Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - Pedagogic Sociology

Zur Bedeutung jugend- und kriminalitätstheoretischer Erklärungsansätze in der Sozialen Arbeit

Title: Zur Bedeutung jugend- und kriminalitätstheoretischer Erklärungsansätze in der Sozialen Arbeit

Diploma Thesis , 2004 , 90 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Nadine Reiner (Author)

Pedagogy - Pedagogic Sociology
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Jugend und Jugendkriminalität – ein ständiges Thema in der Gesellschaft und in der Sozialen Arbeit. Dort und auch in den Medien gibt es darüber immer wieder aktuelle Debatten. Das Image der Jugend ist geprägt von Unterschiedlichkeiten und Widersprüchen. In den Medien werden spezifische jugendtypische Verhaltensweisen skandalisiert. „Das Wissen über Jugendliche, über ihre Handlungsmuster und Verhaltensstrategien, ihre Ziele und Ansprüche basiert nicht nur auf Beobachtungen und der Bewertung realer Vorgänge, sondern speist sich nicht zuletzt auch aus dem, was über sie in den Medien berichtet wird. Insbesondere dort, wo die unmittelbare Interaktion mit einem Jugendlichen fehlt und die Kommunikation ausbleibt, dominiert das medial vermittelte Wissen.“ Aktuell in den Diskussionen ist immer wieder die steigende Gewalt von Jugendlichen. Es dreht sich darum, dass die Gewalt von Jugendlichen unterbunden werden soll, z. B. in dem man gewaltverherrlichende Videospiele verbietet. Weiterhin sind Anlässe zur Diskussion Übergriffe von Jugendlichen z. B. an Schulen oder in Heimen. Es stellt sich die Frage, ob die Kriminalität von Jugendlichen tatsächlich zugenommen hat und wenn ja, welche Ursachen dies haben könnte und inwieweit die soziale Arbeit darauf einwirken kann.

Bevor in meiner Diplomarbeit speziell auf die Jugendkriminalität eingegangen wird, thematisiere ich die Jugendphase allgemein. Ich werde die Probleme, die in dieser Phase vorherrschen, aufzeigen. Es werden Theorien dargestellt, die die Entwicklung des Jugendlichen beleuchten und versuchen, die Entstehung von abweichendem Verhalten zu erklären.

Danach werde ich auf abweichendes Verhalten eingehen. Anschließend werde ich mich speziell mit der Thematik „Jugendkriminalität“ auseinander setzen. Hier zeige ich auf, wie sich das kriminelle Verhalten von Jugendlichen im Laufe der Zeit verändert hat. Dann werde ich anhand von Theorien aufzeigen, welche Ursachen für das kriminelle Verhalten gesehen werden können.

Ein wichtiger Teil dieser Arbeit ist der Bezug zur sozialen Arbeit. Es wird aufgezeigt, welche Bedeutung diese Theorien für die soziale Arbeit haben. Außerdem wird in dieser Arbeit aufgezeigt, inwiefern es möglich ist, präventiv der Jugendkriminalität vorzubeugen und wie die soziale Arbeit einen Einfluss darauf haben kann.

Angemerkt werden soll, dass zur Vereinfachung die Formulierungen in männlicher Form verwendet werden, wobei die weibliche Form eingeschlossen ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Jugendphase

