Regionale Wirtschaftskreisläufe. Vor- und Nachteile von vermehrt regionalen Wirtschaften


Hausarbeit, 2014
19 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen

3 Ziele und Motivationen von regionalen Wirtschaftskreisläufen

4 Stärkung von regionalen Wirtschaftskreisläufe
4.1 Angebotsseite
4.2 Nachfrageseite

5 Bedürfnisfelder

6 Grenzen von regionalen Wirtschaftskreisläufen

7 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

„Ist regional das neue Bio?“ (s. Kunze, 2012)titelte die ZEIT am 28. März 2012 in einem ihrer Artikel. Der Wunsch,besonders Nahrungsmittel, wieder aus der Region stammende Produkte einzukaufen nimmt klar zu. Mittlerweile sollen in Deutschland laut einer Studie 65% der Konsumenten auf regionale Produkte bei dem Einkauf von Lebensmitteln achten (vgl. Maurin, 2011). Unterstützt wird dies durch diverse Marketingkampagnen die einzelne Regionen in letzter Zeit starteten. Beispiele hierfür sind„Tu’s hier“, „Nahversorgung ist Lebensqualität“, „Nähe schafft Vertrauen“, „Regional einkaufen: das Gute liegt so nah“.Auf diese Weise wird versucht die Konsumenten auf die Produkte aus der Region aufmerksam zu machen. Dahinter steckt die Idee, dass durch deren Konsum die Wirtschaft vor Ort gestärkt werden soll. Dabei setzen die Marketingkampagnen besonders auf zwei zentrale Argumente Sicherung von Arbeitsplätzen und die Schonung der Umwelt.

Aber was versteckt sich hinter diesem aktuellen Trend? Erstmals großes Aufsehen bekam eine Studie über den Weg eines Joghurts im Jahr 1992. Dort wurde mithilfe einer produktbezogen Transportkettenanalyse nachgewiesen, wohin Globalisierung und das Streben nach immer mehr Effizienz eigentlich das Wirtschaften getrieben hat. So legt ein einzelner Joghurtbecher, bevor er im Regal des Supermarktes steht, einen Weg von knapp 10.000 km zurück (vgl. Bögge, 1992).

Den größten Beschleuniger bei dem Trend wieder vermehrt regionale Produkte zu kaufen lieferte dann die Finanz- und Wirtschaftskrise, die zeigte wie krisenanfällig eigentlich das System geworden ist und wie schnell es auch zusammenbrechen kann.

Aus diesem Grund wird vermehrt in Regionen und Städten über regionale Wirtschaftskreisläufe diskutiert. Aber als was bezeichnet man eigentlich als regionale Wirtschaftskreisläufe und was motiviert die Akteure sich für eine Stärkung einzusetzen? Die vorliegende schriftliche Ausarbeitung zielt darauf ab, einen Einblick in dieses gesellschaftlich diskutierte Thema zu geben, aufzuzeigen, welche Vorteile durch ein vermehrt regionales Wirtschaften entstehen können und für welche gesellschaftlichen Probleme es ein lösungsstrategischer Ansatz sein kann.

Im ersten Schritt werden zunächst theoretische Grundlagen in Formen von Definitionen gelegt. Damit im zweiten Schritt die angestrebten Ziele von regionalen Wirtschaftskreisläufen dargelegt werden können. Entscheidend ist hierbei was eigentlich die Akteure motiviert. Das vierte Kapitel greift genau diese Ziele auf, um aufgrund dessen zu fragen, wie man dann solche regionalen Wirtschaftsprozesse gezielt fördern kann. Mit diesen Grundlagen gibt es daraufhin im fünften Kapitel einen praktischen Einblick. Hier wird gefragt, welche Bedürfnisse eigentlich einzelne Regionen haben und wie weit diese auch lokal befriedigt werden können. Das letzte Kapitel des Hauptteils greift daraufhin die Problematiken der Grenzen auf. Also wie weit kann regionales Wirtschaften eigentlich gehen? Die Arbeit schließt dann mit einem Fazit und einem Ausblick ab.

2Theoretische Grundlagen

Bevor die Ziele und Potentiale von regionalen Wirtschaftskreisläufen ausführlich erläutert werden, wird zunächst ein kurzer theoretischer Einblick in dieses Thema gegeben. Denn was sind eigentlich Wirtschaftskreisläufe? Wie lassen sich regionale Wirtschaftskreisläufe von anderen unterscheiden? Und wie wird an dieser Stelle der Begriff ‚Regional’ definiert?

