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Zwischen Kooperatismus und Kompetenzdebatte - Kulturpolitik in Deutschland seit den 70er Jahren

Title: Zwischen Kooperatismus und Kompetenzdebatte - Kulturpolitik in Deutschland seit den 70er Jahren

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 24 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: M.A. Sabine Krätzschmar (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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„Kultur ist alles – alles ist Kultur“ skandiert einer der Leitsätze, die in den Jahren der Entwicklung des Kulturbetriebs in Deutschland eine Rolle spielten und Kulturpolitik in den verschiedenen Epochen auf unterschiedlichste Weise legimitierten. Der Kulturbegriff, der den verschiedenen Phasen und Konzepten von kulturpolitischer Aktivität in Deutschland zugrunde liegt, war und ist bis heute Veränderungen im Verständnis unterworfen, und damit auch das Verständnis vom Wesen und den Aufgaben der Kulturpolitik. Wo aber nimmt Kulturpolitik überhaupt ihren Anfang? Seit wann gibt es sie und welchen Stellenwert kann sie für sich in Anspruch nehmen? Welche Akteure sind an ihr beteiligt? Lässt sich überhaupt so etwas wie eine allgemeingültige Darstellung von Kulturpolitik finden?

Diese Arbeit unternimmt den Versuch, einen Überblick über die Entstehung eines noch jungen Politikfeldes und den ihm immanenten aktuellen Problemen zu liefern, welche nicht zuletzt durch seine komplexe Gestalt hervorgerufen werden. Diese ist insbesondere durch die heterogene Entwicklungsgeschichte von Kulturpolitik in Deutschland begründet. Grundsätzliche konzeptionelle Kulturpolitik-Programme waren bisher eher von geringer Bedeutung. Ein überkommenes Verständnis von Kulturpolitik und von Kulturstaat könnte zu dieser Blockade geführt haben. Nicht zuletzt mit der Einführung eines Bundeskulturbeauftragten scheint jedoch der politische Stellenwert von Kultur zu wachsen und sich ein eigenständiges Politikfeld der Kulturpolitik zu entwickeln. Daran schließen sich weitere Fragen an. Welche kulturpolitischen Aufgaben hat in einem föderal strukturierten Kulturbetrieb der Staat? Mit welchen Ebenen und Institutionen ist er an ihrer Erfüllung beteiligt und wie verteilen sich die Zuständigkeiten?

Woher kommt die in der aktuellen Debatte erneut aufgeworfene These von einem „Kulturzentralismus“ in Deutschland und inwieweit ist sie möglicherweise berechtigt? Wo wiederum hat die These von einer „Legitimationskrise“ der deutschen Kulturpolitik ihren Ursprung, wonach in einer Gesellschaft, in der alles Kultur ist, Kulturpolitik notgedrungen in legitimative Schwierigkeiten geraten muss? Was die so genannte „Kulturhoheit der Länder“ betrifft, so wäre zu klären, welche Bedeutung diesem Begriff tatsächlich zugerechnet werden darf.

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Inhaltsverzeichnis

1. Die Entwicklung von Kulturpolitik in Deutschland

1.1. Erweiterung des Kulturbegriffs – Die „Neue Kulturpolitik“ der 70er Jahre

1.2. Von Programmatik zu Pragmatismus – Die Kulturpolitik der 80er Jahre

1.3. Die Modernitätsfalle – Die Kulturpolitik der 90er Jahre

2. Was ist Kulturpolitik? – Überlegungen zum Begriff

3. Kulturelle Aufgaben des Staates

3.1. Die „Kulturhoheit“ der Länder – ein missverstandener Begriff?

3.2. Deutschland – ein Kulturstaat?

3.3. Das Amt des Kulturstaatsministers – neuer Stellenwert für die Kultur?

3. Die Debatte um Zuständigkeiten und die kulturpolitische Rolle des Bundes

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der deutschen Kulturpolitik seit den 1970er Jahren und untersucht vor dem Hintergrund des föderalen Systems die Rolle des Bundes sowie die aktuellen Debatten um Kompetenzverteilungen und die Legitimationskrise des Politikfeldes.

  • Historische Evolution der Kulturpolitik (70er bis 90er Jahre)
  • Begriffsbestimmung von Kulturpolitik und deren Problematik
  • Rolle des Bundes im föderalen Kulturbetrieb
  • Debatte um Kulturhoheit der Länder vs. Bundesinteresse

Auszug aus dem Buch

1. Die Entwicklung von Kulturpolitik in Deutschland

Um zu verstehen, unter welchen Bedingungen sich Kulturbetrieb und Kulturpolitik in Deutschland entwickelten und welchen Wandeln sie unterworfen waren, ist ein Blick in die Vergangenheit erforderlich.

Nach den Erfahrungen mit der Instrumentalisierung und Gleichschaltung von Kultur in der Hitler-Diktatur stand zunächst eine Abkehr von einem zentral gesteuerten Kulturbetrieb im Mittelpunkt, diese war aber vor allem im Interesse der Besatzungsmächte, die sich die demokratische Umerziehung des deutschen Volkes zum Ziel gesetzt hatten. Ein staatlich zentral gesteuerter Kulturbetrieb wäre das genaue Gegenteil dieser Bemühungen gewesen.

