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Die Differenzkategorie "Herkunft". Einfluss auf das pädagogische Handeln in einer evangelischen Kindertagesstätte

Titel: Die Differenzkategorie "Herkunft". Einfluss auf das pädagogische Handeln in einer evangelischen Kindertagesstätte

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2015 , 23 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Michelle Barth (Autor:in)

Pädagogik - Interkulturelle Pädagogik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

„Sobald Kinder unterscheiden können, erfahren sie auch, dass Unterschiede bewertet werden“ – und zwar durch ihre soziale Umwelt. Anhand dessen lässt sich im Zusammenhang mit unserer Migrationsgesellschaft, welche das Leben von Kindern mit Migrationshintergrund als ein „Leben in einem permanenten Kulturkonflikt“ beschreibt, eine konkrete Relevanz der Differenzkategorie „Herkunft“ für pädagogisches Handeln herausarbeiten. Dabei wird Kultur als Konstante in unserer Gesellschaft ungeeignet, welche von Heterogenität gezeichnet wird. In unserer Gesellschaft ist Diversität die Grundbedingung für das Zusammenleben von Menschen, sodass uns Diversität „als sozialer Tatbestand“ begegnet.

Aufgrund dessen wurde im Rahmen der vorliegenden Hausarbeit beobachtet, inwieweit Differenzlinien, die anhand der Herkunft gezogen wurden, Einfluss auf das pädagogische Handeln in einer evangelischen Kindertagesstätte nehmen. Aus diesen Beobachtungen resultieren die zu analysierenden Fälle. Durch das eigene eingeschränkte Normalitätskonstrukt teilen wir Menschen in Kategorien ein, woraus sich ein individuelles Differenzverständnis ergibt . Dieses wurde im Zuge einer Hospitation in der evangelischen Kindertagesstätte beobachtet und anschließend kritisch analysiert. Um ein Verständnis für Differenzierungen und deren Kategorien zu gewinnen, wird zunächst ein kurzer Einblick in die Diversity Studies gegeben. Daran anknüpfend ergeben sich Überlegungen zu dem Umgang mit Differenzen, in dessen Rahmen die Fallanalyse stattfindet. Dabei werden „Differenzierungen als zentrales Konstruktions- und Strukturprinzip“ betrachtet und kritisch analysiert. Abschließend werden anhand eines weiteren Falls die dargelegten Erkenntnisse pointiert in einem Fazit zusammengefasst sowie die Bedeutung für die Childhood Studies reflektiert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Diversity Studies – Ein Einblick

3. Umgang mit Differenz – Fallarbeit

3.1. Betonung von essenzieller Differenz

3.1.1. Situationsbeschreibung

3.1.2. Situationsbearbeitung

3.1.3. Situationsbeschreibung

3.1.4. Situationsbearbeitung

3.2. Übersehen von Differenz

3.2.1. Situationsbeschreibung

3.2.2. Situationsbearbeitung

3.3. Differenzierungsstrategien auf der Ebene des Bildungsbegriffs

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Hausarbeit untersucht mittels Fallanalysen in einer evangelischen Kindertagesstätte, inwieweit Differenzlinien, die entlang der Kategorie „Herkunft“ gezogen werden, pädagogisches Handeln beeinflussen. Ziel ist es, die Konstruktion von Differenz und deren Auswirkungen auf die kindliche Identitätsentwicklung kritisch im Lichte der Diversity Studies zu reflektieren.

  • Relevanz der Differenzkategorie Herkunft im pädagogischen Alltag
  • Kritische Analyse von Heterogenitäts- und Homogenisierungsstrategien
  • Bedeutung von Machtstrukturen und Diskriminierung in Bildungseinrichtungen
  • Auswirkungen von Differenzbotschaften auf die kindliche Identitätsbildung
  • Reflexion pädagogischer Handlungsansätze in transkulturellen Kontexten

Auszug aus dem Buch

3.1.2. Situationsbearbeitung

Es ist festzuhalten, dass die Erzieherin das auffällige und störende Verhalten von Amon durch das Nicht-Verstehen der Sprache und damit verbunden ebenfalls durch seine Herkunft rechtfertigt. Wie es charakterisierend für die Ausländerpädagogik ist, wird die Differenz zur Erklärung für sein Verhalten und somit gleichzeitig zur Legitimation für Ausgrenzung – hier vom Spielgeschehen.

Es wird sich hauptsächlich auf das Fehlen von praktischen Kompetenzen und sozialen Fähigkeiten konzentriert, die in der vorliegenden Situation die Sprache und das gemeinsame, konfliktfreie Spiel darstellen. Neben dem „transkulturellen Grundkonflikt“, welcher die Adaption soziokultureller Gegebenheiten umfasst, wird das Erlernen der neuen Sprache zur Voraussetzung von Integration. In diesem Moment schafft Sprache Zugehörigkeit, die Amon nicht erfährt. Er erleidet einen Verlust von positiven kollektiven Erfahrungen, die zu seelischen Erschütterungen führen können. Im Zusammenspiel mit der Bewegung zwischen zwei verschiedenen Welten und den eventuell entstehenden Konflikt zwischen diesen wird Amons Identität von den aufgeführten Folgen individuell geprägt. Weiterhin kritisch an diesem Moment ist, dass „eindeutige kulturelle und soziale Zuordnungen […] in hohem Maße das Ergebnis der Objektivierung durch Andere“ sind. Dies liegt daran, dass Botschaften über Unterschiede analog zu kognitiven und sprachlichen Fähigkeiten verarbeitet werden, woraus sich die soziale Identität entwickelt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz der Differenzkategorie „Herkunft“ für pädagogisches Handeln in einer Migrationsgesellschaft und beschreibt den methodischen Rahmen der Hospitation in einer Kindertagesstätte.

2. Diversity Studies – Ein Einblick: Dieses Kapitel führt in die Diversity Studies ein, beleuchtet deren Potenzial zur Dekonstruktion von kulturellen Zuschreibungen und erläutert den Zusammenhang zwischen Diversität, Machtfragen und institutionellen Strukturen.

3. Umgang mit Differenz – Fallarbeit: Der Hauptteil analysiert anhand konkreter Situationen aus dem Kita-Alltag, wie pädagogische Fachkräfte durch Betonung essenzieller Differenz oder durch ein Übersehen von Differenz sowie über den Bildungsbegriff Identitätszuweisungen vornehmen.

4. Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen, reflektiert die Bedeutung für die Childhood Studies und formuliert einen Beitrag für einen reflexiven, diskriminierungskritischen Umgang mit Vielfalt im pädagogischen Alltag.

Schlüsselwörter

Diversity Studies, Differenzkategorie Herkunft, Pädagogisches Handeln, Migrationsgesellschaft, Kindertagesstätte, Identitätskonstruktion, Machtverhältnisse, Soziale Konstruktion, Homogenität, Heterogenität, Diskriminierung, Sprachförderung, Childhood Studies, Transkulturelle Begegnung, Vorurteilsbewusste Bildung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie pädagogische Fachkräfte in einer Kindertagesstätte mit der Differenzkategorie „Herkunft“ umgehen und wie sich dieser Umgang auf Kinder mit Migrationshintergrund auswirkt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Diversität, der Einfluss von Machtverhältnissen auf pädagogische Prozesse, Diskriminierung durch institutionelle Strukturen sowie die Auswirkungen von Differenzzuschreibungen auf die kindliche Identität.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, inwieweit pädagogisches Handeln im Alltag Differenzlinien anhand der Herkunft konstruiert und wie dies die Bildungs- und Entwicklungschancen der betroffenen Kinder beeinflusst.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer qualitativen Analyse von Beobachtungen, die im Rahmen einer Hospitation in einer evangelischen Kindertagesstätte gewonnen wurden, und verknüpft diese mit theoretischen Ansätzen der Diversity und Childhood Studies.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Fallbeispiele aus dem Kita-Alltag, unterteilt in die Strategien der Betonung essenzieller Differenz, das Übersehen von Differenz und die Anwendung des Bildungsbegriffs als Selektionsinstrument.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Diversity Studies, Identitätskonstruktion, Machtverhältnisse, Migrationsgesellschaft, Diskriminierung, Heterogenität, Homogenisierung, Pädagogik der Vielfalt und Sprachförderung.

Wie bewertet die Autorin den Umgang mit der Sprache des Kindes Amon?

Die Autorin bewertet das Verbot der Muttersprache als kontraproduktiv, da es dem Kind die Möglichkeit nimmt, Gefühle auszudrücken, und es weder Anerkennung noch Zugehörigkeit erfährt, was die Sprach- und Persönlichkeitsentwicklung negativ beeinflusst.

Welche Rolle spielt der Begriff „afrikanisches Temperament“ im Text?

Der Begriff wird als Beispiel für eine kulturelle Merkmalszuschreibung angeführt, durch die eine Erzieherin das Verhalten eines Kindes auf seine Herkunft reduziert und somit eine stereotype Grenzziehung zwischen „deutsch“ und „afrikanisch“ vornimmt.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Differenzkategorie "Herkunft". Einfluss auf das pädagogische Handeln in einer evangelischen Kindertagesstätte
Hochschule
Evangelische Hochschule Darmstadt, ehem. Evangelische Fachhochschule Darmstadt
Note
1,0
Autor
Michelle Barth (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
23
Katalognummer
V338853
ISBN (eBook)
9783668284302
ISBN (Buch)
9783668284319
Sprache
Deutsch
Schlagworte
differenzkategorie herkunft einfluss handeln kindertagesstätte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Michelle Barth (Autor:in), 2015, Die Differenzkategorie "Herkunft". Einfluss auf das pädagogische Handeln in einer evangelischen Kindertagesstätte, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338853
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Leseprobe aus  23  Seiten
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