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Ist die behavioristische Lerntheorie im Fremdsprachenunterricht noch relevant?

Titel: Ist die behavioristische Lerntheorie im Fremdsprachenunterricht noch relevant?

Ausarbeitung , 2011 , 8 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Sarah Kluth (Autor:in)

Didaktik für das Fach Französisch - Grammatik, Stil, Arbeitstechnik
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Eine angemessene Unterrichtsgestaltung steht nicht nur in Abhängigkeit von ihren Zielen und Inhalten, sondern ebenfalls von den ihr zu Grunde liegenden Lerntheorien. Der explizite Bezug zu diesen Theorien ist jedoch oftmals nicht gegeben, obwohl das Verständnis über die bei Schülern ablaufenden Lernprozesse, erläutert in den Lerntheorien, das didaktische Handeln der Lehrenden entscheidend beeinflussen kann.

Im Folgenden werden zunächst grundlegende Lerntheorien skizziert. Danach werden, vertiefend am Beispiel der behavioristischen Lerntheorie, die didaktischen Konsequenzen sowie die Angemessenheit und Reichweite für den Fremdsprachenunterricht herausgearbeitet. In Bezug auf die behavioristische Lerntheorie ergeben sich insbesondere folgende Fragen: Ist die bereits in den siebziger Jahren in Verruf geratene Theorie überhaupt noch relevant im heutigen Fremdsprachenunterricht? Lassen sich, trotz der vielseitigen Kritik an der Theorie, noch Lernprozesse der Lernenden durch sie erklären?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Lerntheorien

III. Konsequenzen für den Fremdsprachenunterricht

IV. Angemessenheit und Reichweite für die Gestaltung des Fremdsprachenunterrichts

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz und Anwendung verschiedener Lerntheorien in der Gestaltung des modernen Fremdsprachenunterrichts, wobei ein besonderer Fokus auf die behavioristische Perspektive und ihre didaktischen Konsequenzen gelegt wird.

  • Grundlegende Lerntheorien im Überblick
  • Didaktische Anwendung behavioristischer Prinzipien
  • Kritische Analyse von Reiz-Reaktions-Lernen und Verstärkung
  • Moderne Relevanz traditioneller Methodenkonzepte
  • Der Einfluss von Bildungsstandards auf das Lehrverständnis

Auszug aus dem Buch

II. Lerntheorien

Die behavioristische Lerntheorie erfasst nur beobachtbares Verhalten, ohne innere Lernprozesse zu erklären. Kognitive Prozesse werden gänzlich ausgeblendet (black box) (vgl. Riemer 2010, 57). Behavioristisches Lernen ist ein rein imitativer Prozess und berücksichtigt nicht den kreativen Sprachgebrauch (vgl. Riemer 2010, 57). Des Weiteren wird Lernen als Prozess der Konditionierung verstanden, d.h. eine gewünschte Reaktion (response) wird auf einen bestimmten Reiz (stimulus) hin antrainiert. Durch positives Feedback werden gewünschte Verhaltensweisen bis zu deren Automatisierung verstärkt (habit formation) (vgl. Riemer 2010, 57). Die behavioristische Denkweise kommt im Fremdsprachenunterricht in der audiolingualen Methode zur Anwendung, die auf die ständige Repetition von Mustersätzen abzielt (pattern drills), damit Automatismen gelernt werden (vgl. Riemer 2010, 57).

Der nativistischen Lerntheorie zufolge besitzt das Individuum eine angeborene, kognitive Ausstattung, die zum Spracherwerb befähigt (Universalgrammatik) (vgl. Riemer 2002, 55). Lernende können auf sogenannte Prinzipien zurückgreifen, die sprachübergreifend sind. Diese Prinzipien der Universalgrammatik werden durch Parameter ergänzt, die durch sprachspezifischen Input festgelegt werden (vgl. Riemer 2002, 55). Da Lernende eine sprachliche Kompetenz selbst bei unvollkommenem Input entwickeln, ist Lernen nicht allein, wie im Behaviorismus, durch Nachahmungsprozesse zu erklären (vgl. Surkamp 2010, 277).