2.1 Übergang Kindheitsalter zum Jugendalter

2.2 Übergang Jugendalter zum Erwachsenenalter

3. Theoretische Ansätze zur Analyse der Lebensphase Jugend

3.1 Strukturfunktionalistische und rollentheoretische Ansätze

3.2 Entwicklungsbezogene, psychodynamische Ansätze

3.2.1 Die psychosoziale Entwicklungstheorie nach Erikson

3.2.2 Theoretischer Ansatz nach Piaget

3.3 Systemtheoretische – ökologische Ansätze

3.3.1 Der ökologische Ansatz nach Bronfenbrenner

3.3.2 Der sozialökologische Ansatz nach Baacke

3.3.3 Systemtheoretische Ansätze

3.4 Reflexiv-handlungstheoretische Ansätze

3.5 Sozialisationstheoretischer Ansatz nach Hurrelmann: Individuation und Integration im Jugendalter

3.6 Bedingungen und Folgen misslingender Sozialisation

3.7 Bedeutung der Theorien für die soziale Arbeit

4. Jugendkriminalität

4.1 Zum Begriff Kriminalität

4.2 Zum Begriff Jugendkriminalität

4.3 Entwicklung der Jugendkriminalität

4.3.1 Kritik an den empirischen Befunden

4.4 Unterscheidung nach Kriminalitätsarten

4.5 Sozialprofile der Jugendstraftäter

5. Theorien zur Jugendkriminalität

5.1 Psychoanalytische Ansätze

5.2 Subkulturtheorien

5.2.1 Die Subkulturtheorie nach Cohen

5.3 Anomietheorien

5.3.1 Anomietheorie nach Merton

5.4 Bindungs- und Kontrolltheorien

5.5 Sozialisationstheorien

5.6 Theorien des Labeling Approach

5.6.1 Primäre und sekundäre Devianz nach Lemert

5.6.2 Die Grundlagen des Labeling Approach nach Becker

5.6.3 Der radikale Ansatz nach Sack

5.7 Beurteilung der Theorien in Bezug auf die Soziale Arbeit

6. Kriminalprävention

6.1 Möglichkeiten der Prävention gegen Jugendkriminalität

6.2 Generalprävention

6.3 Spezialprävention

7. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die Bedeutung jugend- und kriminalitätstheoretischer Erklärungsansätze für die Soziale Arbeit. Das Ziel ist es, ein Verständnis für die Lebensphase Jugend sowie die Ursachen von Jugendkriminalität zu entwickeln und aufzuzeigen, wie die Soziale Arbeit präventiv und unterstützend einwirken kann, um delinquentes Verhalten zu minimieren.

  • Analyse der Lebensphase Jugend und ihrer Entwicklungsaufgaben.
  • Darstellung psychologischer und soziologischer Theorien zur Jugend und Jugendkriminalität.
  • Kritische Auseinandersetzung mit Erscheinungsformen und Ursachen von Jugendkriminalität.
  • Diskussion präventiver Strategien und der Rolle der Sozialen Arbeit.

Auszug aus dem Buch

3.1 Strukturfunktionalistische und rollentheoretische Ansätze

In der Psychologie sind diese vor allem die Lerntheorien. Diese Ansätze orientieren sich an dem mechanischen Modell der Beziehungen von Personen zu ihrer Umwelt. Das Verhalten des Menschen wird als Ergebnis der Reaktionen der Umwelt erklärt. Genetische Faktoren und die Auswirkungen von Reifungsprozessen werden nicht berücksichtigt. Die Lerntheorie „geht von der Annahme einer prinzipiell unbegrenzten Formbarkeit der menschlichen Persönlichkeit aus.“ Bei der Geburt eines Menschen sind keine Verhaltensschemata vorgegeben, Verhaltenweisen und Handlungskompetenzen werden somit erst durch Erfahrungen und Lernprozesse aufgebaut.

In der Soziologie sind die wichtigsten Ansätze die Rollentheorien. Eine der wichtigsten Theorien, die lange Zeit vorherrschend war, ist der Strukturfunktionalismus. Der Strukturfunktionalismus ist eine systemische Betrachtungsweise, die sich an dem Gesellschaftserhalt und der sozialen Stabilisierung orientiert. Vorherrschend war hier lange Zeit die jugendtheoretische Analyse von Eisenstadt (1966). „In dieser Konzeption wird Jugend als eine kollektiv organisierte Statuspassage verstanden, in der die strukturell vorgegebene Kluft zwischen den sozialen Motiven und Interessen der Jugendlichen- und der Erwachsenengesellschaft verarbeitet wird.“ Es wird angenommen, dass das Verhältnis von Jugend und Gesellschaft von Problemen und Spannungen geprägt ist. Die Abgrenzung der Jugendlichen zu den Erwachsenen ist eine kulturelle Differenzierung, die damit verbunden ist, dass die Kontakte zu Gleichaltrigen wichtiger werden. Durch den verstärkten Kontakt der Jugendlichen untereinander wird eine „jugendliche Subkultur“ herausgebildet, die eigene Werte, Ziele und Verhaltensmuster hervor bringt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle gesellschaftliche Debatte um Jugendkriminalität und skizziert das Vorhaben, die Lebensphase Jugend sowie Theorien zu abweichendem Verhalten im Kontext der Sozialen Arbeit zu untersuchen.

2. Jugendphase: Dieses Kapitel definiert die Jugendphase als moderne, oft unscharf begrenzte Lebensphase und diskutiert verschiedene Ansätze zur Abgrenzung, wie Altersphasen, Statuspassagen und individuelle Entwicklungsaufgaben.

