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Kaiser Theodosius und der Staatskirchenerlass Cunctos Populos vom 28. Februar 380

Wie aus Christentum Kirche wurde

Title: Kaiser Theodosius und  der Staatskirchenerlass Cunctos Populos vom 28. Februar 380

Research Paper (undergraduate) , 2016 , 24 Pages

Autor:in: Rolf Bergmeier (Author)

World History - Antiquity
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Theodosius macht 380 Tabula rasa. Er verbietet mit dem Erlass Cunctos populos „aus eigener Initiative und ohne Konsultation kirchlicher Stellen“ alle heidnischen Religionen und schaltet die vom Katholizismus abweichenden christlichen Varianten mit Zwangsmaßnahmen aus. „Nur diejenigen, die diesem Gesetz folgen, sollen, so gebieten wir, katholische Christen heißen dürfen; die übrigen, die wir für wahrhaft toll und wahnsinnig erklären, haben die Schande ketzerischer Lehre zu tragen“.

Damit beginnt unter dem Patronat des später zum Divus erhobenen Theodosius der Siegeszug eines zur Staatsreligion geeinten Christentums, das meist als „christliche“ Staats/Reichsreligion bezeichnet wird, aber in Wirklichkeit nur den katholischen Anteil der christlichen Bewegungen kennzeichnet.

Unter der Dominanz der allmächtigen, allwissenden, jeder menschlichen Macht turmhoch überlegenen Gottheit erhebt die Kirche einen Herrschaftsanspruch über alle Menschen: „Wer wird sich der Einsicht verschließen“, schreibt Bischof Ambrosius von Mailand an Kaiser Valentinian II., „dass in Glaubensangelegenheiten die Bischöfe über dem Kaiser, nicht aber die Kaiser über die Bischöfe Recht sprechen können“. Schließlich wird der Mensch an sich, gleich welcher Abstammung und Position, dem Urteil der Kirche unterworfen: „So erklären wir, dass jedes menschliche Geschöpf dem Bischof von Rom unterworfen sein muss, weil dies ganz und gar heilsnotwendig ist“, erklärt Papst Bonifaz VIII. im Jahre 1302. Kaum ein Ereignis hat die Geschichte so geprägt wie dieser Erlass. Und kaum ein paradigmatischer Wandel ist in der althistorischen Geschichtsforschung so wenig beachtet und gewürdigt worden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einführung

1 Cunctos Populos. Der Staatskirchenerlass

2 Folgen

2.1 Der Staat unterwirft sich

2.2 Bischöfe als neue Führungsschicht in den Städten

2.3 Innerkirchliche Folgen: Hierarchie statt Gemeindechristentum

2.4 Verlust der kulturellen und religiösen Vielfalt

2.5 Die Umwertung aller Werte

Eine Entscheidung, die die Welt bewegt

Anlage

Zielsetzung und Themen der Studie

Die Studie analysiert die Auswirkungen des kaiserlichen Erlasses "Cunctos Populos" vom 28. Februar 380, durch den das Christentum katholischer Ausprägung zur verbindlichen Staatsreligion erhoben wurde. Ziel ist es, den radikalen gesellschaftlichen Wandel, die Unterordnung des Staates unter die kirchliche Macht sowie den Verlust der antiken kulturellen und religiösen Vielfalt kritisch zu beleuchten.

  • Die Transformation von der antiken Toleranz zum religiösen Exklusivitätsanspruch.
  • Die ideologische und machtpolitische Selbstentmachtung des Staates zugunsten des Klerus.
  • Der Niedergang städtischer Bildung und kultureller Einrichtungen durch kirchliche Dominanz.
  • Die Umwertung traditioneller Werte und die Etablierung einer neuen christlichen Sexual- und Gesellschaftsmoral.

Auszug aus dem Buch

2.5 Die Umwertung aller Werte

Vieles wird unbedeutend, was einst gültig gewesen ist und so verliert der Mensch auch seine bisher aus Alter und individueller Leistung abgeleitete Würde und erhält eine Pauschalwürde: Als Geschöpf Gottes leite sich die menschliche Würde von IHM ab, man könne sie nicht erwerben. Sie werde als „Menschenwürde“ verliehen. Die Antike kennt den Begriff der „Menschenwürde“ nicht. Würde und Würdigkeit werden dort immer auf die persönliche Leistung eines einzelnen für sein Gemeinwesen bezogen und durch das Sinnen nach Bildung und Stil, nach Edlem und Kultiviertem geadelt. Am ehesten kommt Cicero mit der Dignitas (De re publica/De officiis) dem Begriff nahe, ohne jedoch den Bezug auf das Gemeinwesen aufzugeben.

Die vom Christentum dagegen aufgebotene „Menschenwürde“ bleibt in ihrem Gehalt nebulös und erlaubt, den nicht der Menschenwürde teilhaftigen Tieren alles zumuten zu können. Der Begriff ist auch theologisch widersprüchlich, da der Mensch durch den Sündenfall in seiner Gottesebendbildlichkeit und damit in seiner spezifischen Würde als Mensch entscheidende Einbußen erlitten hat. Der Terminus ist daher in seiner angeblich von Gott verliehenen Form eine geheimniskrämerische Hülle ohne fassbaren Inhalt, pauschaliert, wo individuelles Bestreben geehrt werden müsste, ist im internationalen Raum nicht verwendbar und wird in Deutschland mit seiner ausufernden Landschaft von Ethikkommissionen und -beiräten gerne als Dicke Berta genutzt, um Sterbehilfe, PID, Empfängnisverhütung, Abtreibung nach Vergewaltigung u.ä. zu torpedieren. So gesehen wird „Menschenwürde“ auch gegen den Menschen verwendet.