Die kognitive Lerntheorie sieht Lernen als einen kreativen Informationsverarbeitungsprozess an, der in der selbständigen, individuellen sowie aktiven Auseinandersetzung des Lernenden mit der sozialen Umwelt erfolgt (vgl. Riemer 2010, 59). Der Lernprozess ist gekennzeichnet durch eine regelmäßige Restrukturierung von bereits erworbenem Wissen, welches an neu aufgenommenes Wissen angeglichen werden muss (vgl. Surkamp 2002, 278).

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung von Lerntheorien für die Unterrichtsgestaltung und führt in die zentrale Fragestellung zur Relevanz behavioristischer Ansätze im aktuellen Unterricht ein.

II. Lerntheorien: Hier werden grundlegende Theorien, darunter der Behaviorismus, die Nativistik sowie die kognitive und konstruktivistische Lerntheorie, skizziert und in ihren Kernpunkten dargestellt.

III. Konsequenzen für den Fremdsprachenunterricht: Dieses Kapitel untersucht, wie behavioristische Prinzipien, wie das klassische Konditionieren und die Verstärkung durch Lob, konkret in den fremdsprachlichen Unterricht einfließen.

IV. Angemessenheit und Reichweite für die Gestaltung des Fremdsprachenunterrichts: Das Kapitel reflektiert die Kritik am Behaviorismus und analysiert, inwieweit dessen Elemente, wie das Modelllernen und audiolinguale Übungstechniken, weiterhin im modernen Unterrichtsalltag präsent sind.

Schlüsselwörter

Lerntheorien, Behaviorismus, Fremdsprachenunterricht, Konditionierung, audiolinguale Methode, Modelllernen, kognitive Lerntheorie, Konstruktivismus, Sprachdidaktik, Verstärkung, Bildungsstandards, Spracherwerb, Reiz-Reaktions-Lernen, Interferenzfehler, Unterrichtsgestaltung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die theoretischen Grundlagen des Lernens und deren Auswirkungen auf die didaktische Gestaltung des Fremdsprachenunterrichts, wobei der Schwerpunkt auf der historischen und aktuellen Bedeutung des Behaviorismus liegt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den zentralen Themen gehören der Vergleich zwischen behavioristischen, kognitiven und konstruktivistischen Lerntheorien sowie deren konkrete Umsetzung in Lehrmethoden wie der audiolingualen Methode.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, die Frage zu klären, ob der Behaviorismus trotz seiner Kritikpunkte noch Relevanz für den heutigen Fremdsprachenunterricht besitzt und welche Lernprozesse sich durch ihn nach wie vor erklären lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse herangezogen?

Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse bestehender fachdidaktischer Werke und lerntheoretischer Grundlagen, um die didaktischen Konsequenzen behavioristischer Sichtweisen herauszuarbeiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Lerntheorien sowie eine detaillierte Analyse der behavioristischen Einflüsse auf den Fremdsprachenunterricht, inklusive der Rolle von Verstärkern und Kontrastivhypothesen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Behaviorismus, Fremdsprachendidaktik, Konditionierung, Verstärkung und didaktische Unterrichtsgestaltung charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die konstruktivistische Sichtweise von der behavioristischen im Buch?

Während der Behaviorismus Lernen als passiven, imitativen Prozess auf Basis von Reiz-Reaktion versteht, betrachtet der Konstruktivismus Lernen als einen aktiven, autonomen und individuellen Konstruktionsprozess des Lernenden.

Was ist unter der im Buch erwähnten "Sandwich-Technik" zu verstehen?

Die Sandwich-Technik bezeichnet eine Methode, bei der eine fremdsprachliche Satzvorgabe durch eine Übersetzung ergänzt wird, um Lernenden eine unmittelbare sprachliche Produktion und Nachahmung zu ermöglichen.

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Details

Titel
Ist die behavioristische Lerntheorie im Fremdsprachenunterricht noch relevant?
Note
1,0
Autor
Sarah Kluth (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
8
Katalognummer
V338855
ISBN (eBook)
9783668286269
ISBN (Buch)
9783668286276
Sprache
Deutsch
Schlagworte
lerntheorie fremdsprachenunterricht
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sarah Kluth (Autor:in), 2011, Ist die behavioristische Lerntheorie im Fremdsprachenunterricht noch relevant?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/338855
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  8  Seiten
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