Anlagenbetrieb. Grundlagen des baulichen und betrieblichen (anlagentechnischen) Brandschutz


Hausarbeit, 2014
27 Seiten, Note: 1,6
Tom Hasel (Autor)

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Zielsetzung
1.2 Aufbau der Arbeit

2 Was ist Brandschutz
2.1 Einführung und Definition
2.2 Gesetzliche Vorgaben
2.3 Aufbau und Struktur des Brandschutzes
2.4 Anforderungen des vorbeugenden Brandschutz

3 Baulicher Brandschutz
3.1 Definition
3.2 Brandverhalten von Baustoffen
3.3 Feuerwiderstand von Bauteilen
3.4 Brandabschnitte
3.5 Fluchtwegplanung
3.6 Löschwasserversorgung

4 Anlagentechnischer Brandschutz
4.1 Definition
4.2 Brandmeldeanlagen
4.3 Rauch- und Wärmeabzugsanlagen
4.4 Sprachalarmanlage
4.5 Sprinkleranlagen

5 Praxis Beispiel

6 Fazit

7 Literaturverzeichnis

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

Abbildung 1: Ganzheitlicher Brandschutz

Abbildung 2: Baustoffklassen nach DIN 4102-1

Abbildung 3: Feuerwiderstandsklassen

Abbildung 4: Feuerschutzabschluss mit Festellanlage

Abbildung 5: Funktionen einer Rauch- Wärmeabzugsanlage

1 EINLEITUNG

1.1 Zielsetzung

Die Anforderungen an den Brandschutz sind mit den Jahren aufgrund immer komplexerer Projekte und baulichen Anlagen gestiegen. Genauso komplex sind die rechtlichen Bestimmungen geworden. Wird nicht von Anfang an richtiger Brandschutz betrieben, kommt es unweigerlich später zu Problemen. Daher ist vorbeugender Brandschutz so wichtig.

Erst als ein Großfeuer eine Fabrik in den USA zerstörte und hunderte Menschen aufgrund mangelnder Fluchtwege den Tod fanden, wurden die Gesetze und Richtlinien im Brandschutz komplett überarbeitet. Damals gab es aber noch keine hochtechnischen Einrichtungen, welche automatisch Feuer meldeten oder Löscheinrichtungen aktivierten. Heute jedoch gibt es eine Vielzahl von technischen Möglichkeiten, die Brände melden, verringern oder verhindern können. In dieser Arbeit sollen einige ausgewählte Faktoren des vorbeugenden Brandschutzes untersucht und erläutert werden. Das Augenmerk liegt dabei auf den baulichen und anlagentechnischen Brandschutz.

1.2 Aufbau der Arbeit

Die Unterteilung der Ausarbeitung erfolgt in sechs Kapitel. Im Folgenden werden diese Abschnitte kurz beschrieben.

Nach der Einleitung und der Beschreibung der Ausgangsproblematik werden im zweiten Kapitel einleitend die theoretischen Grundlagen des Brandschutzes aufgezeigt. Es erfolgt eine Einführung und Definition des Begriffes „Brandschutz“ und es wird auf gesetzliche Vorgaben eingegangen. Des Weiteren werden die Struktur und der Aufbau des vorbeugenden Brandschutzes erläutert und erste Anforderungen dargestellt.

Kapitel drei beschäftigt mit dem baulichen Brandschutz und erläutert wichtige Elemente wie dem Brandverhalten von Baustoffen, die Einteilung von Gebäuden durch Brandabschnitte und die Fluchtwegplanung zur Rettung von Menschen.

Im vierten Kapitel werden die anlagentechnischen Maßnahmen untersucht. Besondere Bedeutung haben dort vor allem Brandmeldeanlagen, Rauch- und Wärmeabzugsanlagen und zur Bekämpfung von Bränden genutzten Sprinkleranlagen.

In Kapitel fünf wird kurz anhand eines Praxis Beispiels auf die Bedeutung und Komplexität des Brandschutzes eingegangen. Hierbei geht es um das Beispiel des Berliner Großflughafen BER und die dabei auftretenden Probleme mit dem Brandschutz und der Brandschutzanlage.

Im sechsten Kapitel, dem Fazit, erfolgt eine bewertende Zusammenfassung der Thematik.

