Das Konzept Leichte Sprache. Theorie und praktische Umsetzung


Akademische Arbeit, 2010
43 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhalt

1. Das Konzept Leichte Sprache

2. Leichte Sprache in der Theorie
2.1 Begriffsklärung „Leichte Sprache“
2.2 Ursprung und Verbreitung
2.3 Methoden und Regelungen
2.3.1 Leserfaktor
2.3.2 Inhalt
2.3.3 Textgestaltung

3 Leichte Sprache in der praktischen Umsetzung
3.1 Schritte zur Erstellung eines leicht lesbaren Dokuments
3.2 Zur Rolle der Verständniskontrolle durch Menschen mit Lernschwierigkeiten
3.3 Praxisbeispiel zu Leichter Sprache anhand einer eigenen Übersetzung
3.4 Reflexion der eigenen Übersetzung

4 Grenzen und Probleme hinsichtlich Leichter Sprache

5. Literaturverzeichnis (inklusive weiterführender Literatur)

6. Anhang

Anhang 1: Online Artikel

Anhang 2: Übersetzung des Online-Artikels in leichte Sprache.

1 Das Konzept Leichte Sprache

„Leicht lesbares Material auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene, dessen Inhalt klar vermittelt wird, hilft jedem Menschen, nicht nur denen mit Lese- und Schreibproblemen. “ (Freyhoff1998, 7)

Unsere Welt birgt zahlreiche sprachliche Barrieren. Überall kann man auf Formulierungen treffen, die nur schwer verständlich und interpretierbar sind - in Bereichen wie der Politik, der Wirtschaft, Wissenschaft, Technik, Hygiene, Recht, dem Zusammenleben, der Presse und in vielen anderen mehr (vgl. Langer et al. 2006, 15). „Die hochdeutsche Sprache [ist] von Verwirrung bedroht“, betont Illgner (2001, 7) und kritisiert die Verwendung von Anglizismen, Mode-, Fach- und Fremdwörtern sowie die Unverständlichkeit der Sprache (vgl. ebd., 7f.) So haben es Bürger, die sich informieren und kundig machen möchten, oftmals nicht leicht: Sie treffen auf verschachtelte Satzkonstruktionen, verworrene Gedankengänge und weitschweifige sowie umständliche Erklärungen - auf schwer zu verstehende Informationen (vgl. Langer et al. 2006, 15; Wagner; Kämpf de Salazar 2004, 207). Eine schwer zu verstehende Information lässt sich jedoch nicht inhaltlich begründen - „Der Inhalt ist meistensgar nicht so kompliziert. Er wird erst kompliziert gemacht.“ (Langer et al. 2006, 16). Die Verantwortung, ob Sachverhalte komplex und schwierig dargestellt sind, liegt demzufolge vorwiegend bei den Autoren von Texten, Berichten etc., dem Gesprächspartner oder meinem Gegenüber. Zudem betonen Schlenker-Schulte (vgl. 2004b, 199), dass Sachinformationen sprachlich unterschiedlich komplex, jedoch inhaltlich gleichwertig formuliert werden können. Eine einfache Darstellung bezüglich der Inhalte von Informationen, Texten, 30Berichten und Broschüren etc. ist demnach grundsätzlich möglich. Dies beweist beispielsweise Stephen Hawking mit seiner einfach formulierten Ausarbeitung der Relativitätstheorie „Eine kurze Geschichte der Zeit“ (vgl. Wagner; Kämpf de Salazar 2004, 207).

Der Gebrauch einer schwer verständlichen Sprache wirft die Frage auf, aus welchem Grund sich viele Menschen so schwer verständlich ausdrücken. In der Literatur finden sich häufig folgende Antworten und Gründe (vgl. ebd., 16f.; Wagner; Kämpf de Salazar 2004, 207; Hellbusch 2005, 98): Zunächst sind sich viele Menschen ihrer schwer verständlichen Sprache nicht bewusst und reflektieren ihren Sprachgebrauch folglich auch nicht. Einige Personen intendieren zudem, durch einen komplizierten Sprachstil ihre fachlichen Kompetenzen hervorzuheben sowie Anerkennung und Achtung zu erlangen. Andere wiederum errichten absichtlich sprachliche Barrieren, um die Sprach-Empfänger zu verwirren und in Unwissenheit zu belassen (z.B. das Kleingedruckte in Verträgen) oder eigene Interessen durchzusetzen. Den Hauptgrund bezüglich des Gebrauchs einer schweren Sprache sehen Langer et al. jedoch darin, dass viele Menschen nicht wissen, wie sie sich einfach und verständlich ausdrücken können, denn „sie haben es nie gelernt.“ (Langer et al. 2006, 17) Der Einsatz einer leichteren Sprache und das Verfassen verständlicher Texte sind jedoch von großer Bedeutung: Für viele Menschen stellen sie die Voraussetzung dar, „sich im Alltagsleben orientieren zu können.“ (Kupke; Schlummer 2010, 68) Besonders Menschen mit Lernschwierigkeiten benötigen zur Alltagsbewältigung eine leichte Sprache und verständliche Texte: Sie eröffnen ihnen die Möglichkeit „selbstständig die eigenen Interessen zu verfolgen und so ihre Persönlichkeitsentwicklung voranzutreiben.“ (ebd.)

