Die Gottesvorstellung im Islam im Vergleich zum christlichen Gottesbild


Hausarbeit (Hauptseminar), 2004

17 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Allah, Gott im Islam

I. Welcher Vorstellung von Gott begegnet man im Islam?
Wie verhält sich Gott gegenüber den Menschen?
Hat er Einfluss auf ihr Leben?
Die Anthropomorphismen
Die Allmacht Gottes und Vorherbestimmung
Die Weiterschöpfung

II. Ist auch im Islam von der „Verborgenheit Gottes“ die Rede? Eine Art negative Theologie im Islam?

III. Weist das islamische Gottesbild Ähnlichkeiten und/oder Unterschiede zum christlichen Gottesbild auf?

IV. Ist im Christentum und im Islam vom selben Gott die Rede?

Literaturangabe

Allah, Gott im Islam

Zu Beginn meiner Hausarbeit mit dem Thema „Gott im Islam“, im Rahmen der Sitzung „Interreligiöser Dialog: Verborgenheit Gottes in den Religionen?“, möchte ich „den Gott des Islam“ zuerst einmal vorstellen, um später wichtige Punkte vertiefen zu können.

Der Name Gottes im Koran ist Allah (3), was „der Gott“ bedeutet und, wie die Muslime sagen, bezeichnet Gott sich selbst mit diesem Namen. Er stammt vom Arabischen „al-ilah“ ab. (vgl.: Im Namen Allahs des Allbarmherzigen, Seite 24)

Im Folgenden möchte ich nun einige Namen und (Un-) Eigenschaften Allahs nennen und auf folgende Fragen eingehen, welche ich zum Schluss meiner Hausarbeit vorsichtig zu beantworten versuche.

I. Welcher Vorstellung von Gott begegnet man im Islam?
II. Ist auch im Islam von der „Verborgenheit Gottes“ die Rede?
III. Weist das islamische Gottesbild Ähnlichkeiten und/ oder Unterschiede zum christlichen Gottesbild auf?
IV. Ist im Christentum und im Islam vom selben Gott die Rede?

I. Welcher Vorstellung von Gott begegnet man im Islam?

Um zu zeigen welche Eigenschaften Gott besitzt, oder wie später erwähnt wird, auch nicht besitzt („Gott ist mit diesen Namen nicht zu umschreiben, sie deuten nur auf seine Eigenschaften hin. Man kann von ihm sagen, „Er ist“ und er ist immer gleich. Wir erkennen nur seine Wirkung.“) (vgl.: Im Namen Allahs des Allbarmherzigen, Seite 25), möchte ich weitere Gottesnamen aus dem Koran anfügen.

Insgesamt hat Gott mit 99, die unterschiedlichsten Namen. Nur einige wenige davon möchte ich erwähnen.

Es sind beispielsweise: der All-Erbarmer, der Allbarmherzige, der Rechtleitende, der Erniedrigende, aber ebenso die Furcht, die Ehrfurch t, ein entzückendes Geheimnis, oder die Allmacht, die Stärke, die Gewalt, die Güte, die Schönheit, die Liebe, ... . Gott erhöht und erniedrigt, schenkt Leben und schickt den Tod. Er ist überaus gewaltig und weise. (vgl.: Im Namen Allahs des Allbarmherzigen, Seite 24/ 25)

Sure 60,22 ff: „Er ist Allah, außer dem es keinen Gott gibt; er kennt das Verborgene und das Sichtbare. Er ist der Erbarmer, der Barmherzige. Er ist Allah, außer dem es keinen Gott gibt; der König, der Heilige, der Friedensstifter, der Getreue, der Beschützer, der Mächtige, der Starke, der Hocherhabene. Preis sei Allah, (der erhaben ist) ob dem, was sie ihm beigesellen. Er ist Allah, der Schöpfer, der Erschaffer, der Bildner. Sein sind die schönsten Namen. Ihn preiset, was in den Himmeln und auf Erden ist, denn er ist der Mächtige, der Weise.“

