In Zeiten der Globalisierung nehmen die internationalen Märkte immer mehr an Bedeutung zu. In jüngster Zeit wurden weltweit Freihandelsabkommen ausgehandelt, die die globale Wirtschaft maßgeblich beeinflussen. Eines dieser Freihandelsabkommen ist der Mercado Común del Sur (MERCOSUR). Durch die Gründung des MERCOSUR im Jahr 1991 erlebte Lateinamerika einen wirtschaftlichen Umbruch. Der Außenhandel erhöhte sich rasch und die wirtschaftlichen Beziehungen zu anderen Freihandelsabkommen wurden aufgenommen.
In dieser Seminararbeit liegt der Fokus auf dem Außenhandel des MERCOSUR und den wirtschaftlichen Effekten nach seiner Gründung. Zu Beginn wird der Begriff MERCOSUR grob definiert. Anschließend wird die Gründung und die historische Entwicklung der MERCOSUR erläutert. Daraufhin werden seine Organe charakterisiert, um besser zu verstehen, wie der MERCOSUR in den internationalen Beziehungen handelt. Darauf aufbauend werden die Ziele des MERCOSUR formuliert. Schließlich werden die Probleme und Herausforderungen beschrieben, die sich aus dem Versuch ergeben, die Ziele zu erreichen.
Daraufhin wird in Kapitel drei zunächst die Integrationstheorie und folglich die Begriffe Handelsschaffung und Handelsumlenkung erklärt, um besser die zur Zeit der Gründung des MERCOSUR enstandenen wirtschaftlichen Veränderungen zu verstehen. Weiterführend wird in Kapitel vier der Außenhandel der MERCOSUR analysiert und die wirkenden Handelseffekte erläutert.
Das fünfte Kapitel umfasst die vertraglichen Beziehungen zwischen dem MERCOSUR und der EU. Hierbei werden zunächst die Erwartungen des MERCOSUR und der EU veranschaulicht. Nachdem die wirtschaftliche Entwicklung zwischen dem MERCOSUR und der EU dargestellt wird, werden schließlich die Probleme erörtert. Aufbauend auf den Problemen schließt das Kapitel fünf mit den Zukunftsperspektiven ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist der MERCOSUR?
2.1 Gründung und historische Entwicklung des MERCOSUR
2.2 Organe
2.3 Die Ziele der MERCOSUR
2.4 Probleme und Herausforderungen
3. Integrationstheorie
3.1 Handelsumlenkung
3.2 Handelsschaffung
4. Der Außenhandel der MERCOSUR
4.1 Export
4.2 Import
4.3 Handelseffekte der MERCOSUR
5. Die vertraglichen Beziehungen zwischen der MERCOSUR und EU
5.1 Erwartungen von MERCOSUR und EU
5.2 Entwicklung zwischen der MERCOSUR und der EU
5.3 Probleme zwischen der MERCOSUR und der EU
5.4 Perspektive
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die historische Entwicklung, die institutionelle Struktur sowie die handelspolitische Ausrichtung des MERCOSUR und analysiert dessen wirtschaftliche Beziehungen sowie die vertragliche Kooperation mit der Europäischen Union.
- Historische Genese und Gründungsprozess des MERCOSUR.
- Analyse der institutionellen Organe und der Zielsetzungen des Binnenmarktes.
- Theoretische Untersuchung von Handelseffekten mittels Integrationsmodellen.
- Empirische Betrachtung des Außenhandelsvolumens und der Handelsströme.
- Evaluation der bilateralen Beziehungen und Kooperationsprobleme mit der EU.
Auszug aus dem Buch
2.4 Probleme und Herausforderungen
Der Vertrag von Asuncion vereint die Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay zum MERCOSUR, welche wirtschaftlich und strukturell sehr heterogen aufgebaut sind, z. B. durch asymmetrische Märkte. Folglich kam es bei der Umsetzung des Vertrags zu Problemen, die im Folgenden näher beschrieben werden.
Die Bevölkerung des MERCOSUR zählte 1991 ca. 190 Mio. Menschen. Dabei war das Einkommen 1992 innerhalb der Staaten sehr ungleich verteilt. 20% der Bevölkerung verfügte kaum über finanzielle Mittel, 70% verfügten über ein Einkommen von etwa 1800 US-Dollar und lediglich 10% hatten ein beträchtlich höheres Einkommen. Diese Zahlen lassen an dem MERCOSUR als einen vergrößernden Markt und die Chance durch Integration zweifeln.
