Der Vietnamkrieg, also die kämpferische Auseinandersetzung zwischen den USA und einem Teil von Vietnam ist den meisten Menschen ebenso ein Begriff wie die beiden Weltkriege.
Doch wie kommt es zu den zwiespältigen Betrachtungen und wieso beschäftigt man sich heute wieder mit der Thematik und versucht diese zu bewältigen? Um diese Frage zu klären ist es notwendig sich in einem ersten Schritt einen Überblick über den Konflikt und dessen groben Verlauf zu verschaffen und sich danach in einem zweiten Schritt mit der Rezeption zu beschäftigen. Dabei soll die Frage verfolgt werden, in wie weit sich der Konflikt in Vietnam auf das Amerikabild der Amerikaner auswirkte und in wie weit auf den Konflikt reagiert wurde.
Diese intensive Beschäftigung mit der Thematik war nicht immer gegeben. In Schulbüchern aus den USA wird das Thema sehr zwiespältig behandelt: In einem Buch aus dem Jahr 1973 beschreibt man den (zu dieser Zeit noch laufenden) Konflikt noch sehr optimistisch und sagt, dass Amerika in dieser Auseinandersetzung zeigt, dass die USA zu mehr fähig ist, als sie eigentlich in der Lage sein sollte, wenn man bedenkt, dass sie sich an ihre eigenen Grundlagen von Moral und Gerechtigkeit hält. Man wertete Rückschläge und Verluste ab und formulierte es auf eine andere Weise: Man gehe davon aus, dass dieser Konflikt helfen würde, die USA auch in Zukunft in ihren Aktionen zu stärken.
Dass die Sichtweise der USA bezüglich Vietnam sich in nur ein paar Jahren komplett wandeln sollte, bestätigt ein weiteres Schulbuch aus dem Jahr 1976, welches also ein Jahr nach Ende des Krieges herausgegeben wurde. In diesem Buch fehlt jede Referenz auf den Krieg. Er wird mit keinem Wort erwähnt, was nicht gerade auf Konfliktbewältigung und Wille zur kritischen Beschäftigung mit dem Thema schließen lässt. Es scheint fast so, als ob die „Wunde“ noch zu frisch gewesen sei, um dieses Kapitel in das Buch einfließen zu lassen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitende Worte
Krise in Vietnam
1954
Die Indochina-Konferenz
Die folgenden Jahre
Kriegseintritt
Bilanz eines Krieges
Auswirkungen in den USA
Der Krieg im Inneren
Widerstand der Studenten
Widerstand der Soldaten
Die Rolle der Medien
Ein anhaltendes Bild?
Abschließende Worte
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die vielfältigen Auswirkungen des Vietnamkriegs auf die US-amerikanische Gesellschaft, das Selbstverständnis der Nation sowie die politische Stimmung in den Vereinigten Staaten während und nach dem Konflikt.
- Historischer Verlauf und Eskalation des Vietnamkonflikts
- Die Entwicklung und Spaltung der amerikanischen Öffentlichkeit
- Widerstandsformen von Studentenbewegungen und Soldaten
- Der Einfluss der medialen Berichterstattung auf die Kriegswahrnehmung
- Die langfristige Wirkung auf das amerikanische Selbstverständnis
Auszug aus dem Buch
Widerstand der Soldaten
Der gemeinsame Konsens mit den Studentengruppen spielt auch bei der Befassung mit dem Widerstand der Soldaten eine Rolle. Beide Gruppen waren mit der Gesamtsituation unzufrieden. Was bei den Studenten die allgemeinen gesellschaftlichen und organisatorischen Zustände waren, die den Beginn der Proteste bedeutete, bei denen erst zu späteren Zeitpunkten das Thema Vietnam eine tragende Rolle zu kam, war bei den Soldaten allerdings anders gelagert. Der Grund für Unzufriedenheit war eindeutig die Handlungen in Vietnam und wie die Regierung ihre Soldaten „benutzte“.
