Die Bildung bestimmte seit sehr langer Zeit die Position des Individuums in der Gesellschaft. Seine Herkunft entschied über die tatsächliche Möglichkeit einer Schulbildung und falls ihm dieses Privileg zu Teil wurde, stand ihm der Weg zu einer vielversprechenden Karriere offen.
Allerdings bedingten sich die Faktoren „Bildung“ und „Stand“; Man nehme als Beispiel einen adeligen jungen Mann des Mittelalters. Ihm wurden das Recht, die Pflicht und das Privileg auf eine seinem Stand angemessene Bildung in die Wiege gelegt. Und diese Bildung versetzte ihn erst in die Lage seinen Pflichten und Aufgaben in gebürtiger Art und Weise nachzukommen.
Einem jungen Mann aus dem Volk hingegen wurde nie die Möglichkeit geboten sich in irgendeiner Weise für eine höhere Tätigkeit zu qualifizieren. Bei ihm bestanden weder das Recht noch die Pflicht und schon gar nicht das Privileg auf Bildung, da er auf Grund seiner Herkunft nur für die niederen Tätigkeiten vorgesehen war. Und selbst wenn ein Mitglied des Volkes die entsprechende Bildung genossen hätte, wäre ihm auf Grund der gesellschaftlichen und politischen Situation jegliche höhere berufliche Karriere verwehrt geblieben. Alles auf Grund seiner Herkunft und seines Standes.
Inhaltsverzeichnis
Hinführung zum Thema:
Das Privileg „Bildung“
Der Wendepunkt?
Der Streitpunkt
Wesen der Universitäten laut Friedrich Carl von Savigny:
Den Lehrkörper
Die Regierung
Die Ideale
Die Vergessenen
Texte im Vergleich (Sylvia Paletschek & Friedrich Carl von Savigny):
Kein Humboldt’sches Modell???
Zeit des Wandels
Die Erziehung
Das Resumé
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht kritisch die These von Sylvia Paletschek, wonach im 19. Jahrhundert kein Bewusstsein für ein einheitliches „Humboldt’sches Universitätsmodell“ existierte. Ziel ist es, diese Hypothese anhand der zeitgenössischen Schrift „Wesen und Werth der deutschen Universitäten“ (1832) von Friedrich Carl von Savigny zu überprüfen und zu diskutieren.
- Historische Analyse des Humboldt’schen Bildungsbegriffs.
- Vergleichende Untersuchung zeitgenössischer Quellen und moderner Thesen.
- Diskussion über das Selbstverständnis von Universität im 19. Jahrhundert.
- Bewertung von Savignys Perspektive auf Lehrkörper und akademische Freiheit.
- Reflexion über die „Erziehung“ als Kernaufgabe der Universität.
Auszug aus dem Buch
Die Regierung
Die Regierung hat die Aufgabe den Fortbestand sowie die positive Entwicklung der Universitäten zu fördern und zu unterstützen und ihre Verwaltung zu übernehmen. Savigny kritisiert in diesem Zusammenhang indirekt die Vormachtstellung Preußens und die damit verbundene hohe finanzielle Unterstützung der norddeutschen/protestantischen Universitäten und ihrer Priviligierung, wie folgendem Zitat deutlich wird: „Achtung verdient die Vorliebe auch für jedes noch so spezielle Vaterland ; aber irrig und verderblich wird diese Vorliebe, wenn sie zum hochmütigen Verkennen irgend eines Teils der Nation ausartet, in welcher uns Gott hat geboren werden lassen.“2 Jedoch lobt Savigny die staatlich-„kontrollierte“ Einstellung von Lehrern, auf Grund der gut gewählten Kriterien, wie bereits im Punkt „Die Lehrkörper“ beschrieben.
Des Weiteren ermutigt er auch kleinere, ärmere Staaten den Wert ihrer Universitäten nicht an den finanziellen Mitteln zu messen sondern am Geist der Wissenschaft.
Zusammenfassung der Kapitel
Hinführung zum Thema: Einleitende Reflexion über die Bedeutung von Bildung als Privileg und Standesmerkmal in der Geschichte.
Wesen der Universitäten laut Friedrich Carl von Savigny: Detaillierte Analyse von Savignys Ansichten zu Lehrkörper, staatlicher Aufsicht, akademischen Idealen und den Lücken in seiner Argumentation.
Texte im Vergleich (Sylvia Paletschek & Friedrich Carl von Savigny): Kritische Gegenüberstellung von Paletscheks These zur Abwesenheit eines Humboldt-Modells mit Savignys zeitgenössischen Berichten.
Schlüsselwörter
Humboldt’sches Modell, Friedrich Carl von Savigny, Sylvia Paletschek, Universität, Bildung, 19. Jahrhundert, Bildungsreform, Lehrfreiheit, Forschung und Lehre, Wissenschaft, Preußen, Bildungsgeschichte, Bildungsbegriff, Akademische Freiheit, Humantitätsideal.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht, ob die im 19. Jahrhundert verbreitete Vorstellung von Universität tatsächlich dem „Humboldt’schen Modell“ entsprach oder ob dies ein späteres Konstrukt ist.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen der Bildungsbegriff des 19. Jahrhunderts, die Rolle des Staates, das Ideal der akademischen Freiheit und die Anforderungen an Lehrende.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Die Arbeit möchte die wissenschaftliche These von Sylvia Paletschek, dass es damals kein Bewusstsein für das Humboldt’sche Modell gab, anhand der Quelle von F. C. von Savigny überprüfen.
Welche methodische Vorgehensweise wird gewählt?
Es handelt sich um eine vergleichende Textanalyse, bei der ein zeitgenössischer Aufsatz von 1832 mit einer modernen wissenschaftlichen These in Beziehung gesetzt wird.
Was bildet den inhaltlichen Schwerpunkt des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die Interpretation von Savignys Werk und dessen anschließenden Vergleich mit den Thesen Paletscheks unter Berücksichtigung von Zeitgeist und Reformdiskussionen.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Humboldt’sches Modell, Lehrfreiheit, Einheit von Forschung und Lehre sowie das Bildungsideal des 19. Jahrhunderts.
Warum spielt Savigny eine so wichtige Rolle in der Arbeit?
Als Zeitzeuge und preußischer Jurist liefert Savigny eine unmittelbare Perspektive auf das Universitätswesen des 19. Jahrhunderts, ohne dabei explizit auf Humboldt Bezug zu nehmen.
Zu welchem Schluss kommt der Autor?
Der Autor bestätigt die These von Paletschek, da sich in Savignys Schriften keine Anzeichen für ein bewusstes „Humboldt’sches Modell“ als Vorbildfunktion finden lassen.
- Arbeit zitieren
- Niklas Bastian (Autor:in), 2004, Kein Humboldt'sches Universitätsmodell im 19. Jahrhundert?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338814