Abspaltung und Gründung der Progressive Party Südafrikas 1959

Formation liberaler parlamentarischer Opposition gegen die Apartheid?


Bachelorarbeit, 2014
43 Seiten, Note: 1,0

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung ...3

2. Historischer Kontext ...4

3. Die United Party ...6

4. Das Gründungsereignis ...8
4.1 Vorgeschichte und Parteitag ...8
4.2 Abspaltung: Treffen im Hotelzimmer ...9
4.2.1 Perspektive Colin Eglins ...9
4.2.2 Perspektive Ray Swarts ...12
4.2.3 Perspektive Helen Suzmans ...13
4.2.4 Vergleich ...14
4.3 Weitere Schritte und Gründung ...16

5. Politische Motivation und Zielsetzung der Beteiligten ...20
5.1 Unzufriedenheit mit der United Party ...21
5.1.1 Äußerungen in gemeinsam veröffentlichten Dokumenten ...21
5.1.2 Individuelle Äußerungen ...22
5.2 Politische Ansichten in Opposition zur Apartheidpolitik ...24
5.2.1 Ansichten in gemeinsam veröffentlichten Dokumenten ...24
5.2.2 Individuelle Ansichten ...27
5.3 Parallelen und Differenzen zur Liberal Party ...35

6. Definitionsversuch „liberal“/„Liberalismus“ ...36

7. Fazit ...39

8. Literatur- und Quellenverzeichnis ...41

8.1 Literatur ...41

8.2 Quellen ...43

1. Einleitung

Im Jahr 1959 gründete sich in Südafrika eine neue Partei – die Progressive Party – mit der zum ersten Mal durch Abgeordnete, die von Weißen gewählt worden waren, Fundamentalopposition zur Apartheid geübt wurde. Die große Oppositionspartei United Party füllte diese Rolle nicht aus, sondern bejahte die Apartheid grundsätzlich ebenfalls, weshalb sich einige ihrer Abgeordneten abspalteten und die Progressive Party gründeten.

Die vorliegende Arbeit untersucht den Abspaltungs- und Gründungsprozess dieser neuen Partei unter der Fragestellung: Abspaltung und Gründung der Progressive Party Südafrikas 1959 – Formation liberaler parlamentarischer Opposition gegen die Apartheid? Zunächst werden der historische Kontext mit dem Fokus auf der Politikgeschichte erläutert und die United Party beschrieben, um zu klären, ob die Progressive Party wirklich die erste liberale Partei – so wurde sie jedenfalls häufiger charakterisiert [1] – im Parlament sein konnte. Daraufhin sollen in einem ersten Schritt anhand der Quellen die Ereignisse nachvollzogen werden, die zur Abspaltung führten, und in einem zweiten Schritt Gründe für die Abspaltung und politische Ansichten der einzelnen Mitglieder sowie der Partei als Ganzes (in offiziellen Dokumenten) beleuchtet werden.

Da es bereits eine liberale Partei – die Liberal Party – gab, soll auch diese kurz betrachtet werden und Verbindungen personeller und inhaltlicher Natur dargelegt werden. Nach einem modernen Definitionsversuch des Begriffes Liberalismus auch anhand politikwissenschaftlicher Schriften soll abschließend die strittige [2] Frage beantwortet werden, ob es sich tatsächlich um liberale Opposition handelte, und wenn ja, inwiefern und gegebenenfalls mit welchen Einschränkungen.

Die Auswahl der Quellen wird durch deren Verfügbarkeit vorbestimmt. Zugänglich sind erster Linie (Auto-)Biographien und einige wenige Reden. Zeitungen, Interviews und vieles mehr werden zwar in wissenschaftlichen Darstellungen zitiert, sind aber in Deutschland nicht direkt zugänglich. Daher wird vor allem mit diesen zugänglichen Quellen gearbeitet. Bei solchen (auto-)biographischen Quellen ist zu beachten, dass sie aus größerer zeitlicher Distanz geschrieben wurden und daher Inhalte verfälscht oder verklärt werden können, andererseits kann ihnen aber auch ein höheres Maß an (Selbst-)Reflexion zugrundeliegen.

Zu den Anfängen der Progressive Party gibt es zwei Untersuchungen (von Brian Hackland und Joanna Strangwayes-Booth), die sich auch mit den Gründungsereignissen und dem politischen Programm auseinandersetzen. Die Untersuchung Hacklands – seine Dissertation – ist zwar graue Literatur und nie offiziell erschienen, wird aus Mangel an Alternativen aber dennoch verwendet. In diversen anderen wissenschaftlichen Darstellungen wird auf die Progressive Party zumindest am Rande eingegangen.

2. Historischer Kontext

Das Jahr 1948 – also elf Jahre vor Gründung der Progressive Party – stellt in der Geschichte Südafrikas eine Zäsur dar. [3] In diesem Jahr übernahm die National Party nach einem Wahlsieg die Regierungsgewalt von der United Party und begann mit der Errichtung des Apartheidstaates. Sie koalierte dabei mit der Afrikaner Party, in der unter anderem rechtsextreme Strömungen zu finden waren. Im Oktober 1951 fusionierten diese beiden Parteien. Bereits im Wahlkampf war der Slogan Apartheid zentral gewesen und wurde nun zügig in die Tat umgesetzt; Gründe für die neue Form der Rassentrennung waren einerseits Rassismus, andererseits Angst vor kulturellem Substanzverlust bzw. Überfremdung. [4]

Die Rassentrennung umfasste Bereiche „des öffentlichen Lebens, der städtischen Ordnung, der Rassenzugehörigkeit selbst, des Intimlebens, der Bildung und der Arbeitsmärkte“ [5]. Sie dominierte also den Alltag. Die Einteilung nach dem Konstrukt Rasse wurde gesetzlich fixiert (Whites, Natives, Coloureds), öffentliche Einrichtungen wurden dementsprechend getrennt, wobei Weiße grundsätzlich bevorteilt wurden. Somit wurden bereits existente rassistische gesellschaftliche Strukturen weißer Dominanz weiter institutionalisiert und verschärft, wobei dies keineswegs aufgezwungen werden musste – die folgenden Wahlerfolge und die bereitwillige Umsetzung der Gesetze zeigten, dass die Apartheidpolitik bei den Weißen auf zunehmend positive Resonanz stieß. Der Unterschied zu vorherigen Verhältnissen liegt hier in der neuen Radikalität sowie in der bürokratischen Kontrolle, durch die Weiße konsequent bevorteilt wurden und Schwarze wie Coloureds strukturell diskriminiert wurden. [6]

Des Weiteren wurden Wohngebiete zu Group Areas klassifiziert, in denen nur Angehörige einer der drei gesetzlich unterschiedenen Rassen leben durften, und es wurden Townships an den Stadträndern eingerichtet, womit manche Bevölkerungsgruppen aus den Stadtzentren entfernt wurden. [7]

Im Jahr 1950 wurde Hendrik Verwoerd Minister of Native Affairs und profilierte sich binnen kurzer Zeit als treibende Kraft und Konstrukteur der Apartheidpolitik. Er setzte die räumliche Trennung der Wohngebiete fort, räumte dabei ganze Stadtviertel und siedelte die dortige Bevölkerung zwangsweise in neue Townships um, die nicht mehr in der Nähe der Stadtzentren lagen – dies entsprach dem rassistischen Verständnis von Städten als Orte der Weißen und einem kulturellen Determinismus, der Urbanität für Schwarze als unpassend empfand. Dementsprechend wurden eher die Chiefs der ländlichen Regionen in die Verwaltung mit einbezogen, um im Zuge einer Retraditionalisierung die Grundlage für die späteren Homelands, also Reservate in ländlichen Gebieten, zu schaffen. Außerdem wurden rigorose Passgesetze erlassen und das Bildungssystem vereinheitlicht. Dies alles galt offiziell dem Ziel, kulturelle Vermischung zu verhindern und allen Kulturen eine getrennte, eigenständige Entwicklung zu ermöglichen. [8]

Im Jahr 1958 wurde Verwoerd, der sich bereits seinen Ruf als besonders radikaler Politiker erworben hatte, Premierminister. Er pflegte von nun an einen autokratischen Führungsstil. Er verkündete bald die Absicht, die Homelands als Bantustans, homogene Nationalstaaten, – wie er meinte – in die Unabhängigkeit zu entlassen, um damit die Apartheid international zu legitimieren: Die europäischen Kolonialmächte müssten erst dazu gedrängt werden, afrikanische Nationen in die Unabhängigkeit zu entlassen, Südafrika tue dies auf eigene Initiative. Jedoch sollte die Wanderarbeit weiter fortbestehen und die Wanderarbeiter würden dann nur noch deswegen in Südafrika diskriminiert, weil sie keine südafrikanischen Staatsangehörigen mehr wären – der Rassismus würde somit verdeckt. [9]

Die Politik der National Party blieb nicht ohne Widerstand, der von linken Bewegungen – während des Kalten Krieges von Regierungsseite bekämpft – und vor allem dem African National Congress ausging. Das Apartheidsystem wurde vor allem von den jüngeren Mitgliedern grundsätzlich in Frage gestellt, die sich mit fortschreitender Radikalisierung der Apartheidpolitik auch selbst radikalisierten und einen eigenen Afrikanismus entwickelten, der den Eigenwert afrikanischer Kultur betonte. Es wurde zunächst friedlich protestiert, indem zum Beispiel manche Apartheidgesetze schlicht nicht befolgt wurden. Radikalere Ansichten fanden sich im Pan Africanist Congress wieder. Der Staat reagierte mit Repression, Verhaftungen und Bannungen; die bisherigen Native Representatives im Parlament wurden abgeschafft. [10]

3. Die United Party

Die einzige parlamentarische Opposition, die sich grundsätzlich gegen die Apartheidpolitik stellte, war ab 1953 die eher linksliberale bis sozialdemokratische Liberal Party, deren wenige Abgeordnete Native Representatives der Kapprovinz waren, also von Schwarzen gewählte Abgeordnete. [11] Die United Party, die große Oppositionspartei, stellte sich nicht gegen das Prinzip der Apartheid, sondern kritisierte lediglich die Umsetzung. [12]

Im Jahr 1934 fusionierten J.B.M. Hertzogs National Party und J.C. Smuts South African Party zur United South African National Party. Damit bildeten sie eine recht heterogene Partei, die nur unter Kompromissen zueinandergefunden hatte und die sowohl unter der britischen als auch der burischen Bevölkerung viele Unterstützer fand; bei ihrer Gründung hielt sie vier Fünftel der Parlamentssitze. Hertzog, der vor allem nationalistisch für die Unabhängigkeit Südafrikas von Großbritannien stand, und Smuts, der die Beziehungen zu Großbritannien befürwortete, mussten sich somit arrangieren. [13]

Als Südafrika 1939 in den Zweiten Weltkrieg eintrat, verließen Hertzog und seine Unterstützer die Partei aus Protest wieder, was ihr Stimmenverluste bescherte. Gepaart mit der Konkurrenz durch die neue National Party D.F. Malans und der Asymmetrie des südafrikanischen Wahlrechts – auf dem Land lebten in einem Wahlkreis deutlich weniger Menschen als in der Stadt, jeder Wahlkreis hatte aber das gleiche Gewicht; Listenwahl existierte nicht – ging 1948 die Parlamentswahl verloren, weil die United Party vor allem in den Städten Anhänger hatte. [14]

Die United Party stellte nun die Opposition im südafrikanischen Parlament. Der Tod der Führungsfigur Smuts im Jahr 1950 verunsicherte die Partei noch mehr. Ideologisch hielt man an einer Überlegenheit der Weißen fest und näherte sich der National Party so weit an, dass die United Party die National Party teils sogar von rechts attackieren konnte, so zum Beispiel in der Frage der Bantustans, in der die United Party die Position bezog, dass Schwarzen zu viel Land zugestanden würde. Generell wurde auch in den folgenden Jahren keine einheitliche Oppositionslinie entwickelt, sondern die Kritik an der Regierung blieb punktuell und mal radikaler, mal liberaler. So wurde einerseits versucht, weitere burische Wählerschichten zu erreichen, die allerdings mehrheitlich die National Party wählten, indem man sich selbst konservativ gab. Andererseits sollten auch die englischsprachigen Wählerschichten zufriedengestellt werden, wofür man sich eher liberalere Positionen aneignen musste – der Konflikt ist offenkundig. [15]

