In diesem Beitrag wird der historische Hintergrund des Pflegestärkungsgesetz II erläutert. Der alte und der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff werden gegenübergestellt und die Gründe für die Gesetzesänderung benannt. Auch die Kosten der Gesetzesänderung und die Kosten für die Pflegeversicherung werden dargestellt.
Es wird die Frage beantwortet, wer vom neuen Gesetz profitiert und wer benachteiligt wird. Vorteile und Nachteile des Pflegestärkungsgesetz II werden beschrieben und einander gegenübergestellt. Es wird außerdem erläutert, wie die Begutachtung erfolgt und das NBA beschrieben.
Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff und die eingeschränkte Alltagskompetenz werden diskutiert und Informationen zum Bestandsschutz und zur Überführung gegeben. Zum Schluss wird ein Ausblick aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Historischer Hintergrund
2. Alter vs. neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff, Leistungen
3. Gründe für die Gesetzesänderung
4. Kosten der Gesetzesänderung /Kosten der Pflegeversicherung
5. Wer profitiert vom neuen Gesetz? Wer wird benachteiligt?
Vorteile vs. Nachteile Pflegestärkungsgesetz II
6. Wie erfolgt die Begutachtung? Was ist das NBA?
NBA vs. Pflegebedürftigkeit und eingeschränkte Alltagskompetenz
7. Bestandsschutz und Überführung
8. Ausblick
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Arbeit analysiert die grundlegenden Reformen des Pflegestärkungsgesetzes II (PSG II), insbesondere die Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs und des Neuen Begutachtungsassessments (NBA), um die Auswirkungen auf pflegebedürftige Menschen, Angehörige und das Pflegesystem zu bewerten.
- Historische Einordnung der Pflegeversicherung in Deutschland.
- Detaillierte Analyse des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs und der 6 Begutachtungsbereiche.
- Bewertung der finanziellen Auswirkungen und Kostenstrukturen.
- Diskussion der Vor- und Nachteile sowie möglicher Benachteiligungen durch das neue System.
- Darstellung der Bestandsschutzregelungen bei der Überführung in die neuen Pflegegrade.
Auszug aus dem Buch
2. Alter vs. neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff, Leistungen
Dem alten, zur Zeit gültigen Pflegebedürftigkeitsbegriff nach wird folgende Definition herangezogen: Im § 14 Abs. 1 SGB XI werden diese Personen als pflegebedürftig beschrieben, die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, in erheblichem oder höherem Maße der Hilfe bedürfen (Stascheit 2014, 603).
In Bezug auf die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen, bei denen der Hilfebedarf bestehen muss, werden vier Lebensbereiche genannt: 1. Körperpflege, 2. Ernährung, 3. Mobilität, 4. hauswirtschaftliche Versorgung. Diese werden nochmals in 21 Verrichtungen unterteilt (Stascheit 2014, 603ff). Diese Verrichtungen sind bei der Körperpflege: das Waschen, Duschen, Baden, die Zahnpflege, das Kämmen, Rasieren und die Darm- oder Blasenentleerung, sowie das Haare waschen und Eincremen.
Nicht als Körperpflege gewertet wird jedoch das Schminken und das Schneiden von Finger- und Fußnägeln (Schellhorn 2015, 2). Zur Ernährung gehört das mundgerechte Zubereiten sowie die Aufnahme und Vorbereitung der Nahrung. Kochen ist Bestandteil der hauswirtschaftlichen Versorgung (Schellhorn 2015, 3). Der Bereich Mobilität umfasst das selbständige Aufstehen und Zubettgehen, An- und Auskleiden, Gehen, Stehen, Treppensteigen sowie das Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung. Die hauswirtschaftliche Versorgung beinhaltet das Einkaufen, Kochen, Reinigen der Wohnung, Spülen, Wechseln und Waschen der Wäsche und Kleidung, sowie das Beheizen der Wohnung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Historischer Hintergrund: Gibt einen Überblick über die Entwicklung der Pflegeversicherung seit 1995 und die verschiedenen Pflegereform-Gesetze bis zum PSG II.