Eine leicht verständliche Sprache und Verständlichkeit spielt bezüglich der Teilhabe an Informationen und am alltäglichen Leben eine immer größer werdende Rolle. Mittlerweile ist das sogenannte Konzept Leichte Sprache entwickelt worden, das einen wesentlichen Beitrag zum Abbau sprachlicher Barrieren leisten kann und sich im Besonderen den Belangen der Menschen mit Lernschwierigkeiten widmet. Was Leichte Sprache genau bedeutet, wie es zu der Forderung nach dem Gebrauch einer leicht verständlichen Sprache kam, welche Regeln es in Bezug auf das Konzept Leichte Sprache zu beachten gilt und inwiefern diese Regeln in die Praxis umgesetzt werden können, soll daher in den folgenden Kapiteln beleuchtet und anschließend kritisch reflektiert werden.

2. Leichte Sprache in der Theorie

2.1 Begriffsklärung „Leichte Sprache“

Sprache ist ein bedeutsames Element alltäglicher in unserem Leben. Durch Sprache drücken wir uns aus, teilen etwas mit. Sobald das Mitgeteilte jedoch nicht verstanden wird, sind unsere Bemühungen vergebens und der bezweckte Kommunikationsprozess gescheitert (vgl. Miles-Paul 2008, 4). Leichte Sprache soll die Verwirklichung eines Kommunikationsprozesses für alle ermöglichen. Dies impliziert: „Man schreibt oder sagt etwas so, dass es jeder verstehen kann.“ (Wessels 2008, 264) Eine Betroffene unterstreicht zudem: „Bei Leichter Sprache ist wichtig, dass man es gut verstehen kann. Was es heißen soll. Um was es geht. [...] Dann verstehen auch Menschen ohne Behinderung besser um was es geht. Wenn die Sätze einfach geschrieben sind. Gute Erklärungen, was es heißen soll. Beispiele, was es heißen soll.“ (Mensch zuerst 2008, o.S.) Dementsprechend konstatiert das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen Rheinland-Pfalz (MASGFF):

Mit Leichter Sprache wird eine barrierefreie Sprache bezeichnet, die sich durch einfache, klare Sätze und ein übersichtliches Schriftbild auszeichnet. Sie ist deshalb besser verständlich, besonders für Menschen mit Lernschwierigkeiten oder mit Behinderungen. [...] Zu Leichter Sprache gehören immer erklärende Bilder, Fotos oder Grafiken. (MAGFF 2008, 6; 11)

Da Leichte Sprache von Menschen mit Lernschwierigkeiten angeregt sowie verbreitet wurde und es diesbezüglich bisher weder wissenschaftliche Definitionen noch wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Forschung gibt, sollte die definitorische Macht m.E. bei den Betroffenen liegen.

Aufgrund der bereits beschriebenen vielfältig vorhandenen Kommunikations- und Informationsbarrieren bezweckt das Konzept Leichte Sprache, Texte ohne Verständnisbarrieren entstehen zu lassen. Dies gewährleistet eine schnelle(re) und einfache(re) Informationsaufnahme für alle Menschen (vgl. Prinz; Bierstedt 2004, 249). Vor allem Menschen mit Lernschwierigkeiten soll somit ermöglicht werden, sich frei und ohne fremde Hilfe in ihrem Alltag bewegen bzw. ihren Alltag bewältigen zu können - Tagesnachrichten lesen, Konsumenteninformationen einholen, Rechte und Verpflichtungen kennenlernen, Dienstleistungsangebote wahrnehmen, öffentliche Verkehrsmittel nutzen sowie Freizeitangebote in Anspruch nehmen, stellen lediglich einige tägliche Aufgaben dar, die im Hinblick auf die Umsetzung Leichter Sprache überwiegend selbstbestimmt gemeistert werden könnten (vgl. Freyhoff et al. 1998, 10). Menschen mit Lernschwierigkeiten werden auf diese Weise neue Erfahrungs- und Lernprozesse eröffnet (vgl. Wessels 2008, 265f.). „Neben der Bedeutung des Einsatzes von leichter Sprache im Alltag - zur lebenspraktischen Bewältigung - zielt leichte Sprache [also] besonders auch ab auf die Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit.“ (Kupke; Schlummer 2010, 71)

Das Konzept der Leichten Sprache hat es sich zur Aufgabe gemacht, „komplexe Sachzusammenhänge einfach und verständlich darzustellen“ (Miles-Paul 2008, 4), damit jeder Mensch Zugang zu Informationen erhalten kann. Das einfache und verständliche Darstellen von Sprache kann anhand festgelegter „Kriterien Leichter Sprache“ erfolgen, die vom Netzwerk Leichte Sprache[1] ausgearbeitet wurden und gleichzeitig als Leitfaden zum Verfassen von u.a. leicht lesbarer/ verständlicher Texte dienen. Diese Kriterien finden sich u.a. in dem vom „Mensch zuerst - Netzwerk People First“ herausgegebenen wieder. Die Herstellung eines leicht lesbaren Texts ist laut Freyhoff et al. (1998, 8) dann erreicht, wenn er „nur die wichtigste Information enthält und auf die direkteste Weise präsentiert wird, so dass er die größtmögliche Zielgruppe erreicht.“ Das Leichte Sprache Konzept lässt sich jedoch nicht nur auf textuelle Medien reduzieren: „Die Vielfältigkeit der Medien und ihre stetige Weiterentwicklung sollten ebenfalls Beachtung finden.“ (Kupke; Schlummer 2010, 71). Alternative Medien, wie das Internet, Hörkassetten oder Videos sind demnach ebenfalls in einer leicht verständlichen Sprache zu gestalten. So kann gleichzeitig einem Ausschluss von z.B. Menschen, die nicht lesen können, entgegengewirkt werden.

In dem Wörterbuch von Mensch zuerst wird hervorgehoben, dass Leichte Sprache kein starres Konzept darstellt, sondern aufgrund des fortwährenden Wandels der Sprache einer ständigen Weiterentwicklung bedarf (vgl. Mensch zuerst 2008, o.S.). Bezüglich Leichter Sprache wird zudem die Abwendung von einer kindlichen oder banalen Sprache betont - Leichte Sprache verlangt eine angemessene (Aus)Formulierung, da z.B. viele Informationen für Erwachsene mit Lernschwierigkeiten bestimmt sind (vgl. Freyhoff et al. 1998, 8; Reiter 2010, o.S.).

Wie schon vorangehend erläutert, ist das Konzept der Leichten Sprache von Menschen mit Lernschwierigkeiten initiiert wurden und aus der Praxis heraus entstanden. Bisher bestehen keine wissenschaftlichen Definitionen und Erkenntnisse aus der Forschung. Eine Betrachtung anderer theoretisch erforschter Modelle, die sich der Verständlichkeits- sowie Lesbarkeits-Thematik von Texten widmen, zeigt jedoch, dass das Konzept Leichte Sprache vergleichbare Aspekte hinsichtlich einer verständlichen Gestaltung aufweist (vgl. Schlummer; Kupke 2010, 69). Diesbezüglich lässt sich insbesondere das von Langer, Schulz von Thun und Tausch entwickelte Hamburger-Verständlichkeitsmodell hervorheben. Das psychologisch ausgerichtete Modell geht davon aus, dass die Verständlichkeit eines Texts durch die äußere Gestaltung und Wortwahl statt vom Inhalt bestimmt wird. Verständlichkeit wird somit als eine textimmanente Eigenschaft betrachtet, die über folgende Textmerkmale erfasst werden kann: „Einfachheit“, „Gliederung/ Ordnung“, „Kürze/ Prägnanz“, „Anregende Zusätze“ (vgl. ebd.; Langer et al. 16ff.). Es lässt sich festhalten, dass diese Merkmale ebenfalls wichtige Kriterien des Konzepts Leichte Sprache widerspiegeln (vgl. Schlummer; Kupke 2010, 69). Das Konzept der Leichten Sprache berücksichtigt jedoch insbesondere die Bedürfnisse und Belange der Personengruppe „Menschen mit Lernschwierigkeiten“, der in der Verständlichkeitsforschung bisher noch keine Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Für eine Verständlichkeitserleichterung von u.a. Informationen, Texten und Sprache für Menschen mit Lernschwierigkeiten ist das Heranziehen des Konzepts Leichte Sprache also durchaus folgerichtig.

2.2 Ursprung und Verbreitung

Oder haben Sie sich noch nie über einen komplizierten Brief vom Amt oder eine unverständliche Gebrauchsanweisung geärgert?" (Göbel 2009, o.S.)