Im Laufe der Jahre verließen daher immer wieder unzufriedene Gruppierungen die United Party und gründeten eigene Parteien, was letzten Endes zu Niedergang und Auflösung der United Party 1977 führte. Ihr Kernproblem war dabei, gegen eine radikal rassistische Partei zu kämpfen, ohne diesen Rassismus jemals selbst abzulegen oder zumindest abzuschwächen. [16]

4. Das Gründungsereignis

4.1 Vorgeschichte und Parteitag

Die United Party war, wie bereits beschrieben, sehr heterogen bzw. innerlich zerrissen. Im Jahr 1959 spitzte sich dies in der Frage nach politischer Beteiligung und politischen Rechten der Schwarzen und der Coloureds zu – eine liberalere Linie, wie sie von einigen Politikern der United Party gefordert wurde, hätte deutliche Opposition zu Verwoerds Apartheidpolitik bedeutet. Außerdem wandte sich die United Party gegen den von ihnen selbst beschlossenen Native Land and Trust Act von 1936, laut dem den schwarzen Afrikanern im Gegenzug für den Verlust des Wahlrechts weiteres Land zugestanden hätte, wie es Verwoerd ihnen für die Bantustans auch zusprechen wollte. Zach de Beer, Colin Eglin [17] und Harry Lawrence [18] verfassten ein Dokument, gerichtet an ihre Partei, in dem sie darlegten, welche Zugeständnisse den Liberalen in der Partei mindestens gemacht werden müssten, um auf dem anstehenden Parteitag eine gemeinsame Linie zu entwickeln. Darin enthalten waren die Forderung nach Zusammenarbeit mit schwarzen Führungspersönlichkeiten, die sukzessive Ausweitung des Wahlrechts und die Forderung nach Anerkennung der Tatsache, dass Hautfarbe keine Begründung für politische und rechtliche Teilhabe sein dürfe. [19]

Die Beziehungen zwischen besonders konservativen Mitgliedern einerseits und den liberaleren Mitgliedern andererseits verschlechterten sich dadurch zusehends und es kam zu Konflikten zwischen De Villiers Graff [20], dem Vorsitzenden, und Harry Lawrence, einem einflussreichen ehemaligen Minister unter Smuts. Die liberaleren Mitglieder begannen teilweise auch, verstärkt miteinander zu kommunizieren, allerdings gab es keine Planung für eine konzertierte Abspaltung. [21]

Der Vorsitzende Graaff stellte sich auf die Seite der Konservativen, woraufhin bei den Liberaleren die Hoffnung schwand, ihre Ansichten überhaupt noch in der United Party wiederzufinden. Beide Flügel rechneten mit einer Konfrontation auf dem anstehenden Parteitag und hielten einen Bruch der Partei für wahrscheinlich; manche Konservative nahmen dies sogar bereitwillig in Kauf. [22]

Der Parteitag fand am 11. und 12. August 1959 in Bloemfontein statt, ein wichtiges Thema war die Haltung der United Party zu den Bantustans, die Verwoerd in die Unabhängigkeit entlassen wollte. Dabei setzten sich konservative rechte Ansichten unter Federführung Douglas Mitchells durch, wonach schwarzen Afrikanern auf keinen Fall weiteres Land überlassen werden sollte, während die liberaleren Mitglieder abgekanzelt, angefeindet und beleidigt wurden. Graaff schloss sich den extremsten Beschlüssen zwar nicht an, sah sie aber auch nicht als Kritik an seiner Führungsrolle, als sie verabschiedet wurden. [23]

4.2 Abspaltung: Treffen im Hotelzimmer

Im folgenden Abschnitt soll nun anhand der Quellen die Abspaltung der Progressive Party nachvollzogen werden, die sich schon im Vorfeld des Parteitags angebahnt hatte und aufgrund der Eskalation im Verlauf des Parteitages noch am Abend des 12. August 1959 Gestalt annahm. Dabei wird den Perspektiven der Teilnehmer, die sich darüber schriftlich geäußert haben, gefolgt und diese am Ende zusammengeführt und verglichen.

4.2.1 Perspektive Colin Eglins

Die ausführlichste Schilderung findet sich bei Colin Eglin [24]. Zach de Beer und er hätten in den hinteren Reihen gesessen und ihre politischen „Rubicons“ [25] erlebt, als die Mehrheit der Mitglieder beschloss, gegen weiteres Abgeben von Land zu stimmen. Sie hätten daher ihre Flüge nach Kapstadt abgesagt, um sich vor Ort zu beraten. Während Eglin zwischenzeitlich alleine gewesen sei, sei Sydney Waterson, ein erfahrener Parlamentarier, aufgebracht zu ihm gekommen und habe ihm seine Absicht erklärt, die Partei zu verlassen: „Look, Colin, I don't care what you fellows are going to do, but I'm getting out of the party over this.“ [26] Nachdem Waterson Graaff davon in Kenntnis gesetzt habe, hätten sie sich zu einem Treffen im Bloemfontein Club verabredet. [27]

Zu diesem Treffen im Club sei über eine schriftliche Nachricht auch Jan Steytler [28] eingeladen worden, der sie allerdings wiederum zu einem Treffen im Maitland Hotel um 18.30 Uhr eingeladen habe. Im Foyer der Halle, in welcher der Parteitag stattgefunden hatte, seien sie Townley Williams, Ray Swart [29] und Clive van Ryneveld begegnet, die alle ebenfalls aufgebracht gewesen seien und daher von Eglin und de Beer ebenfalls in das Maitland Hotel eingeladen worden seien. [30]

Im Bloemfontein Club sei dann Waterson wieder zu ihnen gestoßen, außerdem hätten sie Hamilton Russell getroffen, der ebenfalls aus der United Party austreten haben wolle und der Bloemfontein allerdings direkt danach verlassen habe. [31]

Im Maitland Hotel habe sich die inzwischen gewachsene Gruppe entschieden, dass eine Erklärung an die Öffentlichkeit gegeben werden müsse, in der die Unzufriedenheit mit den Beschlüssen des Parteitages zum Ausdruck kommen müsse. Außerdem solle Graaff darüber sofort informiert werden. Da dieser bereits auf dem Weg zum Flughafen gewesen sei, seien Steytler und Waterson eilends dorthin gefahren, um noch mit ihm sprechen zu können und ihn dazu zu bewegen, sich der Diskussion im Hotelzimmer anzuschließen. [32]

Graaff sei dazu jedoch nicht bereit gewesen:

„They put it to Graaff that he should not leave for Cape Town but stay in Bloemfontein in order to discuss the situation with these members. Graaff asked them to use their influence to persuade the objectors not to do anything until they could see him in Cape Town the following week. Steytler and Waterson said they could not guarantee this. Graaff decided to fly on while Steytler and Waterson returned to the Maitland Hotel. The die was cast.“ [33]

Graaffs Reaktion, um Abwarten und Gespräche in der folgenden Woche zu bitten, habe also dazu beigetragen, den Bruch mit der United Party endgültig zu machen.

In Raum 309 des Maitland Hotel sei nun zum ersten Mal eine große Gruppe der zukünftigen Progressives versammelt gewesen: „Steytler, Waterson, Helen [34], Zach, Williams, Swart, Van Ryneveld, Jackie Beck (a Cape MPC) and Steytler's brother Willie and I“ [35]. Gemeinsam sei ihnen allen die Ablehnung der vor wenigen Stunden verabschiedeten Landresolution gewesen, weswegen die Gruppe eine öffentliche Erklärung für sinnvoll hielt, die unter Sydney Watersons Namen veröffentlich werden solle. Außerdem sei noch Leo Boyd kontaktiert worden, der sich der Gruppe nach genauer Abklärung inhaltlicher Fragen angeschlossen habe. Suzman habe dringend in Richtung Johannesburg abfahren wollen, weswegen sie am Ende der Seite schon unterschrieben habe, bevor diese ausformuliert gewesen sei: „Helen Suzman […] signed at the bottom of the page on which the statement would be written, and departed saying: 'I know what it is going to be. I'm on my way.'“ [36]. Die Erklärung sei weit nach Mitternacht fertig gewesen und dann an einen Korrespondenten der Rand Daily Mail übergeben worden. [37]

Diese Erklärung zitiert Eglin wie folgt:

„The United Party congress today took the decision to oppose further purchases of land for native settlement by the present government. This is a clear breach of the promise given by the [UP] in 1936 and as such a backward step from the 1954 statement of … policy. We cannot accept this decision; we shall take the earliest opportunity of seeing Sir de Villiers Graaff and discussing with him our future position within the party.
We are deeply disturbed by the whole undertone of congress, which in our opinion failed to face up to the increasingly imperative problems of our multiracial country. We have had no opportunity of consulting with other party members who may share our views.“ [38]

4.2.2 Perspektive Ray Swarts

Auch für Swart sei die Landresolution Mitchells der Auslöser gewesen, an diesem Abend den Schritt aus der Partei zu tun. Als er den Parteitag verlassen habe, sei er auf einen verärgerten Waterson getroffen, der ihm seine Meinung kundgetan habe: „Ray, I can't accept Mitchell's motion. I was party to the 1936 agreement. How can I oppose further land allocation now?“[39]. Da Steytler der gleichen Meinung gewesen sei, hätten sie sich für den Abend in Hotelzimmer 309 des Maitland Hotel verabredet. [40]

Im Hotelzimmer seien „Waterson, Steytler, Suzman, De Beer, Williams, Fourie, Eglin, Van Ryneveld and myself [Swart] – all MPs – […], Leo Boyd, an MEC and provincial vice-chairman of the party from Natal, Mrs Jackie Beck, a cape MPC, and Steytler's brother Willie, an experienced party campaigner“ [41] zusammengekommen. Man sei der Meinung gewesen, Graaff müsse informiert und um ein Gespräch gebeten werden, also hätten Waterson und Steytler diesen am Flughafen treffen sollen, weil Graaff bereits auf der Abreise gewesen sei. [42]

Graaff sei dieser Bitte allerdings nicht nachgekommen:

„The two men returned within the hour to tell us that they had seen Graaff, but that he regretted that because of a prior dinner commitment in Cape Town that night he could not meet us then. He had told them that he shared our concern over the Mitchell motion which he had himself opposed, but he urged us, in the interests of party unity, to accept the decision of congress which had been taken by an overwhelming majority of the delegates.“ [43]

Graaff habe also darum gebeten, die Mehrheitsbeschlüsse des Parteitages zu akzeptieren, um die Einheit der Partei nicht zu gefährden, teile aber ihre Besorgnis und habe ja selber gegen die Landresolution Mitchells gestimmt. [44]

Unzufrieden mit dem Verhalten Graaffs habe man sich dann entschieden, eine Erklärung zu verfassen und an die Öffentlichkeit zu geben. Nach stundenlanger Beratung habe man kurz vor Mitternacht diese Erklärung fertiggestellt. [45] Swart zitiert diese Erklärung so:

„The United Party Union Congress today took a decision to oppose further purchases of land for native settlement by the present government.
This is a clear breach of the promise given by the United Party Government in 1936 and as such a backward step from the 1954 statement of United Party policy. As we cannot accept this decision, we shall take the earliest opportunity of seeing Sir de Villiers Graaff and discussing with him our future position within the party.
We are deeply disturbed by the whole undertone of congress, which in our opinion failed to face up to the increasingly imperative problems of our multi-racial country.
We have had no opportunity of consulting with other party members who may share our views.“ [46]

