Die Geste des Amateurfilmemachens


Essay, 2011

4 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Die Geste des Amateurfilmemachens

Es handelt sich dabei um einen Videofilm, dessen Produktion weder aus einer beruflichen Tätigkeit noch aus kommerziellen Gründen ausgeführt wird. Der Begriff Amateurfilm besteht aus den Wörtern „Amateur“ und „Film“. Um also den Begriff Amateurfilm besser erklären zu können bedarf es zuerst einer Definition dieser beiden Begriffe.

Ein Film ist die Darstellung eine Geschichte durch eine Laufbildaufnahme und dient zur Unterhaltung, zur Vermittlung von Informationen, etc. Mit Hilfe einer Kamera werden Bilder so fotografiert, dass diese in einer fortwährenden Bewegung auf einen Bildschirm projektiert werden. All diese Bilder sind einzelne Fotografien, aber wenn sie schnell voneinander gefolgt werden, erkennt man nicht, dass sie getrennt voneinander gefilmt wurden1. Es können sowohl echte Menschen und Objekte gefilmt werden, als auch animierte Bilder und die meisten Filme werden von Musik begleitet, die entweder getrennt aufgenommen wird oder, wie bei Live- Events, währenddessen.

Der Film ist inzwischen zu einer Kunstform und einer weltweiten Industrie geworden. Filme können aber nicht nur unterhalten und informieren, sonder auch erziehen und bilden. Die visuellen Effekte, die für Filme benutzt werden, erleichtern es den Filmemachern die Inhalte an das weite Publikum zu vermitteln und so ist das Filmemachen zu einer der beliebtesten Kunstformen geworden.

Viele Filme werden heutzutage mit speziellen Kameras gefilmt, die auf Filmrollen aufgenommen werden und danach durch einen Projektor auf eine Leinwand ausgestrahlt werden2. Die Popularität des Films brachte viele Menschen dazu selbst Videos zu drehen, auch ohne professionelle Technik. Solche Videos bezeichnet man als Amateurfilme.

Das Wort „Amateur“ kommt aus dem Französischen und heißt „Liebhaber“3, also eine Person, die eine Tätigkeit aus Freude und Vergnügen ausübt, ohne kommerzielle Entschädigung dafür zu erhalten (ganz im Gegensatz zu einem Profi). Eine andere Übersetzung des Wortes „Amateur“ ist Laie, ebenfalls aus dem Französischen4, und bedeutet, dass die Person für seine Tätigkeit nicht professionell ausgebildet ist. Trotzdem können Amateure auf professionellem Niveau

arbeiten. Ich selbst schaue viele professionelle Filme und habe auch Erfahrungen mit

Amateurfilmen gemacht, da mein Großvater ein sehr passionierter Amateurfilmer ist, der seine Videos selbst dreht und mit einem Computerprogramm bearbeitet, deswegen kann ich diese Aussage nur bestätigen.

Ein Amateurfilm ist also Film mit sehr geringen Herstellungskosten, welcher von Filmhobbymachern gedreht wird, mit dem Zweck ihre Leidenschaft und ihre Freude am Film zu erleben, wobei sie im Regelfall kein Geld mit ihren Werken verdienen. Durch den technischen Fortschritt können Amateurfilmer Digitalkameras und Bearbeitungsprogramme auf dem Computer benutzen, um die unprofessionelle Qualität etwas zu kaschieren. Amateurfilme können unterschiedliche Arten von Filmen sein, ob Hochzeit- oder Geburtstagsvideos, Musikvideos oder Dokumentationen, das Spektrum ist sehr weit gefächert, es können sowohl Kurzfilme als auch zweistundenlange Filme sein.

Der Amateurfilm entwickelte sich in der Sowjet Union in den 20er Jahren5. Amateurfilme wurden unabhängig gemacht, viele handelten vom Familienleben oder vom Reisen; oft wurden Dokumentationen, Sportfilme oder einfache Kurzfilme in Pioneerhäusern, Kolchosen, Sovchosklubs und auch in der sowjetischen Armee gedreht und einige professionelle Filmemacher unterstützten sogar die Amateurfilmstudios6.

Diese Amateurfilme wurden auf internationalen Filmfestivals ausgestrahlt und gewannen Preise in der Tschechoslowakei, Jugoslawien, Kanada, Frankreich und Italien und seit 1961 gehören sowjetische Amateurfilmemacher zu der „International Filmmakers´ Association7. Der Amateurfilm erschaffte also eine einzigartige Chronik vom Leben in einem Land und war sehr wichtig als kulturelle und bildende Arbeit für die Menschen, und vor allem für die Jugend der sowjetischen Nation8.

Vor allem in dem letzten Jahrzehnt, durch die weltweite Verbreitung des Internets, ist es für alle Amateurfilmer leichter geworden ihre Werke an den Mann zu bringen. Inzwischen gibt es sogar mehr Amateurfilmer als professionelle Filmemacher, da die Filmtechnik für jeden zugängig ist. Und auch die Qualität dieser Amateurfilme hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Es

gibt im Internet viele Websites und Foren, wo sich Hobbyfilmemacher über ihre Filme und ihre Techniken austauschen können.

Aber was genau ist nun die Geste des Amateurfilmemachens?

