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Die Relevanz sozialen Lernens bei Kindern mit ADHS-Symptomatik

Title: Die Relevanz sozialen Lernens bei Kindern mit ADHS-Symptomatik

Examination Thesis , 2015 , 73 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Linda Groß (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Im Verlauf dieser Arbeit wird auf die Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperak-tivitätsstörung im Allgemeinen sowie auf die Symptomatik, Diagnostik und Therapie eingegangen. Vor allem aber darauf, inwiefern das soziale Lernen, als auch das didaktische Konzept »Soziales Lernen« dazu dienen können, die Symptome der betroffenen Kinder zu lindern.

„Jeder zehnte Junge in Deutschland ist krank. Zu wild und zu laut. Er testet ständig Grenzen. Er kann in der Schule nicht stillsitzen, ist ungeduldig, kann sich nicht konzentrieren, er wird wütend und aggressiv. Er stört. Er provoziert, obwohl er es nicht will, er fühlt sich missverstanden. Er bekommt schlechte Noten. Er ist schwierig und anstrengend für Eltern und Lehrer, so schwierig, dass er irgendwann beim Kinderarzt sitzt und die Diagnose bekommt: ADHS, das Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom. Dann ist der Junge nicht mehr schwierig, sondern krank“ (Hoffmann, Schmelcher 2012, 1).

Die im Zitat beschriebenen Kinder sind in Deutschland den meisten Menschen bekannt und kaum einer weiß nichts mit der Abkürzung ADHS anzufangen. Durch die Medien und die Wissenschaft wird dieses Thema immer wieder kontrovers diskutiert. In neueren Untersuchungen fragen sich einige Wissenschaftler sogar, ob es die Krankheit, so wie wir sie mo-mentan verstehen, überhaupt gibt (vgl. Hüther 2013, Treu 2014, Saul 2015). Sowohl die Vergabe von Medikamenten wie Ritalin wird stetig diskutiert, als auch die Frage, wie wir mit unseren Kindern in Schule und Elternhaus umgehen. Gibt es auch andere Wege die Symptome, die mit einer ADHS in Verbindung gebracht werden, ins Positive zu wenden und das Verhalten der Kinder und ihre Aufmerksamkeit zu verbessern?
Laut des Eckpunktepapiers des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung (2002, Artikel 5) ist eine Verabreichung von Medikamenten im Zusammenhang mit einer ADHS-Symptomatik erst nach einer ausführlichen Diagnostik und wenn alle psychoedukativen und psychosozialen Maßnahmen nicht wirksam waren, in Erwägung zu ziehen.

Excerpt


1. Einleitung

2. ADHS

2.1 Allgemeine Begriffsbestimmung

2.2 Symptomatik

2.3 „Diagnostik“

2.3.1 Klassifikation der ADHS

2.3.2 Diagnoseverlauf

2.3.3 Der Diagnoseverlauf in der Realität

2.4 Auftretenshäufigkeit und Geschlechterverteilung

2.5 Allgemein anerkannte »Ursachen«

2.6 »Komorbide Störungen«

2.7 Zum Sinn und Unsinn des Störungsbegriffs aus pädagogischer Sicht

3. »Klassische« Behandlungsansätze

3.1 Psychotherapeutischer Ansatz

3.2 Verhaltenstherapeutischer Ansatz

3.3 Medikamentöse Behandlung

3.3.1 Nebenwirkungen

3.3.2 Vor- und Nachteile

4. Kritischer Kommentar

5. Soziales Lernen

5.1 Begriffsbestimmung

5.2 Die Relevanz des sozialen Lernens bei ADHS-typischen Verhaltensweisen

5.3 Stellt die medikamentöse Behandlung von ADHS einen Störfaktor für das soziale Lernen dar?

6. ADHS und Schule

6.1 Die Relevanz sozialen Lernens im Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung

6.2 Die Aufgaben des Sonderpädagogen im Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung

7. Zum Umgang mit Kindern mit ADHS-Symptomatik in Schule und Unterricht

7.1 Positive Eigenschaften der Kinder mit ADHS Symptomatik stärken

7.2 Struktur in Klassenraum und Unterricht

8. Das Almprojekt »Via nova« von Prof. Dr. Gerald Hüther

9. Fazit und Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz des sozialen Lernens für Kinder mit ADHS-Symptomatik, hinterfragt kritisch die gängigen Diagnose- und medikamentösen Behandlungsmethoden und erarbeitet pädagogische Alternativen, die eine positive Entwicklung der Kinder fördern sollen.

  • Kritische Analyse des ADHS-Konstrukts und der gängigen Diagnostik.
  • Untersuchung der Relevanz sozialen Lernens als didaktisches Konzept.
  • Evaluation von Behandlungsansätzen unter besonderer Berücksichtigung medikamentöser versus verhaltenstherapeutischer Methoden.
  • Bedeutung von Classroom Management und pädagogischen Rahmenbedingungen im Schulkontext.
  • Vorstellung innovativer pädagogischer Projekte (z.B. „Via nova“) zur Förderung von Kindern mit ADHS.

Auszug aus dem Buch

2.3 „Diagnostik“

Die Diagnose einer ADHS ist, genauso wie die Störung selbst, sehr komplex. Sie bedarf einem umfangreichen und zeitaufwändigen Abklärungsprozess, welcher durch das Beschaffen anamnestischer Informationen über den Patienten selbst, das Ermitteln von Sachverhalten durch das Gespräch mit Eltern, Lehrern/Erziehern und die gleichzeitige Verhaltensbeobachtung des Patienten geprägt ist (vgl. Frölich, Döpfner, Banaschewski 2014, 53). Der Abklärungsprozess findet jedoch nach bestimmten vorgegebenen Leitlinien satt, die in den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Kinder und Jugendpsychiatrie und -Psychotherapie (2007) verankert sind. Die Grundlage der Diagnostik bildet die Exploration der Eltern, des Kindes/Jugendlichen und der Erzieher/Lehrer, sodass ohne das Heranziehen des Umfeldes keine genaue Diagnose gestellt werden kann.