Diese Erklärung habe man danach an einen Korrespondenten der Rand Daily Mail gegeben und im Anschluss die Diskussion fortgesetzt, wobei es darum gegangen sei, welche Konsequenzen diese haben würde; dass man wahrscheinlich aus der Partei ausgeschlossen würde, dass man die Mitarbeiter in den Wahlkreisen von der eigenen Perspektive überzeugen müsse und Kontakt zu liberalen Zeitungen halten müsse. De Beer und Eglin habe man allerdings nach Johannesburg geschickt, wo man die größte Unterstützung erhoffe. Man habe zudem entschieden, nicht von den Sitzen im Parlament zurückzutreten, um eine Basis für Ausarbeitung und Verbreitung des progressiven Standpunktes bis zur nächsten Wahl zu haben. [47]

4.2.3 Perspektive Helen Suzmans

Suzman geht auf die Ereignisse dieses Abends nur knapp ein. Sie schildert, sie habe schon im Auto gesessen, als sie ihre Freunde und Kollegen de Beer, Eglin und Swart im Rückspiegel bei ernsten Gesprächen erblickt habe. Sie habe daher den Wagen abgestellt, mit den drei Männern gesprochen und von deren Plan, die United Party zu verlassen, erfahren, den sie selber auch schon gefasst habe. Sie habe sich ihnen daher angeschlossen, um gemeinsam auszutreten. Man habe dann im Hotelzimmer beschlossen, Graaff zu informieren, den man am Flughafen angetroffen habe. [48]

Graaff sei davon unbeeindruckt gewesen:

„He simply said, 'Oh well, some people will always try these things at congresses.' And off he went back to Cape Town, evidently unconcerned, and there we were, having announced our intention to resign from the United Party, but having no further plans for the moment.“ [49]

4.2.4 Vergleich

Die Ereignisse scheinen sich so darzustellen, dass Suzman den Parteitag zügig und als Erste verließ, weil sie schnell abreisen wollte. Swart und Eglin trafen beide auf Waterson und nahmen unabhängig voneinander Kontakt mit Steytler auf, der die Zusammenkunft in seinem Hotelzimmer organisierte. Passend dazu bemerkte Suzman nur noch aus dem Rückspiegel, dass sich andere Mitglieder mit ähnlichen Ansichten angeregt unterhielten, und stieß dann zur Gruppe von Swart. Eglin fuhr noch zum Bloemfontein Club, um Waterson zum Treffen mitzunehmen, und später trafen sich alle Beteiligten in Zimmer 309 des Maitland Hotel. Diesem Ablauf schließt sich auch Strangwayes-Booth [50] an.

Bei der Angabe der Personen unterscheiden sich Eglin und Swart um eine Person: Laut Swart war Fourie ebenfalls anwesend und es waren somit zunächst elf Personen, mit Leo Boyd zwölf Personen anwesend; laut Eglin war Fourie nicht anwesend, sondern habe erst am nächsten Tag nach Lektüre der Presse seine Zustimmung bekundet. [51] Die Zahl der Personen wird bei Hackland und bei Strangwayes-Booth als zehn angegeben, wobei niemand Fourie erwähnt. [52]

Laut Eglin ist die Entscheidung zu einer öffentlichen Erklärung bereits zu Beginn des Treffens gefallen, Suzman erwähnt diese nicht, laut Swart fiel die Entscheidung dazu erst nach der Reaktion Graaffs. Die Reaktion ist auch der deutlichste Unterschied in den Quellen. Bei Eglin bittet Graaff die Gruppe, zunächst nichts zu veröffentlichen, sondern abzuwarten und in der folgenden Woche mit ihm zu sprechen; diese Version ist auch bei Hackland und Strangwayes-Booth zu finden. [53] Bei Swart wird Graaff inhaltlich deutlicher und bittet um Anerkennung eines Mehrheitsbeschlusses, der ihm auch Sorgen bereite, um die Einheit der Partei nicht zu gefährden. Bei Suzman hingegen ist Graaff völlig unbeeindruckt und desinteressiert. Dennoch halten alle drei das jeweils geschilderte Verhalten Graaffs für falsch und ziehen die gleiche Konsequenz bzw. sind in ihrem Entschluss, die Partei zu verlassen, bestärkt. Graaff berichtet selbst, er habe Waterson und Steytler gebeten, keine Entscheidungen zu treffen, bevor sie ihn in den folgenden Tagen in Kapstadt treffen könnten. [54]

Die Erklärung, die laut Swart vor Mitternacht und laut Eglin nach Mitternacht fertiggestellt wurde, weist nur kleine Differenzen auf, die inhaltlich nichts ändern. Auffällig ist jedoch, dass in allen Quellen davon gesprochen wird, man wolle die Partei verlassen, in der Erklärung jedoch die Möglichkeit offengehalten wird, in der Partei zu verbleiben, weil man über die zukünftige Position innerhalb dieser diskutieren wolle.

Strangwayes-Booth zitiert nach Boyd noch eine weitere Version:

„The United Party Union Congress today took a decision to oppose further purchases of land for Native settlement by the present Government. This is a clear breach of the promise given by the United Party Government in 1936, and as such a backward step from the 1954 statement of United Party policy. None of us can accept this decision. It is indicative of the general unwillingness of the Congress to face up to what we believe to be the increasingly urgent problems of our multi-racial country. For this reason we doubt whether we can any longer serve any honest and useful purpose as members of the Party and we have therefore to consider our position and to discuss it with Sir de Villiers Graaff. We have had no opportunity of consulting with other Party members who may share our views.“ [55]

Diese Version weicht in einigen Formulierungen stärker von den beiden anderen ab, inhaltlich jedoch nur in einem – wenn auch entscheidenden – Punkt. Hier wird die Mitgliedschaft in der Partei deutlicher als Ganzes in Frage gestellt und es wird offener mit der Möglichkeit des Austritts umgegangen. Die Version von Hackland ist nahezu identisch mit jener von Eglin und Swart. [56]

Nach Swart folgten noch weitere Beratungen, während bei Eglin die Schilderung des Abends mit der Erklärung endet und Suzman die Beratungen zu der Frage, ob man von den Parlamentssitzen zurücktreten solle, zeitlich später einordnet. [57] Hackland und Strangwayes-Booth schließen sich dem an. [58]

Insgesamt lassen sich also die Geschehnisse dieses Abends recht genau nachvollziehen, wenn auch die Reihenfolge und der Zeitpunkt der Entscheidung, eine Erklärung zu verfassen, nicht ganz klar sind. Der größte Widerspruch liegt in der Beschreibung der Reaktion Graaffs, jedoch ziehen alle drei Beteiligten daraus die gleiche Konsequenz und schildern das gleiche Erleben. Derartige Abweichungen lassen sich gegebenenfalls aus der großen zeitlichen Distanz zwischen Erleben und Niederschrift erklären.

4.3 Weitere Schritte und Gründung

Der folgende Abschnitt ist von weitaus weniger Widersprüchen gekennzeichnet und wird von den Beteiligten in den Quellen nicht nur aus ihrer eigenen Perspektive geschildert, da nun die Vernetzung und die Kommunikation untereinander hergestellt waren und funktionierten. Daher ist hier keine getrennte Betrachtung der Perspektiven mehr nötig. Allerdings sind die genauen Daten in einigen Fällen nicht genannt und so lassen sich die Geschehnisse nur als Prozess bis zum Gründungskongress nachvollziehen, der dann wieder exakt datierbar ist.

Am folgenden Morgen wurde in vielen Zeitungen auf der Titelseite von den Geschehnissen des Vortages und der Nacht berichtet. Zu den Progressives stießen John Cope, Ronald Butcher, Prof. Sakkies Fourie und Boris Wilson. [59]

Zach de Beer und Colin Eglin fuhren nach Johannesburg, weil sie sich dort die größte Unterstützung unter anderem von der Presse erhofften und um Harry Oppenheimer, den Vorsitzenden der Anglo American Corporation, dort zu treffen, statt in ihre Wahlkreise nach Kapstadt zu fahren. In Kapstadt ergriff Graaff die Initiative, der die Mitglieder der United Party auf seine Linie einzuschwören versuchte und begann, die Progressives von der United Party zu isolieren. In Johannesburg trafen sich Eglin und de Beer mit Helen Suzman in ihrem Haus. [60]

Ray Swart fuhr am Morgen nach dem Parteitag mit Owen Williams und Leo Boyd zurück in den Natal. Im Natal verbot Mitchell, der dortige Parteivorsitzende, den Parteimitgliedern offizielle Treffen mit den Progressives, sodass Swart die Mitarbeiter seines Wahlkreises nicht zu einem Treffen zusammenrufen konnte, um seine Position darzulegen und gegebenenfalls einige der Mitglieder zu überzeugen. In den kommenden Tagen hatte Swart außerdem Schwierigkeiten, über die Ereignisse in Kapstadt und Johannesburg auf dem Laufenden zu bleiben und wurde nur über gelegentliche Telefonate mit Eglin und Steytler informiert. [61]

Eglin kehrte gemeinsam mit Wilson später nach Kapstadt zurück, wo ihnen bereits von einigen Unterstützern ein herzliches Willkommen bereitet wurde, und sie am gleichen Tag auf Steytler trafen. [62]

Waterson kehrte nach einem Gespräch mit Graaff zur United Party zurück; Steytler verließ nach einem Gespräch mit Graaff die United Party endgültig, woraufhin de Beer, Swart und Townley Williams ohne Absprache mit Graaff ebenfalls austraten. Cope, Wilson und Suzman traten nach Gesprächen mit Graaff ebenfalls aus der United Party aus. [63]

Eglin trat noch nicht aus, sondern wartete ein Treffen mit Mitarbeitern und Unterstützern in seinem Wahlkreis ab, in der Hoffnung, diese von seinem Standpunkt überzeugen zu können. Im vorherigen Gespräch mit Graaff wurde deutlich, dass dieser die Situation in Bloemfontein nicht ernst genommen hatte, aber seine Position auch nicht verändern würde. Das Gespräch in Eglins Wahlkreis offenbarte durchaus Unterstützung für sein Handeln. [64]

Nachdem Eglin nun auch ausgetreten war, wurde Kontakt zu Prof. ZK Matthews, dem damaligen Präsidenten des ANC, aufgenommen, der die Progressives in ihren Ansichten bestätigte und unterstützte; insbesondere in der Frage nach den einzurichtenden Bantustans und der Frage nach weiterer Landübergabe, die auf dem Parteitag zum Bruch geführt hatte. [65]

Clive van Ryneveld schloss sich nach einigem Zögern – er war mit Graaff gut bekannt – auch den Progressives an; Waterson und Hamilton Russell blieben doch bei der United Party. [66]

Der nächste Schritt ist nicht ganz eindeutig nachvollziehbar. In manchen Quellen trafen sich die Progressives zehn Tage nach dem Parteitag, am 22.8.1959, bei Suzman in Johannesburg; oder aber am 23./24.8. bei Steytler im Hotel in Johannesburg. Die Schilderungen der Treffen decken sich jedoch. Unter den Versammelten befanden sich nicht nur Mitglieder des Parlaments, sondern auch Mitglieder der Provinzialparlamente und einige, die zuvor innerhalb der United Party Ämter innehatten. Es wurde überlegt und geplant, wie in der nächsten Zeit vorzugehen sein würde. Sie beschlossen ein „interim steering committee“ [67] unter Federführung Jan Steytlers, das die Gründung einer neuen Partei vorbereiten sollte. In weiteren Subkomitees sollte die politische Linie der noch zu gründenden Partei geklärt werden, die Finanzen geregelt werden und Kontakte zu Organisationen und Widerstandsbewegungen von Menschen anderer Hautfarbe aufgenommen werden. Bei den kommenden Wahlen zu den Provinzparlamenten wollten die Progressives noch nicht antreten; Mitglieder, die antreten wollten, taten dies als Unabhängige. Die Sitze im Parlament Südafrikas sollten behalten werden. [68]

Nun galt es auch, sich möglichst viel Unterstützung zu sichern. Die Progressives suchten diese in ihrer alten Partei vor allem an der Basis vor Ort, wo sie teilweise auch auf positive Reaktionen trafen, aber auch besonders in der Presse, wo sie vor allem mit liberalen Zeitungen wie der Rand Daily Mail bereits Kontakte hatten und diese nun verstärkten, während in der konservativeren Presse in der Regel negativ berichtet wurde. Unterstützung fand man auch bei Donald Molteno, einem bekannten liberalen Anwalt und Mitglied der Liberal Party aus Kapstadt, und Bernard Friedman, einem früheren Politiker der United Party. Auch Harry Oppenheimer, Vorsitzender der Anglo American Corporation, unterstützte die Progressives, was vor allem finanziell wichtig war. Ray Swart reiste nun in seinen Wahlkreis, in dem er seine Mitarbeiter bisher nicht hatte treffen können, und organisierte dort öffentliche Versammlungen, um seinen Wählern die Lage und seine Position zu erklären, auf denen gemischte Reaktionen auftraten. [69]

Unklarheit herrschte über die Position Harry Lawrences, der in Italien in Urlaub war und den Parteitag verpasst hatte. Lawrence hatte in der Vergangenheit Unzufriedenheit mit rassistischen Positionen der United Party gezeigt und sich liberaler geäußert, sodass auf Unterstützung seinerseits gehofft werden durfte, doch konnte man ihn derzeit nicht direkt kontaktieren, sondern nur Post an eine Adresse in Italien senden und auf Antwort warten. [70]

Nachdem Lawrence die Post im Postamt Rapallos entgegengenommen hatte und sich aus den über 40 Sendungen ein Bild der Geschehnisse gebildet hatte, rief er am 30. August 1959 Oppenheimer an und stand definitiv auf Seiten der Progressives. Bei Oppenheimer waren Eglin und de Beer gerade zu Gast, denen Lawrence versicherte, sie bräuchten sich keine Sorgen zu machen und sollten ihm die Initiative überlassen, mit Graaff zu sprechen und die Partei zu verlassen. [71]

Harry Lawrence veröffentlichte nach für ihn enttäuschendem Kontakt mit Graaff am 16. September eine Erklärung aus London, in der er seine Absichten, die United Party zu verlassen, erklärte, doch auch ankündigte, weitere Schritte erst nach seiner Rückkehr nach Südafrika zu unternehmen. Nach seiner Rückkehr sechs Wochen später und einem feindlichen Treffen mit dem Komitee seines Wahlkreises, das von Graaff so präpariert worden war, trat Lawrence aus der United Party aus und arbeitete nun mit den Progressives zusammen. [72]

Die United Party betrieb weiterhin eine Kampagne, die Progressives als illoyal und verräterisch darzustellen und sie zu isolieren. Besonders intensiv fand dies in der westlichen Kapregion statt, wo Graaff zuhause war und auch sehr populär war. Die Progressives begegneten dieser öffentlichen Kampagne mit informellen Treffen in Wohnhäusern, auf denen sie ihre Ansichten verbreiteten und diskutierten; dieses Verfahren kopierte Graaff und veranstaltete ebenfalls solche Treffen, um seine Meinung darzulegen und seine Besucher unter Druck zu setzen, sich nicht den Progressives zuzuwenden. [73]

Die Progressive Party wurde auf ihrem Gründungskongress im Cranbrooke Hotel in Johannesburg am 13. und 14.11.1959 offiziell gegründet und ein Grundsatzprogramm verabschiedet, das in der folgenden Zeit noch gründlicher ausgestaltet werden sollte. An die Parteispitze wurden Jan Steytler und Harry Lawrence gewählt, außerdem wurde eine Kommission geplant, die Vorschläge für eine grundlegende Verfassungsreform Südafrikas erarbeiten sollte. [74]

5. Politische Motivation und Zielsetzung der Beteiligten

Zur Analyse der Unzufriedenheit in ihrer alten Partei und der politischen und gesellschaftlichen Vorstellungen der Progressives sollen einerseits die späteren Reflexionen in den bereits behandelten (auto-)biographischen Quellen untersucht werden, andererseits aber auch öffentliche Erklärungen aus der Zeit zwischen Abspaltung und Gründung sowie das Grundsatzprogramm des Gründungsparteitages herangezogen werden. Diese sind nicht durch zeitlichen Abstand beeinflusst, allerdings gegebenenfalls diplomatischer und vorsichtiger formuliert, als die tatsächlichen Ansichten sich darstellten, um potentielle Wähler nicht zu verschrecken. Nicht vergessen werden sollte dabei auch, dass einzelne Personen natürlich nicht exakt die gleiche Meinung vertreten wie ihre Partei, sondern das Parteiprogramm eher einen Konsens in der Mitte der Beteiligten darstellt.

5.1 Unzufriedenheit mit der United Party

5.1.1 Äußerungen in gemeinsam veröffentlichten Dokumenten

In der Erklärung, die am Abend nach dem Parteitag der United Party verfasst wurde, kommt die Unzufriedenheit mit der alten Partei bereits zum Ausdruck:

„The United Party Union Congress today took a decision to oppose further purchases of land for native settlement by the present government.
ThThis is a clear breach of the promise given by the United Party Government in 1936 and as such a backward step from the 1954 statement of United Party policy.“ [75]

Die United Party rückte also von früheren Positionen ab, was die Progressives als Bruch eines Versprechens interpretierten und als einen Schritt zurück – also in die falsche Richtung – interpretierten. Außerdem wird auf die Stimmung des Parteitages verwiesen: „We are deeply disturbed by the whole undertone of congress“ [76]. Die Progressives waren also ebenso unzufrieden mit der Stimmung innerhalb der Partei und dem Verhalten der konservativen Mehrheit gegenüber progressiveren oder liberaleren Mitgliedern, was die Partei mehr und mehr spaltete.

Am 20. August, noch bevor die Gründung einer eigenen Partei überhaupt geplant wurde, ging eine ausführlichere Erklärung an die Öffentlichkeit, in der auch wieder auf die United Party Bezug genommen wurde: „The crisp point at issue is whether or not the United Party in a Congress decision went back on a solemn undertaking in the 1936 Settlement to buy further land for the Native areas of South Africa. […]
For a long time now we have been made to feel more unwelcome in the Party... we found at Bloemfontein a spirit of hostility towards us that amounted to political intimidation. This bore every sign of having been organised in advance, and it soon became evident that a concerned attempt was being made to drive us out of the party... […]
The impression we have is of a party reluctant to move with the times...“ [77]

Noch einmal wird deutlich, wie problematisch der Beschluss des Parteitages war, entgegen dem Gesetz von 1936 kein weiteres Land an schwarze Afrikaner geben zu wollen. In dieser Stellungnahme machen die Progressives aber ebenso klar, dass dies lediglich der Auslöser war, dem eine Entwicklung vorausgegangen war; nämlich die zunehmende Spaltung in Verbindung mit Feindseligkeiten und einem organisierten Versuch, sie aus der Partei zu drängen. Ferner sehen sie die Positionen der United Party als rückständig an.

5.1.2 Individuelle Äußerungen

Die Unzufriedenheit mit und in der United Party kam bei Suzman schon früh zum Ausdruck, nämlich vor der Wahl 1958: „I was dubious whether to stand again, because I was unhappy in the United Party, having endured many crises over racist laws“[78]. Sie bemängelte, dass die United Party sich nicht klar gegen rassistische Gesetze positionierte, und sah auch die Gesetzgebung von 1936, bei der Schwarze das Wahlrecht verloren und im Gegenzug mehr Land erhalten sollten, als Betrug. [79] Als dann das Wahlrecht der Coloureds in der Kapprovinz von der Regierung der National Party abgeschafft wurde und der damalige Vorsitzende der United Party, J.G.N. Strauss, dieses auch nach einem Wahlsieg nicht wieder einführen wollte, sei es schon fast zu einem Bruch gekommen:

„A further major split in the party was narrowly averted by the intervention of the two Harrys – Oppenheimer and Lawrence – who persuaded us that we had to remain as a pressure group within the United Party to advance liberal values.“ [80]

Swart war besonders nach der Wahl 1958 mit Programm und Auftreten der United Party unzufrieden, weil diese zu Rassismus und politischen Rechten keine klare Position beziehe: „I cited the vagueness of our policies on the race issue and our reluctance to face up to the question of black political rights and the removal of race discrimination“ [81]. Außerdem erwähnt er die bereits oben genannte Problematik, dass die United Party je nach Zuhörerschaft zu verschiedenen Zeitpunkten verschiedene Positionen formulierte. [82]

In Graaffs Verhalten, keine klare Haltung zu zeigen und auch nicht für eine Einheit der Partei einzutreten, sieht Suzman einen Hauptgrund für den Bruch der Partei:

„Graaff voted against the resolution, but said he would not treat it as a mark of no confidence in his leadership if congress accepted it. That ensured that he stayed as leader, although he disagreed with the step taken by congress. It also ensured a major split in the United Party.“ [83]

Schon vor dem Parteitag empfand Swart, dass die Spaltung immer größer wurde: „The gap between the liberals and the conservatives was showing itself to be more and more unbridgeable. […] The conservative elements were out for blood“[84]. Diese Einschätzung teilte Wilson. [85]

Eglin machte auch frühzeitig den Graben zwischen liberaleren und konservativeren Mitgliedern der United Party aus, dem Graaff nichts entgegenzusetzen gehabt habe. [86] Er hielt außerdem eine konservative Entwicklung der Partei fest:

„I felt able to express my concern at the direction the UP was taking, pointing out that the group of young people who had played an active part in the 1958 election had decided they could not work for the UP in the 1959 provincial election. I mentioned that I had letters of resignation from members who were disillusioned with the increasingly conservative tenor of Graaff's speeches.“ [87]

Wilson attestierte der United Party ebenfalls eine konservative Entwicklung:

„It also showed that beneath the fine words of the UP's 'white leadership with justice', there was its craven capitulation to Nationalist political dominance. When it came to the line, they retreated into their conservative trenches, denying any political affinities with Native leaders and movements, the real victims of apartheid.“ [88]

5.2 Politische Ansichten in Opposition zur Apartheidpolitik

5.2.1 Ansichten in gemeinsam veröffentlichten Dokumenten

Die Erklärung, welche die Progressives am Abend nach dem Parteitag der United Party veröffentlichten, thematisiert zwar größtenteils die Probleme mit ihrer alten Partei, dennoch findet sich darin schon ein wichtiger Grundsatz, denn sie sprechen von einem „multi-racial country“ [89]. Damit stellen sie sich ganz klar gegen die Politik Verwoerds, die Bantustans einzurichten und in die Unabhängigkeit zu entlassen. Dafür müssten viele Menschen erst einmal (zwangs-)umgesiedelt werden, um einheitliche Staaten zu schaffen, die sich unabhängig voneinander und dem restlichen, dann weißen Südafrika entwickeln könnten – wenngleich die schwarzen Afrikaner dann immer noch im restlichen Südafrika arbeiten würden. Vielmehr sehen die Progressives Südafrika als ein Land, das trotz Rassentrennung ein Land aller dort lebenden Menschen sei. Trotzdem gehen sie aber auch davon aus, dass verschiedene Rassen existieren, statt sich von diesem Konzept zu lösen.

In der oben bereits erwähnten Erklärung vom 20. August legen die Progressives ihre Position dann deutlicher dar:

„We believe the time has come when white people should stop taking important decisions affecting non-white people without proper regard as to how the latter think and feel. Since Bloemfontein Congress we have in fact consulted a number of responsible Natives and we have found they deplore in the strongest terms this decision taken at Congress. They most certainly regard it as a breach of faith on the part of the white man. It is our view that South Africa cannot afford political tricks of this kind which destroy the trust and respect of Native people in the guardianship of the white man.
[…] we shall try to develop United Party principles in a dynamic and realistic way offering South Africa and its different race groups real hopes of security, mutual trust and the boundless progress which is our natural heritage.“ [90]

Die Progressives waren der Ansicht, dass Meinungen und Gefühle anderer Menschen grundsätzlich beachtet werden sollten, wenn Entscheidungen getroffen werden, die diese betreffen; in Gesprächen mit schwarzen Führungspersönlichkeiten hätten sie auch bereits festgestellt, dass diese mit der Entscheidung des Parteitages unzufrieden seien. Allerdings ist hier nicht von politischer Beteiligung, Wahlrecht oder ähnlichem die Rede, sondern bloß von Rücksichtnahme.

Die Progressives sehen in solchen Entscheidungen wie jener des Parteitages eine Gefahr für das Vertrauen zwischen Schwarzen und Weißen; die Afrikaner befänden sich in „guardianship“, also Vormundschaft der Weißen. Eine solche Aussage lässt sich als paternalistischer Rassismus interpretieren, der es mit den schwarzen Afrikanern zwar gut meint, aber immer noch rassistisch ist. Nicht ganz klar ist jedoch, ob es sich hier um Meinung und Forderung der Progressives handelt oder um eine Feststellung von Tatsachen; in Anbetracht der Realität der Apartheidpolitik mit ihrem viel aggressiveren Rassismus lässt sich allerdings Ersteres vermuten.

In dieser Erklärung formulieren die Progressives außerdem ihren Willen zu dynamischen und realistischen Entwicklungen, die Sicherheit, gegenseitiges Vertrauen und Fortschritt ermöglichen sollen. Gefordert wird hier also vor allem eine pragmatische Politik entlang der Realität – im Gegensatz zur viel mehr realitätsformenden Apartheidpolitik –, die eine stabile, fortschrittliche Gesellschaft ermöglichen soll.

Auf dem Gründungsparteitag am 13. und 14. November 1959 wurde dann ein Grundsatzprogramm verabschiedet, das auf den folgenden Prinzipien basierte:

„The maintenance and extension of the values of Western civilisation; the protection of fundamental human rights; and the safeguarding of the dignity and worth of the human person, irrespective of race, colour or creed.
The assurance that no citizen of the Union of South Africa would be debarred on the grounds of race, religion, language or sex, from making the contribution to our national life of which he or she might be capable.
The recognition that in the Union of South Africa there was one nation which embraced various groups differing in race, religion, language and traditions; that each group was entitled to the protection of these things and to participation in the government of the nation; and that understanding, tolerance and goodwill between the different groups must be fostered.
The maintenance of the rule of law.
The promotion of social progress and improvement of living standards through the energetic development of a modern economy based on free enterprise, whereby the national resources of men and materials could be fully utilised.
The promotion of friendly relations with other nations, more particularly those who shared the heritage of Western civilisation.“ [91]

In diesem Programm wird bestimmt, dass Menschenrechte und Rechtssicherheit für jeden Menschen unabhängig der Rasse gelten sollten und jeder Mensch unabhängig davon Zugang zum gesellschaftlichen Leben sowie private Freiheiten haben sollte. Es wird auch betont, dass Südafrika eine Nation mit verschiedenen Rassen sei, zwischen denen gute Verhältnisse herrschen müssten, um im Rahmen freier Marktwirtschaft durch optimale Nutzung der Arbeitskraft und der Ressourcen Fortschritt zu schaffen und den Lebensstandard zu heben. Es wird also weiterhin ein an Rassen orientiertes Gesellschaftsbild formuliert.

Allerdings wird nun statt der Rasse eine andere Beschränkung politischer Mitbestimmung eingerichtet, die sogenannte westliche Zivilisation. Bereits laut den oben genannten Grundsätzen soll sie bewahrt und verbreitet werden sowie bei der Kooperation mit anderen Staaten ein grundlegender Faktor sein. Darüber hinaus wurde ein qualifiziertes Wahlrecht bzw. Zensuswahlrecht gefordert: „We […] proposed a franchise which enabled adult citizens who qualified on an educational standard or economic achievement to have the vote.“ [92]. Ein allgemeines Wahlrecht war also nicht gewollt, sondern nur an diese Standards angepasste schwarze Afrikaner und Coloureds sollten wählen dürfen, was eine fortgesetzte Dominanz der sogenannten westlichen Zivilisation gewährleistet hätte. [93]

Die Progressives forderten weiterhin eine Abschaffung der Passgesetze, Zulassung aller Gewerkschaften und Aufhebung dercolour bar in der Wirtschaft, also der Beschränkung gehobener Berufe für Weiße. Nicht zuletzt waren sie auch bereit, Mitglieder unabhängig der Rasse bzw. Hautfarbe aufzunehmen. [94]

5.2.2 Individuelle Ansichten

5.2.2.1 Colin Eglin

Colin Eglin engagierte sich zu Beginn der 1950er Jahre im War Veterans' Torch Commando, einer Bewegung von Veteranen, die sich laut seiner Aussage für folgende Ziele einsetzte:

„to uphold the spirit and the solemn compacts entered into at the time of Union as moral obligations of trust and honour binding upon parliament and the people; to secure the repeal of any measures enacted in violation of such obligations; to protect the freedom of individuals in worship, language and speech, and to ensure the right of free access to the courts; to eliminate all forms of totalitarianism, whether fascist or communist; and to promote racial harmony in the Union.“ [95]

Eglin stellte sich damit gegen den Ausbau der Apartheidgesetze und des Apartheidstaates, welche den institutionalisierten Rassismus verstärkten, und wollte lieber harmonische Beziehungen und individuelle Freiheitsrechte.

Im Jahr 1952 gehörte Eglin zur kleinen South African Liberal Group, der Südafrikaner liberaler politischer Einstellung angehörten. Diese Gruppe war zunächst nicht politisch aktiv und trat auch nicht an die Öffentlichkeit, formulierte aber dennoch ihre Prinzipien:

„The essential dignity of all men and women irrespective of race, colour or creed.
Freedom of worship, assembly and expression.
The development of South Africa's human and material resources for the benefit of all, and the need to control state or other monopolies.
The elimination of all bars to the acquisition and utilisation of skill.
The freedom of every individual to own property.
The active propagation of a spirit of tolerance and mutual understanding among the various sections of our people.
Such free and compulsory education as would ensure opportunities for all to develop to the limit of their intellectual capacities.
The inherent right of all civilised men and women to vote and to have a direct voice in the government of the country.
The achievement of the Group's objects by constitutional and democratic methods.
TheThe charter of the United Nations as the basis for the regulation of international affairs.“ [96]

Während bei Eglins persönlichen Ausführungen wirtschaftliche Aspekte kaum erwähnt werden, findet sich hier dennoch wieder die Forderung nach freier Wirtschaft; außerdem finden sich Forderungen nach Menschenrechten und persönlichen Freiheiten sowie nach Toleranz, allerdings spielt auch wieder die westliche „Zivilisation“ eine Rolle beim Wahlrecht. Insgesamt erinnern diese Prinzipien stark an jene der Progressive Party. Im Jahr 1953 bildete sich aus der weiter gewachsenen Gruppe die Liberal Party, der sich Eglin aber nicht anschloss, weil er hoffte, die United Party von innen liberalisieren zu können. [97]

Er war 1959 der Meinung, dass eine zukunftsorientierte Politik nötig sei, die sich den Veränderungen Südafrikas und der Welt anpassen und Menschen aller Hautfarben einbeziehen müsse, indem jeder das gleiche Wahlrecht genieße. [98]

Ein zentrales Thema für Eglin scheint das Wahlrecht gewesen zu sein, während auch Themen wie persönliche Freiheitsrechte und freie Wirtschaft angesprochen werden.

5.2.2.2 Ray Swart

Für Ray Swart stellte die wirtschaftliche Integration von Menschen aller Hautfarbe ein Faktum dar, das die politische Integration dieser Menschen logisch zwingend nach sich ziehen müsste. [99] Dementsprechend sollten auch die Lebensumstände der schwarzen Afrikaner in den Homelands verbessert werden, wozu ein wichtiger Schritt weitere Übergaben von Land gewesen wären, wie es 1936 beschlossen worden war; eine weitere räumliche Trennung, insbesondere die Zwangsumsiedlung aus den Städten, brächte nur eine Verschlechterung der Zustände. [100]

Die Rolle der Progressive Party war in seinen Augen folgende:

„For our part, we saw ourselves filling a different role [als die United Party], of standing for the creation of a nonracial society and educating public opinion to accept the non-racial principles in which we believed.“ [101]

Swart spricht hier von einer „nichtrassischen“ Gesellschaft im Gegensatz zu der „multirassischen“ des Grundsatzprogramms und weicht damit von der offiziellen Verlautbarung ab; er unterstellt diese Ansicht aber auch anderen Progressives. Steytlers Eröffnungsrede zum Gründungskongress zitiert er allerdings wieder entsprechend der offiziellen Formulierung:

„Jan Steytler set the tone for what was to become the creed of the new party, when he said in his opening address: 'In future, colour and colour alone should not be the yardstick by which people are judged. We consider that all South Africans should be given the opportunity to make a contribution to the political and economic life in our country... We want to face the future, not with fear but with confidence that we can live together in harmony in a multi-racial country.“ [102]

Swart legte also den Schwerpunkt auf wirtschaftliche Beweggründe, die Beteiligung am politischen Leben und mehr Gerechtigkeit nach sich ziehen müssten, und nannte als Ziel eine „nichtrassische“ Gesellschaft – allerdings scheint er zwischen diesem und dem Begriff „multirassisch“ nicht zu differenzieren.

5.2.2.3 Helen Suzman

Bereits am Anfang und in der Mitte der 1950er Jahre engagierte sich Suzman gegen die Abschaffung des Wahlrechts für Coloureds in der Kapprovinz und für eine stärkere Einmischung von Frauen in die Politik. [103] Sie lehnte auch den Bantu Education Act von 1953 ab, der die (westliche) Bildung für schwarze Afrikaner den Missionsschulen entriss und unter staatliche Kontrolle stellte, wobei die Bildungsqualität deutlich sank:

„Bantu Education was henceforth under state control and grants were removed from the mission schools which had provided a good education for many Blacks. Future generations of Black children were to be relegated to the status of drawers of water and hewers of wood.“ [104]

Als nach Hautfarbe getrennte Universitäten eingerichtet wurden, sprach Suzman sich ebenfalls dagegen aus, vor allem weil sie den Kontakt zwischen Studierenden verschiedener Hautfarben für äußerst wertvoll hielt. [105] Sie trat auch für freiere Wirtschaft ein, wie sie im Grundsatzprogramm der Partei gefordert wurde; die wirtschaftliche Lage Südafrikas war für sie eine Triebkraft zur Opposition gegen den Rassismus der Apartheid:

„I emphasised the stupidity of introducing further restrictions on the economy, and how impossible it was to develop a country with South Africa's resources with only the skills of the minority White population; and that we had to use all our manpower to the best advantage.“ [106]

Auf den Vorwurf hin, sie wolle die Situation weißer Arbeiter verschlechtern, entgegnete sie: „I was convinced that the majority of White workers, including Afrikaners, were perfectly capable of competing with other races“ [107]. Sie geht also dennoch davon aus, dass es eine Konkurrenz zwischen Menschen verschiedener „Rassen“ geben kann, wenn auch in erster Linie wirtschaftlich. Die starke Rolle der Wirtschaft in ihrer Argumentation wird auch bei der Frage der Bantustans deutlich:

„Two of the basic recommendations of the Tomlinson Commission […] were ignored by the government: the need to inject White capital into the Black rural areas and to abandon the inefficient system of tribal agriculture. Nor was the incompatibility of attempting to develop a modern industrial economy while maintaining tribal institutions taken into consideration.“ [108]

Es scheint also, als stehe die Entwicklung der westlichen Wirtschaft an oberster Stelle, wofür Stammessysteme aufgegeben werden müssten. Die schwarzen Afrikaner sollten sich also wirtschaftlich wie auch gesellschaftlich zu den Weißen parallel entwickeln, statt ihren Weg selbst zu wählen. Wie auch in Fragen der Bildung und im Parteiprogramm schon angeklungen ist, scheint die westliche „Zivilisation“ als am besten und höchsten entwickelt angesehen zu werden.