Die Idee bezüglich des Konzepts Leichter Sprache entstand in erster Linie im Rahmen des Modellprojekts „Wir vertreten uns selbst!“ von Dezember 1997 bis November 2001. Hier trafen die an dem Projekt teilnehmenden Menschen mit Lernschwierigkeiten vermehrt auf schwer verständliche Briefe sowie Vorträge und Reden bei Kongressen. Eine Mitsprache oder Beteiligung an Entscheidungen war somit kaum möglich. Diese Problematik veranlasste die Mitwirkenden des Modellprojekts, für sich eine leicht verständliche Sprache einzufordern (vgl. Wessels 2005, 229). Aus dieser Forderung entstand die Idee des Stoppschilds „Halt! Leichte Sprache“ (siehe Abbildung 2, S. 36), das immer dann zum Einsatz kommen soll, sobald ein Zuhörer während einer Rede auf Unverständliches trifft, wie z.B. auf Fremdwörter oder inhaltlich unklar Dargestelltes. Der Redner wird somit aufgefordert Worte und Formulierungen so zu wählen, dass seine Gedanken für die Zuhörenden nachvollziehbar sind. Auf diese Art und Weise ist mit Hilfe des Stoppschilds ein beidseitiger Lernprozess erreichbar - dem Zuhörer ist eine Auseinandersetzung mit der in der Rede angesprochenen Thematik möglich und der Redner lernt, sich einfacher auszudrücken (vgl. Kupke; Schlummer 2010, 68). Die Forderung der im Modellprojekt Mitarbeitenden nach einer leichteren Sprache führte zum anderen zu der Entwicklung der bereits im vorangegangenen Kapitel erwähnten Standards bzw. Kriterien Leichter Sprache, mit denen Dokumente in eine verständlichere Sprache verfasst werden können. Diese Regelungen entstanden gemeinsam mit dem Netzwerk Leichte Sprache, das maßgeblich an der Verbreitung des Konzepts Leichte Sprache beteiligt ist: Das Netzwerk Leichte Sprache[2] gründete sich 2006 und setzt sich zusammen aus Mitgliedern in Deutschland und Österreich. Neben Selbstvertretungsgruppen wie Mensch zuerst und Wibs - Wir bestimmen und beraten selbst kämpfen ebenfalls Privatpersonen für die Verbreitung und Anerkennung des Konzepts Leichte Sprache, indem sie u.a. Schulungen bezüglich der Thematik „Leichte Sprache“ durchführen oder schwer verständliche Dokumente in leicht verständliche Sprache übersetzen. Ziel des Netzwerks ist es, über das Konzept Leichte Sprache zu informieren und aufzuklären. So lernen sowohl Menschen mit als auch ohne Behinderung in den von den Mitgliedern des Netzwerks durchgeführten Schulungen z.B., weshalb Leichte Sprache wichtig ist und wie Texte leicht lesbar und verständlich gestaltet werden können (vgl. Mensch zuerst 2008, 247ff.). Um eine Verbreitung des Konzepts und Teilhabechancen von Menschen mit Lernschwierigkeiten in Deutschland und Österreich weiterhin voranzutreiben, fordert das Netzwerk Leichte Sprache „dass es alle wichtigen Informationen auch in Leichter Sprache gibt. Zum Beispiel: Anträge auf den Ämtern, Gesetze, Gebrauchsanleitungen, Informationen in den Zeitungen, im Radio und im Fernsehen.“ (Göbel 2009, o.S.)

Auf europäischer Ebene erhielt die Thematik „Leichte Sprache“ Einzug durch die von der „Formely International League of Societies for Persons with Mental Handicap“ (ILSMH) entwickelten und im Jahre 1998 veröffentlichten „Europäischen Richtlinien für die Erstellung von leicht lesbaren Informationen für Menschen mit geistiger Behinderung.“ Die Richtlinien sind vorwiegend bestimmt für Mitarbeiter von Einrichtungen, Organisationen, Institutionen und Regierungen. Mit der Herausgabe der Richtlinien erhofft sich die ILSMH eine Unterstützung bei der Erarbeitung leicht lesbarer Materialien zu bieten und betont, dass inhaltlich und äußerlich einfach gestaltete Dokumente jedem Menschen helfen (vgl. Freyhoff et al. 1998, 7). Eine Übersetzung der Richtlinien in alle in der europäischen Union vorhandenen Sprachen (vgl. Kupke; Schlummer 2010, 70) verdeutlicht die Relevanz des Gebrauchs einer leicht verständlichen Sprache. Im Rahmen des von Inclusion Europe initiierten Projekts „Pathway - Wege zur Erwachsenenbildung für Menschen mit Lernschwierigkeiten“ wurden, unter Berücksichtigung der europäischen Richtlinien, neue europäische Regeln zur Erstellung leicht lesbarer und leicht verständlicher Informationen ausgearbeitet (Inclusion Europe 2009a, Iff.). Inclusion Europe ist eine gemeinnützige Organisation, die sich auf europäischer Ebene für die Rechte und Belange von Menschen mit Lernschwierigkeiten und deren Familien einsetzt (vgl. ebd. 2010a, o.S.). Das Thema „Leichte Sprache“ ist auch für Inclusion Europe ein wichtiges Anliegen. So entwickelte die Organisation ein Symbol (siehe Abbildung 3, S. 36), das leicht lesbare/ verständliche Texte kennzeichnen soll. Die Kennzeichnung anhand des Symbols ist nach Inclusion Europe jedoch erst dann vorzunehmen, nachdem der betreffende Text von einem Menschen mit Lernschwierigkeiten auf leichte Sprache überprüft und als leicht verständlich empfunden wurde. Inclusion Europe sieht Menschen mit Lernschwierigkeiten als Experten in eigener Sache und arbeitet daher stets eng mit ihnen zusammen (vgl. ebd. 2010b, o.S.).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Stoppschild „Leichte Sprache“ (entnommen aus: Mensch zuerst 2010, o.S.)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Symbol „Leichte Sprache“ (entnommen aus: Inclusion Europe 2009c, o.S.)

