Fischerei.
72
Da die Wälder einen Hauptbestandteil des forestis
bildeten, flossen nach
LINDNER
(1940) der Forstbegriff und der Wald zusammen.
71
Ab dem
11. Jahrhundert trat der Begriff ,,Wildbann" in den Vordergrund.
71
Der Name ist hierbei die
wörtliche Übersetzung von forestis: forestis = wildes, herrenloses Land.
71
Unter einem
Wildbann oder auch Forstbann verstand man im Mittelalter das vom König vergebene
Forsthoheitsrecht.
73
Erst seit der Neuzeit wurde der Begriff Wildbann mit dem Jagdrecht
verbunden, wobei sich die Bezeichnung auf das wilde Tier bezog.
71
Durch die Belehnung
oder Verpfändung dieser Rechte im Forst/Forstbann an weltliche und geistliche
68
vgl. Klöster in Baden-Württemberg: Seligental
69
vgl. Gemeinde Hardthausen (1997: 30)
70
vgl. Stadt Möckmühl (1979: 244 f.)
71
vgl. Kieß, R. (1958: 3 ff.)
72
vgl. Gürth, P. (2014: 67)e
73
vgl. Hasel und Schwartz (2006: 71 f.)

29
Dienstmänner verringerte sich der Einfluss des Königs auf die Wälder.
74
Die Territorialherren
hatten zum Ende des Mittelalters in fast allen ehemaligen Königswäldern Eigentum und die
Rechte erworben, über diese zu bestimmen.
72
5.2.4 Die Zeit der pfälzischen Kurfürsten
Die Liquiditätsengpässe des Hochadels machten sich bereits Ende des 14. Jahrhunderts
bemerkbar.
75
Die zerrütteten Vermögensverhältnisse führten auch zu zahlreichen Verkäufen
und Wiederankäufen der Dörfer Gochsen und Kochersteinsfeld sowie der Stadt Neuenstadt
von den Weinsbergern an andere hohe Herren und schließlich an den Kurfürst Friedrich von
der Pfalz. Ab 1449 unterlag die Region der kurpfälzischen Herrschaft. Die Ausübung ihrer
Macht erstreckte sich allerdings nicht auf Besitztümer des Kloster Gnadentals, das
mittlerweile beträchtliche Teile Kochersteinsfelds und Lampoldshausens innehatte. Aus der
ersten vollständigen Liste der steuerpflichtigen Bürger aus dem Jahr 1495 ergibt sich eine
Einwohnerzahl von etwa 800 Bürgern für das Gebiet der heutigen Gemeinde Hardthausen.
Teile des Weinsberger und des Hohenloher Wildbanns sind im 15. Jahrhundert zum
Neuenstädter Forst zusammengefasst worden.
75
Das Kerngebiet war hierbei der Harthäuser
Wald. Der Sitz des zuständigen Forstmeisters für den Neuenstädter Forst war in
Kochersteinsfeld. Kurfürst Philipp (1476-1508) hat wahrscheinlich mit großer Vorliebe im
Harthäuser Wald gejagt, dabei bevorzugte er die Jagsttalseite und weilte während seiner
Jagden in Möckmühl. Einer der Nachweise für seine Jagdleidenschaft ist die Urkunde über
den im Harthäuser Wald erlegten Hirsch, der im Jahr 1493 an den Rat der Stadt Heilbronn
gesendet wurde. Zur Sicherung seines Wildbanns verbot er den Brüdern Stumpf von
Schweinsberg das Jagen im Harthäuser Wald.
76
Der Kurfürst war außerdem dafür
verantwortlich, dass im Jahr 1500 der Harthäuser Wald mit Grenzsteinen versehen wurde.
Hierbei handelt es sich um eine Abgrenzung des Waldeigentums, nicht des Wildbanns.
76
Diese eher ungewöhnliche Form der Versteinung findet sich auch im späteren Reichswald
Schönbuch (Teil des Tübinger Forsts).
76
Nach
KIEß
(1958) ist der Harthäuser Wald generell
einem Reichswald sehr ähnlich. Als Gründe nennt er die Geschlossenheit und die
Rechtsverhältnisse.
76
74
diese und folgende Angaben beziehen sich auf Gürth, P. (2014: 67 f.)
75
die folgende Absatz bezieht sich auf Gemeinde Hardthausen (1997: 30 ff.)
76
vgl. Kieß, R. (1958: 42 f.)

30
5.2.5 Das Ende des Mittelalters / die Herrschaft des Herzogtums Württemberg
Die Beschreibung der Wüstungen stützt sich in dieser Arbeit größtenteils auf die
Untersuchungen von
GRÄF
(2008) über die ,,Mittelalterlichen und frühneuzeitlichen
Wüstungen in den ehemaligen Ämtern Möckmühl, Neuenstadt und Weinsberg". Dabei
werden Wüstungen allgemein als abgegangene Häuser und Gräberfelder, die auf ehemalige
Siedlungen hinweisen, definiert. Dadurch zählen nicht nur ehemalige Höfe, Weiler und
Dörfer, sondern auch Burgen und Mühlen zu den Wüstungen. Nicht berücksichtigt wurden
gewerbliche Arbeitsplätze wie Feldraine, Mergelgruben, Steinbrüche, Köhlerplätze usw.
Zu den ersten Wüstungen, die ab dem 13. Jahrhundert entstanden, gehört auch das ehemalige
Harthausen sowie die Ansiedlung Triebenbronn und Altenbeur.
77
Die meisten
mittelalterlichen Siedlungen des Harthäuser Waldes blieben allerdings vorerst bestehen.
Hauptursache für das Wüstfallen der Siedlungen im Harthäuser Wald waren die Folgen der
Agrardepression und der abnehmenden Bevölkerung im ausgehenden Mittelalter (14.-15.
Jahrhundert). Nachdem ab 1450 erstmals wieder ein Bevölkerungsanstieg zu verzeichnen
war, erfolgte nur selten eine Rückbesiedelung. Der größte Teil der wüstgefallenen Flure im
Harthäuser Wald wurde in den folgenden 1-2 Generationen von den Nachbarorten aus
bewirtschaftet. Eine weitere Ursache für die Entstehung der Wüstungen ist der Bauernkrieg,
in dessen Folge mindestens das Frauenkloster Osterbach und der Hof von Herterichshausen
wüst fiel.
Durch die Eroberungen von Herzog Ulrich von Württemberg im Bayrisch-Pfälzischen-
Erbfolgekrieg von 1504-1505, fiel auch die Region des Harthäuser Waldes an
Württemberg.
78
Die folgenden Machtwechsel zwischen Württemberg, Österreich und
Kurpfalz sollen hier nicht einzeln beschrieben werden.
78
Ab 1547 war die Herrschaft der
Württemberger endgültig gesichert.
78
Ab 1550 schaffte Herzog Christoph von Württemberg
Ordnung in seinem Land und brachte damit die innere Entwicklung des Herzogtums zum
Abschluss. Er sorgte unter anderem für einheitliche Maße und Währungen, erließ
württembergische Forst- und Holzordnungen und 1552 eine allgemeine Landesordnung.
79
1555 trat Georg Gadner in den Dienst des Herzogs.
79
Ihm verdankt Württemberg unter
77
diese und folgende Angaben beziehen sich auf Gräf, H. (2008: 97 f.)
78
vgl. Gemeinde Hardthausen (1997: 34 ff.)
79
vgl. Gemeinde Hardthausen (1997: 43 ff.)