Was individuelle Freiheiten angeht, hält sie Fragen nach Rasse bzw. Hautfarbe jedoch für irrelevant; so in einer Diskussion über getrennte Öffnungszeiten von Museen u.ä.:

„'Well, I don't know about Mrs Suzman, but when I go to a museum, I don't like it if some strange Black man rubs himself up against me.' I said quietly, 'Don't you mind if some strange White man rubs himself up against you?'“ [109]

Suzman wandte sich also dezidiert gegen Rasse als Kriterium für gesellschaftliche Freiheiten und Möglichkeiten und wollte im Parlament auch dafür eintreten [110], allerdings scheint sie verschiedene Kulturen unter dem Primat der Wirtschaft nicht als gleichwertig angesehen zu haben, sondern sie müssten sich der westlichen kapitalistischen Wirtschaft anpassen. Für individuelle Freiheiten trat sie aber ein.

Strangwayes-Booth berichtet außerdem, Suzman und andere hätten über die Inhalte des Grundsatzprogramms eigentlich noch weiter hinausgehen wollen, man habe aber bewusst vorsichtige Formulierungen gewählt. [111]

5.2.2.4 Boris Wilson

Boris Wilson trifft kaum direkte Aussagen zu seinen politischen Vorstellungen, zitiert aber einen Text, den er für die Parteizeitung der Progressives schrieb:

„South Africa has entered a new political era. The Progressive Group has been born out of a political crisis. It is determined to create for South Africa a new political party that will be non-racial in character, realistic with regard to race relations and able to give hope to all the various races who together constitute our country.“ [112]

Er spricht hier ebenfalls von einer nichtrassischen Partei, allerdings geht er von der Existenz von Rassen weiterhin aus und möchte zwischen diesen realistische Politik betreiben.

5.2.2.5 Harry Lawrence

Zu Harry Lawrences Einstellung Aussagen zu treffen, wird dadurch erschwert, dass die Biographie von seinem Sohn und nicht ihm selbst geschrieben wurde. Daher muss man sich auf die zitierten Aussagen und dargestellten Handlung allein beziehen.

Im Jahr 1953 betonte Harry Lawrence, dass Rassentrennung gerecht sein müsse, wenn sie umgesetzt würde: „But what we do say is this, that if there is partiality it must be partiality based on justice.“ [113]. Er lehnte also Rassentrennung nicht grundsätzlich ab, aber sie müsste für alle Seiten gerecht ablaufen. Jeremy Lawrence ist der Meinung, sein Vater habe zu dieser Zeit einen politischen Mittelweg einschlagen wollen, der das qualifizierte Wahlrecht der Coloureds auf alle Provinzen ausdehnen und zusätzlich eine getrennte Wahl für Coloureds einführen sollte. [114]

Dass Gerechtigkeit und Rechtssicherheit für alle gelten müssten, machte Lawrence auch 1958 noch einmal deutlich: „Either we are a multi-racial country or we are not. If we are, then the non-European sections must be accorded their rights – I am not thinking necessarily of political rights at the moment.“ [115]. Er akzeptierte, in einem „multirassischen“ Land zu leben: „I accept the fact that South Africa is a multiracial country and I am prepared to live in this country.“ [116].

Im Vorfeld der Spaltung formulierte Lawrence drei politische Ziele, die jedoch bei seiner Partei auf Ablehnung stießen:

Consultation (between white political leaders and representative non-white leaders); Extension (of political rights, in a continuous process, to all race-groups); and Participation (by all citizens in the government of the country).“ [117]

Lawrence erwog also durchaus eine Erweiterung politischer Beteiligung und politischer Rechte wie dem Wahlrecht und akzeptierte Südafrika als „multirassisches“ Land (und nahm damit auch an, dass „Rassen“ existieren). Ein wirtschaftlicher Schwerpunkt ist bei ihm nicht zu finden.

5.2.2.6 Harry Oppenheimer

Harry Oppenheimer war als wichtiger Finanzier der Progressive Party von Bedeutung, daher sollen seine Ansichten ebenfalls beleuchtet werden. Seine Ansichten sind vor allem in den bereits untersuchten (Auto-)Biographien zu finden, aber auch in einer Rede aus dem Jahr 1962.

Laut Eglin waren zwei Punkte zentral für Oppenheimer: „that non-Europeans should have direct representation in parliament; and that this representation would have to be extended in the future“[118]. Das Wahlrecht war also auch für ihn ein zentrales Argument.

Mitte der 1950er Jahre entwickelte Oppenheimer einen Vorschlag für eine Senatsreform, dem Oberhaus des südafrikanischen Parlaments, nach dem auch Abgeordnete anderer Hautfarben darin vertreten sein sollten und der entsprechend auch von Menschen verschiedener Hautfarben durch ein qualifiziertes Wahlrecht gewählt würde. Außerdem sollten dadurch Grundrechte gewährt werden; er zog auch ein qualifiziertes Wahlrecht für das Unterhaus in Betracht. Dies hätte einen Mittelweg zwischen der Apartheidpolitik und völliger Gleichberechtigung bedeutet. [119]

Eglin berichtet auch davon, dass Oppenheimer einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn gehabt habe, so Oppenheimer bei einer Rede vor Geschäftsleuten:

„We businessmen here tonight have been fortunate people. We have been privileged. Most, if not all of us, grew up in secure homes. We had caring parents. We enjoyed the advantage of a good education. What is more, we had the advantage, which many others in South Africa did not have, and still do not have today, of being able to turn to good effect the opportunities that are available in our country. Indeed, we are fortunate. We are privileged. And that imposes on us a duty to try to put right the things in our country that we all know are wrong, and that cry out to be put right.“ [120]

An der Universität Kapstadt hielt Oppenheimer am 6. September 1962 eine Rede mit dem Titel „The Conditions for Progress in Africa“. Er macht darin seine Ansichten über Afrika und schwarze Afrikaner deutlich:

„The most remarkable thing about Africa as a whole has been its backwardness. Except for the special case of Egypt – Africa, before the colonial era, failed to develop anything that could reasonably be called a civilised society. Politically, socially, technically and economically, Africa was until recently primitive and stagnant. Such aesthetic achievements as there were (and these were few, and to my mind are nowadays grossly overrated) were rare exceptions, feeble glimmers of light in a universal darkness.“ [121]

Er formuliert hier den Topos des geschichtslosen, stagnierenden und unzivilisierten Afrikas. Er führt dies aber nicht darauf zurück, dass schwarze Afrikaner generell nicht zu einer Entwicklung in der Lage wären, sondern dass ein Anstoß nötig gewesen sei: „It is not only in Africa that the initiation of a period of progress after ages of stagnation had to wait for external contacts and pressures.“ [122]. Dieser Anstoß sei der Kolonialismus gewesen, der auch die Marktwirtschaft nach Afrika gebracht habe und die Stammessysteme gebrochen habe. Rassistische Beschränkungen wie die colour bar oder eingeschränktes Wahlrecht seien Überbleibsel des Kolonialismus, die ursprünglich sinnvoll gewesen seien, nun aber dem Fortschritt und der weiteren Entwicklung der Afrikaner im Wege ständen. Jetzt müssten auch den Afrikanern weitere Möglichkeiten geöffnet werden. [123]

Ein allgemeines und gleiches Wahlrecht unter Existenz verschiedener Parteien sei dafür jedoch nicht die richtige Lösung:

„The fact is that where you are dealing with an electorate which is largely illiterate and quite inexperienced in the working of a parliamentary system of government, the acceptance of the 'one man one vote' principle will, in most cases, make it necessary and desirable to adopt a one-party sytem. The reason ist that in a primitive country where literacy is low and tribal loyalty is strong, the mass of the people cannot be expected to grasp that an appeal to the electorate by an opposition party to turn out the Government is not the same thing as an attempt to subvert the constitution.“ [124]

Den schwarzen Afrikanern sei also nicht zuzutrauen, an den Wahlen der Weißen teilzunehmen, weil sie nicht genügend westliche Bildung und Kultur besäßen. Nur wer ein gewisses Maß an dieser Bildung und Kultur besäße, sei intellektuell befähigt zu wählen. [125]

Bei Oppenheimer findet man – wie bei den meisten anderen auch – den Bezug zur freien Wirtschaft sowie zur westlichen „Zivilisation“ als Maßstab für politische Beteiligung. Die Äußerungen zur Rückständigkeit Afrikas lassen aber auch durchaus noch rassistische Züge erkennen.

5.3 Parallelen und Differenzen zur Liberal Party

In mehreren der behandelten Quellen wird direkt Bezug zur Liberal Party genommen. Boris Wilson schreibt:

„[A]lthough some of us called ourselves 'liberals', the real liberals were certainly not in the United Party. […] Margaret Ballinger and the Liberal Party were far ahead of us. They were already asking for one man one vote – we still did not accept that this was wise.“ [126]

Im Nachhinein teilt Wilson also die Ansichten der Liberal Party und reflektiert sich selbst als im Vergleich nicht fortschrittlich genug. Ray Swart erwähnt die Liberal Party ebenfalls: „Aside from the Liberal Party, no political party had committed itself so unequivocally to a rejection of racial discrimination.“ [127]

Die Liberal Party wurde 1953 gegründet und nannte als vier Grundprinzipien die Achtung der Menschenwürde unbeachtet der Hautfarbe und des Glaubens, das Recht auf freie Entwicklung, Rechtsstaatlichkeit und qualifiziertes Wahlrecht. Veränderungen sollten grundsätzlich auf parlamentarischem Weg erreicht werden. [128] Exakt diese Prinzipien lassen sich auch in den Gründungsdokumenten der Progressive Party finden. Im Jahr 1959 hatte die Liberal Party allerdings ein allgemeines, gleiches Wahlrecht als politisches Ziel erklärt, wie Boris Wilson es erwähnte, und öffnete sich auch mehr der Möglichkeit, durch Massenbewegungen etwas zu erreichen. Außerdem wuchs die Zahl schwarzer Mitglieder in dieser Zeit stark an. [129]

Walter Stanford, ein Gründungsmitglied der Liberal Party und noch eher auf dem Standpunkt eines qualifizierten Wahlrechts, wechselte 1959 zur Progressive Party, ebenso zwei weitere Mitglieder mit dem gleichen Standpunkt und der bereits erwähnte Donald Molteno. Es wechselten also vor allem gemäßigte Liberale zur Progressive Party. [130]

Es lässt sich demnach feststellen, dass sowohl inhaltlich als auch personell Zusammenhänge und Kontinuitäten zwischen der Liberal Party in ihrem moderateren Teil und der Progressive Party bestanden. Gewissermaßen fand der moderatere Standpunkt der Liberal Party von 1953 in der Progressive Party seine Fortsetzung und gelangte damit auch erstmals durch von Weißen gewählte Abgeordnete ins Parlament. [131]

Die Positionen der Progressive Party waren dank der Liberal Party nichts spektakulär Neues mehr und waren auch bereits diskutiert worden, sodass die Progressive Party hier weniger einen Skandal bei den weißen Wählern auslöste, als wenn sie als erste derartige Positionen formuliert hätte. In gewisser Weise konnte die Progressive Party davon profitieren, dass die Liberal Party solche Positionen bereits in die Öffentlichkeit getragen hatte, und auf dieser Grundlage aufbauen. [132]

6. Definitionsversuch „liberal“/„Liberalismus“

Eine umfassende und allgemeingültige moderne Definition des Liberalismus ist aufgrund seiner verschiedenen Strömungen schwierig. Allan Janik hält dies gar für unmöglich und beschreibt diesen Begriff als relativ zu den konkreten Begebenheiten und zur zeitlichen Verortung:

„Etwas in einem konkreten Fall als liberal zu bezeichnen, muß daher heißen, es eher in einem dynamischen Spektrum zu plazieren, das von 'reaktionär' über 'konservativ' bis zu 'liberal' und schließlich 'radikal' reicht, als es anhand eines einfachen statischen 'liberal-konservativen' Gegensatzes zu bestimmen. Die paradoxen Entwicklungen des Liberalismus in bezug [sic] auf radikalere Bewegungen wie den Sozialismus, schließen nicht einmal einen konservativen Liberalismus aus. Eine veraltete 'liberale' Politik wird dadurch 'konservativ'.“[133]

Trotzdem scheint es einige Ideen und Begriffe zu geben, die mit dem Liberalismus verknüpft sind. Nach Rudolf Vierhaus wird der Begriff allgemein als eine „Kennzeichnung vorurteilsfreien, freigiebigen, großzügigen, freisinnigen Denkens und Verhaltens“ [134] verstanden. Diese Denkweise beziehe sich – historisch wie heute – besonders auf die Vernunft und vernünftiges Handeln sowie auf den Fortschritt, wobei „politische Freiheit und rechtliche Gleichheit“[135] in jeder Hinsicht angestrebt würden. [136] Der Definition des Brockhaus folgend garantiert der Liberalismus allen Bürgern die gleichen Rechte, konstituiert sich staatlich als parlamentarische Demokratie und handelt (nach vernünftigen Prinzipien) im Sinne des Allgemeinwohls. [137]

Die Existenz verschiedener Strömungen innerhalb des (politischen) Liberalismus erläutert Vierhaus am Beispiel des deutschen Kaiserreiches und der Weimarer Republik, in denen es sowohl nationalliberale als auch linksliberale gab, wobei Erstere konservativen Kräften näherstanden und Letztere sozialdemokratischen Bewegungen. [138] Übersehen werden sollte hier nicht, dass Vierhaus wie Janik von einem Spektrum ausgeht, in das sich die Liberalen einfügen, allerdings formuliert er zentrale grundlegende Ideen, die nicht relativ sind.

John Rawls formuliert die Aufgabe, die politischer Liberalismus seiner Ansicht nach hat:

„Die Aufgabe des politischen Liberalismus besteht darin, eine politische Gerechtigkeitskonzeption für eine konstitutionelle Demokratie auszuarbeiten, die von der Pluralität vernünftiger Lehren – die stets ein Merkmal der Kultur einer freien demokratischen Ordnung ist – bejaht werden kann.“ [139]

Rawls bezieht sich ebenfalls auf Vernunft als zentrale Kategorie eines vernünftigen Pluralismus, der eine demokratische Gesellschaft formen solle, an der alle Bürger und ihre vernünftigen Lehren (ob religiöse, politische oder andere) teilhaben könnten und der alle diese Bürger zustimmten. Der Liberalismus müsse dabei unparteiisch sein und als Basis für das Zusammenspiel verschiedener Lehren dienen, die sich dort inhaltlich auseinandersetzen könnten. [140]

Laut Rudolf Walther hat sich aber seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts eine Zweideutigkeit des Begriffes Liberalismus entwickelt, die einerseits eine politische Bewegung und andererseits eine Wirtschaftsdoktrin bezeichnet. So verbinden sich laut Walther in einem Begriff ein politisches und ein wirtschaftstheoretisches Feld. [141] Zum Ende des 19. Jahrhunderts habe sich im allgemeinen Sprachgebrauch der Begriff Liberalismus wirtschaftlich zunehmend zur Bezeichnung für die Freihandelsdoktrin entwickelt, während er daneben aber weiterhin auch die politische Bedeutung trug. [142]

Nach 1945 habe sich diese Doppeldeutigkeit wiederum – auf Betreiben verschiedener Wirtschaftstheoretiker – etwas gelöst und der Begriff Liberalismus als politischer Begriff sei bestehen geblieben, während für den wirtschaftlichen Aspekt des Freihandels und der freien Marktwirtschaft andere Termini gefunden worden seien; so sei die auch heute geläufige Unterscheidung zwischen politischem Liberalismus und Wirtschaftsliberalismus (unter verschiedenen Bezeichnungen) entstanden,[143] wie sie auch Jürgen Osterhammel konstatiert. Er unterscheidet zusätzlich Mikro- und Makroliberalismus; Mikroliberalismus bezieht sich auf lokale Begebenheiten, Makroliberalismus auf Weltpolitik und Weltwirtschaft. Die Weltwirtschaft identifiziert er dabei als „freihändlerisch-liberal“[144] und als weitaus erfolgreicher als den politischen Liberalismus. [145] Der Brockhaus verneint diese Trennung von politischem und Wirtschaftsliberalismus, vielmehr sei der Wirtschaftsliberalismus die einzig mögliche notwendige Folge des politischen Liberalismus. [146]

Die oft getroffene Unterscheidung zwischen politischem und wirtschaftlichem Liberalismus ist nach David Yudelman auch auf Südafrika anwendbar:

„It should be emphasized that we are talking of two distinct groups of liberals. To simplify somewhat, there are the liberals who are primarily concerned with individual human rights and the morality of race discrimination: let us call them political liberals. And there are liberals who are primarily concerned with economic freedoms, the primacy of markets, and the necessary restriction of the economic role of the state: let us call them economic liberals. In some cases, individuals are both economic and political liberals, but there is no reason that one has to be both.“ [147]

Besonders im Falle Südafrikas, in dem es nur wenige rein politische Liberale gegeben habe, sei die Unterstützung durch die Wirtschaft und damit auch die Vertretung wirtschaftsliberaler Positionen politisch überlebenswichtig gewesen, weshalb die Kombination aus politischem und wirtschaftlichem Liberalismus häufiger anzutreffen gewesen sei. [148]

7. Fazit

Ist die Position der Progressive Party 1959 nun als liberal einzuschätzen? In den untersuchten Dokumenten findet sich durchgängig ein starker Bezug zur freien Marktwirtschaft und Aufhebung staatlicher Beschränkungen, die zu steigendem Wohlstand für alle Südafrikaner führen sollte. Die gleichen Argumente finden sich auch bei den betrachteten Personen (ausgenommen Harry Lawrence), sodass die Progressive Party zum Zeitpunkt ihrer Gründung als wirtschaftsliberal angesehen werden kann.

Die Frage nach dem politischen Liberalismus – ob sie also entsprechend Yudelmans These gleichzeitig wirtschaftlich und politisch liberal waren – ist schwieriger zu beantworten. Entlang der Begriffe politischer Freiheit und rechtlicher Gleichheit lässt sie sich nicht als liberal bestimmen, weil zum Beispiel in puncto des Wahlrechts keine Gleichheit angestrebt wurde (diese wurde aber einige Jahre später in das Parteiprogramm aufgenommen). Die Progressive Party richtete sich außerdem dezidiert gegen die Apartheid und die praktizierte Rassentrennung im öffentlichen Leben, trat also für persönliche Freiheiten und Menschenrechte ein, löste sich aber auch nicht von Rassenkonzepten. Für politische Beteiligung sollte allerdings die Schranke der „westlichen Zivilisation“ errichtet werden, was absoluter Gleichheit entgegenläuft und im Endeffekt die weiße Vorherrschaft auch erstmal nicht gefährdet. Die Unparteilichkeit nach Rawls ist damit auch nicht erreicht, da anderen Kulturen nicht der gleiche Stellenwert eingeräumt wird. Sie sind allerdings auch nicht rassistisch in dem Sinne, dass mit dem Konzept der Rassen eine Wertung verbunden wird, gehen aber doch von der Existenz verschiedener Rassen aus.

Zieht man Janiks dynamisches Spektrum heran, ist die Progressive Party auf jeden Fall als politisch liberal anzusehen, wenn man sie zu den beiden großen Parteien National Party und United Party in Relation setzt. Denn zu diesen steht sie in deutlichem Gegensatz und ist deutlich liberaler, wenn auch nicht so konsequent wie die Liberal Party.

Bedenken sollte man auch, dass im Parteiprogramm eventuell vorsichtig formuliert wurde, um potentielle Wähler nicht zu verschrecken, und natürlich nicht jedes Mitglied exakt der gleichen Meinung war, sondern man auch innerhalb der Partei von einem Spektrum ausgehen kann. So schreibt zum Beispiel Strangwayes-Booth, dass Helen Suzman die offiziellen Beschlüsse nicht liberal genug gewesen seien. [149]

Abschließend lässt sich also formulieren, dass die Progressive Party bei ihrer Gründung auf jeden Fall wirtschaftsliberale und mit Einschränkungen auch politisch liberale Positionen vertrat, wobei dies vor allem in Relation zu den beiden großen Parteien deutlich wird und weniger in Bezug auf absolute Kategorien. Somit kann die eingangs genannte Fragestellung nicht klar bejaht werden, allerdings sind viele liberale Gedanken und Elemente zu finden, sodass die Progressive Party bei ihrer Gründung als eher liberal anzusehen war.

8. Literatur- und Quellenverzeichnis

8.1 Literatur

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8.2 Quellen

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Swart, Ray: Progressive Odyssey. Towards a Democratic South Africa. Cape Town 1991.

Wilson, Boris: A Time of Innocence. Bergvlei 1991.


[1] Vgl. Wilson 1991, S. 329, 343.

[2] Vgl. Mitchell 2002, S. 19.

[3] Alle vorliegenden Überblicksdarstellungen setzen in diesem Jahr eine Zäsur in Form eines neuen Kapitels o.ä., vgl. Davenport/Saunders 2000, S. 377; Fisch 1990, S. 286; Marx 2012, S. 222; Posel 2011, S. 319; Ross 1999, S. 114.

[4] Vgl. Fisch 1990, S. 289; Marx 2012, S. 223-224; Ross 1999, S. 114-116.

[5]Marx 2012, S. 224.

[6] Vgl. Davenport/Saunders 2000, S. 378; Fisch 1990, S. 286-291; Marx 2012, S. 224-227; Posel 2011, S. 331-332.

[7] Vgl. Davenport/Saunders 2000, S. 378-379; Fisch 1990, S. 291-293; Marx 2012, S. 227-228; Posel 2011, S. 329, 350-351.

[8] Vgl. Davenport/Saunders 2000, S. 389-398; Fisch 1990, S. 289, 291-301; Marx 2012, S. 228-233; Ross 1999, S. 118-121.

[9] Vgl. Davenport/Saunders 2000, S. 406-411; Marx 2012, S. 243-245; Ross 1999, S. 133-137.

[10] Vgl. Davenport/Saunders 2000, S. 379-387, 399-405; Fisch 1990, S. 304-309; Marx 2012, S. 234-241; Posel 2011, S. 345-348.

[11] Vgl. Irvine 1987, S. 118-121; Saunders/Southey 2000, S. 155.

[12] Vgl. Fisch 1990, S. 305; Mitchell 2002, S. 18; Saunders/Southey 2000, S. 270.

[13] Vgl. Rosenthal 1970, S. 526; Saunders/Southey 2000, S. 269-270; Trapido 1966, S. 86-87; Williams/Hackland 1988, S. 296.

[14] Vgl. Rosenthal 1970, S. 526; Saunders/Southey 2000, S. 269-270; Trapido 1966, S. 84-85; Williams/Hackland 1988, S. 296.

[15] Vgl. Brotz 1977, S. 38-39; Davenport/Southey 2000, S. 270; Hackland 1984, S. 47-55; Mitchell 2002, S. 18; Robertson 1971, S. 184-188; Strangwayes-Booth 1976, S. 130-133; Trapido 1966, S. 90; Williams/Hackland 1988, S. 296-297.

[16] Vgl. Davenport/Saunders 2000, S. 447; Davenport/Southey 2000, S. 270; Irvine 1987, S. 116-117.

[17] Colin Eglin, geboren 1925, gelernter Kosten- und Abrechnungsingenieur im Baugewerbe/Baukalkulator, früherer Aktivist des Torch Commando, das sich gegen den Entzug des Wahlrechts für Coloureds engagierte, ehemals Mitglied der Liberal Association, seit 1958 Abgeordneter der United Party für den Wahlkreis Pinelands (Vorort Kapstadts); 1971-1979 und ab 1986 Vorsitzender der Progressive Party (vgl. Eglin 2007; Joyce 1999, S. 82; Williams/Hackland 1988, S. 84).

[18] Harry Lawrence, 1901-1972, Anwalt, im Parlament 1921-1961, Minister unter Smuts, eher liberal (vgl. Joyce 1999, S. 142; Lawrence 1978).