Öffentlichkeitsarbeit

Trotz der soeben aufgeführten Vereine und Organisationen, die sich in einem hohen Maße für Leichte Sprache einsetzen sowie die Bekanntmachung des Konzepts durch verschiedene Aktionen forcieren, ist der diesbezügliche Informationsstand noch sehr gering. Auf Forderungen nach einer Nutzung einer leichteren Sprache wird sowohl in öffentlichen als auch in wissenschaftlichen Bereichen, aber auch in Behindertenverbänden kaum eingegangen. So kommentiert Neubert im Hinblick auf eine barrierefreie Kommunikation und Information: „Dieses Thema ist sehr wichtig, aber findet in der Bevölkerung und der Gesellschaft leider viel zu wenig Rückhalt und Resonanz.“ (Neubert 2004, 22) In Anbetracht des Personenkreises „Menschen mit Lese- oder Sprachschwierigkeiten“, zu dem nicht nur Menschen mit Lernschwierigkeiten zählen, sondern auch Erwachsene mit Analphabetismus (ab dem 15 Lebensjahr ca. 6,3 %), Menschen mit einer sogenannten Lese-Rechtschreibschwäche (ca. 10%) und eine Vielzahl von Menschen mit Migrationshintergrund (vgl. Hellbusch 2005, 20), wird die Relevanz und die Notwendigkeit einer intensiveren Verbreitung des Leichte Sprache Konzepts jedoch deutlich. Es bedarf demnach einer „allgemeine[n] Aufklärungsund Sensibilisierungsarbeit“ (Blaha 2009, 17) - der verstärkten Öffentlichkeitsarbeit hinsichtlich dieser Thematik. Um möglichst viele Menschen zu erreichen, wäre eine Verbreitung des Konzepts Leichte Sprache über Medien wie Fernsehen, Radio, Internet oder Presse eine sinnvolle Vorgehensweise. Durch u.a. Diskussionen, Informationen und Interviews kann zum einen ein Bewusstsein für den Gebrauch einer einfachen Sprache erreicht, zum anderen aufgezeigt werden, welche Zugangsmöglichkeiten sie den betroffenen Menschen eröffnet. Besonders Menschen mit Lernschwierigkeiten selbst (Einzelpersonen oder Selbstvertretungsgruppen) sollten verstärkt in die Öffentlichkeitsarbeit mit einbezogen werden bzw. an die Öffentlichkeit treten. Denn nur sie als Experten in eigener Sache können veranschaulichen, welche Schwierigkeiten kompliziert dargestellte Inhalte ihnen bereiten und welche Vorteile ihnen eine verständliche Sprache bringt. Sie sollten zudem auf bereits errungene Fortschritte im Hinblick auf die Umsetzung von Leichter Sprache hinweisen, da eine Darstellung positiver Beispiele in der Öffentlichkeit laut Degener und Dick (vgl. 2003, 162) besonders wichtig ist - vor allem Betroffene werden hierdurch dazu animiert weiter für ihre Belange, Rechte und Anliegen zu kämpfen. Engagement und eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit durch Menschen mit Lernschwierigkeiten könnten weiterhin in der Bevölkerung vorhandene Vorurteile abbauen (vgl. Terfloth 2005, 239ff.).

Um über Leichte Sprache und eigene Erfahrungen sprechen zu können, müssen Menschen mit Lernschwierigkeiten jedoch oftmals zunächst selbst an das Konzept der Leichten Sprache sowie die Idee der Selbstbestimmung und -vertretung herangeführt werden (vgl. Theunissen 2006, 30). Aufgrund unzureichender Informiertheit und der immer noch vorherrschenden Machtausübung vieler Einrichtungen und Fachkräfte, weiß ein Großteil der Menschen mit Lernschwierigkeiten nicht um sein Rechte oder andere Selbstverwirklichungsmöglichkeiten. Einrichtungen und Fachkräfte müssen demnach ebenfalls über das Leichte Sprache Konzept informiert sowie dafür sensibilisiert werden und es als elementares Instrument zur Ermöglichung von Teilhabe für Menschen mit Lernschwierigkeiten anerkennen. So können sie die Betroffenen z.B. an Selbstvertretungsgruppen oder Betroffenen-Beratungen (Peer-Couseling - Beratung Betroffener durch Betroffene) verweisen oder auf in einer leichten Sprache verfasste Informationsquellen (u.a. Faltblätter, Internetseiten) aufmerksam machen, die über Konzepte wie das der Leichten Sprache informieren und aufklären (Miles-Paul 2006, 3 Iff.).