31
anderem zahlreiche topographische Kartenwerke.
79
So auch eine Karte des Neuenstädter
Forstes aus dem Zeitraum 1585-1596 (Abbildung 5, S. 30).
79
Abbildung 5: Neustater Vorst, Georg Gadner 1585-1596 aus Chorographia Ducatus Wirtembergici. Gemeinde
Hardthausen (1997: 48)
Im Vergleich zum Luftbild des heutigen Harthäuser Waldes (Abbildung 1, S. 16) hatte der
Wald in Gadners Karte eine sehr lang gestreckte Form. Es fällt außerdem auf, dass schon im
16. Jahrhundert die übrige Landschaft von Wiesen und Ackerflächen dominiert war und
außer dem Harthäuser Wald nur kleinere Waldflächen vorhanden sind. Lampoldshausen ist
am südlichen Rand des Waldes erkennbar. Seine Wiesen/Felder drängen den Wald zurück
und es bildet sich in der Mitte des Waldes eine kleine waldfreie Einbuchtung. Genau nördlich
vom Lampoldshausen, am anderen Ende des Waldes liegt die Stadt Möckmühl an der Jagst.
Verständlicherweise weichen auf Grund der von Gadner verwendeten Messverfahren die
Proportionen des Waldes und der Flüsse vom tatsächlichen Verlauf ab. Der Autor nimmt an,

32
dass die lang gestreckte Form des Waldes sich aus dem ebenfalls lang gezogenen Verlauf der
Flüsse Kocher und Jagst ergibt (In Abbildung 1, S. 16, ist der kurvenreiche und tatsächliche
Flussverlauf von Kocher und Jagst erkennbar.). Dies macht sich vor allem im östlichen Teil
des Waldes bemerkbar. Anhaltspunkt ist hierfür der Vergleich von der Lage des Waldes zu
den Ortschaften entlang des Kochers (z. B. Ohrnberg) in Gadners Karte und heute. Die
extrem lang gestreckte Form kann also teilweise erklärt werden. Vergleicht man aber die
Lage der Waldfläche zu der Stadt Neudenau, welche auf Gadners Karte vermutlich die große
Stadt an der Jagst kurz vor der Mündung in den Neckar darstellen soll, fällt auf, dass der
Harthäuser Wald im 16. Jahrhundert weiter an Neudenau heranreichte als heute. Daher
vermutet der Autor, dass der Harthäuser Wald im 16. Jahrhundert eine größere Fläche, vor
allem in Bezug auf die westliche Ausdehnung, besaß. Eine weitere Karte (undatiert) des
Harthäuser Waldes, vermutlich um 1600 (Abbildung 13, S. 57), aus dem Stuttgarter
Hauptstaatsarchiv zeigt den Wald, in einer Form, die der Heutigen ähnlicher ist.
In dieser neuen Epoche der Verwaltung unter württembergischer Herrschaft findet sich auch
eine Forstbeschreibung des Neuenstädter Forstbezirks von 1556, wonach sich dieser in
folgende Bezirke gliedert, wobei der Herrschaftsteile namensgebend war: ,,jensset der Jagst,
Harthäuser Wald, Weinsberger Forst, Böhringsweiler Forst, Neuenstadter Forst und
Möckmühler Forst."
80
5.2.6 Die Kriege des 17. Jahrhunderts
In den ersten Jahren des Dreißigjährigen Krieges fanden in der Region des Harthäuser
Waldes keine direkten Schlachten statt, dafür litt die Bevölkerung unter den
Truppendurchzügen, für deren Versorgung sie aufkommen musste.
81
Pestepidemien,
Verwüstungen, Plünderungen, Raub und Mord prägten die Kriegsjahre und dezimierten die
Bevölkerung.
82
In dieser Zeit waren von den ursprünglich 350 Einwohner Lampoldshausens
noch etwa 6-10 Menschen am Leben. In Gochsen waren es immerhin noch 28 Einwohner.
1639 verließen die letzten Bürger Lampoldshausen und zogen in die umliegenden Städte.
Auch in den letzten 10 Kriegsjahren zogen immer wieder Truppen durch die Kocher-Jagst-
Ebene und verwüsteten und plünderten das Land. Am Ende des Dreißigjährigen Krieges hatte
80
Kieß, R. (1958: 43)
81
diese und folgende Angaben beziehen sich auf Gemeinde Hardthausen (1997: 53 ff.)
82
Im Jahr 1635: 678 Pesttote im Amt Möckmühl, 470 im Amt Neuenstadt

33
die Region 80 %, in Lampoldshausen sogar 90 %, ihrer Bevölkerung eingebüßt. Die Schäden
der Siedlungen waren so groß, dass sie nicht beschrieben werden konnten. Ab 1649 ist
Lampoldshausen wieder neu besiedelt worden, hierbei handelte es sich vermutlich um
zurückgekehrte Familien und heimatlose Soldaten, auf deren spanische und kroatische
Wurzeln vermutlich der fortan verwendete Beinamen der Lampoldshausener, ,,Zigeuner",
zurückzuführen ist. Am Ende des 17. Jahrhunderts lag die Kocher-Jagst-Region nochmals am
Rande eines Kriegsschauplatzes. Ab 1688 tobte für 9 Jahre der Pfälzer Krieg im
südwestdeutschen Raum. Der Durchzug und die Einquartierungen der Soldaten sowie Raub,
Brand und Plünderung belasteten ein weiteres Mal die Bevölkerung. Auch im folgenden
Jahrhundert litt die Bevölkerung immer wieder durch verschiedenen Kriege, jedoch waren die
Folgen nie wieder so verheerend wie die des Dreißigjährigen Krieg.
Die Kriege des 16. und 17. Jahrhunderts rafften in der Kocher-Jagst-Region
überdurchschnittlich viele Menschen hinweg.
83
Jedoch sind darauf keine nennenswerten
Wüstungsprozesse zurückzuführen. Zu den wenigen wüstgefallenen Siedlungen dieser Zeit
könnten auch Treßweiler und Degelbach gehören, beide werden im 16. Jahrhundert das letzte
Mal urkundlich erwähnt. Die Aufgabe dieser Höfe und die Abwanderung in nächstgelegene
Orte, erscheint in den unsicheren Jahren des 16. Jahrhunderts als durchaus nachvollziehbar.
Für die Weiterbewirtschaftung der wüst gefallenen Flure der letzten Jahrhunderte, war die
Bodenqualität von entscheidender Bedeutung. Osterbach und Triebenbronn gehörten z. B. zu
den weniger fruchtbaren Standorten und wurden auf Grund der weiten Entfernung zu den
Orten Gochsen und Kreßbach kaum noch bewirtschaftet, bevor sie verwaldeten.
5.2.7 Die Seitenlinie Württemberg-Neuenstadt im 17. und 18. Jahrhundert
Die Gründung von Nebenlinien war für große Herrscherhäuser eine beliebtes Mittel, um zum
einen die Brüder des Regierenden mit eigenen Residenzen und Einkommen zu versorgen,
und zum anderen um das Fortbestehen der eigenen Linie zu gewährleisten, selbst wenn die
Hauptlinie ausstarb.
84
In einem Erbvergleich zwischen Herzog Eberhard III. von
Württemberg (1628-1674) und seinen zwei jüngeren Brüdern, erhielt Herzog Friedrich von
Württemberg-Neuenstadt (1649-1682) im Jahr 1649 einen Apanagensitz in Neuenstadt.
Fortan unterstanden ihm die Ämter Neuenstadt, Möckmühl sowie Teile von Weinsberg. Dazu
83
der folgende Absatz bezieht sich auf Gräf, H. (2008: 69 ff.)
84
der folgende Absatz bezieht sich auf Schuhkraft, H. (2007: 136 ff.)

34
gehörte auch der gesamte Neuenstädter und Böhringsweiler Forst. Die Landeshoheit blieb bei
seinem älteren Bruder. Nach dem Tod Friedrichs übernahm sein Sohn Friedrich August
(1682-1716) dessen Sitz im Schloss Neuenstadt. Seine Ehefrau brachte beträchtliche
Besitztümer mit in die Ehe, wodurch das Ehepaar die meiste Zeit im 50 km entfernten
Gochsheim (nicht Gochsen) residierte. Der letzte Herzog der Linie Württemberg-Neuenstadt
war Carl Rudolf (1716-1742), der Bruder des kinderlos verstorbenen Friedrich August.
Schon seit Ende des Dreißigjährigen Krieges erlangte die Jagd wieder eine große
Bedeutung.
85
Seit dem 16. Jahrhundert wurde die Forstverwaltung der Jagd (dem
Oberhofjägermeister) nachgeordnet. Spätestens im 18. Jahrhundert, zur Zeit der
Prachtentfaltung des Absolutismus, stand die höfische Jagd im Vordergrund. Sie hatte
absoluten Vorrang, ebenso wie die Sicherung der Einstände des Wildes, wobei Mensch und
Vieh aus dem Wald fern gehalten werden sollten.
Unter den Herzögen von Württemberg-Neuenstadt blühte auch die Jagd im Harthäuser Wald
erneut auf.
86
Vermutlich war dies auch das einzig umfangreiche Jagdgebiet der Neuenstädter
Herzöge. So wurde 1706 ein neues Jagdzeughaus in Kochersteinsfeld erbaut, wo schon seit
dem 15. Jahrhundert der Sitz des Forstmeisters des Neuenstädter Forstes lag. Zeugen des
Umfanges der herrschaftlichen Jagden waren zum einen die Neuanalage eines Jagdsejours ­
dem Schweizerhof (Abbildung 14, S. 58), nordöstlich von Kochersteinsfeld, und zum
anderen die zahlreichen Beschwerdeschriften der umliegenden Gemeinden bezüglich der zu
leistenden Frondienste. Die Gemeinden mussten für die aufwendigen Gnadenjagden die
Treiber stellen und waren für die Hundehaltung sowie für das Wildbretführen verantwortlich.
Berichte von 1589-1617 belegen, dass sich viele Jahrzehnte lang die Herren von Hohenlohe
das Gnadenjagen im Harthäuser Wald von den Herzögen von Württemberg-Neuenstadt
erbaten. Viele Beschwerden und erlassene Resolutionen zeugen von Streitigkeiten mit den
Herren von Hohenlohe, von Gemmingen und von Berlichingen bezüglich Forst- und
Jagdsachen im Harthäuser Wald.
Ebenfalls zu dieser Zeit (Ende 17./ Anfang 18. Jahrhundert) blühte der Holzhandel mit den
Holländern auf.
87
Für die Herzöge von Württemberg, mit ihrer verschwenderischen
85
der folgende Absatz bezieht sich auf Hasel und Schwartz (2006: 173 ff.)
86
der folgende Absatz bezieht sich auf Gemeinde Hardthausen (1997: 89 ff.)
87
vgl. Gemeinde Hardthausen (1997: 202 ff.)