Des Weiteren herrschte zwischen den Mitgliedsstaaten eine strukturelle Diskrepanz. Dies wird besonders durch einen Vergleich des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der Mitgliedstaaten deutlich. So ist das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 1992 von Brasilien 3.7 mal größer als das von Argentinien, 50,7 mal größer als das von Paraguay und 37,4 mal größer als das von Uruguay. Brasilien generiert somit 75% des gesamten BIP des MERCOSUR. Daher kritisierten die wirtschaftlich schwächeren Länder wie Argentinien, Uruguay und Paraguay, dass Brasilien am meisten von dem Abkommen profitiert. Trotzdem blieben sie an möglichen Lösungen unbeteiligt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des MERCOSUR ein und erläutert den Fokus auf den Außenhandel sowie die Struktur der folgenden Kapitel.
2. Was ist der MERCOSUR?: Das Kapitel definiert den MERCOSUR, beleuchtet seine historische Entwicklung, die Organe, Ziele sowie die strukturellen Herausforderungen der Mitgliedstaaten.
3. Integrationstheorie: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Integration, speziell die Konzepte der Handelsumlenkung und Handelsschaffung nach Jacob Viner, erläutert.
4. Der Außenhandel der MERCOSUR: Dieses Kapitel analysiert anhand von Daten zwischen 1983 und 2003 die Export- und Importentwicklungen sowie die daraus resultierenden Handelseffekte.
5. Die vertraglichen Beziehungen zwischen der MERCOSUR und EU: Dieser Abschnitt beschreibt die Entwicklung der bilateralen Kooperation, die beiderseitigen Erwartungen sowie bestehende Probleme und künftige Perspektiven.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und betont die Notwendigkeit einer gemeinsamen Wirtschaftspolitik sowie weiterer Forschung zur Ursache des Wachstums.
Schlüsselwörter
MERCOSUR, Außenhandel, Europäische Union, Zollunion, Handelsschaffung, Handelsumlenkung, Integrationstheorie, Wirtschaftspolitik, Lateinamerika, Warenexport, Warenimport, Assoziationsabkommen, Strukturdefizite, Handelsliberalisierung, Wirtschaftswachstum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit behandelt die Entwicklung des MERCOSUR seit seiner Gründung und analysiert dessen wirtschaftliche Beziehungen sowie die vertragliche Kooperation mit der Europäischen Union.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Genese, den institutionellen Organen, der ökonomischen Integrationstheorie und der Analyse des Außenhandels zwischen den MERCOSUR-Staaten und ihren Partnern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Entwicklung der Handelsbeziehungen zu verstehen und zu evaluieren, inwieweit die gesetzten Ziele einer Integration und Wohlfahrtssteigerung durch den MERCOSUR erreicht wurden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine deskriptive Analyse sowie die Anwendung von Modellen der Integrationstheorie, um auf Basis von Wirtschaftsdaten die Handelseffekte innerhalb des MERCOSUR zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung des MERCOSUR, die theoretische Fundierung durch Viner, die empirische Außenhandelsanalyse und die detaillierte Betrachtung der EU-MERCOSUR-Beziehungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind MERCOSUR, Außenhandel, Zollunion, Handelsschaffung, Handelsumlenkung, Integration, EU-Beziehungen und wirtschaftliche Strukturdefizite.
Welche Rolle spielt die strukturelle Diskrepanz für den MERCOSUR?
Die ungleiche ökonomische Stärke der Mitgliedstaaten, insbesondere die Dominanz Brasiliens, sorgt für Spannungen und erschwert die Koordinierung einer gemeinsamen makroökonomischen Politik.
Warum konnte das Handelsabkommen mit der EU bisher nicht vollständig umgesetzt werden?
Die Verhandlungen scheiterten primär an Handelskonflikten, insbesondere im Agrarsektor, sowie an unterschiedlichen agrarpolitischen Interessen beider Seiten.
- Citar trabajo
- Maximilian Martin (Autor), 2016, Die Entwicklung des MERCOSUR und seine vertraglichen und wirtschaftlichen Beziehungen zur EU, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338552