Eine intensive Öffentlichkeitsarbeit z.B. in den Medien, in Organisationen des öffentlichen Lebens, bei Trägern der Behindertenhilfe oder in Bildungseinrichtungen, ist also dringend notwendig, um eine Verbreitung, Bewusstseinsbildung, Änderung alter Gedankenmuster und Anerkennung des Konzepts Leichte Sprache zu erreichen und „um unseren Wohn-, Stadt- und Lebensraum [langfristig] barrierefrei und für alle Menschen nutzbar zu machen [...].“ (Blaha 2009, 17)

2.3 Methoden und Regelungen

Das Konzept der Leichten Sprache ist eine Methode, um leicht lesbare Dokumente anzufertigen. Laut Bamberger und Vanecek (1984, 19) ist das Kriterium „Lesbarkeit“ abhängig von drei sich wechselseitig beeinflussenden Faktoren: dem Leserfaktor, der inhaltlichen Schwierigkeit und der Textgestaltung. Diese drei Faktoren können als Orientierungspunkte zur Herstellung eines leicht lesbaren Dokuments betrachtet werden und dienen im Folgenden zur Strukturierung. Die nachstehend aufgeführten Regelungen beziehen sich überwiegend auf schriftliche Dokumente. Sie schließen gesprochene Sprache jedoch nicht aus, sondern sollten in dieser ebenso Berücksichtigung finden.

2.3.1 Leserfaktor

Bedeutend für die Lesbarkeit von Texten sind die individuellen Charakteristika des Lesers wie beispielsweise Bildungsgrad, Vorwissen, Lesefertigkeit, Motivation und Interessen (vgl. Bamberger; Vanecek 1984, 20; Rickheit 1995, 19). Beim Verfassen eines Texts ist es von großer Relevanz, diese Eigenschaften zu berücksichtigen. Die Aufgabe des Autors besteht daher zunächst „in einer lesergruppenspezifischen Analyse, die im Besonderen das leserspezifische Vorwissen, bezogen auf bereits bestehendes Weltwissen und Lesekompetenz, beinhalten sollte.“ (Kupke; Schlummer 2010, 69) Um Diskriminierung und Benachteiligung zu umgehen, sollte eine Orientierung an der Adressatengruppe mit den geringsten Lesevoraussetzungen erfolgen. Es darf jedoch auch keine Unterforderung aufgrund zu geringer Leseanforderungen entstehen, da hierdurch die Lesemotivation vermindert würde (vgl. Wessels 2005, 231).

2.3.2 Inhalt

Der inhaltliche Schwierigkeitsgrad eines Schriftstücks ist nicht objektiv messbar, da er ebenfalls von persönlichen Faktoren (z.B. dem Alter und Erfahrungen) abhängt (vgl. Bamberger; Vanecek 1984, 50). Hinsichtlich der Anfertigung eines leicht lesbaren Texts ist eine inhaltliche Ausrichtung an den Eigenschaften der Adressatengruppe demnach von großer Wichtigkeit. Der Autor kann hierbei den Leitfragen „für wen schreibe ich und was ist für diese Person/ Gruppe interessant und bedeutsam“ folgen. Für Menschen, die nicht so gut lesen können, kann es z.B. durchaus sinnvoller sein, den Inhalt größtenteils über Bilder zu vermitteln (vgl. Freyhoff et al. 1998, 11f.). Obwohl sich der inhaltliche Schwierigkeitsgrad nicht objektiv messen lässt, kann als Anhaltspunkt für inhaltliche Schwierigkeit jedoch die Faktendichte (Menge der Informationen) genannt werden (vgl. Bamberger; Vanecek 1984, 50). Je mehr Informationen der Text bzw. ein Satz enthält, desto schwieriger gestaltet er sich also inhaltlich. Weil Menschen mit Lernschwierigkeiten häufig Verstehens- und Gedächtnisprobleme aufweisen, sollte ein Satz nicht zu viele Informationen beinhalten. Wessels u.a. betont diesbezüglich, dass lediglich eine Aussage pro Satz auftreten sollte (vgl. Wessels 2005, 232; MAGFF 2008, 8ff.). Zur Veranschaulichung und als Unterstützungsinstrument in Bezug auf die Reduzierung der Faktendichte kann das Wörterbuch für Leichte Sprache herangezogen werden. Des Weiteren ist besonders im Hinblick auf Menschen mit Wahrnehmungsstörungen und eingeschränktem Kurzzeitgedächtnis eine klare, einfache und übersichtliche inhaltliche Strukturierung zu schaffen - der sogenannte rote Faden zu behalten. So wird der Inhalt als sinnvoll empfunden und kann durch den Leser leichter nachvollzogen werden (vgl. Freyhoff et al. 1998, 12; Fix 2003, 7).