35
Hofhaltung, war dies ein lukratives Geschäft.
87
Neben dem Verkauf der eigenen
Landeskinder als Soldaten wurden auch die Kameralwälder, das Privatvermögen der
Landesherren, systematisch ausgeplündert.
87
Die Herzöge von Württemberg-Neuenstadt
zeichneten sich eher durch ihre ruhmreichen Militärlaufbahnen aus, in deren Verlauf die ganz
Europa bereisten und sich als hervorragende Feldherren auszeichneten.
84
Als Baumeister
prunkvoller Schlösser und anderer Bauten traten sie nicht in Erscheinung. Fürstlicher Prunk
war bei ihnen eher in der Ausstattung ihres Jagdarsenals zu finden.
87
Die Orte Gochsen, Kochersteinsfeld und Lampoldshausen konnten durch ihre Beteiligung am
Holländerholzhandel einige notwendige Baumaßnahmen finanzieren.
87
Dies ermöglichte den
Bau der Kocherbrücken von Kochersteinsfeld (1726) und Gochsen (1741).
87
Die starke
Reglementierung des Holzexportes für die Gemeinden zeigte sich allerdings in den weiteren,
teilweise abgelehnten, Anträgen der Ortschaften auf weitere Holzverkäufe an die Holländer.
87
Nach dem Erlöschen der Nebenlinie Neuenstadt 1742, fiel der Besitz wieder an die
Hauptlinie Württemberg.
86
Herzog Karl Eugen (1737-1793) baute daraufhin das
Jagdzeughaus in Kochersteinsfeld zu einem barocken Jagdschloss um, welches er fortan als
eines seiner Jagdsitze für seine Lustjagden nutzte (Abbildung 6, S. 34).
86
Die Bedeutung für
die Jagd und als fürstlicher Amts- und Verwaltungssitz verlor Kochersteinsfeld 1822, als das
Amt nach Neuenstadt verlegt wurde.
86

36
Abbildung 6: Ehemaliges Jagdschloss in Kochersteinsfeld. Landesarchiv Baden-Württemberg in Verbindung
mit dem Landkreis Heilbronn (2010: 586)
5.2.8 Die Räuber hausen im Wald
Die schon im Mittelalter bestehenden Geleitrechte zum Schutz der Straßen waren vor allem
auf Straßen, die durch unsichere Wälder führten, wichtig.
87
Die bereits beschriebene Hohe
Straße wurde auch im Mittelalter als Verkehrsweg genutzt.
88
Vor allem während der
Frankfurter Messen an Ostern und im Herbst nutzten Kaufleute aus Nürnberg diese
Verbindungsstraße und mussten im Zuge dessen auch ,,3 bis 4 Stunden durch den großen,
unbewohnten, dichten Harthäuser Wald" ziehen. Ab dem 16. Jahrhundert saß in Wimpfen ein
Geleitsmann, der die Reisenden auf der Hohen Straße Richtung Widdern begleitete. Die Cent
Möckmühl übte das Geleitsrecht über den Teil der Straße aus, der durch den Harthäuser Wald
führte. Dafür musste die Cent 12 Berittene stellen. Die Monatsschrift für die Justizpflege
Württemberg von 1842 gibt Auskunft über die Cent Möckmühl, den Harthäuser Wald und die
Räuberbanden der Region. Hierbei wird die Bedeutung der Cent hervorgehoben, in einer
Region mit geringer Bevölkerung und beschränkten polizeilichen Anstalten. Der
umfangreiche Harthäuser Wald (und der große Odenwald) sollen daher sehr geeignet für
Gauner und Räuber gewesen sein. Noch im 18. Jahrhundert sollen diese als organisierte
88
diese und folgende Angaben beziehen sich auf Sarmen, A. (1842: 486 ff. )

37
Banden in den Wäldern umtriebig gewesen sein und Leben und Eigentum der Einwohner der
Gegend gefährdet haben. Die Akten der Cent und die Volkssagen sollen außerdem noch
Belege für Mordtaten im 17. und 18. Jahrhundert liefern, welche im Harthäuser Wald verübt
wurden. Aus den Anfängen des 18. Jahrhunderts sind Maßnahmen (und erfolgreiche
Festnahmen) gegen das räuberische Gesindel im Harthäuser Wald belegt. Neben den
Streifzügen der Wachmänner gab es im Wald noch einen Stützpunkt der Cent. Das
Wachhäusle an der Hohen Straße musste ständig mit 12 Männern besetzt sein. Ab Mitte des
18. Jahrhunderts finden sich keine Belege mehr, die auf räuberisches Wesen im Harthäuser
Wald hindeuten.
87
5.2.9 Das 19. Jahrhundert: Waldnutzung und Abwanderung
In Folge des Sieges Napoleons 1806 und der Gründung des Rheinbundes, trat auch
Württemberg aus dem Deutschen Reich aus und wurde zum Königreich von Napoleons
Gnaden.
89
Im Zug der Flurbereinigung, welche schon am 1803 erfolgte, wurden alle
geistlichen Fürsten enteignet, ebenso verloren Reichsritter und freie Reichsstädte ihre
Reichsunmittelbarkeit. Die Territorien wurden an Napoleons Verbündeten, so auch an das
Königreich Württemberg, verteilt. Im Zuge dessen wurde auch die Klöster Gnadental und
Schöntal württembergisch. Nach dem Ende der napoleonischen Zeit erfolgte unter dem
reformfreudigen Wilhelm I. eine Verwaltungsreform. In der Folge verloren das Amt
Neuenstadt und die Cent Möckmühl ihre Bedeutung, da die höhere Gerichtsbarkeit an das
Oberamtsgericht Neckarsulm verlegt wurde. Auch die Jagden, die zur Zeit des
absolutistischen Königs Friedrich I. bis 1816 im Harthäuser Wald stattfanden, fanden unter
Wilhelm I. ihr Ende.
Aus Akten des Forstamts Neuenstadt (1851) über das Revier Lampoldshausen, dessen Kern
der Harthäuser Wald war und ist, erhält man einige Informationen zum Waldzustand und zur
Waldplanung des Harthäuser Wald Mitte des 19. Jahrhunderts.
90
Zu dieser Zeit zählte zum
Revier Lampoldshausen eine bestockte Waldfläche von 880 ha. Wenig verwunderlich ist die
Tatsache, dass bis 1840 der größte Teil des Waldes als Mittelwald, teilweise als Niederwald,
bewirtschaftet wurde. Danach erfolgte auf den meisten Flächen eine Umstellung auf
Hochwaldbetrieb. Neben zahlreichen Bestimmungen über die neue Wirtschaftseinrichtung
89
der folgende Absatz bezieht sich auf Gemeinde Hardthausen (1997: 98 ff.)
90
diese und folgende Angaben beziehen sich auf Forstamt Neuenstadt, Revier Lampoldshausen (1851)

38
des Reviers, finden sich auch Informationen über die einzelnen Baumarten. Auf die
Nachzucht der Eiche wird dabei besonders Wert gelegt, da diese Hölzer einen leichten Absatz
als Holländerholz finden. Dabei wird auch die Nähe zur Neckarstraße verwiesen. Im Absatz
Dienstbarkeiten werden die immer noch bestehenden Weiderechte der Lampoldshausener
beschrieben. Das Weiderecht des Ortes in den auf der Gemarkung liegenden
Staatswaldungen, ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass der größte Teil der
Markung Lampoldshausen mit Wald bedeckt ist. Zusätzlich hatten sie auch Weiderechte für
ihre Schafe auf den Wiesen im Langen Grund. In der Forsteinrichtung von 1981 wird im
Zuge eines geschichtlichen Rückblickes auf die Pflugsohlenverdichtung und die besonderen
Abteilungsnamen Waldfeld, Breitfeld und Häuslewies hingewiesen.
91
Beide Tatsachen
weisen auf einen Waldfeldbau im Harthäuser Wald hin, der noch Mitte des 19. Jahrhunderts
betrieben wurde.
91
Über einen Waldfeldbau fanden sich in der verwendeten Literatur keine
weiteren Informationen. Allerdings erhält man aus der Oberamtsbeschreibung Neckarsulm
von 1881 eine Überblick über den Waldbesitz und die Holznutzung der Gemeinden.
92
Dabei
sind kaum Flächenunterschiede zum heutigen Waldeigentum festzustellen. Außer in
Lampoldshausen stand in den übrigen 2 Ortsteilen jedem Bürger jährlich 2 Fm und 100
Wellen Holz zu.
92
Die Lampoldshausener hingegen verkauften den gesamten Holzertrag des
kleinen Gemeindewaldes.
92
Haupteinnahmequelle der Orte war Obstbau, Viehzucht,
Ackerbau und in Lampoldshausen: die Waldarbeit.
93
Währenddessen erreichten die Bevölkerungszahlen der Ortsteile der heutigen Gemeinde
Hardthausen nach über 2 Jahrhunderten wieder den Stand vor dem Dreißigjährigen Krieg.
89
Um 1800 lebten etwa 1700 Einwohner in den 3 Ortsteilen, und nach dem friedlichen 19.
Jahrhundert waren es um 1880 etwa 2500 Einwohner (Tabelle 1, S. 61). Von da an war
allerdings bis nach dem 2. Weltkrieg ein Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen. Im Zuge der
Bauernbefreiung, bei der Leibeigenschaft, Frondienste und die Grundlasten abgeschafft
wurden, mussten die Bauern eine Ablösesumme bezahlen, welche sich aus dem 16-fachen
des Zehntertrages errechnete. Die finanzielle Belastung führte unter anderem auch zu Ab-
und Auswanderungen. Hinzukamen immer wieder Missernten und politische Enttäuschungen
(nach der gescheiterten Revolution 1848/49). Auch die zunehmende Industrialisierung ab
91
vgl. Forstbezirk Neuenstadt, Einrichtungswerk 1981
92
vgl. Gemeinde Hardthausen (1997: 199 ff.)
93
vgl. Gemeinde Hardthausen (1997: 115 ff.)

39
1890 führte zu einer Landflucht und einer Abwanderung in größere Städte. Die Ausgrenzung
Neuenstadts vom Eisenbahnnetz kann ebenfalls Grund für eine Abwanderung betrachtet
werden. Der Bevölkerungsrückgang lag von 1890 - 1905 bei 15 %.
5.2.10 20. / 21. Jahrhundert: Raumfahrt und Windkraft im Harthäuser Wald
Nachdem der Harthäuser Wald jahrhundertelang den Herren von Württemberg als Jagdgebiet
und von den umliegenden Gemeinden der Waldweide und Holznutzung diente, interessierten
sich Mitte des 20. Jahrhundert auch die Forscher des Stuttgarter Instituts für Physik und
Strahlantriebe für den Wald. Am 10. Oktober 1959 hielt der Raumfahrtforscher Professor
Eugen Sänger in Lampoldshausen ,,einen Vortrag über die Zukunft der friedlichen Nutzung
der Raumfahrt.
94
Er überzeugte die Anwohner von der Bedeutung eines Versuchsgeländes für
Raketenantriebwerke in der Nachbarschaft und wurde damit Gründer des Testgeländes."
95
Als Standort wurde der Harthäuser Wald auf Grund des Wasservorkommens, der
Bodenbeschaffenheit sowie der guten Verkehrsanbindung ausgewählt. 1960 begann die erste
Ausbaustufe entlang des Langen Grundes, auf einer 5 ha großen Fläche des Staatswaldes. Die
Fläche ist im Luftbild (Abbildung, S. 16) erkennbar. In den folgenden Jahrzehnten wurde das
Gelände weiter ausgebaut und viele neue Prüfständen kamen zu den ersten beiden (P1 und
P2) hinzu. Das Forschungszentrum war unter anderem für die Erprobung der Triebwerke der
Trägerrakete Ariane 5 verantwortlich (Abbildung 15, S. 58). Den endgültigen Namen erhielt
das DLR 1997: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt.
Ein wichtiges Ziel der derzeitigen Landesregierung Baden-Württembergs in Zusammenhang
mit der Energiewende ist die Förderung von Stromerzeugung aus Windkraft.
96
Durch den
Windenergieerlass von 2012 wurde eine Leitlinie entwickelt, welche das gesamte Verfahren
von Planung, Genehmigung und Bau der Windenergieanlagen vereinfachen soll. Um die
Steigerung des Windstromanteils auf 10 % zu erreichen, werden in Baden-Württemberg
geschätzte 1.200 Windenergieanalagen benötigt. 2/3 davon sollen im Wald errichtet werden.
Die damit verbundenen Eingriffe sollen naturschutzrechtlich und forstrechtlich ausgeglichen
werden. Der derzeit größte und modernste Windpark Baden-Württembergs befindet sich im
94
diese und folgende Angaben beziehen sich auf Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (2009: 2 f.)
95
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (2009: 2)
96
Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (2014)

40
Harthäuser Wald (Abbildung 7, S. 39). Am 31.05.2015 wurde der von Naturschützern
97
kritisierte Windpark öffentlich eingeweiht. Die 14 Windkraftanlagen (WKA) verteilen sich
auf 5 Gemeinden: Widdern (4 WKAs), Hardthausen (5 WKAs), Jagsthausen (3 WKAs),
Möckmühl (1 WKA) und Forchtenberg (1 WKA). Die dafür gerodeten Standorte im östlichen
Teil des Waldes sind im Luftbild (Abbildung 1, S. 16) als helle Punkte deutlich erkennbar.
Ein Ausbau des Windparks ist derzeit in Planung.
Abbildung 7: Bau des Windparks im Harthäuser Wald. Bildmaterial von Heilbronner Stimme.
www.stimme.de/storage/pic/eigenebilder/verschiedenes/2639696_3_ZEAG_Windrad_02_rgb1.jpg?version=145
4733556. Aufgerufen am 29.02.2016
97
z. B. ,,Schutzgemeinschaft Harthäuser Wald e.V."

41
6 ERGEBNISSE UND DISKUSSION
6.1 METHODENDISKUSSION
Eine lückenlose Rekonstruktion der geschichtlichen Entwicklung einer Region über viele
Jahrhunderte hinweg ist sehr anspruchsvoll. Der Wechsel zwischen der Zugehörigkeit zu den
jeweiligen Adels- und Königshäusern, sowie die unterschiedlichen Eigentumsverhältnisse
innerhalb eines Waldes führen unweigerlich dazu, dass über einige Jahrzehnte der
Vergangenheit nur gemutmaßt werden kann. Kriege, der Wechsel von Amtssitzen und
schlichtweg die Menschen müssen für vernichtete, verschollene sowie für gefälschte
Dokumente verantwortlich gemacht werden.
Bei der für diese Arbeit gewählten Literaturrecherche wurde sich bemüht, möglichst
sachliche und vertrauenswürdige Quellen zu finden, welche nach Möglichkeit auf der
Analyse und Interpretation von Primärliteratur basieren. Ein großer Nachteil der
Literaturrecherche ist, dass bei der Interpretation und der Herleitung von Zusammenhängen
subjektive Einflüsse nicht ausgeschlossen werden können. Gerade bei nicht eindeutigen oder
unvollständigen Dokumenten hängt das Ergebnis von der persönlichen Meinung des
Wissenschaftlers ab. Um diesen Einflüssen entgegenzuwirken, wurde sich bemüht, auch
schriftliche Belege, z. B. Urkunden, für die Bearbeitung heranzuziehen. War dies nicht
möglich, so wurde nach ähnlichen Aussagen von anderen Autoren, zum Teil auch aus
anderen Themengebieten, gesucht. Die Beleuchtung des Themas aus verschiedenen
Positionen und aus verschiedenen Untersuchungsgebieten heraus ist ein großer Vorteil bei
einer Literaturrecherche. Bei dieser Arbeit wurden unter anderem Literatur aus dem Gebiet
der Archäologie, der Wüstungsforschung, der Sozialgeschichte und der Forstgeschichte
verwendet.
Für eine bessere Darstellung der Ergebnisse und für das Herausstellen einer einzigartigen
Bewaldungsgeschichte eignet sich der Vergleich mit der geschichtlichen Entwicklung eines
anderen Waldgebietes. Zielstellung und Rahmen dieser Arbeit begrenzten allerdings den
Umfang, daher musste auf einen Vergleich verzichtet werden.

42
6.2 ERGEBNISDISKUSSION
Durch den Vergleich der allgemeinen forstgeschichtlichen Entwicklung mit der speziellen
Waldflächengeschichte des Harthäuser Waldes treten einige besondere Entwicklungen
hervor. Die Hintergründe für diese, die Besiedlung und Wiederbesiedlung des Waldes
betreffenden Prozesse, sollen im Folgenden kritisch diskutiert werden.
Besiedlung im Mittelalter
Nach
GRÄF
(2008) zeichnen sich die Regionen des Amtes Neuenstadt und Weinsberg durch
eine späte Besiedlung aus. Nur drei Ortsnamen weisen in den beiden Ämtern auf eine frühe
Besiedlung (6.-7. Jahrhundert) hin: Odoldingen/Wettlingen, Gochsen (Gochsheim) und
Grantschen (Granzesheim). Im Westen des Waldes gibt es allerdings noch den Flurnamen
Wüstenzweiflingen, welche nach G
EMEINDE
H
ARDTHAUSEN
(1997) die vermutlich älteste
Siedlung an der Hohen Straße (im Wald) darstellte. Allerdings müssen sich beide Autoren auf
die Namensforschung berufen, da auch bei der Flur Wüstenzweiflingen keine Nachweise für
eine mittelalterliche Siedlung gefunden wurden. Die übrigen Flur- und Wüstungsnamen
deuten auf eine Hauptbesiedlungszeit im Hochmittelalter (8.-11. Jahrhundert) hin. Der
Hinweis von
GRÄF
(2008) bezüglich der Ungewissheit über die Zentren der mittelalterlichen
Kolonisation, deutet auf die Schwierigkeiten hin, welche im Zusammenhang mit der
Rekonstruktion der Besiedlungsentwicklung in der Region auftraten. Die späte Besiedlung
der Region könnte ein Indiz für einen schwachen Siedlungsdruck in den ersten Jahrhunderten
des Mittelalters sein. Auch für das Amtsgebiet Weinsberg kann man aus Lagerbüchern
entnehmen, dass um 1500 die meisten Siedlungen nur aus 1 oder 2 Höfen bestanden (
GRÄF
2008).
Entsiedelung im ausgehenden Mittelalter
Zunächst entwickelten sich Weinsberg und Neuenstadt ähnlich und in beiden Ämtern
entstanden im 14. und 15. Jahrhundert Wüstungen.
GRÄF
(2008) beschreibt aber für das Amt
Weinsberg einen vergleichsweise starken Bevölkerungsanstieg, der dafür sorgte, dass die
Wüstungsflure fast vollständig weiterbewirtschaftet wurden. Er vermutet auch, dass weitere
großflächige Rodungen stattgefunden haben und belegt dies durch ein Rodungsbeispiel in
Dimbach. Außerdem beschreibt er, dass auf Betreiben der Herren von Weinsberg hin
zahlreiche Umwandlungen von Fluren stattfanden. Im Zuge dessen wurden Äcker und
Weinberge angelegt. Ein wichtiger Grund für das Bevölkerungswachstum im Amt Weinsberg

43
ist die Gründung der Glashütte in Stangenbach in den Löwensteiner Bergen.
GRÄF
(2008)
beschreibt im Zusammenhang mit der neu gegründeten Glashütte einen starken
Bevölkerungsanstieg, auf Grund dessen in dem wenig erschlossenen Waldgebiet vermehrt
Rodungen stattfanden und die Anbauflächen ausgeweitet wurden. Eine solche Entwicklung
ist im Raum Harthäuser Wald nicht zu verzeichnen. Die Weiterbewirtschaftung und
Wiederbesiedlung der Wüstungen entschied sich nach
GRÄF
(2008) über die Bodenqualität.
Betrachtet man beispielweise die Bodentypkarte (Abbildung 8, S. 42) für das Gebiet
zwischen Kocher und Jagst, ist ein Bodenmosaik an verschiedenen Bodentypen erkennbar.
Abbildung 8: Bodentypen, Kocher-Jagst-Ebene. Kartenmaterial über http://maps.lgrb-bw.de. Aufgerufen am
03.03.2016
Befanden sich die ehemaligen Siedlungen, wie die bereits beschrieben Wüstungen Osterbach
und Triebenbronn (Kapitel 5.2.6.) , auf weniger fruchtbaren Standorten und lagen zusätzlich
in einiger Entfernung zur nächstgelegen Ortschaft/Siedlung, so fand nach
GRÄF
(2008)
eine
Weiterbewirtschaftung der Flure nicht oder nur für kurze Zeit statt. Generell spricht
GRÄF
(2008)
von einer Region mit hohem Wüstungsanfall und nach
HASEL UND SCHWARTZ
(2006)
führten die Wüstungen in Gebieten mit hohen Siedlungsverlusten zu einer bleibenden
Änderung in der Verteilung von Wald und Land mit einem Vorteil für die Waldfläche. Für
Westdeutschland wird hierbei auch nur eine Rückbesiedelung von 10-15 % beschrieben.
Im Gemeindebuch der
GEMEINDE HARDTHAUSEN
(1997)
wird im Zusammenhang mit der
Hohen Straße auch deren ,,Werdegang" beschrieben. Demnach verlor die Hohe Straße an
Bedeutung nachdem die Wimpfener Neckarbrücke zerstört wurde. Dieser Umstand soll nach

44
GEMEINDE HARDTHAUSEN
(1997)
zur
Entsiedelung des Waldes beigetragen haben. Der
Heimatforscher Dr. Emil
KOST
beschäftigte sich unter anderem mit der Hohen Straße und
verfasste im Jubiläumsjahrbuch des Historischen Vereins für Württembergisch Franken
1947/48 den Artikel ,,Die Hohe Straße zwischen Jagst und Kocher ­ Ein jahrtausendealter
Überlandweg". Auch hier wird die Nutzung der Hohen Straße als Kaiserstraße bis ins 13.
Jahrhundert beschrieben. Um 1300 zerstörte Eisgang die Wimpfener Neckarbrücke und
beeinträchtigte damit, nach
KOST
(1948),
die Hohe Straße. Gleichzeitig berichtet er allerdings
auch von urkundlichen Belegen von 1485 bezüglich des hohenloheschen Geleits als
Reichslehen auf dieser Kaiserstraße. Zusätzlich soll bis in 18. Jahrhundert die Hohe Straße
als Verkehrsweg zur Wallfahrtskapelle bei Neusaß (nordwestlich des Harthäuser Waldes)
gedient haben. Diese Wallfahrt ist seit 1397 schriftlich belegt. Die Tatsache, dass es
Nachweise für eine weitere Nutzung der Straße nach 1300 gibt, bestärkt die Vermutung, dass
die Hohe Straße nicht gänzlich an Bedeutung verlor, sondern sie trotz zerstörter Wimpfener
Neckarbrücke anscheinend weiter genutzt wurde, vielleicht aber nicht im gleichen Umfang
wie vorher. Inwieweit dies zur Entsiedelung des Waldes beigetragen hat, ist fraglich.
Die Bedeutung der Jagd
Rudolf K
IEß
beschäftigte sich in seinem 1958 erschienen Buch mit der Rolle der Forsten im
Aufbau des württembergischen Territoriums (
KIEß
1958). Im Zuge dessen nahm er auch eine
Beschreibung der Geschichte der einzelnen Forstbezirke vor. Das Forstamt Neuenstadt ist für
die württembergische Forstorganisation weniger von Bedeutung, da dieses Gebiet erst 1504
(1547 endgültig) an Württemberg angegliedert wurde und sich die Forstorganisation schon
im Laufe des 15. Jahrhunderts gebildet hatte. Neben dem bereits erwähnten Vergleichs von
KIEß
(1958)
bezüglich des Harthäuser Waldes und seiner Geschlossenheit sowie
Rechtsqualität, welcher dadurch einem Reichswald ähnelt, bezieht sich
KIEß
(1958) auch auf
WELLER
(1894),
welcher einen Kulturrückgang seit der Römerzeit im Harthäuser Wald
festgestellt hatte. Anschließend stellt
KIEß
(1958)
die Frage: ,,Sollte hier eine
Forstorganisation die Wiederbesiedelung verhindert und zur Erhaltung des Waldes als Jagd-
und Nutzungsraum beigetragen haben, wie es schon von den großen Reichswäldern behauptet
wurde?".
98
Er beruft sich dabei auf
THIEME
(1942), welcher in seinem Werk ,,Regalien"
feststellte, dass die Rechtsqualität in Wäldern des Reichsgutes zur Erhaltung dieser als
98
Kieß, R. (1958: 42)

45
geschlossene Waldgebiete beigetragen hat. Auch
HASEL UND SCHWARTZ
(2006)
beschreiben
im Zusammenhang mit der Wiederbesiedlung wüstgefallener Flure, dass oft das
grundherrliche Interesse siegte und für die Bildung geschlossener Forsten verantwortlich war.
Als Beispiel hierfür dient der Reichhardtswald, dessen 30 Wüstungen aus Interesse an großen
zusammenhängenden Forsten und an der Jagd auch nach Beendigung der Wüstungszeit nicht
wiederbesiedelt wurden. In diesem Zusammenhang wird auch das Heimfallrecht, das dem
Grundherren zustand, sobald Ackerflächen wieder verwaldeten, beschrieben.
99
Betrachtet
man die Wüstungen im Harthäuser Wald und die zugehörigen urkundlichen Erwähnungen
(nach
GRÄF
(2008) beschrieben) fällt auf, dass es kaum Erwähnungen nach 1600 gibt. Die
Präposition ,,zu" deutet nach
GRÄF
(2008) ausnahmslos auf ehemalige Ortslagen hin. So
findet man z. B. für den heute noch bestehenden Flurnamen Bistenweiler die Beschreibung
von einem Acker ,,zu Bistenweiler" von 1559. Ebenso findet sich für die Wüstung
Triebenbronn schon 1325 die Beschreibung von einem Acker ,,zu Triebenbronn". Die
Beschreibung taucht auch noch im 15. und 16. Jahrhundert auf. Für Harthausen, ebenfalls
früh wüst gefallen, werden unter anderem 1433 und 1473 Wiesen ,,zu Harthausen"
beschrieben. Eine Sonderstellung nimmt Degelbach ein. Der Abgang diese Wüstung wird auf
das 16. Jahrhundert geschätzt. 1748 wurde allerdings das Seehaus nördlich der Flur
Degelbach erwähnt. Nach
GRÄF
(2008) könnte es sich um eine Wiederbesiedlung von
Degelbach oder um eine partielle Ortswüstung handeln. Eine endgültiges Urteil kann
GRÄF
(2008) bezüglich Degelbach aber nicht fällen. Für alle Siedlungen im Harthäuser Wald finden
sich nach den Ausführungen von
GRÄF
(2008) keine Nachweise, die auf eine
Wiederbesiedlung oder Weiterbewirtschaftung ehemaliger Siedlungen und Äcker nach 1600
hindeuten. Einen Beleg für das Nichtvorhandensein von Siedlungen, zumindest für das 17.
und 18. Jahrhundert, bietet die Monatsschrift für die Justizpflege in Württemberg von 1842.
SARMEN
(1842) beschreibt hierbei den Harthäuser Wald als dicht und unbewohnt und daher
bestens geeignet für Räuber. Es lässt sich daraus schließen, dass keine Siedlung des
Harthäuser Waldes den Wüstungsprozess überlebt hat, oder danach für längere Zeit
wiederbesiedelt wurde, mit der Ausnahme Degelbach und Seehaus, deren Zusammenhang
ungewiss ist. Auch wenn weitere Bewirtschaftungen der Äcker und Wiesen stattfanden,
endete diese meist nach einiger Zeit. Betrachtet man diese Tatsache vor dem Hintergrund,
99
,,Wenn das Holz reicht dem Ritter an den Sporn, hat der Bauer sein Recht verlorn." Hasel und Schwartz
(2006: 59)

46
dass ab Mitte des 16. Jahrhunderts der Harthäuser Wald unter der gesicherten Herrschaft der
Württemberger stand, sowie der Tatsache, dass der Harthäuser Wald schon Jahrhunderte
vorher der Jagd diente, erscheint die Aussage
HASEL UND SCHWARTZ
(2006)
und
THIEME
(1942) für den Harthäuser Wald durchaus plausibel. Hierbei ergibt sich allerdings die Frage,
warum erst die Herzöge von Württemberg sich gegen eine Wiederbesiedlung des Harthäuser
Waldes einsetzten. Der Wüstungsprozess fand seit dem 13. und vor allem ab dem 14. und 15.
Jahrhundert statt. Die Jagd hoher Herren im Harthäuser Wald ist seit eben dieser Zeit
nachgewiesen. Allerdings sind die Jahrhunderte bis 1547 (endgültig Württemberg) von
zahlreichen Machtwechseln geprägt, wobei der Harthäuser Wald auch zwischenzeitlich zu
Österreich gehörte. Außerdem zeichnete sich das Herzogtum Württemberg vor allem durch
die Landesordnung (1522) und die Forst- und Holzordnungen des 16. Jahrhunderts aus, deren
Ziel eine geregelte Waldnutzung und Waldbewirtschaftung war. Demnach wäre eine
geregelte Ordnung und das Durchsetzen der Interessen der Landesherren (in den Wäldern)
erst zu württembergischen Zeiten möglich gewesen.
Der Siedlungsdruck durch Bevölkerungswachstum
Das Bevölkerungswachstum und damit einhergehend der Bedarf an Siedlungsraum und
neuen Anbauflächen ist letzten Endes Hauptursache für den Rückgang der Waldfläche in
Mitteleuropa. Dies ist teilweise auch der Tatsache geschuldet, dass vor der Einführung von
chemischen Düngern kaum Intensivierungsmöglichkeiten für die Landwirtschaft bestanden.
Eine Steigerung des Ertrages war nur durch die Vergrößerung der Anbaufläche möglich.
100
Die bereits gestellte Vermutung des geringeren Siedlungdrucks, dessen Indiz die späte
Besiedlung des Gebietes und der Vergleich mit dem Bevölkerungsanstiegs im Amt
Weinsberg waren, wird durch die Folgen des Dreißigjährigen Krieges weiter bestärkt. Diese
waren in Südwestdeutschland und auch in der Region des Harthäuser Waldes besonders
stark. Für die Ortschaft Lampoldshausen wurde bereits beschrieben, dass hier ein
Bevölkerungsrückgang von über 90 % zu verzeichnen war. Die Tatsache, dass es 2
Jahrhunderte benötigte, bis die Bevölkerungszahlen der 3 Ortschaften der heutigen Gemeinde
Hardthausen wieder den Stand vor dem Dreißigjährigen Krieg erreichte, könnte als Beispiel
für die Rückbesiedelung der gesamten Region benutzt werden. Der Blick auf die Verteilung
der Bevölkerungsdichte im dicht besiedelten Baden-Württemberg zeigt, dass auch heute die
100
vgl. Gemeinde Hardthausen (1997: 199)

47
Region der Neckar-Franken mit 100-200 Einwohnern je km
2
vergleichsweise
unterdurchschnittlich besiedelt ist. (Abbildung 9, S. 46)
Hintergründe für das Bevölkerungswachstum in einer Region waren unter anderem früher
(wie heute) Arbeitsplätze. Aus dem Gebiet des Harthäuser Waldes wurden allerdings keine
Beispiele für Montanindustrie oder andere große aufblühende Wirtschaften gefunden, die zu
einem Bevölkerungswachstum beigetragen hätten, wie es aus dem Amt Weinsberg bekannt
ist. Der nächstgelegene größere Arbeitgeber im 19. Jahrhundert war das Salzbergwerk und
die Saline in Bad Friedrichshall. Bad Friedrichshall liegt östlich der Kocher-Jagst-Ebene,
Abbildung 9: Bevölkerungsdichte Baden-Württemberg, Stand 1998, Statistisches
Landesamt BW. Aufgerufen am 01.03.2016.
www.lpb-
bw.de/publikationen/politischelandeskunde/99/bevoelkerungsdichte.jpg

48
zwischen der Mündung von Kocher und Jagst in den Neckar. Hier ließ König Friedrich von
Württemberg Anfang des 19. Jahrhunderts nach Salz bohren.
101
Das für die Saline benötigte
Holz bezog man anfänglich aus den Staatswaldungen von Neuenstadt und Bietigheim.
101
Aber schon ab 1829 verwendete man das Holz aus den Limpurger Waldungen (südlich von
Schwäbisch Hall).
101
Ab 1855 wurde schließlich auf den Energieträger Steinkohle
umgestellt.
101
Aus welchem Bereich des Neuenstädter Forstes das Holz für Saline stammte,
ist nicht bekannt. Interessanter hierbei ist auch eher die Schaffung der Arbeitsplätze als die
Holzversorgung, da diese auch nur für 2 Jahrzehnte für das Neuenstädter Forstamt bestand.
Die Einnahmequellen der Gemeinden in der Region waren nach der Oberamtsbeschreibung
Neckarsulm von 1881 Obstanbau, Ackerbau und Viehzucht sowie je nach Gebiet auch
Weinbau.
102
Theoretisch stellte erst das heutige DLR einen größeren Arbeitsgeber für das
Gebiet des Harthäuser Waldes dar. Das Forschungszentrum beschäftigt nach eigenen
Angaben 200 Mitarbeiter (Stand 2008).
103
Der Bau des DLR war überhaupt nach
Jahrhunderten der erste größere direkte Eingriff in den geschlossenen Harthäuser Wald.
101
Friedrichshall ­ Tourismus
102
vgl. Gemeinde Hardthausen (1997: 115 ff.)
103
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (2009: 4)

49
7 SCHLUSSFOLGERUNG UND AUSBLICK
Für den Harthäuser Wald ergibt sich eine interessante Entwicklungsgeschichte, deren größter
Teil von dem Jagdinteresse der Grundbesitzer geprägt wurde. Nach der vergleichsweise
späten Besiedlung befanden sich im Hochmittelalter etwa 13 Siedlungen im Harthäuser
Wald, welche in der allgemeinen Wüstungsphase Mitteleuropas früher und später aufgegeben
wurden. Durch die urkundlichen Erwähnungen der heutigen Wüstungen erhält man
Informationen über die Art der Siedlungen. Neben den Höfen werden vor allem Wiesen und
Äcker erwähnt. Daher geht der Autor davon aus, dass der Harthäuser Wald zur Zeit des
Hochmittelalters nicht nur besiedelt wurde, sondern auch seine Waldfläche deutlich geringer
war, da unter anderem Ackerbau im Wald betrieben wurde. Die für die Waldfläche
entscheidende Rückbesiedelung der wüstgefallenen Flure wurde nach Ansicht des Autors von
zwei Faktoren beeinflusst. Seit dem 14. Jahrhundert ist das Vorhandensein von zwei
Wildbännen im Raum des Harthäuser Waldes bestätigt. Vor dem Hintergrund des feudalen
Systems des Mittelalters und der damit einhergehenden Zersplitterung von Besitztümern und
Rechten, ist es nach Ansicht des Autors durchaus möglich, dass weitere hohe Herren
Jagdrechte im Harthäuser Wald besaßen oder sich für eine gewisse Zeit von den Grundherren
erbaten. Durch Machtwechsel im 15. und 16. Jahrhundert ergab sich auch eine Teilung des
Harthäuser Waldes, wodurch gleichzeitig Jagden der Kurpfälzer, Württemberger und
Österreicher im Wald abgehalten wurden. Nachdem schon unter kurpfälzischer Herrschaft
(Ende des 15. Jahrhunderts) Bestrebungen zur Sicherung des Wildbannes im Harthäuser
Wald einsetzten, konnten die Württemberger Mitte des 16. Jahrhunderts endgültig ihre
Jagdinteressen im Harthäuser Wald durchsetzen und verhinderten dafür die
Wiederbesiedelung bzw. Weiterbewirtschaftung der wüstgefallenen Flure. Voraussetzung für
den unbesiedelten Wald nach Ende des Wüstungsprozesses, und damit Voraussetzung für die
Dominanz der Jagd, war allerdings der hohe Wüstungsanfall in der Region, der auch im
Harthäuser Wald zur Aufgabe aller bestehenden Siedlungen geführt hat. Damit in
Zusammenhang steht das vergleichsweise geringe Bevölkerungswachstum und die drastische
Bevölkerungsreduktion nach den Kriegen des 17. Jahrhunderts. Für die schwache
Wiederbesiedlung des Landes in den folgenden Jahrhunderten ist nach Ansicht des Autors
auch das Fehlen größerer Wirtschaften verantwortlich. Eine schlechte Lage der ehemaligen
Siedlungen auf weniger fruchtbaren Standorten könnte als Grund für die nur kurze
Weiterbewirtschaftung nach dem Wüstfallen in Betracht gezogen werden. Die Relevanz
dieser Tatsache müsste allerdings weiter untersucht werden und wird in dieser Arbeit weniger

50
Bedeutung beigemessen. Ebenso verhält es sich mit der Zerstörung der Neckarbrücke,
wodurch die Hohe Straße an Bedeutung verloren haben soll. Die nachgewiesene spätere
Nutzung zeigt, dass die Formulierung ,,Beeinträchtigung der Hohen Straße" wohl am ehesten
zutrifft. Inwieweit die Straßen des Mittelalters Bedeutung für die Be- und Entsiedelung von
Flächen (vor allem Waldflächen) hatten, konnte in dieser Arbeit allerdings nicht weiter
untersucht werden.
Die Dominanz der Jagd im Harthäuser Wald zeigt sich auch später durch den Bau des
Schweizerhofs und des Jagdschlosses in Kochersteinsfeld sowie durch die urkundlichen
Belege von Jagdstreitigkeiten zwischen den Herzögen von Württemberg und anderer hoher
Herren. Die Waldbereiche, welche sich im Besitz der heutigen Gemeinden befinden, wurden
früher überwiegend als Weidewald genutzt und dienten der Holzversorgung der Bevölkerung.
Die Nutzung der Viehweide führte immer wieder zu einem Spannungsfeld zwischen Bauern
und Herzögen, welche, in Anbetracht der Jagd, den Viehtrieb am liebsten gänzlich aus dem
Wald verbannt hätten.
Obwohl der Standort des Harthäuser Waldes auf Grund seiner Qualität auch für andere
Nutzungsformen (Ackerbau) interessant gewesen wäre, wurde der Wald als solches in einem
vergleichsweise großen Umfang und in einer bemerkenswerten Geschlossenheit erhalten.
Grund dafür war die Interessenlage der Grundherren, in diesem Fall des Herzogtums (später
Königreichs) Württemberg, welche die Jagd als dominante Nutzungsform über andere
Interessen stellte. Letzten Endes erfolgte auch bei der Errichtung des Windparks im
Harthäuser Wald (Fertigstellung 2015) eine Durchsetzung der Interessen der Waldbesitzer, in
diesem Fall der Gemeinden. Der Bau des Windparks, welcher aus verschiedenen Gründen
kritisiert wurde, nicht zuletzt von Naturschützern, Anwohnern und Erholungssuchenden, ist
trotz dessen durchgesetzt worden. Verständlicherweise mussten zunächst in diesem
Zusammenhang die Vorgaben bezüglich Artenschutz- und Naturschutzgutachten erfüllt
werden und ein naturschutzrechtlicher sowie forstrechtlicher Ausgleich geschaffen werden.
Im Bezug auf die Durchsetzung der Interessen der Waldbesitzer sind die Jagddominanz und
der Windpark im Harthäuser Wald vergleichbar. Im Harthäuser Wald spiegelte sich damals
wie auch heute der Konflikt zwischen den Rechten des Eigentümers und den Ansprüchen der
Allgemeinheit wider. Im Deutschen Grundgesetz ist in Artikel 14 festgeschrieben: ,,Eigentum