Der sogenannte Wirtschaftskreislauf bildet eine grundlegende Darstellungsform volkswirtschaftlicher Zusammenhänge in Form eines Kreislaufschemas. Dabei wird ein Wirtschaftskreislauf wie folgt definiert:

„Gesamtheit aller volkswirtschaftlichen Transaktionen, bei denen Wirtschaftsobjekte (Güter, Forderungen) mit (Tausch) oder ohne (Transfer, Schenkung) Gegenleistung von einem Wirtschaftssubjekt (Unternehmen, private und öffentliche Haushalte) auf ein anderes übergehen. Der Wirtschaftskreislauf ist Folge der Arbeitsteilung“ (s. Springer Gabler Verlag, 2014a).

Im letzten Satz der Definition wird die entstandene Arbeitsteilung in der Gesellschaft herausgestellt. Im Gegensatz dazu steht die Selbstversorgung, in welcher es keine Wirtschaftskreisläufe gibt. So hat die Arbeitsteilung zwei zentrale Akteure geschaffen zwischen denen unterschieden wird. Auf der einen Seite gibt es die Haushalte und auf der anderen Seite die Unternehmen. Dabei arbeiten die Haushalte für die Unternehmen und werden in Form eines Einkommens für ihre Arbeitsleistung entschädigt. Durch die Arbeitskraft können Unternehmen Konsumgüter herstellen, welche wiederum von den Haushalten konsumiert werden und wofür sie den Unternehmen mit Konsumausgaben entschädigen. Auf diese Weise entstehen zwei zentrale Kreisläufe einerseits gibt es den Güterkreislauf bestehend aus der Arbeitsleistung der Haushalte und das Bereitstellen von Konsumgütern der Unternehmen. Andererseits gibt es den sogenannten Geldkreislauf. Hierzu zählen das gezahlte Einkommen an die Haushalte und die Konsumausgaben von Seiten der Haushalte an die Unternehmen. Neben diesem grundlegenden Modell gibt es diverse Modifikationen. Zum Beispiel kann der Staat als weiterer Akteur hinzugenommen werden (Bundeszentrale für politische Bildung, 2013).

Wie kennzeichnen nun sich aber regionale Wirtschaftskreisläufe aus? Dies erfordert zunächst eine nähere Betrachtung mit dem beinhalten Begriff ‚Region’. Zumeist wird ‚Region’ im Zusammenhang von geographischen Zusammenhängen diskutiert (vgl. Springer Gabler Verlag, 2014b). Gerade im Kontext von regionalen Wirtschaftskonzepten zeigt sich aber, dass die Vorstellungen von Region und Regionalität sehr weit auseinander gehen. Das wird exemplarisch in den immer weiter verbreitenden Marketingstrategien, welche Regionalität als Verkaufsargument nutzen, erkennbar. Denn bei ‚regional’ handelt es sich um keinen geschützten Begriff (vgl. Kunze, 2012). So wird zum Beispiel bei der Marke ‚Unser Norden’ Produkte wie Reis oder Kaffee angeboten. Dabei können diese Produkte gar nicht in Deutschland angebaut werden. (vgl. Maurin, 2011). Im Zusammenhang von Wirtschaft begrenzt sich die Vorstellung von Region zumeist auf entsprechende Entfernungen bzw. Nähe zu einander. Dies beinhaltet, dass hier vor allem das Argument von Transportkosten im Fokus steht. Betrachtet man aber die diversen Konzepte hinter Region und Regionalisierung zeigt sich, dass auch andere Argumente für den Zusammenhalt neben distanzabhängige Größen herangezogen werden können. Zum Beispiel kann auch eine entsprechende intraregionale Vernetzung betrachtet werden (vgl. Ermann, 2005, S.52 f.).

Setzt man nun die Vorstellung von ‚Region’ und das volkswirtschaftliche Modell des Wirtschaftskreislaufes zusammen, wird deutlich, dass bei regionalen Wirtschaftskreisläufe die Güter- und Geldströme wieder in der Region ablaufen sollen. Auf diese Weise sollen Haushalte vor allem Produkte von Unternehmen der eigenen Region konsumieren. Die Kaufkraft fließt in diesem Falle nicht ab (vgl. Hahne, 2010, S.76). So wird also die Wertschöpfung wieder direkt in der Region betrieben und weder Geld noch Ressourcen in Form von Konsumgüter werden weiter verbreitet (vgl. Douthwaite und Diefenbacher, 1998, S. 21).

Natürlich wirft diese Idee von regionalen Wirtschaften die Frage der Reichweite auf. Grundsätzlich hat sich die Forderung nach regionalen Wirtschaftskreisläufen aus der Ökologiebewegung heraus entwickelt. Die Regionen sollten sich viel mehr auf ihre eigene Potentiale konzentrieren und somit eine Trendwende zur exportorientierten Wirtschaftsweise setzen. Dabei gehen die Vorstellungen, wie weit dieses regionale Wirtschaften gehen soll, weit auseinander. So gibt es Befürworter die eine Subsistenzwirtschaft als absolutes Gegenmodell anstreben. Aber auch Vertreter die regionale Wirtschaftskreisläufe als komplementäre Strategie zu dem exportorientierten Wirtschaften für periphere Räume nursehen (vgl. Ermann, 2005, S. 21).

3Ziele und Motivationen von regionalen Wirtschaftskreisläufen

Regionale Wirtschaftskreisläufe wie gerade aufgeführt streben mehrt Wirtschaftsprozesse direkt in der Region zwischen ansässigen Unternehmen und Haushalte an. Dieses Kapitel beantwortet die Fragen, was es für Motivationen für Regionen gibt, sich für eine Stärkung regionalem Wirtschaften einzusetzen und welche Ziele langfristig verfolgt werden.

Insgesamt handelt es sich bei der Stärkung von regionalen Wirtschaftskreisläufen um einen strategischen Lösungsansatz für diverse gesellschaftliche Probleme, die in den vergangenen Jahren immer akuter geworden sind. Einerseits kann ein Fokus auf regionalem Wirtschaften einzelne Regionen langfristig besonders ökonomisch stärken. Dies ist meistens für strukturschwache Regionen besonders attraktiv. Andererseits bilden regionale Wirtschaftskreisläufe einen strategischen Lösungsansatz im Bezug auf Nachhaltigkeit. Im Folgenden werden beide Ziele von regionalen Wirtschaftskreisläufen näher betrachtet.

Letztendlich bilden regionale Wirtschaftskreisläufe eine Art Rückwärtsbewegung. Früher vor allem vor der Industrialisierung gab es ganz natürliche räumliche Begrenzungen beim Wirtschaften. Denn es war schlichtweg zu teuer und zu langsam, zum Beispiel Nahrungsmittel durch die ganze Welt zu transportieren (vgl. Ermann, 2005, S. 21). Aber durch den entsprechenden technologischen Fortschritts in Form von der Möglichkeit der Massenproduktion, der Verbilligung sowie der Beschleunigung des Gütertransports und des Informationsaustauschs gab es grundlegende Veränderungen (vgl. Hahne, 2010, S. 68 ff.). Durch diese extreme Zunahme der Globalisierung „laufen die Regionen Gefahr ‚auszubluten’“ (s. Ganzert et al., 2004, S.5). Denn besonders große Konzerne, die weltweit am kostengünstigsten produzieren, überschwemmen die Regionen mit ihren Produkten. Aufgrund der zu hohen Kosten können Unternehmen aus der Region meist nicht mithalten, was wiederum die Regionen insgesamt verändert und sie an Strukturen verlieren. Beispielhaft lassen sich hier die Landwirtschaft gekoppelt mit der Nahrungsmittelverarbeitung und die Dorfgemeinschaft aufzählen (vgl. Ganzert et al, 2004, S. 5). Damit bilden regionale Wirtschaftskreisläufe ein „Kontrastpunkt zur Weltmarktorientierung“ (s. Ermann, 2005, S. 21). Sie zielen darauf ab die Regionen wieder zu stärken, ihre eigenen Ressourcen und Potentiale zu nutzen und zu entwickeln und somit langfristig wieder attraktiver zu werden. Dabei ist die Attraktivität besonders für periphere Regionen hoch. Auf der Exkursion dieses Seminars nach Schweden wurde diese durch den Besuch der LEADER-Gruppe deutlich. Dort wird durch den Aufbau einer im ortsansässigen Einkaufsmöglichkeit gekoppelt mit einem Gemeinschaftsraum das Bewusstsein und das Zugehörigkeitsgefühl im Ort gestärkt. So sollen ländliche Regionen wieder vermehrt auf eigenen Füßen stehen.

Ein weiteres zentrales Ziel von regionalen Wirtschaftskreisläufen ist die Idee vom entsprechenden nachhaltigen Wirtschaften. Immer mehr kommt die aktuelle Wirtschaftsweise mit dem weiteren Trend zu noch mehr Globalisierung an Grenzen, besonders an ökologische Grenzen (vgl. Hahne, 2010, S.63). Dabei soll durch vermehrtes regionalen Wirtschaften ein Beitrag zur Nachhaltigkeit geschaffen werden. Genau wie die politische Leitidee ‚Nachhaltigkeit’ lassen sich auch die einzelnen Unterziele von regionalen Wirtschaftskreisläufe in drei Dimensionen differenzieren, die im Folgenden weiter ausgeführt werden sollen. Dabei wird ein weites Spektrum dargestellt (vgl. Ermann, 2005, 23 ff.).