2 WAS IST BRANDSCHUTZ

2.1 Einführung und Definition

Mehr als 400 Menschen sterben jährlich in Deutschland in Gebäuden und Einrichtungen (Stand:2008) an den Folgen von Bränden und die dadurch entstehenden Verrauchungen. Europaweit sind es sogar bis zu 4000 Personen, die aufgrund Brandereignissen ums Leben kommen. Die Zahl der Schwer- und Leichtverletzten ist schwierig zu erfassen, es wird jedoch davon ausgegangen, dass jährlich eine halbe Millionen Menschen schmerzhafte Erfahrungen mit dem Feuer machen und teilweise bleibende Schäden davontragen. Diese Zahlen unterstreichen die Bedeutung des Brandschutzes und der Entwicklung eines Brandschutzkonzeptes. Praktisch jeder Haushalt und jedes Unternehmen besitzt heutzutage PCs, Halogenleuchten, Heiz- und Klimaanlagen und weitere technische Geräte, welche potentielle Zündquellen darstellen. Des Weiteren steigt die Verwendung von kostengünstigen und formbaren Materialen wie Kunststoff. Diese Baustoffe sind oft leicht brennbar und wirken brandbeschleunigend.1

Diese Brandgefahren stellen ernsthafte Bedrohungen für industrielle und gewerbliche Betriebe dar. Versicherungen ersetzen zwar den materiellen Schaden eines Brandes, schwerer wiegen jedoch die nicht ersetzbaren Verluste, wie Menschenleben, Gesundheit und der Verlust von Marktanteilen oder bewährten Mitarbeitern. Aus diesem Grund müssen die Gefahren mit geeigneten Maßnahmen bekämpft werden. Die Brandgefahr im Unternehmen kann durch Brandschutzmaßnahmen wirksam begegnet werden. Dabei ist zu beachten, dass kein allgemein gültiges Brandschutzkonzept existiert aufgrund der Vielfältigkeit der Problemstellung. Somit ist für jede bauliche Anlage ein individuell abgestimmtes Brandschutzkonzept zu entwickeln.

Durch Brandschutzmaßnahmen bzw. dem Brandschutzkonzept soll

- „die Entstehung von Bränden verhindert und die Ausbreitung von Feuer und Rauch begrenzt werden,
- erreicht werden, dass Brände möglichst schon im Entstehen erkannt und bekämpft werden sowie
- Gefahren für Menschen, Umwelt, und Sachwerte abgewendet und
- eine Unterbrechung der Unternehmenstätigkeit verhindert bzw. minimiert werden.“2

Diese Schutzziele sollen mit Hilfe eines Brandschutzkonzeptes umgesetzt werden. Durch ein ganzheitliches Brandschutzkonzept sollen weitergehend Ziele wie die Aufrechterhaltung der Produktion, Erhaltung der Marktstellung, die Vermeidung von Imageverlust und die Sicherstellung von Sach- und Vermögenswerten gewährleistet werden.3

Unter Brandschutz versteht man somit alle baulichen, technischen und organisatorischen Schutzmaßnahmen, die der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer oder Rauch (Brandausbreitung) vorbeugen und bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tieren sowie wirksame Löscharbeiten ermöglichen.4

2.2 Gesetzliche Vorgaben

Bei dem Bau von Anlagen und Gebäuden sind einige Regeln und gesetzliche Vorgaben zu beachten. Der bauliche Brandschutz ist gesetzlich in den jeweiligen Länderbauordnungen verankert. Grundlage dafür ist die Musterbauordnung (MBO) aus dem Jahr 2002. Diese gilt als Rahmenrichtlinie, welche die Einheitlichkeit des Bauordnungsrechtes der Bundesländer gewährleisten soll. In § 3 Abs. 1 der MBO heißt es:

„Anlagen sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass die öffentliche Sicherheit und Ordnung, insbesondere Leben, Gesundheit und die natürlichen Lebensgrundlagen, nicht gefährdet werden.“5

Somit nimmt der Paragraph alle Personengruppen, die bei der Errichtung und Instandhaltung eines Gebäudes beteiligt sind, in die Pflicht. Konkreter beschreibt § 14 der Musterbauordnung die Anforderungen der Gefahrenabwehr bei Bränden und geht sowohl auf dem Bereich der vorbeugenden als auch der abwehrenden Maßnahmen ein. Es heißt:

„Bauliche Anlagen sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und instand zu halten, dass der Entstehung eines Brandes und der Ausbreitung von Feuer und Rauch (Brandausbreitung)

vorgebeugt wird und bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tieren sowie wirksame Löscharbeiten möglich sind.“6

Das Bauordnungsrecht basiert auf der Grundlage der Musterbauordnung und soll in den jeweiligen Bundesländern sicherstellen, dass die von einem Gebäude ausgehenden Nachteile und Gefahren vermieden oder verhindert werden. Die Länderbauordnung unterstellt daher eine Vielzahl von Regelungen den Schutzzielen, welche umso höher sind, je umfangreicher und spezieller die Nutzung einer baulichen Anlage ist. Des Weiteren werden diese Regelungen durch spezielle Sonderbauverordnungen für Hochhäuser, Geschäftshäuser, Werkstätte oder Ähnliches ergänzt (vgl. MBO § 2 Abs. 4).7

2.3 Aufbau und Struktur des Brandschutzes

Um ganzheitlichen Brandschutz und Sicherheit zu gewährleisten sind die Bereiche des Brandschutzes zu untergliedern. Laut der Musterbauordnung 2002 unterscheidet man die Bereiche in:

- Vorbeugender baulicher und anlagentechnischer Brandschutz
- abwehrender Brandschutz
- betrieblich-organisatorischer Brandschutz

Der abwehrende Brandschutz erfolgt vor allem dann, wenn es brennt. Er beinhaltet alle passiven und aktiven Maßnahmen der Feuerwehren und andere Hilfe leistenden Stellen, die während des Brandes unternommen werden, um die direkten und indirekten Schäden zu reduzieren. Dies geschieht z.B. mit Hilfe von Löschwasser oder Schaum.

Für den Bereich des betrieblich-organisatorischen Brandschutz erstellen die Verantwortlichen eines Gebäudes eine Brandschutzordnung. Hierbei werden alle Anforderungen berücksichtigt und verbunden, um dann in der betrieblichen Praxis umgesetzt zu werden. Ziel dieser Brandschutzordnung ist es, für alle Personen, die sich in einem Gebäude aufhalten, objektspezifische Verhaltensregeln zusammenzustellen.8

Die Bereiche des abwehrenden und betrieblich-organisatorischen Brandschutzes werden in dieser Arbeit nicht weitergehend behandelt, es wird stattdessen der vorbeugende bauliche und anlagentechnische Brandschutz thematisiert.

Die folgende Grafik zeigt den ganzheitlichen Brandschutz mit den 3 Bereichen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Ganzheitlicher Brandschutz [http://www.2-fach.com/brandschutz/ganzheitlicher-brandschutz]

2.4 Anforderungen des vorbeugenden Brandschutz

Damit die Regelungen und gesetzlichen Vorgaben der Landesbauordnung zur Gefahrenabwehr eingehalten werden, müssen die Verantwortlichen gewisse Anforderungen beachten, damit ein wirksamer Schutz vor den Gefahren durch Brände gegeben ist.

- Brände verhindern: Hierbei geht es um die Verwendung richtiger Baustoffe, der Reduzierung von Brandlasten, das Aussprechen von Rauchverboten und die Unterweisung von Mitarbeitern.
- Brandausbreitung verhindern: Die Maßnahmen betreffen die Verwendung geeigneter Bauteile, der Schaffung von Brandabschnitten und den Einbau ortsfester Löschanlagen.
- Brandmeldung sicherstellen: Erfolgt durch die gezielte Unterweisung von Mitarbeitern und der Installation und Einbau von öffentlichen Brandmeldeanlagen.
- Flucht- und Rettungswege: Sicherstellung des 1. und 2. Rettungsweges und Einbau von Rauch- und Wärmeabzugsanlagen.
- Flächen für die Feuerwehr: Schaffung von Feuerwehrumfahrten und Aufstellflächen sowie die Erstellung von Feuerwehrplänen.
- Bereitstellung von Löschmittel: Sicherstellung der Löschwasserversorgung durch geeigneten Sonderlöschmitteln.9

In den folgenden Kapiteln wird nun auf dem vorbeugenden Brandschutz genauer eingegangen und unterteilt ihn in baulichen- und anlagentechnischen Brandschutz.

3 BAULICHER BRANDSCHUTZ

3.1 Definition

Unter baulichem Brandschutz versteht man die Gesamtheit aller bautechnischen, baugestalterischen und funktionsplanerischen Maßnahmen, aufgrund derer eine Brandausbreitung bzw. eine Brandübertragung auf ein Minimum reduziert oder vollständig verhindert werden kann. Es dient der Rettung von Menschen und Tieren, gewährleistet die sichere Tätigkeit der Feuerwehr bei Brandbekämpfung und reduziert den Zerstörungsgrad sowie den Umfang der Sachschäden an Gebäuden, Anlagen und Arbeitsmitteln.10

Bereits bei der Bebauungsplanung beginnt baulicher Brandschutz. Gebäude müssen für Feuerwehrfahrzeuge erreichbar sein und die Zugänglichkeit entsprechend ausgewiesen werden. Auch die Architektur der Gebäude ist für den baulichen Brandschutz von Bedeutung. So müssen Mauern zu angrenzenden Gebäuden als Brandschutzmauern gekennzeichnet werden. Eine besondere Aufmerksamkeit liegt auch auf den Wand- und Deckendurchbrüchen, durch die sich ein Feuer innerhalb eines Gebäudes ausbreiten kann. Dies gilt auch für Türen, die in bestimmten Fällen als Brandschutztüren verwendet werden. Des Weiteren ist die Auswahl von Baustoffen und Material ein wichtiges Kriterium für den baulichen Brandschutz. Diese weisen nämlich unterschiedliche Verhaltensweisen beim Brand auf. Falls möglich sollten feuersichere oder schwer entflammbare Baustoffe verarbeitet werden. Brennbare Baustoffe (wie z.B. Holz) unterliegen besonderen Vorschriften. Zudem sollte die Planung von sicheren Fluchtwegen (durch Treppenhäuser oder Feuerleitern) Bestandteil des baulichen Brandschutzes sein.11

Im Folgenden werden die genannten Anforderungen und Maßnahmen näher erläutert.

[...]


1 vgl. Siemens AG (2012) S.12-13

2 http://vds.de/fileadmin/vds_publikationen/vds_2000_web.pdf S.6 (Zugriff 22.11.2014)

3 vgl. http://vds.de/fileadmin/vds_publikationen/vds_2000_web.pdf S.5-6 (Zugriff 22.11.2014)

4 vgl. Kemper, H. (2012) S.11

5 vgl. Musterbauordnung § 3 Absatz 1

6 vgl. Musterbauordnung § 14

7 vgl. Kemper, H. (2012) S.12-14

8 vgl. Kraft, M. (2007) S.13-14

9 vgl. Kemper, H. (2012) S.15

10 vgl. http://www.bsafb.de/fileadmin/downloads/pa14_01_2009/pa14_01_2009_vorbeugender_brandschutz.pdf S.7 (Zugriff 25.11.2014)

11 vgl. http://www.arbeitssicherheit.de/de/html/fachbeitraege/anzeigen/165/Baulicher-Brandschutz/ (Zugriff 25.11.2014)

Ende der Leseprobe aus 27 Seiten

Details

Titel
Anlagenbetrieb. Grundlagen des baulichen und betrieblichen (anlagentechnischen) Brandschutz
Hochschule
Westfälische Hochschule Gelsenkirchen, Bocholt, Recklinghausen
Veranstaltung
Anlagen- und Instandhaltungsmanagement in der Logistik
Note
1,6
Autor
Jahr
2014
Seiten
27
Katalognummer
V338619
ISBN (eBook)
9783668280816
ISBN (Buch)
9783668280823
Dateigröße
936 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Anlagen, Instandhaltung, Brandschutz, bauchlicher Brandschutz, anlagetechnischer Brandschutz, betrieblicher Brandschutz, Wirtschaft, Wirtschaftsingenieurwesen
Arbeit zitieren
Tom Hasel (Autor), 2014, Anlagenbetrieb. Grundlagen des baulichen und betrieblichen (anlagentechnischen) Brandschutz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338619

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