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Wahrheit als Konsens

Título: Wahrheit als Konsens

Trabajo de Seminario , 1997 , 28 Páginas , Calificación: sehr gut

Autor:in: Raphael Beer (Autor)

Filosofía - Teoría (cognición, ciencia, lógica, idioma)
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Einleitung

Das Problem der Wahrheit durchzieht die Philosophiegeschichte wie ein roter Faden und die Relevanz der Wahrheitsfage über den Bereich der Philosophie hinaus läßt sich wohl nur schwerlich bestreiten. Jedoch nicht nur die Frage nach der im engeren Sinne naturwissenschaftlich-technischen Wahrheit berührt die Menschheit, sondern vor allem auch die Frage nach der wahrheitsfähigkeit moralisch-praktischer Fragen. Im 20. Jahrhundert hat sich mit dem Siegeszug des Positivismus gerade in diesem Bereich die Auffassung
durchgesetzt, moralische Werturteile in die Sphäre der Irrationalität bzw. der Subjektivität abzuschieben. Plastisch drückt sich dies etwa in dem Verdikt des frühen Wittgenstein aus:
„Wovon man nicht sprechen kann, davon muß man schweigen.“(1)
Jürgen Habermas nun glaubt mit seinem kommunikationstheoretischen Paradigmenwechsel nicht nur an die Vernunftphilosophie anschließen zu können, sondern mit Hilfe seiner diskursethischen Reformulierung der praktischen Vernunft Kants einen wahrheitsanalogen Anspruch auf normative Richtigkeit gefunden zu haben. Im folgenden soll daher seine Wahrheitstheorie, die Wahrheit als Konsens versteht, vorgestellt werden. Dabei werde ich zunächst den universal-pragmatischen Ansatz erläutern, um anschließend das Konzept der
diskursiven Einlösung von problematischen Geltungsansprüchen zu diskutieren. Dabei werde ich mich insbesondere auf die Diskursethik als Kriterium für die Beurteilung normativer Richtigkeit konzentrieren.
[...]
_____
1 Ludwig Wittgenstein: Tractatus-logico-philosophicus, in: ders.: Werkausgabe Bd.1, Frankfurt 1984, 1. Aufl., S. 85

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Konzept der kommunikativen Vernunft

3. Universalpragmatismus und kommunikatives Handeln

4. Diskurs und normative Richtigkeit

5. Schlußwort

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Wahrheitstheorie von Jürgen Habermas auseinander. Ziel ist es, den kommunikationstheoretischen Paradigmenwechsel und die damit verbundene diskursethische Reformulierung der Vernunft zu analysieren, um zu prüfen, ob Wahrheit als Konsens in einer pluralistischen Gesellschaft begründet werden kann.

  • Universalpragmatische Grundlagen der Kommunikation
  • Differenzierung von erfolgs- und verständigungsorientiertem Handeln
  • Die Rolle der Lebenswelt im Verständigungsprozess
  • Diskursethik als Kriterium für normative Richtigkeit
  • Kritische Auseinandersetzung mit Letztbegründungsansprüchen

Auszug aus dem Buch

3. Universalpragmatismus und kommunikatives Handeln

Liest man Habermas als Fortsetzung und Weiterentwicklung Kritischer Theorie, so würde diese nicht nur ihren Vernunftbegriff geändert haben, sondern auch ihr Selbstverständnis gegenüber dem Wissenschaftssystem. Im Gegensatz zu Adorno, der von tiefem Mißtrauen gegenüber den Wissenschaften geprägt war, die er als positivistisch verkommen kritisierte, vertritt Habermas den Standpunkt, daß Wahrheit sich nicht durch höhere Einsicht und an den Wissenschaften vorbei produzieren lasse, sondern im wissenschaftlichen Denken verwurzelt sein muß. Sein universalpragmatischer Ansatz schöpft daher sowohl aus der sprachanalytischen Philosophie, der Hermeneutik und als auch der Phänomenologie.

Der Universalpragmatik weist Habermas die Aufgabe zu, „universale Bedingungen möglicher Verständigung zu identifizieren und nachzukonstruieren.“ Explizit grenzt er sich dabei von der analytischen Wissenschaftslogik ab, die von der pragmatischen Eigenschaft der Sprache absieht und allein die grammatischen Strukturen der Sprache (Sätze bzw. Aussagen) thematisiere. Um den normativen Gehalt der Moderne aufzuspüren betrachtet er die Sprache unter dem pragmatischen Aspekt der Handlungskoordinierung betrachten, die sich an dem Ideal der Verständigung orientiert. Zu diesem Zweck differenziert er zwischen erfolgs- und verständigungsorientiertem Handeln.

Beide Handlungstypen werden als kategorial verschieden eingeführt. Sie gelten Habermas nicht als zwei analytische Perspektiven auf dieselbe Handlung, sondern als intuitives Wissen der Beteiligten um ihre Einstellung gegenüber einem alter ego. „Verständigung“, so Habermas, „gilt als ein Prozeß der Einigung unter sprach- und handlungsfähigen Subjekten.“ Externe Einwirkungen, etwa durch Gewaltandrohung oder Versprechungen, bleiben eine bloß faktische Überstimmung. Verständigung, im emphatischen Sinne, meint ein Einverständnis auf der Basis einer rational motivierten Zustimmung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Wahrheitsproblem innerhalb der Philosophiegeschichte und Darstellung des kommunikationstheoretischen Paradigmenwechsels bei Habermas.

2. Das Konzept der kommunikativen Vernunft: Erläuterung der Bedeutung von Intersubjektivität und Sozialisation unter Rückgriff auf die Theorien von Mead und Durkheim.

3. Universalpragmatismus und kommunikatives Handeln: Analyse der Bedingungen für Verständigung und die kategoriale Unterscheidung zwischen strategischem und verständigungsorientiertem Handeln.

4. Diskurs und normative Richtigkeit: Untersuchung der Diskursethik als prozedurales Kriterium für die Einlösung von Geltungsansprüchen und die Bedeutung der Kantischen Tradition.

5. Schlußwort: Kritische Reflexion über die Plausibilität eines konsensuellen Wahrheitsbegriffs und dessen Relativierung gegenüber Letztbegründungsansprüchen.

Schlüsselwörter

Wahrheitstheorie, Jürgen Habermas, Universalpragmatismus, Diskursethik, Kommunikatives Handeln, Vernunft, Konsens, Normative Richtigkeit, Lebenswelt, Intersubjektivität, Sprachphilosophie, Geltungsanspruch, Kritische Theorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Habermas' Versuch, Wahrheit nicht mehr als objektive Eigenschaft, sondern als Ergebnis eines rationalen Konsenses in einem herrschaftsfreien Diskurs zu begreifen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Universalpragmatik, die Theorie des kommunikativen Handelns, den Begriff der Lebenswelt und die Grundlegung der Diskursethik.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, den diskursethischen Ansatz von Habermas darzustellen und zu prüfen, ob dieser in einer pluralistischen Gesellschaft als tragfähiges Kriterium für normative Richtigkeit fungieren kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt die Methode der Rekonstruktion und kritischen Analyse philosophischer Primär- und Sekundärliteratur, um die Kohärenz des Habermaschen Vernunftbegriffs zu prüfen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des kommunikativen Handelns, die Funktion der Lebenswelt als Hintergrundwissen und die Diskursethik als Verfahren zur intersubjektiven Normbegründung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wahrheit, Konsens, Kommunikation, Vernunft, Diskursethik, Geltungsanspruch und Lebenswelt stehen im Mittelpunkt der theoretischen Untersuchung.

Wie reagiert Habermas auf die Kritik der Kontextualisten?

Habermas antwortet mit einer Historisierung der Vernunft und betont, dass moderne Gesellschaften Strukturen entwickeln, die eine Abstraktion von Normen ermöglichen, statt den Kontext zu ignorieren.

Warum lehnt der Autor Letztbegründungsansprüche ab?

Der Autor argumentiert, dass unter den Bedingungen eines nachmetaphysischen Denkens jeder Versuch einer Letztbegründung zirkulär bleibt und daher ein relativer, prozeduraler Ansatz überzeugender ist.

Final del extracto de 28 páginas  - subir

Detalles

Título
Wahrheit als Konsens
Universidad
University of Münster  (Philosophisches Seminar)
Curso
Proseminar: Wahrheitstheorien
Calificación
sehr gut
Autor
Raphael Beer (Autor)
Año de publicación
1997
Páginas
28
No. de catálogo
V3388
ISBN (Ebook)
9783638120777
Idioma
Alemán
Etiqueta
Habermas Diskurstheorie Wahrheitstheorie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Raphael Beer (Autor), 1997, Wahrheit als Konsens, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/3388
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