Ökonomische Zielsetzungen

Wie oben bereits aufgeführt sollen regionale Wirtschaftskreisläufe wieder die Strukturen in den einzelnen Regionen stärken, indem die Wertschöpfung vor Ort geschieht. Aufgrund dessen sollen vor allem das Einkommen und die Arbeitsplätze in der Region gesichert werden (vgl. Ermann, 2005, S. 23). Denn wenn die Haushalte ihr Einkommen wieder in Form von Konsumausgaben an die Unternehmen vor Ort bezahlen, ist ein Unternehmen erfolgreicher. Es gibt sogar schon einzelne Unternehmen, die ihre Marketingkampagne mit dieser Argumentation gestalten[1].

Ökologische Zielsetzungen

Wie bereits des Öfteren aufgeführt, bilden besonders die ökologischen Ziele von regionalen Wirtschaftskreisläufen einer der wichtigsten Ansatzpunkte. So steht die Reduzierung der Transportwege an erster Stelle. Dadurch sollen nicht nur der Energieverbrauch, sondern auch Schadstoffe- und Lärmemissionen rapide abnehmen. Des Weiteren kann durch regionales Wirtschaften vermehrt auf die Massenproduktion verzichtet werden und so auf regionsspezifische Produktionsmethoden, die einen besseren Umweltschutz gewährleisten, zurückgegriffen bzw. entwickelt werden. Ein weiterer Nebeneffekt wäre das auf diese Weise die Landwirte eine entsprechende Landschaftspflege betreiben würden (vgl. Ermann, 2005, S. 23).Darüberhinaus kann die Ressourceneffizienz durch Wirtschaftsverflechtungen in der Region und einer entsprechenden Anpassung des Angebots erhöht werden. Außerdem kann sich auch auf Seiten des Konsumenten durch einer Entwicklung der eigenen Konsummuster ein Lebenswandel herbeigeführt werden, der bis zur Suffizienz führen kann (vgl. Hahne, 2010, S. 71).

Soziale Zielsetzungen

Besonders die sozialen Zielsetzungen werden in letzter Zeit immer häufiger diskutiert. Gerade in den vergangenen Jahren haben die Lebensmittelskandale zugenommen. Erst gerade wurde bekannt, dass verseuchte Wurst aus Dänemark auch in den deutschen Handel gelangte[2]. Diese Skandale rufen bei Konsumenten das Bedürfnis nach erhöhter Transparenz hervor. Aufgrund der überschaubaren Produktionskette kann ein Wirtschaften in der Region hier Vorteile erzielen. Unterstützt wird dies durch entsprechende Vertrauensverhältnisse, die durch den direkten Kontakt von Produzenten und Konsumenten entstehen (vgl. Ermann, 2005, S. 24). Ein weiterer Aspekt bei den sozialen Zielsetzungen spielt die kulturelle Identität. Durch das Wirtschaften in der Region von face-to-face steigt das Wahrnehmen eines gemeinsamen Wir-Gefühls und schafft somit eine Identifikation mit der Region, was letztendlich zu einer Steigerung der Lebensqualität führt (vgl. Ganzert, 2004, S.5).

In diesem Kapitel wird deutlich, dass das Wirtschaften in regionalen Wirtschaftskreisläufen sehr viele Ziele verfolgen kann. Es zeigt, dass es vor allem als strategischer Lösungsansatz gegenüber aktuelle Probleme gilt. So könnte durch vermehrtes regionalen Wirtschaftens besonders strukturschwache Regionen wieder langfristig gestärkt werden und sie auf diese Weise ihre eigene Gestaltungsmacht zurückerlangen (vgl. Ganzert, 2004, S. 5). Letztendlich kann man Regionen somit als „Laboratorien von Zukunftslösungen“ (s. Hahne, 2010, S. 71) sehen.