2. Alter vs. neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff, Leistungen: Erläutert die Kriterien der bisherigen Pflegebedürftigkeit und stellt die neuen Leistungsangebote sowie Pflegegrade detailliert dar.
3. Gründe für die Gesetzesänderung: Analysiert die Schwächen des alten Begriffs, insbesondere die Vernachlässigung kognitiver und psychischer Einschränkungen.
4. Kosten der Gesetzesänderung /Kosten der Pflegeversicherung: Beleuchtet die fiskalischen Auswirkungen auf öffentliche Haushalte und die Pflegeversicherung durch Beitragssatzanpassungen.
5. Wer profitiert vom neuen Gesetz? Wer wird benachteiligt?: Diskutiert die Gewinner des NBA gegenüber der alten Methode sowie potenzielle Risiken für bestimmte Personengruppen.
6. Wie erfolgt die Begutachtung? Was ist das NBA?: Beschreibt das mathematische System der Punktevergabe in den 6 Begutachtungsbereichen zur Ermittlung der Pflegegrade.
7. Bestandsschutz und Überführung: Beschreibt, wie bestehende Pflegestufen in das neue System der fünf Pflegegrade überführt werden, ohne die Betroffenen finanziell zu benachteiligen.
8. Ausblick: Reflektiert die zukünftigen Herausforderungen, wie die praktische Umsetzung des NBA und den Fachkräftemangel in der Pflege.
Schlüsselwörter
Pflegestärkungsgesetz II, PSG II, Pflegebedürftigkeitsbegriff, Neues Begutachtungsassessment, NBA, Pflegegrad, Pflegeversicherung, SGB XI, Begutachtung, Demenz, häusliche Pflege, Pflegereform, Mobilität, Alltagskompetenz, Sozialrecht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die tiefgreifende Reform der deutschen Pflegeversicherung durch das Pflegestärkungsgesetz II (PSG II) und dessen Auswirkungen auf die pflegerische Versorgung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff, die finanzielle Gestaltung der Pflegeleistungen, die Begutachtungsmethodik (NBA) und die Überführung der Pflegebedürftigen in neue Pflegegrade.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, das neue System der Pflegegrade und das Begutachtungsverfahren verständlich darzustellen und kritisch zu beleuchten, wer von den Änderungen profitiert und wer Nachteile erfährt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive und analytische Aufarbeitung von Gesetzesgrundlagen, Fachliteratur und offiziellen Berichten, um die Reformschritte systematisch darzulegen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Gesetzesmotive, die Erläuterung der 6 Begutachtungsbereiche, die Darstellung der Leistungsbeträge und die Diskussion der Bestandsschutzregelungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich vor allem durch Begriffe wie Pflegestärkungsgesetz II, NBA, Pflegegrad, SGB XI und Pflegebedürftigkeit definieren.
Wie unterscheidet sich das neue Begutachtungsassessment (NBA) von der alten Methode?
Während die alte Methode vorrangig auf körperliche Verrichtungen und Zeitkorridore fokussierte, bewertet das NBA nun den Grad der Selbstständigkeit in 6 verschiedenen Lebensbereichen mit einem Punktesystem.
Was passiert mit Personen, die bereits vor 2017 pflegebedürftig waren?
Durch eine Überleitungsregelung wurde sichergestellt, dass kein Betroffener finanziell schlechter gestellt wird; die Einstufung in die neuen Pflegegrade erfolgte automatisch ohne erneute Begutachtung.
Warum spielt die Mobilität im neuen System eine wichtige Rolle?
Die Mobilität ist ein zentraler Faktor bei der Beurteilung der Selbstständigkeit, wobei in der Debatte kritisiert wurde, dass eine zu geringe Gewichtung dieses Faktors im NBA Menschen mit Bewegungseinschränkungen benachteiligen könnte.
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- Benjamin Schmidt (Author), 2016, Das Pflegestärkungsgesetz II. Neue gesetzliche Bestimmungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338501