Zu Beginn meiner Hausarbeit mit dem Thema „Gott im Islam“, im Rahmen der Sitzung „Interreligiöser Dialog: Verborgenheit Gottes in den Religionen?“, möchte ich „den Gott des Islam“ zuerst einmal vorstellen, um später wichtige Punkte vertiefen zu können.
Der Name Gottes im Koran ist Allah (3), was „der Gott“ bedeutet und, wie die Muslime sagen, bezeichnet Gott sich selbst mit diesem Namen. Er stammt vom Arabischen „al-ilah“ ab. (vgl.: Im Namen Allahs des Allbarmherzigen, Seite 24)
Im Folgenden möchte ich nun einige Namen und (Un-) Eigenschaften Allahs nennen und auf folgende Fragen eingehen, welche ich zum Schluss meiner Hausarbeit vorsichtig zu beantworten versuche.
I. Welcher Vorstellung von Gott begegnet man im Islam?
II. Ist auch im Islam von der „Verborgenheit Gottes“ die Rede?
III. Weist das islamische Gottesbild Ähnlichkeiten und/ oder Unterschiede zum christlichen Gottesbild auf?
IV. Ist im Christentum und im Islam vom selben Gott die Rede?
Inhaltsverzeichnis
Allah, Gott im Islam
I. Welcher Vorstellung von Gott begegnet man im Islam?
Wie verhält sich Gott gegenüber den Menschen? Hat er Einfluss auf ihr Leben?
Die Anthropomorphismen
Die Allmacht Gottes und Vorherbestimmung
Die Weiterschöpfung
II. Ist auch im Islam von der „Verborgenheit Gottes“ die Rede? Eine Art negative Theologie im Islam?
III. Weist das islamische Gottesbild Ähnlichkeiten und/oder Unterschiede zum christlichen Gottesbild auf?
IV. Ist im Christentum und im Islam vom selben Gott die Rede?
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Hausarbeit untersucht das Gottesbild im Islam und stellt dieses in den Kontext eines interreligiösen Dialogs, insbesondere im Hinblick auf das christliche Gottesverständnis. Das primäre Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu analysieren und der zentralen Frage nachzugehen, ob Muslime und Christen denselben Gott verehren.
- Grundlegende Vorstellung von Allah im Islam und seine Eigenschaften.
- Die Thematik der göttlichen Vorherbestimmung und Allmacht im Koran.
- Vergleich der Gottesbilder von Islam und Christentum, unter besonderer Berücksichtigung der Trinitätslehre und der Jesus-Figur.
- Die kritische Reflexion über die Möglichkeit eines interreligiösen Dialogs zur Förderung des Verständnisses zwischen den Glaubensgemeinschaften.
Auszug aus dem Buch
Die Anthropomorphismen
Anthropomorphische Aussagen, zu denen ich drei Beispiele aus dem Koran anfügen möchte, haben in ihrer Interpretation schon große Probleme bereitet. Sure 48,10: „... die Hand Allahs ist über ihren Händen. ... .“ Sure 55,27: „... aber es bleibt das Angesicht deines Herrn voll Majestät und Ehre.“ Sure 57,4: „ Er ist‘s, der die Himmel und die Erde in sechs Tagen erschuf, worauf er sich auf den Thron setzte; ...“
Solche anthropomorphischen Aussagen werden heute in der islamischen Forschung eher ausgespart, da man sie nicht falsch interpretieren möchte. Erklärt wird dies dadurch, dass nur Gott die wahre Bedeutung der Worte kennt. (vgl.: Im Namen Allahs des Allbarmherzigen, Seite 29)
Zusammenfassung der Kapitel
Allah, Gott im Islam: Einführung in die Bedeutung des Namens Allah und Darlegung der Zielsetzung der Arbeit.
I. Welcher Vorstellung von Gott begegnet man im Islam?: Analyse der Eigenschaften Gottes im Islam, die Allmacht, Vorherbestimmung und die Beziehung zwischen Gott und den Menschen.
II. Ist auch im Islam von der „Verborgenheit Gottes“ die Rede? Eine Art negative Theologie im Islam?: Untersuchung der Transzendenz Gottes und des theologischen Umgangs mit menschlichen Attributen Gottes.
III. Weist das islamische Gottesbild Ähnlichkeiten und/oder Unterschiede zum christlichen Gottesbild auf?: Gegenüberstellung der islamischen und christlichen Gottesvorstellungen, insbesondere hinsichtlich der Trinität und der Person Jesu.
IV. Ist im Christentum und im Islam vom selben Gott die Rede?: Abschließende persönliche Reflexion über die Identität Gottes in beiden Religionen und die Notwendigkeit des interreligiösen Dialogs.
Schlüsselwörter
Islam, Christentum, Allah, Gott, Gottesbild, Monotheismus, Koran, Vorherbestimmung, interreligiöser Dialog, Anthropomorphismus, Trinität, Transzendenz, Jesus Christus, Religion, Theologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit im Kern?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem islamischen Gottesbild und dessen Verhältnis zur christlichen Gottesvorstellung im Kontext eines interreligiösen Dialogs.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Eigenschaften Allahs, den Schöpfungsgedanken, die göttliche Vorherbestimmung sowie die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen dem christlichen und dem islamischen Verständnis von Gott.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Annäherung an die Frage, ob Christentum und Islam denselben Gott verehren, und die Erörterung, wie ein interreligiöser Dialog zu mehr Verständnis führen kann.
Welche methodische Vorgehensweise wurde gewählt?
Die Autorin nutzt eine vergleichende Literaturanalyse von Koranversen und christlichen Bibelstellen, ergänzt durch eine Reflexion über soziokulturelle Erfahrungen im Dialog mit muslimischen Mitbürgern.
Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil analysiert spezifische Gottesattribute, die Rolle der Vorherbestimmung im Leben eines Muslims, die Problematik der Anthropomorphismen sowie die christlich-islamischen Differenzen bei der Interpretation der Trinität und der Figur Jesu.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Zentrale Begriffe sind Monotheismus, Allah, Vorherbestimmung, interreligiöser Dialog, Gottesbild und theologische Transzendenz.
Wie geht die Arbeit mit dem islamischen Verständnis von Vorherbestimmung um?
Die Arbeit stellt dar, dass die absolute Allmacht Gottes und die Vorherbestimmung zwar Sicherheit bieten können, aber auch den menschlichen Spielraum einschränken, wobei sich der Muslim als vollständig abhängig von Gottes Gnade betrachtet.
Warum ist die Unterscheidung zwischen dem christlichen und dem islamischen Jesus-Bild wichtig?
Die Arbeit zeigt, dass hier einer der größten theologischen Unterschiede liegt: Während der Islam Jesus als großen Propheten, aber nicht als Sohn Gottes sieht, bildet die Trinitätslehre im Christentum ein zentrales Unterscheidungsmerkmal, das vom Islam oft als "Vielgötterei" missverstanden wird.
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- Sonja Lutz (Author), 2004, Die Gottesvorstellung im Islam im Vergleich zum christlichen Gottesbild, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33833