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Die Wahrnehmung und der Umgang mit männlichen Fachkräften in Kindertagesstätten

Title: Die Wahrnehmung und der Umgang mit männlichen Fachkräften in Kindertagesstätten

Research Paper (postgraduate) , 2014 , 27 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nicoline Rohweder (Author)

Social Work
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Männliche Fachkräfte sind in sozialen Berufsfeldern weit weniger anzutreffen als weibliche Fachkräfte. Diese Aussage trifft dabei nicht nur auf den aktuellen zeitlichen Kontext zu, sondern lässt sich auch anhand der vergangenen Jahrzehnte feststellen. Seit einigen Jahren gewinnt daher der Ruf nach Männern in Erziehungsberufen zunehmend an Popularität. Zugleich wurde ein umfassender staatlicher Maßnahmenkatalog integriert, der Männer stärker an der privat-familiären wie auch öffentlich-beruflichen Arbeit mit Kindern beteiligen soll. Nichtsdestotrotz stellt sich die Frage, welchen Umgang erleben männliche Fachkräfte in der Praxis? Welche Erfahrungen machen männliche Fachkräfte in der Elternarbeit? Braucht die Sozialpädagogik überhaupt mehr männliche Fachkräfte und welche Wünsche und Bedürfnisse stehen hinter diesem Ruf nach mehr Männlichkeit?

Um Antworten auf diese Fragestellungen zu erhalten, wurden im 1. Schulpraktikum verschiedene qualitative Forschungsmethoden an einer Berufsbildenden Schule durchgeführt und ausgewertet. Dabei lautete die ursprüngliche Fragestellung: Inwieweit wird in der Ausbildung von Erzieher*innen die Konstruktion von Geschlechtern thematisiert? Während der Forschung im Praktikum und der Auswertung im nachfolgenden vierten Semester, hat sich diese Fragestellung jedoch verändert, sodass sich diese Ausarbeitung mit der Fragestellung beschäftigt: Welche persönlichen Erfahrungen machen Schüler der Fachschule Sozialpädagogik, in der Praxis der Kindertagesstätten, im Umgang mit ihrem eigenen Geschlecht? Es wird erforscht, welche Erfahrungen die Schüler innerhalb der Praktika in der Ausbildung gemacht haben und wie dies ihr Bild bezüglich des Umganges mit Männern in Kindertagesstätten geprägt hat.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Aktueller Forschungsstand

2.1 Historische Betrachtung und ihre Auswirkungen auf die Gegenwart

2.2 Aktuelle Daten

2.3 Problemstellung

2.4 Ein Einblick in bestehende Reformen und Initiativen

2.5 Zur Bedeutung von männlichen Fachkräften in der Kita

3. Forschung im Feld: Ablauf während des Praktikums

3.1 Anpassung der Forschungsfrage

3.2 Forschungsmethoden

3.2.1 Feldforschungstagebuch

3.2.2 Leitfadengestütztes Interview

3.2.3 Gruppendiskussionen

3.3 Auswertungsmethoden

3.3.1 Auswertungstechnik für Leitfadeninterviews nach Christiane Schmidt

3.3.2 Die qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring

3.4 Analyse und Ergebnisdiskussion

4. Reflektion

5. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die Wahrnehmung von und den Umgang mit männlichen Fachkräften in Kindertagesstätten. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche persönlichen Erfahrungen Schüler der Fachschule Sozialpädagogik während ihrer Praktika in Kindertagesstätten im Hinblick auf ihr eigenes Geschlecht machen und wie dies ihr Bild über Männer in diesen Einrichtungen geprägt hat.

  • Historische Entwicklung der Geschlechterrollen in der Sozialen Arbeit
  • Statistische Bestandsaufnahme männlicher Fachkräfte
  • Methodische qualitative Forschung durch Interviews und Gruppendiskussionen
  • Analyse gesellschaftlicher Vorurteile und Anforderungen an männliche Erzieher

Auszug aus dem Buch

These 1: Männliche Fachkräfte werden in Kitas bevorzugt eingestellt, dann jedoch häufig auf ihre Geschlechterrolle reduziert, indem sie lediglich zu handwerklichen Tätigkeiten oder dem Fußball spielen aufgefordert werden.

In den Gruppendiskussionen stellte sich heraus, dass die Schüler der Meinung sind, dass Männer bei der Stellenbesetzung in der Praxis bevorteilt werden und insbesondere der Bedarf an männlichen Erziehern sehr hoch sei. Das Zitat einer Schülerin verdeutlicht dies: „Was mir so aufgefallen ist, dass Männer mit offenen Armen empfangen werden finde ich.“ (Z. 5)49. Das Zitat eines Mitschülers unterstreicht diese Aussage: „Ja für die Praxis, gerade als männlicher Erzieher, ist es oft so, dass man dann erstmal gehypt wird „Oh ja toll, ein männlicher Erzieher in der Kita.“ (Z. 71)50. Zum anderen, so äußern es die Schüler, werden Männer häufig nur für bestimmte Bereiche eingesetzt und es wird von ihnen erwartet die klassische Rolle des Mannes zu besetzen. Sie fühlen sich dann in ihrer Geschlechterrolle stigmatisiert. Ein Schüler äußert sich wie folgt: „[…] und dann muss man halt aufpassen, dass man nicht gleich zu den typisch männlichen quasi Aktivitäten gezwungen wird und quasi darauf eingeschossen wird.“(Z. 73)51.