3. Theoretische Ansätze zur Analyse der Lebensphase Jugend: Es werden zentrale psychologische und soziologische Theorien vorgestellt, die ein Verständnis der Persönlichkeitsentwicklung im Kontext von Umwelt und Sozialisation ermöglichen.

4. Jugendkriminalität: Hier wird Jugendkriminalität als spezifische Form abweichenden Verhaltens definiert, ihre Entwicklung statistisch betrachtet und kritisch hinterfragt.

5. Theorien zur Jugendkriminalität: Dieses Kapitel präsentiert verschiedene Erklärungsansätze für delinquentes Verhalten, darunter psychoanalytische, subkulturtheoretische, anomietheoretische sowie kontroll- und etikettierungstheoretische Modelle.

6. Kriminalprävention: Der Fokus liegt auf Strategien zur Verhinderung von Kriminalität durch Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention und der spezifischen Rolle der Kinder- und Jugendhilfe.

7. Schlussbetrachtung: Die Arbeit fasst zusammen, dass Jugendkriminalität ein komplexes, multifaktorielles Phänomen ist, bei dem die Soziale Arbeit durch Unterstützung, Strukturierung der Lebenswelt und Förderung von Handlungskompetenzen präventiv wirken sollte.

Schlüsselwörter

Jugendphase, Jugendkriminalität, Sozialisation, Persönlichkeitsentwicklung, Sozialarbeit, Prävention, Anomietheorie, Labeling Approach, Delinquenz, Bindungstheorie, Selbstkontrolle, Lebensweltorientierung, Sozialisationstheorie, Subkulturtheorie, Statuspassagen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit befasst sich mit der Bedeutung jugend- und kriminalitätstheoretischer Erklärungsansätze und deren Anwendungsmöglichkeiten in der Sozialen Arbeit.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit thematisiert die Merkmale der Lebensphase Jugend, die Ursachen und Erscheinungsformen von Jugendkriminalität sowie verschiedene wissenschaftliche Theorien zu abweichendem Verhalten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie theoretisches Wissen über Jugend und Kriminalität dazu beitragen kann, die Soziale Arbeit lebensweltorientierter zu gestalten, um Jugendliche in ihrer Entwicklung zu unterstützen und delinquentes Verhalten präventiv zu vermeiden.

Welche wissenschaftlichen Ansätze werden verwendet?

Die Arbeit greift auf eine Vielzahl psychologischer und soziologischer Theorien zurück, darunter psychoanalytische Ansätze, Bindungs- und Kontrolltheorien, den Labeling Approach sowie sozialisations- und subkulturtheoretische Modelle.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Jugendphase, die Darstellung theoretischer Konzepte zur Kriminalitätsentstehung und die Diskussion von Präventionsstrategien im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Jugendphase, Jugendkriminalität, Sozialisation, Prävention, Soziale Arbeit und verschiedene kriminologische Theorieansätze.

Warum ist der Labeling Approach für die Soziale Arbeit von Bedeutung?

Der Labeling Approach verdeutlicht, dass Kriminalität auch ein Produkt gesellschaftlicher Zuschreibungsprozesse ist. Für die Soziale Arbeit bedeutet dies, die Gefahr einer Stigmatisierung durch Etikettierung zu erkennen und die Lebenswelt der Klienten differenziert zu betrachten.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Jugendgerichtsgesetzes (JGG)?

Der Autor ordnet dem JGG primär eine erziehende Wirkung zu, sieht jedoch die Wirksamkeit von repressiven Maßnahmen wie dem Arrest kritisch, da hohe Rückfallquoten zu verzeichnen sind.

Excerpt out of 90 pages  - scroll top

Details

Title
Zur Bedeutung jugend- und kriminalitätstheoretischer Erklärungsansätze in der Sozialen Arbeit
College
University of Applied Sciences Koblenz
Grade
2,0
Author
Nadine Reiner (Author)
Publication Year
2004
Pages
90
Catalog Number
V33805
ISBN (eBook)
9783638341912
Language
German
Tags
Bedeutung Erklärungsansätze Sozialen Arbeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nadine Reiner (Author), 2004, Zur Bedeutung jugend- und kriminalitätstheoretischer Erklärungsansätze in der Sozialen Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33805
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  90  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint