Eine Untersuchung der nationalen Filmförderungsmaßnahmen. Ist die deutsche Filmförderung effektiv und effizient oder reduziert sie die Anreize für einen marktwirtschaftlichen Wettbewerb?


Seminararbeit, 2016
17 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in die Arbeit
1.1 Was beinhaltet die Frage nach der Effektivität der Filmförderung?
1.2 Methodik

2. Untersuchung von Effizienz und Effektivität der Filmförderung
2.1 Spezifika des Films und seiner Branche
2.2 Gründe und Ziele der Filmförderung
2.2.1 Der Film als Kulturgut
2.2.2 Der Film als Wirtschaftsgut
2.2.3 Marktstellung des deutschen Films
2.2.4 Sonstige Gründe
2.3 Untersuchung der Effizienz
2.3.1 Mittelrückflüsse (recoupt)
2.3.2 Besucherzahlen
2.3.3 Menge der geförderten Filme
2.3.4 Anreize für Wettbewerb
2.4 Untersuchung der Effektivität
2.4.1 Fallbeispiel Wirtschaftsgut:
2.4.2 Fallbeispiel meritorisches Gut:
2.4.3 Fallbeispiel Kulturgut:

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis
Internetquellen
Offizielle Dokumente der Filmförderungsinstitutionen

5. Abbildungsverzeichnis

1. Einführung in die Arbeit

1.1 Was beinhaltet die Frage nach der Effektivität der Filmförderung?

Der Tagesspiegel bemängelt im Jahr 2014 in zwei Artikeln[1] [2] die Effektivität und die Effizienz der deutschen Filmförderung. Die Vorwürfe sind vielfältig, vieles liege im Argen. Es werden keine Anreize für die Suche nach neuen Vertriebsmöglichkeiten geschaffen, die Filme werden an der Bevölkerung vorbei subventioniert und nicht zuletzt fließe zu viel Geld an große Firmen, die die Förderung nicht unbedingt nötig hätten. Die Welt[3] bemerkt im selben Jahr außerdem, dass sich größtenteils die Öffentlich-Rechtlichen Fernsehanstalten die digitale Rechteverwertung für wenig Geld sichern würden, was den Eintritt in den Wettbewerb in einem immer größeren Markt des Streamings erschwere.

In dieser Arbeit soll untersucht werden, ob die Filmförderung von Bund und Ländern wirklich so uneffektiv ist oder ob das den Spezifika der Branche geschuldet ist.

1.2 Methodik

Dafür wurden zuerst die Gründe und Ziele der Filmförderung herausgearbeitet und zudem die Spezifika der Filmbranche erklärt.

Der Erfolg einer Filmförderung ist schwer quantifizierbar, deshalb wurden hier verschiedene Indikatoren verwendet, um Annahmen über ihren Erfolg zu treffen. Dazu gehören die Daten, die von den Kinos erhoben werden wie die Zuschauerzahlen und der Besucheranteil für deutsche Filme sowie die Zahlen der Filmförderfonds, u.a. Zahl der geförderten Filme, Höhe der Förderung und die Mittelrückflüsse.

Dabei wurden nur Filme betrachtet, die mit tatsächlichen Geldmitteln, also Zuschüssen oder Darlehen, gefördert wurden. Förderung durch Beratung, Steuernachlässe, Vermarktung etc. wurde hier ausgeklammert, da dazu keine genauen Daten (Beratung, Vermarktung) oder sie verschiedenen Medienprodukten gewährt werden (Steuernachlässe).

Zuletzt wurde an verschiedenen Fallbeispielen versucht, die qualitative Erreichung der Förderungsziele zu untersuchen.