Während das Schreiben über einfache und konkrete Sachverhalte häufig leicht fällt, gestaltet es sich, mit der Intention, dass jeder Adressat das Geschriebene versteht, bei abstrakten Thematiken als problematisch. Daher sollten sehr abstrakte Gedanken gemieden oder aber durch am Alltag der Lesergruppe orientierte Beispiele oder Vergleiche veranschaulicht werden, denn „praktische Beispiele können dabei helfen, daß Menschen abstrakte Begriffe verstehen und Informationen in Beziehung zu Situationen aus ihrem eigenen Leben setzen.“ (Freyhoff et al. 1998, 12) Weist ein Text eine hohe Informationsmenge auf (z.B. juristische Texte), gestaltet sich die Formulierung des Inhalts in eine leicht lesbare Form ebenfalls schwierig. Inhaltliche Einschränkungen zugunsten der Lesbarkeit sind hier vom Autor in Kauf zu nehmen. Der Verfasser eines leicht lesbaren Dokuments muss in dieser Situation „zwischen juristischer Exaktheit und leichter Verständlichkeit für die Zielgruppe ein Kompromiss [..] suchen“ (Fix 2003, 6). Wessels (vgl. 2005, 232) fügt ergänzend hinzu, dass der Fokus stets auf der Funktion eines Texts liegen und als Kriterium dienen sollte.

2.3.3 Textgestaltung

Leichte Sprache verfolgt das Ziel z.B. Informationen sprachlich einfach darzustellen. Sprachliche Einfachheit bedeutet, wie bereits erwähnt, jedoch nicht sich banal oder „kindlich“, sondern entwicklungs- und altersgerecht auszudrücken (vgl. Freyhoff et al. 1998, 8). Im Folgenden soll erläutert werden, welche weiteren sprachlichen Aspekte mit besonderer Berücksichtigung des Personenkreises „Menschen mit Lernschwierigkeiten“ auf der Wort-, Satz- und Textebene während des Verfassens eines leicht lesbaren Dokuments bedacht werden sollten:

Wortebene

In Bezug auf Menschen mit Lernschwierigkeiten kann zumeist von einem eingeschränkten, funktionalen und alltagsgebundenen Wortschatz sowie möglicherweise von Wahrnehmungsverarbeitungsstörungen ausgegangen werden (vgl. Wessels 2005, 233; Freyhoff et al. 1998, 9). Daher ist beim Verfassen eines Texts in leichter Sprache bezüglich dieser Zielgruppe die Verwendung einfacher, alltagsnaher Wörter besonders wichtig: Je geläufiger dem Lesenden ein Wort ist, umso verstehbarer ist es für ihn (vgl. Wessels 2005, 232). Auf diesem Weg trägt der Gebrauch bekannter Wörter sowohl zur Verkürzung des Lese- als auch zur Erleichterung des Verstehensprozesses bei. Eine Orientierung an alltäglichen Wörternimpliziert zumeist auch, dass Fremd-, sowie Fachwörter möglichst gemieden werden sollten. Es sei denn sie gehören zum Alltag der Zielgruppe (z.B. das Wort „Beat“ bei Jugendlichen). Gestaltet sich die Nutzung von Fremd- oder Fachwörtern als unumgänglich, ist eine Erläuterung empfehlenswert (vgl. MAGFF 2008, 9; Freudenstein 2003, 103). Erklärungen sind ebenso im Hinblick auf schwierige Begriffe [3] wie beispielsweise „Verordnung“, „inoffiziell“ oder „chronisch“ hinzuzufügen (vgl. Mensch zuerst 2008, 224). Um schwierige Wörter (wieder-)zu erkennen, kann u.a. eine farbliche Markierung erfolgen (vgl. Hellbusch 2005, S. 112)

Weiterhin beeinflusst die Wortlänge einen Text hinsichtlich seiner Verständlichkeit: So sind Wörter, die mehr als drei Silben aufweisen wie beispielsweise das Wort „Eisenbahnschiene“ schwieriger zu begreifen (vgl. Wessels 2005, 233). Aus diesem Grund raten Freyhoff et al. (vgl. 1998, 13) lange Wörter, welche schwer les- und aussprechbar sind, bei der Erstellung eines leicht lesbaren Dokuments zu vermeiden. Das „Wörterbuch für Leichte Sprache“ befürwortet im Hinblick auf längere Wortkonstruktionen eine Trennung durch einen Bindestrich (z.B. Bundes-Gleichstellungs-Gesetz).

Relevant bezüglich Leichter Sprache ist außerdem, dass der Autor stets lediglich ein Wort zur Bezeichnung eines Begriffs (Rechner, PC,Computer), aktive Wörter („Morgen essen wir einen Kuchen“ statt „Morgen wird ein Kuchen gegessen“) sowie vermehrt aktive Verben an Stelle von substantivierten Verben (Nicht „Heute ist Ninas Geburtstagsfeier“, sondern „Heute feiern wir Ninas Geburtstag“) benutzt. Ein aktiver Wortschatz belebt sowie erleichtert eine schriftliche Ausarbeitung und kann sich zugleich positiv auf die Motivation des Lesers bzw. Zuhörers auswirken (vgl. u.a. Mensch zuerst 2008, 224; Hellbusch 2005, S. 113; Wessels 2005, 233).