Vor allem die ersten Zeilen dieses Zitates aus dem Koran zeigen, dass im Islam ein starker Monotheismus vorherrscht. Der Monotheismus - und somit Gott - ist der Mittelpunkt jeder Prophezeiung, jedes Glaubensinhaltes und des Korans selbst. Dies spiegelt sich auch im islamischen Glaubensbekenntnis wider: „Es gibt keinen Gott außer Gott.“ Diese „negativ-ablehnende“ Formel des islamischen Glaubens, ist eine für den islamischen Glauben typische Formulierung. (vgl.: Glauben an den einen Gott, Seite 188, und Einführungen in die Grundlagen des Islams, Seite 156)

Die schwerste Sünde ist es somit, Gott Nebengötter beizugesellen. Sure 39,65: „Und wahrlich, geoffenbart war dir und denen vor dir: „Wahrlich, wenn du (Allah) Gefährten gibst, dann soll dein Tun vereitelt werden, und du sollst einer der Verlorenen sein.“ (vgl.: Einführung in die Grundlagen des Islams, Seite 155)

Im Islam existieren trotzdem neben Allah andere Geister. Dies erklärt sich dadurch, dass sie „nichtgöttlich“ sind und somit neben Allah, der ein „Alleinherrscher“ ist, welcher über allem thront, bestehen können. „Gott ist der absolute „Despot“, dessen Macht keinen Einschränkungen unterliegen darf. Wegen dieses Schwerpunktes im Gottesverständnis ist auch die wichtigste vom Menschen geforderte Reaktion die Hingabe (Islam) oder Unterwerfung sowie Anbetung und Glaube.“ (aus: Weltreligion Islam eine Einführung, Seite 96)

Nach dem früheren muslimischen Glauben hat Gott selbst diejenigen, welche Böses tun schon davor auserkoren dieses zu tun, um sie später in die Hölle schicken zu können, während er andere dazu auserkoren hat, nach seinem Wohlgefallen zu handeln, um sie später ins Paradies schicken zu können.

„Wer alle Taten, als von Gott kommend betrachtet, ist Monotheist“ und somit gläubiger Muslim. (vgl.: Glauben an den einen Gott, Seite 192-195)

Das geht sogar so weit, dass man, sobald man von sich selbst als „ich“ spricht ungläubig ist, da man nicht alle seine Sinne auf Gott konzentriert und sich mit Gott auf eine Stufe stellt. (vgl.: Glauben an den einen Gott, Seite 195-199)

Der Koran ist schon rein redaktionell von einem eindeutigen Bekenntnis zu dem einen Gott durch den Beginn der ersten Sure (Sure 1,1: „Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen! ... „), sowie durch das eigentliche Ende des Korans Sure 112 (Sure 112: „Sprich: Er ist der eine Gott, Allah, der Alleinige; er zeugt nicht und wird nicht gezeugt, und keiner ist ihm gleich.“), umklammert.

(vgl.: Weltreligion Islam eine Einführung, Seite 93)

Daraus ergibt sich, dass Gott am Tage des Jüngsten Gerichtes als Richter auftritt und dessen Zeitpunkt nur Gott kennt. Sure 54,58: „Es naht der nahende (Tag); keiner außer Allah deckt ihn auf.“

Am Tage des Jüngsten Gerichtes, werden die Toten auferstehen und genauso gerichtet werden, wie die Lebendigen. Dieser Tag wird als schrecklich ausgemalt, auch als großes Chaos und er solle sehr lange dauern. Hat man sich sein ganzes Leben lang auf diesen Tag vorbereitet, so kommt man nach dem „Richterspruch“ zu Gott. (vgl.: Glauben an den einen Gott, Seite 222-237)

Allah ist folglich zu dem oben genannten auch allwissend. Nichts auf der Welt geschieht, ohne dass Allah es nicht sieht. Sure 2,231: „... Und treibt nicht Spott mit Allahs Zeichen und gedenket der Gnade Allahs gegen euch und des Buches und der Weisheit, die er zu euch hinabsandte, euch damit zu ermahnen. Und fürchtet Allah, und wisset, daß Allah jedes Ding weiß.“

Jedoch ist Allah ein Gott, der sich um das Leben der Menschen sorgt. Sure 16,82: „Und Allah hat euch Behausungen gegeben zur Wohnung; und er gab euch die Häute des Viehs zu Behausungen, auf daß ihr sie leicht erfindet am Tag eures Aufbruchs und am Tag eures Halts; und ihre Wolle und ihren Pelz und ihre Haare (gab er euch) zu Gebrauchsgegenständen und Geräten für (gewisse) Zeit. ...“

Darauf werde ich im weiteren Verlauf noch näher eingehen.