Ein Mitschüler ergänzt durch folgende Aussage: „Wenn man neu in die Einrichtung kommt, ist oftmals die einzige Eigenschaft die man eigentlich mitbringt, „Mann“ zu sein, also es ist kein biologisches Geschlecht das man einbringt, sondern es ist eine Eigenschaft, die einen dazu befähigt hier jetzt ein besonders guter Erzieher zu sein. […] und wenn wir dann lange Zeit als Argument für gute Arbeit hören, dass wir ein Mann sind, dann ist das schon sehr traurig für uns.“ (Z. 86)52.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der männlichen Fachkräfte in Kitas und Darlegung der geänderten Forschungsfrage bezüglich der Erfahrungen von Fachschülern.

2. Aktueller Forschungsstand: Historische Herleitung des Frauenberuf-Images der Sozialen Arbeit sowie kritische Auseinandersetzung mit aktuellen Daten und Reformbestrebungen.

3. Forschung im Feld: Ablauf während des Praktikums: Darstellung des methodischen Vorgehens inklusive der Adaption der Forschungsfrage sowie der Anwendung von Interviews und Gruppendiskussionen.

4. Reflektion: Zusammenfassende Betrachtung der gewonnenen Erkenntnisse und Reflexion der Rolle der Forscherin sowie der Bedeutung für die zukünftige Praxis.

5. Ausblick: Identifikation neuer Forschungsansätze, insbesondere hinsichtlich gesellschaftlicher Faktoren für die Berufswahl und der langfristigen Normalisierung gemischter Teams.

Schlüsselwörter

Männliche Fachkräfte, Kindertagesstätten, Erzieherausbildung, Geschlechterrolle, Sozialpädagogik, Qualitative Forschung, Leitfadeninterview, Gruppendiskussion, Berufswahl, Geschlechtergerechtigkeit, Identitätsentwicklung, Stereotype, Praxisreflexion, Fachschule, Pädagogische Arbeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem kritischen Diskurs über die Wahrnehmung männlicher Erzieher in Kindertagesstätten und untersucht, welche Erfahrungen diese während ihrer Ausbildungspraxis machen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Zentrale Themen sind die historische Verankerung von Geschlechterrollen in der Sozialen Arbeit, die aktuelle Situation männlicher Fachkräfte, die Konfrontation mit Stereotypen sowie der Einfluss dieser Erfahrungen auf die Identitätsbildung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, welche persönlichen Erfahrungen Schüler der Fachschule Sozialpädagogik im Umgang mit ihrem eigenen Geschlecht in der Praxis von Kindertagesstätten machen und wie dies ihr Bild vom Berufseinstieg männlicher Fachkräfte geprägt hat.

Welche wissenschaftlichen Methoden wurden verwendet?

Die Autorin nutzte ein Feldforschungstagebuch, leitfadengestützte Interviews mit der Abteilungsleiterin sowie Gruppendiskussionen mit Schülern des Erzieherausbildungsjahrgangs.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung des Forschungsstandes sowie eine praxisnahe empirische Untersuchung, in der die Aussagen der Fachschüler analysiert und mit wissenschaftlicher Literatur kontrastiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Männliche Fachkräfte, Erzieherausbildung, Geschlechterrolle, Sozialpädagogik und Geschlechtergerechtigkeit definiert.

Wie gehen Einrichtungen laut der Untersuchung mit männlichen Erziehern um?

Die Untersuchung zeigt, dass männliche Erzieher häufig bevorzugt eingestellt werden, aber oft mit stereotypen Rollenzuweisungen, wie der Übernahme handwerklicher Tätigkeiten oder Fußballspielen, konfrontiert sind.

Welche Rolle spielt der sogenannte Pädophilie-Generalverdacht?

Ein zentraler und belastender Aspekt, der in der Arbeit thematisiert wird, ist die Skepsis der Eltern bei körpernahen Versorgungsaufgaben, wie dem Wickeln, was bei den angehenden Erziehern zu Gefühlen des Generalverdachts führt.

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Details

Title
Die Wahrnehmung und der Umgang mit männlichen Fachkräften in Kindertagesstätten
College
Leuphana Universität Lüneburg
Grade
1,0
Author
Nicoline Rohweder (Author)
Publication Year
2014
Pages
27
Catalog Number
V338268
ISBN (eBook)
9783668278790
ISBN (Book)
9783668278806
Language
German
Tags
männliche Fachkräfte Männer in Kitas Männer Sozialpädagogik soziale Arbeit Kindertagesstätten Kitas
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicoline Rohweder (Author), 2014, Die Wahrnehmung und der Umgang mit männlichen Fachkräften in Kindertagesstätten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338268
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