4Stärkung von regionalen Wirtschaftskreisläufe

Im vorangehenden Kapitel wurden die Ziele von regionalen Wirtschaftskreisläufen diskutiert und dargestellt. Dieses Kapitel greift die potentiellen Ziele auf und stellt die Frage, wie eine konkrete Stärkung von regionalen Wirtschaftskreisläufen aussehen kann, um so die dargestellten Ziele langfristig zu erreichen.Dabei ist es wichtig, dass Regionen selbst aktiv diesen Prozess steuern, da die Wirkung der Instrumente und vor allem die Effekte auf die Ziele wie z.B. Reduzierung ökologischer Kosten, nur sehr langsam geschehen kann (vgl. Hahne, 2010, S. 75). Wenn man das Modell des Wirtschaftskreislaufes betrachtet, werden zwei zentrale Ansatzpunkte in Form der beiden Akteure, Unternehmen und Haushalte, erkennbar. Setzt man bei den Unternehmen an, dann wird der Fokus auf die sogenannte Angebotsseite gelegt. Bei den Haushalten hingegen handelt es sich um die Nachfrageseite. Im Folgenden sollen Instrumente sowohl für die Angebots- als auch für die Nachfrageseite dargestellt werden.

4.1 Angebotsseite

Bisher stand vor allem die Idee, dass Konsumenten Produkte aus ihrer Region kaufen, an erster Stelle. Aber es sollten die Potentiale, die auf der Angebotsseite existieren, für das Vorantreiben von regionalen Wirtschaftskreisläufen nicht unterschätzt werden. Grundsätzlich geht es darum die Wertschöpfung in der Region durchzuführen. Deswegen zielen regionale Wirtschaftskreisläufe darauf ab, die Wertschöpfungskette in der Region zu verlängern (vgl. Hahne, 2010, S. 75).

Um dieses Ziel zu erreichen, ist es von zentraler Bedeutung auf Importe aus anderen Regionen zu verzichten und stattdessen auf Produkte aus der eigenen Region zurückzugreifen. Dieses Instrument wird als Importsubstitution bezeichnet (vgl. Hahne, 2010, S. 76). Beispiele hierfür sind vor allem Regionen, die versuchen 100% ihre eigene Energie herzustellen. Für die Erreichung dieses Instrumentes müssen zunächst die Lieferverflechtungen in der Region betrachtet werden (vgl. Hahne, 2010, S. 76). Hierfür bieten die sogenannten Input-Output-Tabellen eine geeignete Methode. Die auf Leontief zurückgehende Analyse schafft einen Überblick, welche Vorprodukte in ein Endprodukt hineingegangen sind, und können auch so einen Einblick verschaffen, woher diese Vorprodukte bezogen werden (vgl. Springer Gabler Verlag, 2014c). Auf diese Weise können die Verflechtungen innerhalb einer Region erhöht werden (vgl. Hahne, 2010, S. 76).

Bei regionalen Wirtschaftskreisläufen ist es von zentraler Bedeutung den Austausch zwischen den Unternehmen einer Region deutlich zu erhöhen. Oftmals fehlt es den Unternehmen schlichtweg an dem Wissen, welche Unternehmen im Umkreis sind (vgl. Hahne, 2010, S. 77). Dieses Handlungsfeld greifen besonders regionale Wirtschaftsförderungen auf, die gezielt versuchen durch Netzwerktreffen bzw. Unternehmenstreffen gegen diese Unwissen Aufklärung zu schaffen[3]. Dabei geht es nicht nur um engere Lieferverflechtungen vor Ort, sondern es können auch ganz im Sinne des Ziels der Nachhaltigkeit sogenannte Industrielle Symbiosen entstehen.

[...]


[1] http://www.zoetler.de/index.php?plink=der-regionale-kreislauf, zuletzt überprüft am 15.08.2014.

[2] http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/ungluecke/lebensmittelskandal-verseuchte-wurst-gelangte-auch-nach-deutschland-13097154.html, zuletzt überprüft am 15.08.2014.

[3] http://www.wfg-kassel.de/index.cfm?CFID=29974689&CFTOKEN=39491203&at=Netzwerke%20%26%20Projekte, zuletzt geprüft am 15.08.2014.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Regionale Wirtschaftskreisläufe. Vor- und Nachteile von vermehrt regionalen Wirtschaften
Hochschule
Universität Kassel  (Ökonomie der Stadt- und Regionalentwicklung)
Veranstaltung
Regionalentwicklung dünn besiedelter Räume
Note
1,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
19
Katalognummer
V337865
ISBN (eBook)
9783668275195
ISBN (Buch)
9783668275201
Dateigröße
480 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Regionale Wirtschaftskreislauf, Bedürfnisfelder, Angebotsseite
Arbeit zitieren
Miriam Kuhnke (Autor), 2014, Regionale Wirtschaftskreisläufe. Vor- und Nachteile von vermehrt regionalen Wirtschaften, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/337865

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