Literaturanalyse des "Fremdseins" von
Georg Simmel
Norbert Elias
John L. Scotson
Zygmunt Bauman
Ruth Wodak
Bernd Matouschek
Roland Girtler
Inhaltsverzeichnis
1. GEORG SIMMEL
1.1 Die soziale Position des Fremden
1.2 Das spezifische Verhältnis von Ferne und Nähe zwischen Fremden und Einheimischen
2 NORBERT ELIAS und JOHN L. SCOTSON
2.1 Das Verhältnis zwischen Etablierten und Außenseitern
2.2 Figuration im Sinne von Elias
3 ZYGMUNT BAUMAN
3.1 Die Ambivalenz des Fremden
3.2 Das Dilemma der Assimilation
4 RUTH WODAK und BERND MATOUSCHEK
4.1 Der Diskurs der Differenz
4.2 Wie kommt es zu einer nationalen Identität?
4.3 Die österreichische Identität
4.4 Die „österreichische Seele“: Fremd- und Selbstbild der Österreicher
5 ROLAND GIRTLER
5.1 Was sind Randgruppen?
5.2 Die Randkultur von Obdachlosen
5.3 Randkultur, Randgruppen und Subkultur
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit setzt sich das Ziel, soziologische Konzepte zum Phänomen des „Fremden“ in der modernen Gesellschaft zu analysieren und deren Relevanz für das Selbst- und Fremdbild, insbesondere am Beispiel Österreichs, aufzuzeigen. Dabei wird untersucht, wie soziale Distanz, Machtverhältnisse, Assimilationsdruck und diskursive Prozesse Identitäten konstruieren und Randgruppen definieren.
- Soziologische Klassiker zum Konzept des Fremden (Simmel, Elias, Bauman)
- Diskursanalytische Ansätze zur nationalen Identitätskonstruktion
- Psychologische und soziologische Reflexion der „österreichischen Seele“
- Theoriebildung zu Randgruppen und Randkulturen
- Mechanismen der Ausgrenzung und Stigmatisierung in der Moderne
Auszug aus dem Buch
1.2 Das spezifische Verhältnis von Ferne und Nähe zwischen Fremden und Einheimischen
Besonders nachdrücklich behandelt Simmel in seinem Exkurs die Problematik der Nähe und Entferntheit. Laut Simmel verkörpert der Fremde jemanden, „der heute kommt und morgen bleibt – sozusagen der potenziell Wandernde“ (Simmel 1992: 764). Er ist nicht an einen Ort gebunden, andererseits aber hat er sich an einem bestimmten Platz niedergelassen und ist nicht einfach weitergezogen. Beziehungen zu einem Fremden vereinen somit quasi gleichzeitig Nähe (er ist hier geblieben) und Ferne (er kommt von wo anders her, bringt eventuell fremde Eigenschaften mit und könnte möglicher Weise wieder weiterziehen).
„… die Distanz innerhalb des Verhältnisses bedeutet, daß der Nahe fern ist, das Fremdsein aber, daß der Ferne nah ist.“ (Simmel 1992: 765)
Der Fremde ist nah, da die räumliche Entfernung zwischen ihm und den Einheimischen sehr gering ist, und er ist fern, da er gewisse Eigenschaften besitzt, die ihn fremd erscheinen lassen. Er ist körperlich nah, aber kulturell fern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. GEORG SIMMEL: Einführung in die soziologische Sichtweise auf den Fremden als ein Element innerhalb der Gesellschaft, das Nähe und Ferne vereint.
2 NORBERT ELIAS und JOHN L. SCOTSON: Analyse von Machtbalancen und Stigmatisierungsprozessen anhand der Fallstudie über Etablierte und Außenseiter in Winston Parva.
3 ZYGMUNT BAUMAN: Untersuchung des Fremden als Verkörperung von Ambivalenz, der durch seine Unzuordenbarkeit die moderne soziale Ordnung herausfordert.
4 RUTH WODAK und BERND MATOUSCHEK: Diskurstheoretische Analyse der Konstruktion nationaler Identität und des Fremdenbildes im österreichischen Kontext.
5 ROLAND GIRTLER: Darstellung von Randgruppen und Randkulturen als Ausdruck gesellschaftlicher Differenzierung und gesellschaftlicher Ausgrenzungsprozesse.
Schlüsselwörter
Fremder, soziale Identität, Etablierte, Außenseiter, Ambivalenz, Assimilation, nationaler Identitätsdiskurs, österreichische Seele, Randgruppen, Randkultur, Stigmatisierung, Machtbalance, soziale Distanz, Soziologie, Gruppendynamik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine soziologische Literaturanalyse zum Phänomen der „Fremden“ in der modernen Gesellschaft und untersucht, wie verschiedene theoretische Ansätze dieses Thema beleuchten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die soziale Position des Fremden, das Spannungsfeld zwischen Nähe und Ferne, Machtkonstellationen in Figurationen, nationale Identitätskonstruktionen sowie die Dynamik von Randgruppen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Fremden in der deutschsprachigen Soziologie zusammenzuführen und insbesondere auf die österreichische Identität und Selbstwahrnehmung zu beziehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die soziologische Grundlagentexte und diskursanalytische Studien zur Interpretation von sozialen Phänomenen nutzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Theorien von Georg Simmel, Norbert Elias, Zygmunt Bauman, Ruth Wodak, Bernd Matouschek und Roland Girtler detailliert analysiert und auf ihre Relevanz für Fremd- und Selbstbilder geprüft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Fremder, Ambivalenz, nationale Identität, Etablierte und Außenseiter sowie Randgruppen.
Wie wird das Konzept der „österreichischen Seele“ in der Arbeit definiert?
Die Arbeit greift auf Analysen, insbesondere von Erwin Ringel und Peter Schmid, zurück, um den „Homo austriacus“ mit seinen spezifischen Eigenschaften wie Opfermentalität, Autoritätskritik und Ambivalenz gegenüber Fremden zu charakterisieren.
Warum ist der Begriff „Figuration“ nach Elias so bedeutend für diese Arbeit?
Der Figurationsbegriff ist zentral, um das Beziehungsgeflecht zwischen Individuen und Gruppen zu verstehen, insbesondere in Hinblick auf die Machtbalance, die entscheidet, wer innerhalb einer Gesellschaft als „etabliert“ und wer als „fremd“ gilt.
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- Mag. Susanne Bortolotti (Author), 2003, Literaturanalyse: 'Fremde in modernen Gesellschaften' in der modernen deutschsprachigen Soziologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33832