Um einen Text auf der Wortebene leicht lesbar bzw. verstehbarer zu gestalten, sollte des Weiteren auf Genitive, Konjunktive sowie Wortabkürzungen verzichtet werden, da ihr Einsatz bei Menschen mit einem geringen Wortschatz Missverständnisse und Verwirrung auslösen könnte. Aus demselben Grund sollten Autoren eine positive Sprache gebrauchen, die Verneinungen und eine negative Sprache ausschließt (Vermeidung des Wortes „nicht“ - Besser „Bernd ist gesund“, als „Bernd ist nicht krank“ schreiben). Ein positiver Sprachgebrauch erhöht zusätzlich die Lesemotivation und steigert den Lesefluss (vgl. Freyhoff et al. 1998, 13; Wessels 2005, 233; Mensch zuerst 2008, 225).

Letztendlich machen das Wörterbuch für Leichte Sprache sowie Freyhoff et al. (vgl. 1998, 14) darauf aufmerksam, dass - solange nicht in die Alltagssprache integriert - Redewendungen und bildlicher Sprache im Hinblick auf die Zielgruppe der Menschen mit Lernschwierigkeiten mit Vorsicht begegnet werden sollte, da sie diese falsch verstehen sowie wörtlich nehmen könnten (vgl. Mensch zuerst 2008, 226).

Sprachebene

Ausschlaggebend für eine einfachere Verarbeitung eines Texts ist die Länge eines Satzes (vgl. Wessels 2005, 233): „Eine optimale Textverständlichkeit wird bei einer durchschnittlichen Satzlänge von ca. 10 Worten erreicht. Eine Satzlänge von 10 bis 15 Wörtern ist zu empfehlen; mehr als 20 Worte sollte kein Satz enthalten.“ (Hellbusch 2005, S. 113) Um also einen Text leicht verständlich zu gestalten, sollten kurze Satzkonstruktionen gebildet werden. Hierbei sind Hauptsätze Nebensätzen vorzuziehen, da Nebensätze als verwirrend empfunden werden könnten (vgl. Freudenstein 2003, 103f.; MAFGG 2008, 9 Hellbusch 2005, 114). Auch Satzzeichen wie beispielsweise Kommata oder Gedankenstriche sind im Rahmen Leichter Sprache für Menschen mit Lernschwierigkeiten überflüssig und sollten daher ausgelassen werden. Eine einfache Zeichensetzung, die z.B. Punkte am Satzende und Aufzählungszeichen (keine Aufzählungsstriche) beinhaltet, ist dementsprechend ausreichend (vgl. Wessels 2005, 233; Hellbusch 2005, 114).

In Bezug auf die Gliederung der Sätze unterstreicht Fix, dass das Subjekt („Der Mann“) stets den Satz einleiten und auf das Geschehen („geht in den Zoo“) - an zweiter Position - überleiten sollte. Durch einen einfachen Satzaufbau können Probleme in der syntaktischen Sprachentwicklung kompensiert werden (vgl. Fix 2003, 8; Wessels 2005, 233). Hiermit einhergehend lässt sich die Problematik des Gebrauchs von (kompliziert) verschachtelten Sätzen nennen: „[...] Schachtelsätze verwirren. Umklammerungen des Satzobjektes durch auseinander gerissene Verben setzen voraus, dass der Leser sich den Satzanfang so lange merken kann, bis das Satzende kommt.“ (Hellbusch 2005, S. 114)

Damit Sätze z.B. von Leuten mit beschränktem Kurzzeitgedächtnis leichter verstanden werden, können sogenannte Redundanzen (Informationswiederholungen) in den Text integriert werden. Enthält ein Text wenig Informationswiederholungen, erschwert er zum einen das sinnentnehmende Lesen und führt zum anderen bei ungeübten Lesern zu einer schnell eintretenden Niedergeschlagenheit und Kapitulation. Jedoch sollte in Bezug auf Wiederholungen auf die Häufigkeit der Verwendung geachtet werden, denn regelmäßige Informationswiederholungen können ebenso Desinteresse und Motivationslosigkeit auslösen (vgl. Wessels 2005, 233f.).

[...]


[1] Eine nähere Beschreibung bezüglich des Netzwerks Leichte Sprache erfolgt in Punkt 4.1.2.

[2] Weitere Informationen bezüglich des Netzwerks Leichte Sprache, dessen Zusammensetzung sowie Ziele sind der folgenden Internetseite „http://www.leichtesprache.org“ zu entnehmen.

[3] Viele Erklärungen schwieriger Begriffe sind bereits in dem Wörterbuch für Leichte Sprache vorzufinden.

Ende der Leseprobe aus 43 Seiten

Details

Titel
Das Konzept Leichte Sprache. Theorie und praktische Umsetzung
Hochschule
Universität Erfurt
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
43
Katalognummer
V337876
ISBN (eBook)
9783668268340
ISBN (Buch)
9783668367753
Dateigröße
730 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
konzept, leichte, sprache, theorie, umsetzung
Arbeit zitieren
Master of Arts Linda Winter (Autor), 2010, Das Konzept Leichte Sprache. Theorie und praktische Umsetzung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/337876

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