Allah ist der Kämpfende und der Listige.

Sure 2,14: „Allah wird sie verspotten und weiter in ihrer Rebellion verblendet irregehen lassen.“

Und Allah ist liebend, barmherzig und wohltätig.

Sure 1,2: „... dem Erbarmer, dem Barmherzigen ...“

Gott ist der Schöpfer der ganzen Welt. Sure 2,111 „Der Schöpfer der Himmel und der Erde, und so er ein Ding beschließt, spricht er nur zu ihm „Sei!“, und es ist.“

Deshalb ist Gott auch der Schöpfer des Menschen, welchen er aus „aus getrocknetem Lehm, aus geformtem Schlamm“ (Sure 15,26) und „aus reinstem Ton“ (Sure 23,12) erschaffen hat und welcher somit nicht nur in seinem Dasein, sondern auch in allen Lebensbereichen von Gott abhängt. Der Mensch trägt Schwachheit und Sündhaftigkeit in sich. Er ist auch mit guten Eigenschaften ausgestattet und wurde somit zum Nachfolger Gottes auf Erden. (vgl.: Das Ethos der Weltreligionen, Seite 179-183)

Wie verhält sich Gott gegenüber den Menschen? Hat er einen Einfluss auf ihr Leben?

Manche Theologen reden von „deus absconditus“, dem unerreichbaren, unvorstellbaren Gott, „von dem wir nur den „Saum seiner Gnade“ erkennen oder ergreifen können.“ Dabei ist die Welt eine Reflexion von Allahs Gottesnamen.

Dagegen steht die Theorie vieler gläubiger Menschen, die Gott in allem sehen. (vgl.: Im Namen Allahs des Allbarmherzigen, Seite 32) Sie sehen Gott zum Beispiel in der Geburt eines Kindes, oder auch in alltäglichen Dingen, wie den wärmenden Strahlen der Sonne oder einer blühenden Blume.

Auch im Koran tritt uns Gott immer wieder als Gott entgegen, der für die Menschen da ist. Sure 40,21: „... Siehe, Allah, er ist der Hörende, der Sehende.“

Allahs Wesen übersteigt jedoch alle menschliche Vorstellungskraft, da er beschreiblich und unbeschreiblich, mächtig und gütig zugleich ist. Sure 24,35: „Allah ist das Licht der Himmel und der Erde. ...“ (vgl.: Im Namen Allahs des Allbarmherzigen, Seite 27)

Allah sorgt außerdem im materiellen Sinne für die Menschen. Nach Sure 16,82: „Und Allah hat euch Behausungen gegeben zur Wohnung; und er gab euch die Häute des Viehs zu Behausungen, auf dass ihr sie leicht erfindet am Tag eures Aufbruchs und am Tag eures Halts; und ihre Wolle und ihren Pelz und ihre Haare (gab er euch) zu Gebrauchsgegenständen und Geräten für (gewisse) Zeit.“

Somit können die Menschen ihre gesamte Aufmerksamkeit auf die Anbetung Gottes richten, da sie sich nicht um „morgen“ kümmern müssen. Gott sorgt für sie.

Jedoch ist die schlimmste Sünde im Islam, wenn man Gott anderes gleich stellt. Das wird „schirk“ genannt, was „Zugesellung“ bedeutet. (vgl.: Im Namen Allahs des Allbarmherzigen, Seite 30)

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die Gottesvorstellung im Islam im Vergleich zum christlichen Gottesbild
Hochschule
Pädagogische Hochschule in Schwäbisch Gmünd  (Institut für Theologie und Religionspädagogik)
Veranstaltung
Die Frage nach Gott
Note
2,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
17
Katalognummer
V33833
ISBN (eBook)
9783638342162
Dateigröße
492 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gott, Islam, Frage, Gott
Arbeit zitieren
Sonja Lutz (Autor), 2004, Die Gottesvorstellung im Islam im Vergleich zum christlichen Gottesbild, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33833

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