Weitere optionale, aber häufig sinnvolle, diagnostische Maßnahmen sind standardisierte Fragebögen sowie testpsychologische Untersuchungen (IQ-Tests, Tests zu sprachlichen und motorischen Leistungsfähigkeit, Aufmerksamkeitsleistungstest, Tests zur Impulsivität, Tests zur Gedächtnisleistung), körperliche und neurologische Untersuchungen (vgl. Frölich, Döpfner, Banaschewski 2014, 53f.).

In der Praxis stehen die Diagnostiker vor der Problematik der Grenzziehung zwischen »problematischem« und somit krankhaftem und »noch normalem« aber stark ausgeprägtem Verhalten (vgl. Becker 2014, 16).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die öffentliche Kontroverse um die ADHS-Diagnose und führt in die Fragestellung der Arbeit ein, ob soziales Lernen eine wirksame Linderung der Symptomatik bieten kann.

2. ADHS: Dieses Kapitel erläutert die Entstehungsgeschichte, Definition, Symptomatik und die komplexe Diagnostik von ADHS, inklusive einer kritischen Betrachtung der Ursachenforschung und komorbider Störungen.

3. »Klassische« Behandlungsansätze: Hier werden psychotherapeutische, verhaltenstherapeutische und medikamentöse Behandlungsformen dargestellt und deren jeweilige Wirksamkeit sowie Vor- und Nachteile kritisch bewertet.

4. Kritischer Kommentar: Dieser Abschnitt bietet eine reflektierte Auseinandersetzung mit dem ADHS-Störungsbegriff und hinterfragt die Verantwortung von Eltern und Schule im pädagogischen Kontext.

5. Soziales Lernen: Es wird die Bedeutung des sozialen Lernens als fundamentale Voraussetzung für die Sozialisation und Persönlichkeitsentwicklung von Kindern mit ADHS herausgearbeitet.

6. ADHS und Schule: Dieses Kapitel verknüpft das Störungsbild mit dem schulischen Kontext und definiert die Aufgaben von Sonderpädagogen im Rahmen der Inklusion.

7. Zum Umgang mit Kindern mit ADHS-Symptomatik in Schule und Unterricht: Es werden praktische Strategien, wie die Stärkung positiver Eigenschaften und der Einsatz von Classroom Management, zur Verbesserung des Unterrichtsklimas vorgestellt.

8. Das Almprojekt »Via nova« von Prof. Dr. Gerald Hüther: Dieses Kapitel präsentiert ein innovatives Modellprojekt, das auf Abenteuer und Selbstwirksamkeit statt auf Pharmakotherapie setzt.

9. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert ein Umdenken, das den Fokus von der medikamentösen Symptombekämpfung hin zu einer am Kind orientierten, ganzheitlichen Förderung verschiebt.

Schlüsselwörter

ADHS, Soziales Lernen, Verhaltenstherapie, Pharmakotherapie, Diagnostik, Pädagogik, Inklusion, Classroom Management, Erziehung, Schulisches Umfeld, Persönlichkeitsentwicklung, Impulskontrolle, Multimodale Behandlung, Symptomatik, Förderbedarf.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Relevanz des sozialen Lernens als pädagogischer Ansatz für Kinder mit ADHS-Symptomatik und setzt diesen in Kontrast zur medizinischen Behandlung.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Felder sind die ADHS-Diagnostik, klassische therapeutische Behandlungsansätze, die Rolle der Schule sowie pädagogische Konzepte wie Soziales Lernen und Classroom Management.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch soziales Lernen und eine pädagogisch fundierte Unterstützung die Symptome von ADHS-Kindern positiv beeinflusst werden können, um eine Abhängigkeit von medikamentöser Ruhigstellung zu vermeiden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Aufarbeitung aktueller pädagogischer sowie psychologischer Diskurse zum Thema ADHS.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische fundierte Auseinandersetzung mit ADHS, die kritische Betrachtung klassischer Behandlungsformen und die konkrete Ausarbeitung pädagogischer Handlungsstrategien im Schulalltag.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind ADHS, Soziales Lernen, Inklusion, Classroom Management, Verhaltenstherapie und die pädagogische Förderung im schulischen Kontext.

Wie bewertet die Autorin den Einsatz von Ritalin in Schulen?

Die Autorin betrachtet die medikamentöse Behandlung kritisch und sieht darin oft eine „Einheitsdiagnose“, die zwar Symptome unterdrückt, aber das eigentliche Ziel einer nachhaltigen Persönlichkeitsentwicklung der Kinder vernachlässigt.

Was macht das Almprojekt »Via nova« als Ansatz so besonders?

Das Projekt verfolgt einen abenteuerorientierten Ansatz ohne Pharmakotherapie, bei dem Kinder durch Selbstversorgung und Gemeinschaftserlebnisse Selbstvertrauen gewinnen und lernen, ihre Impulse nachhaltig zu steuern.

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Details

Title
Die Relevanz sozialen Lernens bei Kindern mit ADHS-Symptomatik
College
University of Cologne  (Humanwissenschaftliche Fakultät)
Grade
1,0
Author
Linda Groß (Author)
Publication Year
2015
Pages
73
Catalog Number
V338157
ISBN (eBook)
9783668276314
ISBN (Book)
9783668276321
Language
German
Tags
ADHS Soziales Lernen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Linda Groß (Author), 2015, Die Relevanz sozialen Lernens bei Kindern mit ADHS-Symptomatik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338157
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