Der zu dieser Zeit aufs Neue vorherrschende Begriff von Kultur, der von durch und durch traditionellem Charakter war, galt zwar bereits als überholt. Aber jene Art der Rückbesinnung auf ein klassisches Kulturverständnis ging vornehmlich auf die große Nachfrage nach klassischen Kulturgütern und klassischen kulturellen Inhalten zurück. Die Städte übernahmen – wie zur Zeit des Kaiserreichs – die Rolle der kulturellen Träger. In der Nachkriegszeit geschah dies vor allem auch wegen eines Mangels an Kapital, der ein Aufrechterhalten privatwirtschaftlicher Kulturbetriebe langfristig unmöglich gemacht hätte. Bis aufgrund eines sich wandelnden Kulturbegriffs in den 70er Jahren der tatsächliche Bruch in der Kulturpolitik und des deutschen Kulturbetriebs eintrat, war die deutsche Kultur, hier insbesondere die Literatur, nach einer ersten Phase des reinen Wiederaufbaus kultureller Einrichtungen in der folgenden Phase der Reflexion vor allem deutlich beherrscht von der Auseinandersetzung mit der Nazi-Vergangenheit. Über weite Strecken war sie jedoch nicht mehr als „bloße Kulturverwaltung“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Entwicklung von Kulturpolitik in Deutschland: Dieses Kapitel zeichnet den Wandel der Kulturpolitik von der Nachkriegszeit über die „Neue Kulturpolitik“ der 70er Jahre bis hin zur Modernitätsfalle der 90er Jahre nach.

2. Was ist Kulturpolitik? – Überlegungen zum Begriff: Hier wird die Schwierigkeit einer allgemeingültigen Definition von Kulturpolitik erörtert, insbesondere im Kontext einer inflationären Verwendung des Kulturbegriffs.

3. Kulturelle Aufgaben des Staates: Dieser Abschnitt beleuchtet die verfassungsrechtliche Verpflichtung des Staates zur Kulturförderung und analysiert die spezifischen Zuständigkeiten von Bund und Ländern.

3. Die Debatte um Zuständigkeiten und die kulturpolitische Rolle des Bundes: Das abschließende Kapitel diskutiert die föderale Kompetenzverteilung und die wachsende Bedeutung des Bundes durch neue kulturpolitische Aufgaben, etwa im europäischen Rahmen.

Schlüsselwörter

Kulturpolitik, Deutschland, Föderalismus, Kulturhoheit, Kulturstaat, Kulturbeauftragter, Kulturmanagement, Kulturgesellschaft, Kompetenzdebatte, Soziokultur, Kulturförderung, Identitätsstiftung, Kulturverwaltung, Politische Steuerung, Europäische Integration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Entwicklung und die aktuellen Strukturen der Kulturpolitik in Deutschland seit den 1970er Jahren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten zählen der historische Wandel des Kulturbegriffs, die ökonomische und politische Bedeutung der Kulturförderung sowie die Kompetenzverteilung innerhalb des deutschen Föderalismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Überblick über ein junges Politikfeld zu liefern und die Problematik von Zuständigkeitsdebatten zwischen Bund und Ländern kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse der Literatur, einschlägiger Debatten und politischer Rahmenbedingungen.

Was steht im Hauptteil der Arbeit im Vordergrund?

Der Hauptteil analysiert die Phasen der Kulturpolitik, die begrifflichen Herausforderungen und die Rolle des Amtes des Bundesbeauftragten für Kultur.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Die Begriffe Föderalismus, Kulturhoheit der Länder und Kulturstaat stehen im Zentrum der fachlichen Diskussion.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des Bundes?

Die Autorin argumentiert, dass dem Bund durch neue Aufgaben, insbesondere im europäischen Kontext, eine wachsende Bedeutung zukommt, die über die reine Zuständigkeitsdebatte hinausgeht.

Was ist mit der sogenannten „Modernitätsfalle“ gemeint?

Dies ist ein von Bernd Wagner geprägter Begriff, der die Gefahr beschreibt, dass Kulturpolitik zugunsten von Beliebigkeit und reiner Unterhaltung ihren inhaltlichen Kern verliert.

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Details

Title
Zwischen Kooperatismus und Kompetenzdebatte - Kulturpolitik in Deutschland seit den 70er Jahren
College
University of Leipzig  (Institut für Politikwissenschaft)
Course
Kulturpolitik
Grade
1,3
Author
M.A. Sabine Krätzschmar (Author)
Publication Year
2004
Pages
24
Catalog Number
V33828
ISBN (eBook)
9783638342117
ISBN (Book)
9783656677925
Language
German
Tags
Zwischen Kooperatismus Kompetenzdebatte Kulturpolitik Deutschland Jahren Kulturpolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Sabine Krätzschmar (Author), 2004, Zwischen Kooperatismus und Kompetenzdebatte - Kulturpolitik in Deutschland seit den 70er Jahren, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33828
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