Der Forschungsgegenstand dieser Arbeit liegt in der Untersuchung der Befremdung, des Fremdgefühls und der Artikulation von Heimatlosigkeit in Katharina Hackers Roman „Eine Dorfgeschichte“.
Hingegen des irreführenden Titels ist das Buch ein Manifest einer durch den Krieg heimatlos gewordenen, ehemals tschechischen und der Traditionsgeschichte entwurzelten Familie. Das Gefühl von Fremde zieht sich durch den gesamten Roman und betrifft nicht nur die Familie, sondern zeigt sich auch in der Darstellung der Dorfbewohner, in deren Umgang miteinander bis hin zur Landschaftsbeschreibung, die eher eine feindliche, dem Niedergang geweihte ist.
Um die Heimatlosigkeit und die Befremdung zu versinnbildlichen, habe ich den gesamten Text in Motive eingeteilt und dahingehend analysiert. Diese ergeben sich aufgrund von, auf das Schlagwort hinweisende Begriffe sowie einzelne Textpassagen, die eine, mit dem Motiv verbundene Emotion evozieren.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Darstellung von Fremde im Roman
- Motive
- „Das Unheimliche“ – Sigmund Freud
- Verdrängung und Befremdung
- Bernhard Waldenfels - Die „Ich-Abgrenzung“
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die Befremdung, das Fremdgefühl und die Artikulation von Heimatlosigkeit in Katharina Hackers Roman „Eine Dorfgeschichte“ zu untersuchen. Der Roman erzählt die Geschichte einer durch den Krieg heimatlos gewordenen, ehemals tschechischen Familie, die in einem Odenwälder Dorf ihren Sommer verbringt. Das Gefühl der Fremde zieht sich durch den gesamten Roman und betrifft nicht nur die Familie, sondern auch die Dorfbewohner und die Landschaft.
- Befremdung und Heimatlosigkeit
- Darstellung von Fremde in der Familie und im Dorf
- Motive wie Niedergang, Verdrängung und Krieg
- Die Rolle des Schweigens und der Geheimnisse
- Die Verbindung von Trauma und Geschichte
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Einleitung stellt den Forschungsgegenstand und die Zielsetzung der Arbeit vor. Sie beschreibt den Roman „Eine Dorfgeschichte“ als ein Manifest der Heimatlosigkeit und der Entwurzelung.
Darstellung von Fremde im Roman
Dieses Kapitel analysiert die Darstellung von Fremde im Roman anhand der Familie und der Dorfgemeinschaft. Es wird gezeigt, wie die Familie in dem Dorf, aber auch in der Stadt, wo sie den größten Teil des Jahres verbringt, ein Gefühl der Fremde empfindet.
Motive
Dieses Kapitel behandelt verschiedene Motive, die im Roman eine wichtige Rolle spielen und mit dem Thema „Befremdung“ in Verbindung stehen. Dazu gehören Motive wie Übernatürlichkeit, Heimatlosigkeit, Realitätsflucht, Niedergang, Identität, Unheimlichkeit/Unbekanntes, Ekel, Fremde, Vergessen/Verdrängen und Krieg.
„Das Unheimliche“ – Sigmund Freud
Dieses Kapitel beschäftigt sich mit dem Begriff „Unheimlichkeit“ nach Sigmund Freud. Es wird gezeigt, wie die kognitiven Aspekte des Unheimlichen mit dem Heimatbegriff in Beziehung stehen.
Schlüsselwörter
Die zentralen Schlüsselwörter der Arbeit sind: Befremdung, Fremdgefühl, Heimatlosigkeit, Krieg, Trauma, Schweigen, Familie, Dorf, Landschaft, Motive, "Das Unheimliche", Verdrängung, Niedergang.
Häufig gestellte Fragen
Warum wirkt Katharina Hackers Roman „Eine Dorfgeschichte“ nicht heimatlich?
Trotz des Titels thematisiert der Roman Heimatlosigkeit, Entwurzelung und ein tiefes Fremdgefühl einer durch den Krieg vertriebenen Familie.
Welche Rolle spielt Sigmund Freuds „Das Unheimliche“ in der Analyse?
Freuds Konzept hilft zu erklären, wie Verdrängung und das Gefühl von Fremde in einer eigentlich vertrauten Umgebung (Dorf) zu einer unheimlichen Atmosphäre führen.
Wie wird die Landschaft im Roman dargestellt?
Die Landschaft wird nicht als idyllisch, sondern eher als feindlich und dem Niedergang geweiht beschrieben, was die innere Heimatlosigkeit der Figuren widerspiegelt.
Was sind die zentralen Motive des Romans?
Wichtige Motive sind Kriegstraumata, Schweigen über die Vergangenheit, Realitätsflucht, Ekel und die ständige Suche nach Identität.
Wie gehen die Dorfbewohner mit der fremden Familie um?
Der Umgang ist geprägt von Distanz und gegenseitiger Befremdung, wobei Geheimnisse und das Ungesagte die Interaktionen bestimmen.
- Quote paper
- Winnie Faust (Author), 2015, Heimat und Entfremdung in Katharina Hackers “Eine Dorfgeschichte”. Warum wirkt der Roman nicht heimatlich?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338139