Zusammenfassung der Kapitel

Einführung: Die Einleitung skizziert die langwierige dogmatische Findungsphase des frühen Christentums und den religiösen sowie politischen Druck auf die Jesus-Bewegungen bis zum 4. Jahrhundert.

1 Cunctos Populos. Der Staatskirchenerlass: Dieses Kapitel behandelt den Erlass von 380, der das Christentum zur Staatsreligion erklärte und Andersgläubige als wahnsinnig diskreditierte.

2 Folgen: Der Hauptteil beschreibt die Konsequenzen der neuen kirchlichen Macht, beginnend bei der Unterwerfung der kaiserlichen Autorität.

2.1 Der Staat unterwirft sich: Hier wird analysiert, wie die kaiserliche Macht sukzessive von der Kirche untergraben wurde und Bischöfe zunehmend über den weltlichen Herrschern agierten.

2.2 Bischöfe als neue Führungsschicht in den Städten: Die Untersuchung zeigt auf, wie der Klerus die städtische Administration übernahm und das antike Mäzenatentum durch kirchliche Strukturen ersetzte.

2.3 Innerkirchliche Folgen: Hierarchie statt Gemeindechristentum: Das Kapitel beschreibt die Erstarrung der Frömmigkeit in starren Hierarchien und den Aufstieg eines Priester- und Papstkultes.

2.4 Verlust der kulturellen und religiösen Vielfalt: Der Text verdeutlicht, wie der wissenschaftliche Geist und die antike Bildung unter dem Druck kirchlicher Ideologie verloren gingen.

2.5 Die Umwertung aller Werte: Hier wird der radikale Wandel der Moralvorstellungen thematisiert, insbesondere in Bezug auf Sexualität, Körperlichkeit und den Reichtumsbegriff.

Eine Entscheidung, die die Welt bewegt: Das Fazit ordnet den 28. Februar 380 als historisches Epochenereignis ein, das den Übergang zur mittelalterlichen Unfreiheit markierte.

Anlage: Dokumentation des originalen Wortlauts des Erlasses Cunctos Populos in Latein und Deutsch.

Schlüsselwörter

Cunctos Populos, Kaiser Theodosius, Staatsreligion, Katholizismus, Bischöfe, Spätantike, Religionspolitik, Häresie, Kulturverfall, Menschenwürde, Kirchengeschichte, Machtanspruch, Machtentmachtung, Dogmatisierung, Christentum.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Studie grundlegend?

Die Arbeit untersucht die historische Bedeutung des Staatskirchenerlasses "Cunctos Populos" von 380 und seine gravierenden Auswirkungen auf die gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung in Europa.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die Machtverschiebung von staatlichen zu kirchlichen Instanzen, der Niedergang antiker Bildungsideale und die Etablierung eines exklusiven religiösen Dogmatismus.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu hinterfragen, wie die staatliche Verordnung eines verbindlichen Glaubens zur Unterdrückung von Pluralismus und zum kulturellen Niedergang führte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine historisch-kritische Analyse von Primärquellen, wie Erlassen und zeitgenössischen Schriften, um die Entwicklung zum katholischen Mittelalter nachzuzeichnen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Unterwerfung der Kaiser, die Rolle der Bischöfe als neue städtische Führungsschicht und die systematische Abwertung antiker Werte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Die wichtigsten Schlagworte sind Theodosius, Cunctos Populos, kirchlicher Machtanspruch, Verlust der Vielfalt und kulturelle Transformation.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Kaisers gegenüber der Kirche?

Die Studie sieht in der Haltung der Kaiser eine fatale Selbstentmachtung, durch die der Staat seine weltliche Autonomie an den Klerus abtrat.

Warum spielt die antike Stadtkultur eine so große Rolle für den Autor?

Der Autor zeigt auf, dass der Zusammenbruch der antiken Bildung und Infrastruktur eine direkte Folge der kirchlichen Herrschaft und der damit einhergehenden Geringschätzung irdischer Angelegenheiten war.

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Details

Title
Kaiser Theodosius und der Staatskirchenerlass Cunctos Populos vom 28. Februar 380
Subtitle
Wie aus Christentum Kirche wurde
Author
Rolf Bergmeier (Author)
Publication Year
2016
Pages
24
Catalog Number
V338674
ISBN (eBook)
9783668281073
ISBN (Book)
9783668281080
Language
German
Tags
Staatskirche Reichskirche Cunctos Populos Theodosius Paradigmenwechsel 28. Februar 380 Staatskirchenerlass
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Rolf Bergmeier (Author), 2016, Kaiser Theodosius und der Staatskirchenerlass Cunctos Populos vom 28. Februar 380, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338674
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