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Säkularisation im Bistum Augsburg anhand der Benediktinerreichsabtei St. Lorenz in Kempten

Titel: Säkularisation im Bistum Augsburg anhand der Benediktinerreichsabtei St. Lorenz in Kempten

Hausarbeit , 2011 , 13 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Alexander Winter (Autor:in)

Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Stimmung im Stiftsland am Vorabend der Säkularisation lässt sich am besten mit einem damals geläufigen Motto wiedergeben: ,,Kommt der Tag, so bringt der Tag das Leben von Gott und das Essen vom Hof.“ So verwundert es nicht, dass die Menschen dort von den Folgen der Ambitionen Napoleons in Europa vollkommen überrascht wurden. Kempten und das Umland gerieten in das Blickfeld der Mächtigen, die ihren Durst nach Macht und Reichtümer mit den Besitzungen des Reichsstiftes stillen wollten. Und das mit einer Einrichtung, die, ausgehend von den Gedanken des hl. Benedikt, sich einen Schatz im Himmel aneignen wollte. Das Fürststift sollte sich also einreihen in die Vielzahl geistlicher Herrschaftsgebiete, die im bayerischen Staat aufgingen. Neben den vielen persönlichen Schicksalen, die in jenen Tagen zu bedauern sind, ist auch der immense kulturelle Schaden zu erwähnen. Wurden doch unzählige Kunstschätze auf Auktionen zu Schleuderpreisen an den Mann gebracht. Die nachfolgende Arbeit soll diesen Niedergang eines einstmals in vielerlei Hinsicht so prächtigen Fürststiftes nachzeichnen und die Verluste sichtbar machen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichte der Reichsabtei Kempten

3. Stift und Stiftsland am Vorabend der Säkularisation

4. Der Frieden von Lunéville und der Reichsdeputationshaupt- schluss

5. Die Durchführung der Aufhebung von Klöstern und Stiften

6. Die Militärbesitznahme

7. Die Zivilbesitznahme

7.1 Die Bestandsaufnahme

7.1.1 Die Schulden des Stiftes

7.1.2 Der Abschluss der Bestandsaufnahme

7.2 Der Verkauf des Klostereigentums

7.2.1 Die Gemälde-, Naturalien- und Münzsammlung

7.2.2 Die Bibliothek

7.2.3 Das Stiftsarchiv

8. Die Entschädigung des Fürsten und anderer Würdenträger

8.1 Der Fürstabt Kastolus von Reichlin-Meldegg

8.2 Die Konventualen

9. Abschließende Betrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht den historischen Prozess der Säkularisation im Bistum Augsburg unter besonderer Berücksichtigung der Benediktinerreichsabtei St. Lorenz in Kempten. Ziel ist es, den Niedergang des einst prächtigen Fürststiftes nachzuzeichnen, die wirtschaftlichen und strukturellen Hintergründe der Auflösung aufzudecken und das Ausmaß der Verluste an Kulturgütern und Archivmaterial transparent zu machen.

  • Historische Entwicklung der Reichsabtei Kempten vom Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert
  • Auswirkungen politischer Umbrüche wie der Napoleonischen Kriege und des Reichsdeputationshauptschlusses
  • Verwaltungstechnische Durchführung der Militär- und Zivilbesitznahme durch das Kurfürstentum Bayern
  • Wirtschaftliche Analyse der Stiftsfinanzen, der Verschuldung und der Verwertung von Klostereigentum
  • Soziale und rechtliche Auswirkungen der Entschädigungsregelungen für den Fürstabt und die Konventualen

Auszug aus dem Buch

7.1.1 Die Schulden des Stiftes

Eigentlich gehörte die Fürstabtei mit 250.000 bis 300.000 fl. Einkünften zu den reichen Staaten, doch ihnen stand eine Schuldenlast von 689.291 fl. entgegen, worauf nochmals ca. 20% Zinsen entfielen. Doch diese Schuldenlast entfiel lediglich auf die Landschaftskasse. Von der Landschaftskasse wiederum abhängig war das Hofzahlamt, das mit Schulden von 523.742 fl. belastet war. Hier kamen nochmals ca. 20.000 fl. Schulden des Abtes hinzu, die er sich vom Hofzahlamt geliehen hatte. Die Brauamtskasse wiederum hatte 31.915 fl. Schulden und die Armenkasse 8.472 fl. Besser gestellt war hier lediglich das Vermögen der Stiftskirche mit 4.302. fl., das sich hauptsächlich aus Begräbnis- und Läutgeldern speiste. In Anbetracht dieser Schuldenberge ist es auch verständlich, dass die einzelnen Kassen nur äußerst geringe Barbestände aufzuweisen hatten, die sich zusammen auf nicht einmal 10.000 fl. belaufen. Rechnet man alles zusammen, dann hatte die „reiche“ Fürstabtei stolze 2,25 Millionen Gulden an Schulden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Stimmung am Vorabend der Säkularisation ein und skizziert den beabsichtigten Fokus auf den kulturellen und materiellen Niedergang des Fürststiftes Kempten.

2. Geschichte der Reichsabtei Kempten: Das Kapitel behandelt die Gründung und den Aufstieg des Klosters Kempten vom frühen Mittelalter bis zu seiner Etablierung als Reichsabtei mit Reichsunmittelbarkeit.

3. Stift und Stiftsland am Vorabend der Säkularisation: Es wird die demographische und wirtschaftliche Lage des Stiftslandes nach den verheerenden Kriegen des 17. Jahrhunderts bis hin zum 18. Jahrhundert beleuchtet.

4. Der Frieden von Lunéville und der Reichsdeputationshaupt- schluss: Dieses Kapitel erläutert die geopolitischen Rahmenbedingungen, die zur Säkularisation führten, insbesondere die Entschädigung bayerischer Gebietsverluste durch geistliche Territorien.

5. Die Durchführung der Aufhebung von Klöstern und Stiften: Hier wird der allgemeine Prozess der Säkularisierung in Bayern unter der neuen Staatsverwaltung beschrieben, geprägt von einer Geringschätzung kirchlichen Eigentums.

6. Die Militärbesitznahme: Das Kapitel beschreibt die faktische Machtübernahme des Stiftslandes durch bayerische Truppen im Dezember 1802 zur Sicherung der Umstrukturierungen.

7. Die Zivilbesitznahme: Dieser Abschnitt thematisiert den förmlichen Machtwechsel, die Bestandsaufnahme der Stiftsgüter sowie den anschließenden Verkauf von Inventar, Bibliotheken und Archivbeständen.

8. Die Entschädigung des Fürsten und anderer Würdenträger: Es werden die rechtlichen Ansprüche und die tatsächliche Ausgestaltung der Pensionen für den abtretenden Fürstabt und die Konventualen analysiert.

9. Abschließende Betrachtung: Das Schlusskapitel bewertet die Säkularisation als wirtschaftliche Notwendigkeit und reflektiert über die spätere städtebauliche Vereinigung von Stifts- und Reichsstadt Kempten.

Schlüsselwörter

Säkularisation, Fürststift Kempten, Reichsabtei, Reichsdeputationshauptschluss, Benediktiner, Bistum Augsburg, Stiftsland, Klosterauflösung, Finanzverwaltung, Schuldenlast, Inventarversteigerung, Fürstabt Kastolus, Konventualen, Kirchengeschichte, Bayern

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert den Prozess der Säkularisation des Fürststifts Kempten, eingebettet in den Kontext der bayerischen Territorialpolitik des frühen 19. Jahrhunderts.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Untersuchung deckt die historische Genese der Abtei, die politische Zäsur durch napoleonische Kriege, die wirtschaftliche Bestandsaufnahme sowie die rechtliche Entschädigung der klösterlichen Würdenträger ab.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Das Ziel besteht darin, den Niedergang und die Auflösung der Reichsabtei St. Lorenz detailliert zu dokumentieren und die Konsequenzen der Säkularisation sowohl in finanzieller als auch in kultureller Hinsicht aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine historische Quellenanalyse, die auf primärer Fachliteratur und zeitgenössischen Dokumenten basiert, um die Geschehnisse des Machtwechsels methodisch präzise aufzuarbeiten.

Was steht im Hauptteil der Arbeit im Vordergrund?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der praktischen Umsetzung der Enteignung, der Bestandsaufnahme der Schulden und Besitztümer sowie der Verwertung von Kunstschätzen und Archivalien.

Was charakterisiert die Arbeit inhaltlich?

Die Arbeit ist durch eine detaillierte Auseinandersetzung mit Verwaltungsakten, Schuldenlasten und dem Schicksal der ehemaligen Stiftsmitglieder gekennzeichnet.

Wie war die finanzielle Situation des Stiftes vor der Säkularisation wirklich?

Obwohl das Stift nach außen hin als wohlhabend galt, zeigen die Unterlagen eine desaströse Verschuldung von über 2,25 Millionen Gulden, die den Bankrott kurz vor der Auflösung unvermeidbar machte.

Was geschah mit der wertvollen Bibliothek und dem Archiv des Stiftes?

Durch unsachgemäße Lagerung und späte Aufteilung der Bestände gingen viele Materialien verloren; ein Teil wurde in regionale Bibliotheken verbracht oder in München archiviert, während ein signifikanter Teil eingestampft wurde.

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Details

Titel
Säkularisation im Bistum Augsburg anhand der Benediktinerreichsabtei St. Lorenz in Kempten
Hochschule
Universität Augsburg  (Katholisch-Theologische Fakultät)
Veranstaltung
Säkularisation im Bistum Augsburg
Note
1,0
Autor
Alexander Winter (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
13
Katalognummer
V338688
ISBN (eBook)
9783668281158
ISBN (Buch)
9783668281165
Sprache
Deutsch
Schlagworte
säkularisation bistum augsburg benediktinerreichsabtei lorenz kempten
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexander Winter (Autor:in), 2011, Säkularisation im Bistum Augsburg anhand der Benediktinerreichsabtei St. Lorenz in Kempten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338688
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  13  Seiten
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