2. Untersuchung von Effizienz und Effektivität der Filmförderung

2.1 Spezifika des Films und seiner Branche

Der Film an sich ist ein duales Gut, einmal Kulturgut und zudem auch Wirtschaftsgut. Das macht gleichzeitig auch die Förderung zu einer zweigeteilten Sache, weil auch hier die nationale Kultur und die Wirtschaft gefördert werden sollen. Je nach Sichtweise und Interessenlage überwiegt die eine oder die andere Seite. In den USA wird der Film hauptsächlich als Wirtschaftsgut und Investitionsobjekt gesehen, wogegen in Europa der Kulturaspekt deutlich stärker betont wird. Das ist auch der Grund dafür, dass in Europa, im Gegensatz zu den USA, Filme staatlich gefördert werden. Diese zwei Herangehensweisen sind nicht kompatibel, weswegen es in Europa bei allen Handelsabkommen eine sogenannte „Kultur-Ausnahmeklausel“ gibt.[4] Derzeit wird über die Implementierung einer solchen in das TTIP-Freihandelsabkommen mit den USA verhandelt.[5]

Der Film ist auch ein meritorisches Gut, was unter anderem die Grundlage für die Subventionierung ist.

2.2 Gründe und Ziele der Filmförderung

2.2.1 Der Film als Kulturgut

Die wichtigste Institution für die Filmförderung ist in Deutschland das Staatsministerium für Kultur und Medien, genauer dessen Vertreterin, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), zur Zeit Monika Grütters. Die BKM formuliert folgende Ziele für ihre Förderung:

- den künstlerischen Rang des deutschen Films zu steigern,
- zur Verbreitung deutscher Filme mit künstlerischem Rang beizutragen und
- die Entwicklung der Filmtheater als Kulturstätten zu fördern.[6]

Maßnahmen zur Förderung des Films als Kulturgut sind u.a. die Nachwuchsförderung, Förderung von Kurzfilmen und Filmpreise.

Um Filme zu filtern, die einen Kulturbeitrag leisten, in Abgrenzung zur reinen Wirtschaftsförderung, gibt es festgelegte Kriterien. Der Katalog für diese Kriterien der BKM ist am Ende der Arbeit angehängt.

2.2.2 Der Film als Wirtschaftsgut

Das Filmförderungsgesetz (FFG) definiert die Ziele ähnlich:

„Ziel der Filmförderung nach dem FFG ist es, die Struktur der deutschen Filmwirtschaft zu sichern und den deutschen Film als Wirtschafts- und Kulturgut zu stärken. Außerdem geht es darum, die Qualität und Vielfalt des deutschen Filmschaffens zu erhalten und weiterzuentwickeln.“[7]

Hier kommt noch die Perspektive des Films als Wirtschaftsgut hinzu. Die Förderung des Films als Kulturgut ist immer gleichzeitig auch eine Förderung der Filmbranche an sich, weil die Infrastruktur, die Dienstleister und die vor Ort vorhandenen Kompetenzen direkt auch die Qualität der Filme beeinflussen. Deshalb gibt es auch nicht nur die Filmförderung vom Bund, sondern auch die der Länder. Diese haben ein Interesse daran, besonders die Filmproduzenten in ihrem jeweiligen Bundesland zu fördern, da die Steuerzahler die Mittel dafür bereitstellen. Der FilmFernsehFonds Bayern (FFF Bayern) schreibt auf seiner Website: „Damit soll eine leistungsstarke und wettbewerbsfähige Film- und Fernsehlandschaft in Bayern geschaffen und ausgebaut werden.“[8]

2.2.3 Marktstellung des deutschen Films

Ein wichtiger Grund für die Filmförderung ist der Erhalt des Marktanteils deutscher Filme (in Deutschland). Deutsche Filme lassen sich oft nicht im Ausland vermarkten, weswegen der Markt kleiner ist. Somit sind automatisch der Gewinn und damit das Eigenkapital für Produktionen geringer als z.B. in den USA. Da amerikanische Filme nahezu überall in der Welt ausgestrahlt werden, sind das Produktionsbudget und auch die Mittel für Werbung deutlich höher.

Im Jahr 2012 war der Marktanteil von US-Produktionen 61,1%. Nur 16,8% der Kinobesucher gingen in deutsche Filme, 20,8% in Filme aus der restlichen EU. Noch drastischer ist der Unterschied bei 3D-Filmen: Nur fünf Prozent gingen in deutsche Filme, 90,1% bevorzugten amerikanische Blockbuster.[9]

Ein Ziel der Politik ist es, die Marktstellung von deutschen Filmen gegenüber Filmen aus den USA zumindest zu behaupten bzw. der marktbeherrschenden Stellung der US-amerikanischen Unternehmen entgegenzuwirken.[10]

2.2.4 Sonstige Gründe

Filme die in Deutschland gedreht wurden sind immer auch Werbung für das Land. Das gilt insbesondere für regionale „Heimat-„Filme, die von den Fördermitteln der Länder profitieren.