Die Soldaten wurden im Unklaren über die Entwicklungen gelassen. Sie befanden sich in einem fremden Land für dessen territoriale Gegebenheiten sie nicht oder nur unzulänglich ausgebildet waren. Ähnlich wie es sich auch mit John Kerry verhalten hatte, der idealistisch in den Krieg gezogen war und als aktiver Kriegsgegner zurückkehrte. Kerry trat, wie viele andere, dem VVAW (Vietnam Veterans against War) bei, die öffentliche gegen die Kriegshandlungen in Vietnam protestierten und sogar heute noch existieren.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitende Worte: Einführung in die anhaltende Bedeutung des Vietnamkriegs für die US-amerikanische Kultur und die zwiespältige historische Aufarbeitung.
Krise in Vietnam: Analyse des Vietnamkonflikts als Fortführung des ersten Indochinakriegs und der aktiven Rolle der USA.
1954: Betrachtung der Niederlage Frankreichs bei Dien Bien Phu und der daraus resultierenden Neuorientierung der US-Strategie.
Die Indochina-Konferenz: Zusammenfassung der Ergebnisse des Waffenstillstands und der temporären Teilung Vietnams.
Die folgenden Jahre: Untersuchung der Phase des militärischen Beraterstatus unter Kennedy und der zunehmenden Eskalation.
Kriegseintritt: Darstellung des Übergangs zur aktiven Kampfführung unter Johnson ab 1965.
Bilanz eines Krieges: Aufzählung der menschlichen und finanziellen Opfer sowie der psychischen Folgen für die Veteranen.
Auswirkungen in den USA: Untersuchung der gespaltenen amerikanischen Gesellschaft und der Wahrnehmung des Krieges in der Kunst.
Der Krieg im Inneren: Beschreibung des parallel zum Vietnamkrieg verlaufenden sozialen Konflikts innerhalb der USA.
Widerstand der Studenten: Analyse der studentischen Friedensbewegung und deren Rolle bei Protesten gegen den Vietnamkrieg.
Widerstand der Soldaten: Darstellung der Unzufriedenheit innerhalb der US-Armee, der Desertionen und der Gründung von Veteranenverbänden.
Die Rolle der Medien: Untersuchung, wie die mediale Berichterstattung die Kriegsmüdigkeit in der Bevölkerung verstärkte.
Ein anhaltendes Bild?: Reflexion darüber, wie der Vietnamkrieg das Selbstbild der USA langfristig beeinflusst hat.
Abschließende Worte: Fazit zur Spaltung der Nation durch den Krieg und das Ende des amerikanischen Traums.
Schlüsselwörter
Vietnamkrieg, USA, Friedensbewegung, Studentenwiderstand, Militärberater, John F. Kennedy, Lyndon B. Johnson, Richard Nixon, Medien, Soldaten, Veteranen, Indochina-Konferenz, Antikriegsbewegung, Sozialgeschichte, Amerikanischer Traum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Wirkung des Vietnamkriegs auf die USA, sowohl in politischer als auch in gesellschaftlicher Hinsicht.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind der Verlauf des Krieges, der Widerstand der amerikanischen Bevölkerung, insbesondere von Studenten und Soldaten, sowie die Rolle der Medien.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich der Vietnamkonflikt auf das Amerikabild der Amerikaner auswirkte und wie die Gesellschaft auf diesen Krieg reagierte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse unter Einbeziehung von Fachliteratur, zeitgenössischen Quellen und dokumentierten Berichten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in den chronologischen Kriegsverlauf, die Untersuchung des Widerstands im Inneren und die Analyse der medialen Aufarbeitung des Krieges.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Vietnamkrieg, US-Außenpolitik, Antikriegsbewegung, gesellschaftliche Spaltung, Veteranen, mediale Berichterstattung.
Welche Rolle spielte John Kerry in dieser Untersuchung?
John Kerry dient als Beispiel für einen Soldaten, der idealistisch in den Krieg zog und nach seiner Rückkehr eine prominente Rolle im Widerstand gegen den Krieg einnahm.
Warum war die Rolle der Medien für den Ausgang des Krieges so bedeutend?
Die Medien zeigten den amerikanischen Bürgern die Realität des Krieges, was negative Reaktionen hervorrief und die Unterstützung für den Krieg in der Bevölkerung drastisch schwinden ließ.
- Quote paper
- Niklas Bastian (Author), 2009, Die Wirkung des Vietnamkriegs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338467