[19] Vgl. Hackland 1984, S. 47-55; McKenzie 1994, S. 81-82; Robertson 1971, S. 187-189.

[20] Sir De Villiers Graaff, geb. 1913, Vorsitzender der United Party 1956-1977, unter seinem Vorsitz verlor die United Party stetig an Bedeutung (vgl. Joyce 1999, S. 104).

[21] Vgl. Hackland 1984, S. 55-60; McKenzie 1994, S. 82.

[22] Vgl. Hackland 1984, S. 60-68; McKenzie 1994, S. 82-83; Robertson 1971, S. 188-189; Strangwayes-Booth 1976, S. 145-147.

[23] Vgl. Hackland 1984, S. 68-73; Robertson 1971, S. 189-190; Strangwayes-Booth 1976, S. 147-155.

[24] Vgl. Eglin 2007.

[25] Eglin 2007, S. 71.

[26] Eglin 2007, S. 71.

[27] Vgl. Eglin 2007, S. 71.

[28] Jan Steytler, 1910-1990, Arzt und Politiker, erster Vorsitzender der Progressive Party 1959-1970 (vgl. Joyce 1999, S. 252).

[29] Ray Swart, geb. 1928, Anwalt, Abgeordneter für den Wahlkreis Zululand (Natal) (vgl. Swart 1991).

[30] Vgl. Eglin 2007, S. 71.

[31] Vgl. Eglin 2007, S. 71.

[32] Vgl. Eglin 2007, S. 71-72.

[33] Eglin 2007, S. 72.

[34] Helen Suzman, geboren 1917 als Tochter litauischer jüdischer Immigranten, Abschluss in Wirtschaftswissenschaften und in diesem Bereich auch als Hochschuldozentin tätig, seit 1953 Abgeordnete der United Party für Houghton (Vorort Johannesburgs); 1961-1974 einzige Abgeordnete der Progressive Party, im Parlament bis 1989, für ihre Verteidigung der Menschenrechte unabhängig von Hautfarbe und für ihren Widerstand gegen die Apartheidspolitik international bekannt und geehrt (vgl. Joyce 1999, S. 256; Saunders/Southey 2000, S. 248-249; Suzman 1993; Williams/Hackland 1988, S. 260).

[35] Eglin 2007, S. 72.

[36] Eglin 2007, S. 72.

[37] Vgl. Eglin 2007, S. 72.

[38] Ergänzungen und Auslassungen durch Eglin; durch den Verfasser nicht verändert. Eglin 2007, S. 72.

[39] Swart 1991, S. 56.

[40] Swart 1991, S. 56-57.

[41] Swart 1991, S.57.

[42] Vgl. Swart 1991, S. 57.

[43] Swart 1991, S. 57.

[44] Vgl. Swart 1991, S. 57.

[45] Vgl. Swart 1991, S. 57.

[46] Swart 1991, S. 57-58.

[47] Vgl. Swart 1991, S. 58-59.

[48] Vgl. Suzman 1993, S. 46-47.

[49] Suzman 1993, S. 47.

[50] Vgl. Strangwayes-Booth 1976, S. 155-157.

[51] Vgl. Eglin 2007, S. 73.

[52] Vgl. Hackland 1984, S. 74; Strangwayes-Booth 1976, S. 157.

[53] Vgl. Hackland 1984, S. 74; Strangwayes-Booth 1976, S. 157.

[54] Vgl. Graaff 1993, S. 161.

[55] Leo Boyd nach Strangwayes-Booth 1976, S. 158.

[56] Vgl. Hackland 1984, S. 75.

[57] Vgl. Suzman 1993, S. 48.

[58] Vgl Hackland 1984, S. 83; Strangwayes-Booth 1976, S. 164.

[59] Vgl. Eglin 2007, S. 72-73; Swart 1991, S. 59.

[60] Vgl. Eglin 2007, S. 72-73; Swart 1991, S. 61; Wilson 1991, S. 344-345; vgl. auch Hackland 1984, S. 76-78; Strangwayes-Booth 1976, S. 160-161.

[61] Vgl. Swart 1991, S. 59-62.

[62] Vgl. Eglin 2007, S. 73; Wilson 1991, S. 345-346. Laut Eglin fand dieses Treffen in seinem Haus statt, laut Wilson in einem Hotel.

[63] Vgl. Eglin 2007, S. 73; Graaff 1993, S. 162; Suzman 1993, S. 47; Swart 1991, S. 62-63; Wilson 1991, S. 346; vgl. auch Hackland 1984, S. 76-77; Strangwayes-Booth 1976, S. 162.

[64] Vgl. Eglin 2007, S. 73-74; Graaff 1993, S. 162-163.

[65] Vgl. Eglin 2007, S. 75; Wilson 1991, S. 346-347; vgl. auch Strangwayes-Booth 1976, S. 169.

[66] Vgl. Eglin 2007, S. 75-76; Graaff 1993, S. 162; Suzman 1993, S. 47; Swart 1991, S. 61-63; Wilson 1991, S. 345-346; vgl. auch Hackland 1984, S.76-77; Strangwayes-Booth 1976, S. 161-162.

[67] Eglin 2007, S. 77.

[68] Vgl. Eglin 2007, S. 77; Suzman 1993, S. 47; Swart 1991, S. 64-65; Wilson 1991, S. 348-349; vgl. auch Hackland 1984, S. 83-84; Strangwayes-Booth 1976, S. 164-168.

[69] Vgl. Eglin 2007, S. 78-79; Graaff 1993, S. 163; Suzman 1993, S. 47; Swart 1991, S. 60-73; Wilson 1991, S. 349-351; vgl. auch Hackland 1984, S. 79, 86-93; Strangwayes-Booth 1976, S. 168.

[70] Vgl. Eglin 2007, S. 76; Graaff 1993, S. 163; Lawrence 1978, S. 244; Suzman 1993, S. 47; Swart 1991, S. 59; Wilson 1991, S. 349; vgl. auch Hackland 1984, S. 93-94; Strangwayes-Booth 1976, S. 162, 168.

[71] Vgl. Eglin 2007, S. 76; Graaff 1993, S. 163; Lawrence 1978, S. 245; Wilson 1991, S. 351; vgl. auch Hackland 1984, S. 94-95; Strangwayes-Booth 1976, S. 163, 168.

[72] Vgl. Eglin 2007, S. 76; Graaff 1993, S. 163-164; Lawrence 1978, S. 245-248; Suzman 1993, S. 47; Swart 1991, S. 70; vgl. auch Hackland 1984, S. 95-97; Strangwayes-Booth 1976, S. 168-169.

[73] Vgl. Swart 1991, S. 70-71; vgl. auch Suzman 1993, S. 48.

[74] Vgl. Eglin 2007, S. 79-81; Lawrence 1978, S. 248; Swart 1991, S. 75-81; Wilson 1991, S. 352-354; vgl. auch Hackland 1984, S. 101-102; McKenzie 1994, S. 83; Strangwayes-Booth 1976, S. 171-173.

[75] Swart 1991, S. 57.

[76] Swart 1991, S. 58.

[77] Wilson 1991, S. 347; Auslassungen ohne Klammern i.O.; s. auch Strangwayes-Booth 1976, S. 163.

[78] Suzman 1993, S. 39.

[79] Vgl. Suzman 1993, S. 30.

[80] Suzman 1993, S 38.

[81] Swart 1991, S. 45.

[82] Vgl. Swart 1991, S. 46.

[83] Suzman 1993, S. 45.

[84] Swart 1991, S. 50.

[85] Vgl. Wilson 1991, S. 338-339.

[86] Vgl. Eglin 2007, S. 64-65.

[87] Eglin 2007, S. 68.

[88] Wilson 1991, S. 329.

[89] Swart 1991, S. 58.

[90] Wilson 1991, S. 347-348; s. auch Strangwayes-Booth 1976, S. 163-164.

[91] Eglin 2007, S. 79; vgl. auch Swart 1991, S. 77.

[92] Suzman 1993, S. 48.

[93] vgl. Hackland 1984, S. 103-114; Strangwayes-Booth 1976, S. 172-173.

[94] vgl. Lawrence 1978, S. 248; Swart 1991, S. 79; Wilson 1991, S. 352.

[95] Eglin 2007, S. 45-46.

[96] Eglin 2007, S. 52.

[97] Vgl. Eglin 2007, S. 52-53.

[98] Vgl. Eglin 2007, S. 67-68.

[99] Vgl. Swart 1991, S. 47-49.

[100] Vgl. Swart 1991, S. 49, 55.

[101] Swart 1991, S. 60.

[102] Swart 1991, S. 76.

[103] Vgl. Suzman 1993, S. 32.

[104] Suzman 1993, S. 35.

[105] Vgl. Suzman 1993, S. 42.

[106] Suzman 1993, S. 37.

[107] Suzman 1993, S. 37.

[108] Suzman 1993, S. 43.

[109] Suzman 1993, S. 39.

[110] Vgl. Suzman 1993, S. 50.

[111] Vgl. Strangwayes-Booth 1976, S. 172.

[112] Wilson 1991, S. 351.

[113] Lawrence 1978, S. 233.

[114] Vgl. Lawrence 1978, S. 234.

[115] Lawrence 1978, S. 239.

[116] Lawrence 1978, S. 241.

[117] Lawrence 1978, S. 243.

[118] Eglin 2007, S. 60.

[119] Vgl. Eglin 2007, S. 60; Lawrence 1978, S. 237.

[120] Eglin 2007, S. 61.

[121] Oppenheimer 1962, S. 1.

[122] Oppenheimer 1962, S. 2.

[123] Vgl. Oppenheimer 1962, S. 2-5.

[124] Oppenheimer 1962, S. 6.

[125] Vgl. Oppenheimer 1962, S. 6-7.

[126] Wilson 1991, S. 329.

[127] Swart 1991, S. 76.

[128] Vgl. Hackland 1984, S. 115; Irvine 1987, S. 117-118; Robertson 1971, S. 111-117; Saunders/Southey 2000, S. 155.

[129] Vgl. Hackland 1984, S. 116; Irvine 1987, S. 119-120; Robertson 1971, S. 194-199; Saunders/Southey 2000, S. 155.

[130] Vgl. Hackland 1984, S. 117-122.

[131] Vgl. Irvine 1987, S. 121-122.

[132] Vgl. Robertson 1971, S. 193; Strangwayes-Booth 1976, S. 173.

[133] Janik 1996, S. 66.

[134] Vierhaus 2004, S. 742; vgl. auch Schapiro 1980, S. 20-25

[135] Vierhaus 2004, S. 742.

[136] Vgl. Vierhaus 2004, S. 742; vgl. auch Brockhaus 2006, S. 715; Schapiro 1980, S. 20.

[137] Vgl. Brockhaus 2006, S. 715.

[138] Vgl. Vierhaus 2004, S. 782-783.

[139] Rawls 1998, S. 15.

[140] Vgl. Rawls 1998, S. 14-17.

[141] Vgl. Walther 2004, S. 787.

[142] Vgl. Walther 2004, S. 808-811.

[143] Vgl. Walther 2004, S. 811-815.

[144] Osterhammel 2003, S. 12.

[145] Vgl. Osterhammel 2003, S. 11-12

[146] Vgl. Brockhaus 2006, S. 175.

[147] Yudelman 1987, S. 265.

[148] Vgl. Yudelman 1987, S. 265-266.

[149] Vgl. Strangwayes-Booth 1976, S. 172.

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Details

Titel
Abspaltung und Gründung der Progressive Party Südafrikas 1959
Untertitel
Formation liberaler parlamentarischer Opposition gegen die Apartheid?
Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
43
Katalognummer
V338247
ISBN (Buch)
9783668276475
Dateigröße
667 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Progressive Party, Progressive Federal Party, United Party, Helen Suzman, Ray Swart, Colin Eglin, Liberal Party
Arbeit zitieren
Aljoscha Tillmanns (Autor), 2014, Abspaltung und Gründung der Progressive Party Südafrikas 1959, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338247

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