Besonders das Medienboard Berlin / Brandenburg hat sich als Ziel gesetzt, „die Region im In-und Ausland zu präsentieren“.[11] Das gilt aber auch für alle anderen Länder, die regionale Produktionen bevorzugen. So müssen z.B. in Bayern 150% der gewährten Darlehenssumme in Bayern verwendet werden.[12]

2.3 Untersuchung der Effizienz

2.3.1 Mittelrückflüsse (recoupt)

Die Filmförderung soll Filmemachern ermöglichen, ohne unzumutbares Risiko und große Mengen an Eigenkapital Filme herzustellen und zu vertreiben. Sie soll keine erfolgsunabhängige Subventionierung sein, sondern im Voraus finanzielle Unterstützung für neue Ideen geben. (Beleg?)

Im Idealfall trägt sich die Filmwirtschaft selbst oder erwirtschaftet zumindest das eingesetzte Kapital. Da ein Großteil der Filmförderung durch Darlehen gewährt wird, ist die Höhe der Mittelrückflüsse an den Kapitalgeber (Staat) eine wichtige Kennzahl. Damit kann man die Effizienz in Bezug auf direkte wirtschaftliche Effekte, in Form von Gewinnen für Produzenten, vergleichen.

[...]


[1] Peitz (2014a)

[2] Peitz (2014b)

[3] Posener (2014)

[4] Kultur-Ausnahmeklausel: (franz. Exception culturelle) ursprünglich französisches Gesetz, das Kulturgüter von Wirtschaftsgütern abgrenzt und diese vor Regularien und fremden Interessen schützt, z.B. bei Handelsabkommen. Inzwischen ist sie in der EU bei allen Abkommen gängig, die Staaten müssen also der EU keine Rechenschaft über Kulturförderung ablegen.

[5] Allianz Deutscher Produzenten - Film & Fernsehen e.V. (2013)

[6] Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM)(2005)

[7] https://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Bundesregierung/BeauftragtefuerKulturundMedien/
medien/filmfoerderung/filmfoerderungsgesetz/_node.html (Stand 14.07.16)

[8] http://www.fff-bayern.de/fff-bayern/ueber-uns/ (Stand 14.07.16)

[9] Vgl. Posener (2014)

[10] Vgl. Abschnitt A Ziffer I der Begründung zum siebten Gesetzes zur Änderung des Filmförderungsgesetzes

[11] Medienboard Berlin-Brandenburg GmbH (2015), 1. Ziele der Förderung

[12] FFF Bayern (2015), Ziffer 3.7

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Eine Untersuchung der nationalen Filmförderungsmaßnahmen. Ist die deutsche Filmförderung effektiv und effizient oder reduziert sie die Anreize für einen marktwirtschaftlichen Wettbewerb?
Hochschule
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg  (Journalismus)
Veranstaltung
Wahlpflichtmodul
Note
1,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
17
Katalognummer
V338394
ISBN (eBook)
9783668278325
ISBN (Buch)
9783668278332
Dateigröße
654 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Seminararbeit für das Modul "Filmwirtschaft und Medienkonzerne", Studium Management und Medien, Journalismus, Kommunikationswissenschaft Note 1,3
Schlagworte
Filmförderung, Filmwirtschaft, Film
Arbeit zitieren
Barnim Bahlcke (Autor), 2016, Eine Untersuchung der nationalen Filmförderungsmaßnahmen. Ist die deutsche Filmförderung effektiv und effizient oder reduziert sie die Anreize für einen marktwirtschaftlichen Wettbewerb?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338394

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Eine Untersuchung der nationalen Filmförderungsmaßnahmen. Ist die deutsche Filmförderung effektiv und effizient oder reduziert sie die Anreize für einen marktwirtschaftlichen Wettbewerb?


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden