Ist Soziale Arbeit weiblich? Soziale Arbeit und Geschlecht


Seminararbeit, 2010
9 Seiten, Note: 1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung:

2. Gender Mainstreaming:

3. Geschlechtsspezifische Hilfen in der Sozialen Arbeit:

4. Identität und Berufswahl:
4.1. Geschlechtsspezifische Rollenbilder:
4.1.1 Frauen und Sozialberufe:
4.1.2 Der Mann im Sozialberuf:

5. Resümee:

6. Literaturverzeichnis:

1. Einleitung:

Ich habe mich für dieses Thema entschieden, da es mich persönlich interessiert. Ich arbeite neben meinem Studium im Krankenpflegebereich, im Laufe meiner Berufserfahrung und der Arbeit im sozialen Bereich ist es mir persönlich aufgefallen und es ist auch allgemein bekannt, dass diese Berufssparte hauptsächlich weiblich besetzt ist.[1] Einer deutschen Studie zufolge, waren im Wintersemester 1998/99 von den 26.837 eingeschriebenen Studenten und Studentinnen im Studienfach Sozialwesen, lediglich 28% Männer. Die Kluft zwischen den weiblichen und männlichen Studentinnen wird nach Abschluss des Studiums noch größer, vor allem wenn man sich die Zahl jener ansieht, die nach dem Studium in einem Sozialen Beruf arbeiten. Im Jahr 1988 liegt der männliche Anteil bei 22%. Dieser Frage, warum das so ist, hat mich neugierig gemacht und mich zum Nachforschen angeregt. Ich hoffe im Laufe meiner Seminararbeit eine Antwort darauf zu finden, warum diese Berufssparte in einer aufgeklärten und offenen Gesellschaft immer noch sehr einseitig besetzt ist. Meine Seminararbeit soll einen Überblick über den Zusammenhang zwischen Geschlechtern und der Wahl des Berufes hinsichtlich der Sozialen Arbeit bieten. Weiters werde ich der Frage auf den Grund gehen, warum sich eine Frau oder ein Mann für einen Sozialen Beruf entscheidet.

2. Gender Mainstreaming:

Im ersten Kapitel werde ich auf diesen, noch eher „jungen“ Begriff eingehen. Ich halte es für wichtig, hierauf einzugehen, da in unserer heutigen Zeit, durch diese Entwicklung, die Möglichkeiten für beide Geschlechter gleichgestellt zu sein existiert, im Gegensatz zu früher. In den 80er Jahren wurde begonnen die Sensibilität auf die geschlechterspezifische Wirkung bestimmter Handlungen zu richten. Zunächst als politisches Programm. [2] „Gender bezeichnet die gesellschaftlichen, sozialen und kulturell geprägten Geschlechterrollen im Gegensatz zum biologischen Geschlecht. Mainstream ist die englische Bezeichnung für Hauptstrom und bedeutet, eine inhaltliche Vorgage zum zentralen Bestandteil von Entscheidungsprozessen zu machen. Insofern bedeutet Gender Mainstream, in alle Entscheidungsprozesse die Perspektive des Geschlechterverhältnisses einzubeziehen und diese für die Gleichstellung von Frauen und Männern nutzbar zu machen“. Regierungen und Entscheidungsträger wurden von den Vereinten Nationen aufgefordert, die Gleichstellung beider Geschlechter in allen politischen Aktivitäten und Programmen umzusetzen. Auch auf nationaler Ebene und auch jenseits der Beschäftigungspolitik gewinnt die Gleichstellung zunehmend an Bedeutung – seit 1999 gilt es als durchgängiges Leitprinzip und ist bei allen politischen, Normgebenden und verwaltenden Maßnahmen zu fördern. Die Gleichstellung von Mann und Frau soll der (Re-) Organisation, Verbesserung, Entwicklung und Evaluierung von Entscheidungsprozessen dienen und soll im Zentrum aller politischen, staatlichen, wirtschaftlichen und sozialen Handelns stehen. Frauen und Männer sollen gleichermaßen die Verantwortung für eine gerechte Gesellschaft haben, nicht wie früher ausschließlich frauenpolitische Lobbygruppen dafür eintreten müssen.

3. Geschlechtsspezifische Hilfen in der Sozialen Arbeit:

Speziell in der Jugendarbeit hat sich ein eigenständiger Ansatz entwickelt, die Arbeit mit jungen Frauen und jungen Männern (Mädchen- und Jungensozialarbeit), die geschlechterspezifische Hilfen anbietet. Berücksichtigt werden geschlechterspezifische Stärken und Lebenskonzepte, mit dem Ziel geschlechtliche Benachteiligungen abzubauen. Neben der Weiterentwicklung des pädagogischen Handelns, wird auch Organisatorisch, strukturell und in Bezug auf Personal in den Einrichtungen und Organisationen auf eine entsprechende Veränderung hinsichtlich geschlechterspezifischen Hilfsangeboten geachtet.

4. Identität und Berufswahl:

[3] „ Identität als Antwort auf die Frage: Wer bin ich? – stellt ein Konzept dar, das aus der Sicht des Individuums seinen permanenten Prozess der Vermittlung innerer und äußerer Ansprüche repräsentiert.“ Identität wird als Begriff in der Psychologie und in der Pädagogik verwendet und kommt aus dem lateinischen. In der Alltagssprache wird von „Selbstwertgefühl“ und „Selbstbewusstsein“ gesprochen. In den Sozialwissenschaften wird Identität als ein von außen zugeschriebener Merkmalskomplex beschrieben. Man geht davon aus, dass Identität ein selbstreflexiver Prozess eines Individuums ist. Eine Person bestimmt ihre Identität, indem sie ihr Wissen und ihre Erfahrungen über sich selbst verarbeitet. Der Weg der Identitätsfindung startet im Jugendalter (Pubertät) und umfasst die gesamte Lebensdauer. Der Mensch wird sich immer wieder neu in Frage stellen, je nach Lebensphase. Die Verarbeitung von äußeren, inneren und aktuell gespeicherten Erfahrungen passiert im Bewusstsein. Der Mensch hat das Bedürfnis, von anderen Menschen anerkannt zu werden. Diese gesellschaftliche Anerkennung erhält er üblicher Weise, wenn seine Person – seine Identität, die er sich erarbeitet hat, zu den akzeptierten Bildern passen, die eine Gesellschaft von den üblichen Sozialen Rollenverteilungen hat. In der Herkunftsfamilie wird die Bindung an die eigene Identität geprägt. Geprägt wird man durch erlernte geschlechtsspezifische Rollenvorbilder, Rollenerwartungen, Charaktererwartungen und Anleitungen, die man vorgelebt bekommt.

[...]


[1] Statistisches Jahrbuch 2000, Statistisches Bundesamt, Wiesbaden, 2000, S. 383

[2] Kreft, Dieter/Mielenz, Andrea: Wörterbuch Sozialer Arbeit.Weinheim und München: Juventa Verlag 2008. Wörtliches Zitat im Fließtext: (Kreft/Mielenz 2008, S.347)

[3] Keup, Heinrich: Der Mensch als soziales Wesen, Piper Verlag München, 1995

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Ist Soziale Arbeit weiblich? Soziale Arbeit und Geschlecht
Hochschule
Fachhochschule Salzburg
Note
1
Autor
Jahr
2010
Seiten
9
Katalognummer
V338362
ISBN (eBook)
9783668279278
ISBN (Buch)
9783668279285
Dateigröße
715 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
soziale, arbeit, geschlecht
Arbeit zitieren
Michaela Rambauske (Autor), 2010, Ist Soziale Arbeit weiblich? Soziale Arbeit und Geschlecht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338362

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