Welche Filmart fällt darunter und welche Personen sind daran beteiligt?

Amateurfilme haben meist keine Handlung, oft wird ein Ereignis aufgezeichnet, das nicht extra für den Film stattfindet, so wie eine Hochzeit oder ein Tanzwettbewerb oder auch ein Urlaub. Die Personen, die in den Videos auftreten agieren spontan, sie haben keinen einstudierten Text und spielen nichts Vorgeschriebenes vor. Die Aufnahmen werden auch meistens im Nachhinein nicht in einer anderen Reihenfolge als Szenen wieder zusammengesetzt. Die meisten Amateurfilmer stellen ihre Videos im Internet auf diversen Seiten aus, wie z.B. auf Youtube oder anderen. Die Amateurfilmer sehen ihre Werke als das Ergebnis eines Hobbys an, manche beschäftigen sich mit ihren Filmen monate- oder jahrelang, andere drehen ihre Videos innerhalb von Minuten ab. Auch Fanvideos fallen unter die Kategorie Amateurfilm. Ein Fanvideo ist ein Film der von Fans eines Films, einer Serie oder auch eines Buches oder Comics gemacht wird. Meistens arbeiten Amateurfilmer allein, aber manchmal tun sich mehrere Personen zusammen, um ein Video zu drehen.

Einer allgemeinen Definition zufolge sind Gesten Bewegungen des Körpers zur Unterstützung der Gedankenäußerung oder eines Gefühls und der Betonung der Sprache und Verstärkung des Ausdrucks. Außerdem kann eine Geste ein Akt der Formalität oder ein Zeichen einer Haltung sein, wie z.B. das Senden von Blumen als eine Geste der Zuneigung. Gesten sind die Wörter der Körpersprache, die zur Unterstützung der Sprache gebraucht werden und die ein Ziel oder eine Absicht zum Ausdruck bringen wollen. Gesten haben also eine symbolische Bedeutung.

Kann denn dann das Amateurfilmemachen als Geste gesehen werden? Und wenn ja, was ist dann die Geste des Amateurfilmens nun genau?

Filmen ist eine Art Sprache, doch anders als bei der gesprochenen Sprache, die ein Mensch erlernen muss, um sie zu verstehen, wie z.B. bei einer Fremdsprache, ist ein Amateurfilm die Sprache der Unterhaltung, eine internationale Sprache, eine Sprache, die jeder Mensch vom ersten Blick an verstehen kann. Man muss nicht unbedingt einen Film vertonen, damit die Inhalte bei den Zuschauern ankommen, das Video muss auch nicht unbedingt eine gute Qualität haben oder gute/berühmte Schauspieler.

Die Geste des Amateurfilmemachens hat das Motiv Menschen ohne Worte zu unterhalten. Die Geste des Amateurfilmemachens ist eine Art Kommunikation - die bewegten Bilder fungieren als Sprache.

Die Intentionen der Geste des Amateurfilmemachens sind vielfältig: Videos zur Unterhaltung, Videos zur Bildung, Videos zur Informierung, etc.

Bei der Geste des Amateurfilmemachens handelt es sich um eine Kunstform, die jeder Mensch ausüben kann, um dadurch etwas auszudrücken, was er sich vielleicht nicht traut mit Worten zu sagen, und um es dann an andere vermitteln.

Das Filmemachen ist inzwischen offen für alle, das Filmen ist frei. Eigentlich kann jeder Mensch einen Film drehen, wenn er nur eine Kamera besitzt.i

Geneviere Y. Myamar

12. Januar 2011

Bibliographie:

FLUSSER, Vilém: Gesten: Versuch einer Phänomenologie. 1994. Fischer Wissenschaft. Frankfurt am Main.

[...]


1 vgl. http://www.wordiq.com/definition/Film

2 vgl. http://www.wordiq.com/definition/Film

3 vgl. http://dict.leo.org/frde?lp=frde&lang=de&searchLoc=0&cmpType=relaxed&sectHdr=on&spellToler=&search=amateur

4 vgl. http://dict.leo.org/frde?lp=frde&lang=de& searchLoc=0&cmpType=relaxed&sectHdr=on&spellToler=&search=amateur

5 vgl. http://encyclopedia2.thefreedictionary.com/Amateur+Film-Making

6 vgl. http://encyclopedia2.thefreedictionary.com/Amateur+Film-Making

7 vgl. http://encyclopedia2.thefreedictionary.com/ Amateur+Film-Making

8 vgl. http://encyclopedia2. thefreedictionary. com/Amateur+Film-Making

Ende der Leseprobe aus 4 Seiten

Details

Titel
Die Geste des Amateurfilmemachens
Hochschule
Universität Hildesheim (Stiftung)  (Medienwissenschaften)
Veranstaltung
Medienethik
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
4
Katalognummer
V338430
ISBN (eBook)
9783668278882
Dateigröße
503 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
medien, medienethik, film, amateur, essay, amateurfilm, seminararbeit, kommunikation, kunst, kunstform, digital, filmen, hobby, beruf, professionell, geschichte, geste, amateurfilemmachen, filemmachen, filmedrehen, filmart, sprache, medienwissenschaft
Arbeit zitieren
Yevgeniya Marmer (Autor), 2011, Die Geste des Amateurfilmemachens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338430

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