Die folgende Darstellung beruht auf einem Vortrag zum Thema "Dunkle Energie und dukle Materie", der im Seminar "Elementare Zugänge zu neuen Themen" gehalten wurde. Nach der Beantwortung der Frage, welche Idee der dunklen Materie zu Grunde liegt und welche Hinweise und vermuten lassen, dass es dunkle Materie und dunkle Energie überhaupt gibt, wird in den wesentlichen Zügen dargestellt, welche Rolle dunkle Materie und dunkle Energie im Materiehaushalt unseres Universums spielen, welche Beobachtungen und welche Rückschlüsse auf die dunkle Materie erlauben und zu welchem Ergebnis uns unsere heutigen Kenntnisse führen. Dabei soll auch ein Eindruck von der Methode der Datenauswertung vermittelt werden. Schließlich soll noch ein Erklärugsansatz, der für die dunkle Materie in Betracht gezogen wird, beleuchtet werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Dunkle Materie- was ist das eigentlich?
2 Hinweise auf die Existenz von dunkler Materie
3 Was wissen wir uber die dunkle Materie?
3.1 Kosmische Hintergrundstrahlung
3.2 Supernovae
3.3 Primordinale Nukleosynthese
3.4 Strukturbildung
4 Auswertung und Interpretation
5 „Kandidaten“ fur die dunkle Materie
6 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die physikalischen Grundlagen und indirekten Nachweise für die Existenz von dunkler Materie und dunkler Energie im Universum, um deren Anteile an der gesamten Energiedichte des Kosmos zu bestimmen.
- Mechanismen zur Identifikation dunkler Materie (z.B. Gravitationslinseneffekte)
- Analyse der Friedmann-Gleichung zur Bestimmung des Materie-Haushalts
- Bedeutung der kosmischen Hintergrundstrahlung und Strukturbildung
- Rolle von Supernovae als Standardkerzen in der Kosmologie
- Diskussion potenzieller Teilchenkandidaten (WIMPs und Supersymmetrie)
Auszug aus dem Buch
1 Dunkle Materie- was ist das eigentlich?
Diese Frage lässt sich anhand eines Beispiels erläutern: Im Jahre 1844 war die Umlaufbahn der Uranus mit den bis dahin bekannten Daten nur für einen begrenzten Zeitraum vorhersagbar. Der Astronom John Couch Adams postulierte daher die Existenz eines weiteren Planeten, durch dessen Gravitationsfeld der Uranus von der berechneten Bahn abgelenkt wird. Ein Jahr später entdeckte Johann Gottfried Gall den Neptun. Bis zu seiner tatsächlichen Beobachtung konnte der Neptun als ein Objekt aus „dunkler“ Materie gelten. Unter dunkler Materie versteht man also eine solche, für deren Existenz es indirekte Hinweise gibt, die jedoch kein Licht aussendet oder reflektiert und daher weder direkt beobachtbar noch genau zu lokalisieren ist.
Befindet sich ein leuchtendes Himmelsobjekt hinter einem dunklen Objekt großer Masse, so werden die Lichtstrahlen durch das Gravitationspotential um diese Masse herumgelenkt, sodass es trotzdem sichtbar ist. Da das Licht nicht einseitig, sondern rings um die Masse herumgelenkt wird, wird das Objekt nicht nur an seiner tatsächlichen Position, sondern an fünf kreuzförmig angeordneten Punkten beobachtet. Aus derartigen Beobachtungen lässt sich folgern, dass es im Universum dunkle Materie geben muss.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Dunkle Materie- was ist das eigentlich?: Einführung in das Konzept der dunklen Materie anhand historischer Beispiele und Erläuterung indirekter Beobachtungsnachweise.
2 Hinweise auf die Existenz von dunkler Materie: Beschreibung astrophysikalischer Methoden wie dem Gravitationslinseneffekt und dem Virialtheorem zur Abschätzung unsichtbarer Massen.
3 Was wissen wir uber die dunkle Materie?: Herleitung der Materie- und Energiedichte mittels der Friedmann-Gleichung und Einordnung der kosmologischen Parameter.
3.1 Kosmische Hintergrundstrahlung: Untersuchung der Fluktuationen in der Hintergrundstrahlung zur Bestimmung des Materiehaushalts.
3.2 Supernovae: Erläuterung der Rolle von Typ-1a-Supernovae zur Messung der Expansionsgeschwindigkeit des Universums.
3.3 Primordinale Nukleosynthese: Analyse der Elemententstehung kurz nach dem Urknall zur Bestimmung der Baryonendichte.
3.4 Strukturbildung: Betrachtung der Dichtekontrastfunktion und deren Bedeutung für die Entstehung von Strukturen im Universum.
4 Auswertung und Interpretation: Zusammenführung der Messdaten zur Bestimmung der Anteile von dunkler Energie und Materie im Universum.
5 „Kandidaten“ fur die dunkle Materie: Diskussion theoretischer Teilchenkandidaten wie WIMPs und deren Verankerung in der Supersymmetrie-Theorie.
6 Zusammenfassung: Abschließende Betrachtung des Wissensstandes über die Zusammensetzung des Universums und die Unvollständigkeit des Standardmodells.
Schlüsselwörter
Dunkle Materie, Dunkle Energie, Friedmann-Gleichung, Kosmische Hintergrundstrahlung, Supernovae, Nukleosynthese, WIMPs, Supersymmetrie, Gravitationslinseneffekt, Virialtheorem, Expansion des Universums, Baryonendichte, Neutralino, Standardmodell, Kosmologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die physikalische Existenz und Zusammensetzung von dunkler Materie und dunkler Energie im Universum sowie deren Einfluss auf die Expansion und Strukturbildung.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Themen sind die kosmologische Expansion, die Bestimmung der Energiedichte im Universum und die Suche nach physikalischen Teilchenkandidaten für dunkle Materie.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, auf Basis theoretischer und experimenteller Daten den Materie-Haushalt des Universums zu quantifizieren und zu belegen, dass der Großteil des Universums aus dunklen Komponenten besteht.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden Methoden wie die Analyse der kosmischen Hintergrundstrahlung, Beobachtungen von Supernovae des Typs 1a, die primordinale Nukleosynthese und die Untersuchung der Strukturbildung herangezogen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die mathematische Herleitung über die Friedmann-Gleichung, die Interpretation verschiedener kosmologischer Messdaten und die Diskussion theoretischer Teilchenmodelle wie der Supersymmetrie.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist primär durch Begriffe wie dunkle Materie, Friedmann-Gleichung, WIMPs und kosmologische Expansion geprägt.
Warum ist das Neutralino ein Kandidat für dunkle Materie?
Das Neutralino gilt als bevorzugter Kandidat, da es als leichtestes Teilchen der Supersymmetrie stabil ist, nicht elektromagnetisch wechselwirkt und die notwendigen Masseneigenschaften für dunkle Materie erfüllt.
Was besagt das Virialtheorem im Kontext der Arbeit?
Das Virialtheorem ermöglicht es, über das Verhältnis von kinetischer und potentieller Energie einer Galaxie deren Gesamtmasse zu bestimmen, was bei Zwickys Beobachtungen auf einen Überschuss an nicht-sichtbarer Materie hindeutete.
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- Anja Bülles (Author), 2015, Dunkle Energie und dunkle Materie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/337821