51
verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen."
104
In diesem
Zusammenhang soll ohne Wertung folgende Entwicklung beschrieben werden:
Das Jagdinteresse der Grundherren (im Beispiel sind es auch die Landesherren) hatte
allgemeinen Vorrang. Vor allem die großen Spektakel der Gnadenjagden fanden zu Lasten
der Bevölkerung statt, die als Treiber und Hundeführer ihre Frondienste leisten mussten und
für das Wildbretführen verantwortlich waren. Die Jagdherren nahmen dabei keine Rücksicht
auf landwirtschaftliche Notwendigkeiten, wie z. B. auf Erntezeiten. Nicht selten starben auch
Treiber bei der Jagd oder verunglückten auf der Rückkehr von der Jagd, wie ein Beispiel aus
Brettach und Cleversulzbach belegt.
105
Die Wildschäden auf dem Feld, verursacht durch die
hohen Wilddichten, lasteten ebenfalls auf den Bauern. Und doch ist es dem Jagdinteresse der
Landesherren zu verdanken, dass vor allem Reichswälder immer noch als umfangreiche
Waldflächen vorhanden sind und heute durchaus Naturschutzräume darstellen und von der
Bevölkerung als Erholungsraum genutzt werden (z. B. Naturpark Schönbuch bei Tübingen).
Weitere Untersuchungen sind, wie bereits erwähnt, in Bezug auf die mittelalterlichen
Verkehrswege und deren Bedeutung denkbar. Außerdem bieten die Karten des Harthäuser
Waldes aus dem 16. Jahrhundert einen interessanten Ausgangspunkt, auf dessen Basis die
ehemalige Ausdehnung des Harthäuser Waldes im 16. Jahrhundert untersucht werden könnte.
Dabei wäre die Wüstungsforschung auf den heutigen Ackerflächen rund um den Harthäuser
Wald und die Suche nach Flurnamen, die auf Rodungen hindeuten, ein möglicher
Ansatzpunkt. Nach Ansicht des Autors bietet auch das Konfliktfeld zwischen verschiedenen
Nutzungsformen des Waldes Raum für weitere Forschungen. Diese könnten sich mit der
Frage beschäftigen, inwieweit das Jagdinteresse vielleicht an Bedeutung verloren hätte, wenn
in oder bei einem Waldgebiet reiche Erzfunde entdeckt worden wären und dadurch ein
Ausbau der Montanindustrie möglich gewesen wäre. Dabei würden sich die
Nutzungsinteressen Erzabbau als Geldquelle und Jagd als gesellschaftliches Vergnügen
gegenüber stehen. Dabei könnte die Bedeutung der Jagd für die Landesherren, z.B. das Hause
Württemberg, intensiv herausgearbeitet werden.
104
vgl. Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz (2014: 5)
105
vgl. Gemeinde Hardthausen (1997: 205)

52
8 ZUSAMMENFASSUNG
Die heutige Wald-Feld-Verteilung ist das Ergebnis des Einflusses, den der Mensch
jahrhundertelang auf den Wald ausübte und immer noch ausübt. Um neue Ackerflächen zu
schaffen, drängte der Mensch den Wald größtenteils auf landwirtschaftlich nicht geeignete
Flächen zurück. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Entwicklung von Waldflächen
auf ackerfähigen Standorten. Die Hauptfrage dabei lautet: Welche Gründe führten zur
Entstehung von Waldflächen auf fruchtbaren Ackerstandorten? Die Untersuchung dieses
Themas wurde am Beispiel des Harthäuser Waldes vorgenommen. Der Harthäuser Wald ist
ein 3.000 ha großer Wald im Landkreis Heilbronn, im nördlichen Teil von Baden-
Württembergs. Er befindet sich auf der Kocher-Jagst-Ebene und zeichnet sich durch seine
Größe, Geschlossenheit, die nährstoffreichen Böden sowie die artenreichen Buchen-/
Buchen-Eichenwälder aus.
Um der Hauptfrage nachzugehen wurden zunächst für die allgemeine Forstgeschichte die
Hauptursachen für die Rodung der Wälder in Mitteleuropa herausgestellt. Dabei ist der
Flächenbedarf für Siedlungsraum und Ackerbau als einer der wichtigsten Gründe zu nennen.
In der daraufhin folgenden Untersuchung der Geschichte des Harthäuser Waldes wurde ein
Schwerpunkt auf die Be- und Entsiedelung des Waldes sowie die Waldnutzung und das
Waldeigentum gelegt. Hierbei war eine Dominanz der Jagd zu verzeichnen, die seit dem 14.
Jahrhundert nachgewiesen werden kann. Eine Besiedlung der Region hat schon zu Zeiten der
Kelten stattgefunden. Dieser Umstand kann durch die fruchtbaren Standorte begründet
werden. Nachdem im Mittelalter auch Siedlungen direkt im Wald gegründet wurden, fielen
diese dem allgemeinen Wüstungsprozess zum Opfer. Die Jagdinteressen der Herzöge von
Württemberg, in dessen Herrschaftsbereich die Region seit dem 16. Jahrhundert lag,
verhinderten eine langfristige Wiederbesiedlung der wüstgefallenen Siedlungen im Wald. Im
Jahr 2015 wurde auf Betreiben der umliegenden Gemeinden ein Windpark in den
Gemeindewaldungen im Harthäuser Wald errichtet. Dabei kann die Dominanz der
Nutzungsinteressen der Waldeigentümer mit der Durchsetzung der Jagdinteressen der
Herzöge von Württemberg verglichen werden.
Als Hauptursache für die Erhaltung des Harthäuser Waldes kann die Nutzung des Waldes als
Jagdgebiet der Herzöge von Württemberg genannt werden. Allerdings gab es noch weitere
Entwicklungen, die diese im Vorfeld begünstigten.

53
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10 ANLAGEN
10.1 ERGÄNZENDE ABBILDUNGEN
Abbildung 10: Grundmauern eines römischen Gutshofs im Harthäuser Wald. Gemeinde Hardthausen (1997:
193)
Abbildung 11: Wildbanngrenzen im 14. Jahrhundert, Zeichnung Strohhäcker. Stadt Möckmühl (1979: 245)

58
Abbildung 12: Ausschnitt und Ergänzung von : Wüstungen im ehemaligen Amt Neuenstadt. Hartmut, G.
(2008: 109)
Abbildung 13: Der Harthäuser Wald um 1600, undatierte Karte um 1600, Hauptstaatsarchiv Stuttgart.
Gemeinde Hardthausen (1997: 194)

59
Abbildung 14: Schweizerhof bei Kochersteinsfeld. Landesarchiv Baden-Württemberg in Verbindung mit dem
Landkreis Heilbronn (2010: 582)
Abbildung 15: Erprobung des Hauptriebwerks der europäischen Trägerrakete Ariane 5. Gemeinde Hardthausen
(1997: 217)

60
Abbildung 16: Standortskarte Forstbezirk Neuenstadt ,,Hardthäuserwald", Aufgenommen 1952, Maßstab:
1:10.000, Forstamt Neuenstadt

61
Abbildung 17: Legende zur Standortskarte Neuenstadt 1952, Forstamt Neuenstadt

62
10.2 ERGÄNZENDE TABELLEN
Tabelle 1: Einwohnerentwicklung 1473-1997 der heutigen Ortsteile der Gemeinde Hardthausen, bis 1545
geschätzt: nach Strohäcker Zahl der Bürger x 4,3. Gemeinde Hardthausen (1997: 249)
69 von 69 Seiten

Details

Titel
Der Harthäuser Wald. Entwicklung von Waldflächen auf ackerfähigen Standorten
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Forstökonomie und Forsteinrichtung)
Note
1,4
Autor
Jahr
2016
Seiten
69
Katalognummer
V337771
ISBN (Buch)
9783668272279
Dateigröße
4159 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Forst, Forstwissenschaft, Forstgeschichte, Harthäuser Wald, Forstamt Neustadt, Landkreis Heilbronn, Waldflächenentwicklung, Baden-Württemberg, Neuenstadt am Kocher
Arbeit zitieren
Helena Ludwig (Autor), 2016, Der Harthäuser Wald. Entwicklung von Waldflächen auf ackerfähigen Standorten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/337771

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