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Möglichkeiten und Grenzen von "Managed Care"

Lässt sich eine kostengünstige medizinische Versorgung auf hohem Qualitätsniveau mit sozialpolitisch erwünschten Resultaten verwirklichen?

Title: Möglichkeiten und Grenzen von "Managed Care"

Seminar Paper , 2003 , 17 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Mag. Thomas Driendl (Author)

Nursing Science - Nursing Management
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Der Begriff „Managed Care“ stammt aus den USA kann aufgrund der Verschiedenheit der Gesundheitssysteme nicht so ohne weiteres auf europäische, insbesondere deutsche oder österreichische Verhältnisse übertragen werden.

Auch ist eine einheitliche Definition für „Managed Care“ so gut wie nicht vorhanden (Vgl. Puke 2000, S. 4) und der Begriff beschreibt auch kein geschlossenes Theoriekonzept, sondern ist vielmehr als Oberbegriff für Organisationsformen und Management-Instrumente im Gesundheitswesen zu verstehen. Volker Amelung (1999, S. 52) definiert es als Konzept, das „die Anwendung von Managementprinzipien auf die medizinische Versorgung und die Integration der Funktionen Versicherung und Versorgung“ umfasst, „wobei das selektive Kontrahieren mit Leistungserstellern (providern) als weiteres konstitutives Element hinzugefügt werden soll.“

Der Ärzteverein Zürcher Limmattal wiederum versteht unter „Managed Care“ „das Angebot von medizinischen Leistungen in einem begrenzten Netzwerk von Leistungserbringern, die für die Betreuung der Versicherten verantwortlich sind und eine qualitätskontrollierte und kosteneffektive Medizin betreiben. (...) Managed Care ist ein Sammelbegriff für eine ganze Reihe von Massnahmen mit dem Ziel, Angebot und Nachfrage in der medizinischen Versorgung in den Griff zu bekommen und eine qualitativ gute und kostengünstige Medizin für alle zu garantieren. Es geht also vor allem, aber nicht nur, um Kostensenkungs- maßnahmen.“ (Ärzteverein Zürcher Limmattal 2001) Damit wird die dieser Definition innewohnende Problematik aufgezeigt: lässt sich eine „qualitativ gute“ mit einer „kostengünstigen“ Medizin vereinbaren, die noch dazu „für alle“ garantiert werden soll?

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Inhaltsverzeichnis

1. Was ist „Managed Care“?

2. Warum überhaupt „Managed Care“?

2.1. Die „Krise“ des Gesundheitssystems

2.2. „Managed Care“ in den USA – eine „Erfolgsstory“?

2.3. Das Problem der Übertragbarkeit von Konzepten

3. Organisationsformen von „Managed Care“

4. Ziele von „Managed Care“

5. Strategien von „Managed Care“

5.1. Ökonomische Anreize durch neue Vergütungsmechanismen

5.2. Kosteneffizienz durch Integration der medizinischen Behandlungskette

5.3. Nachfragesteuerung durch Selbstbehalte

5.4. Einschränkung des freien Leistungszugangs durch „gatekeeping“

5.5. Steuerung und Kontrolle des Leistungsgeschehens

5.5.1. Disease Management

5.5.2. Case Management

5.5.3. Managed Competition

6. Möglichkeiten und Grenzen von „Managed Care“

6.1. Möglichkeiten – empirische Ergebnisse

6.2. Grenzen von „Managed Care“

6.3. Zusammenfassung der Vor- und Nachteile von „Managed Care“

7. Erfahrungen aus der Schweiz

8. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Seminararbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen des „Managed Care“-Konzepts vor dem Hintergrund der Finanzkrise des Gesundheitssystems. Dabei wird analysiert, ob durch solche Organisationsformen eine qualitativ hochwertige und gleichzeitig kostengünstige medizinische Versorgung für alle realisierbar ist, und ob sich das in den USA entwickelte Modell auf europäische Gesundheitssysteme übertragen lässt.

  • Grundlagen und Definition von Managed Care
  • Ursachen der Kostenexplosion im Gesundheitswesen
  • Organisationsformen und Strategien der Leistungssteuerung
  • Empirische Ergebnisse und kritische Auseinandersetzung mit dem Konzept
  • Erfahrungsberichte und Expertenmeinungen aus der Schweiz

Auszug aus dem Buch

2.3. Das Problem der Übertragbarkeit von Konzepten

Um die Frage der Übertragbarkeit von Managementkonzepten im Gesundheitswesen zu beantworten, bedarf es einer Analyse der Unterschiede und Gemeinsamkeiten der verschiedenen Gesundheitssysteme. „Gerade die Rolle der Medizin und der Gedanke der Versicherung sind ihrer Auffassung und ihre konkreten empirischen Ausprägung nach nicht von den Traditionen und Denkmustern einer Kultur zu trennen und in eine andere zu übertragen.“ (Kayser/Schwefing 1998, S. 43)

a) Gemeinsamkeiten: Das wichtigste gemeinsame Merkmal ist das in allen westlichen Industrieländern biomedizinisch geprägte Paradigma, woraus sich ein „medizinischer Taylorismus“ mit fortschreitender Arbeitsteilung innerhalb der Medizin ergibt. Unter diesem Aspekt gibt es nur wenige Unterschiede in der Entwicklung westlicher Gesundheitssysteme. Auch die unter Punkt 2.1. genannten Entwicklungen, die zu einer Kostenexplosion im Gesundheitswesen führen, sind in allen westlichen Industrieländern in gleicher Weise zu beobachten. (Vgl. Kayser/Schwefing 1998, S. 43 ff.)

b) Unterschiede: „Zu bedenken ist vor allem der Unterschied im Verhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft, der sich in der Ausprägung von Solidarität und Eigenverantwortung innerhalb der Gesellschaft auswirkt.“ (Kayser/Schwefing 1998, S. 46) So herrscht in den USA ein hohes Maß an Misstrauen gegenüber staatlichen Lösungsansätzen. „Es ist in diesem Zusammenhang notwendig, sich bewusst darüber zu werden, dass das traditionelle Versicherungswesen in den USA mit dem deutschen, vor allem im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung stark regulierten Gesundheitssystem nur wenig gemein hat.“ (Kayser/Schwefing 1998, S. 46)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Was ist „Managed Care“?: Erläuterung der Schwierigkeit einer einheitlichen Definition und Einordnung als Oberbegriff für Management-Instrumente.

2. Warum überhaupt „Managed Care“?: Analyse der Systemkrise, der US-Erfolgsgeschichte sowie der Herausforderungen bei der Übertragung des Konzepts.

3. Organisationsformen von „Managed Care“: Vorstellung verschiedener Organisationsmodelle wie HMOs, POS, PPO und EPO.

4. Ziele von „Managed Care“: Darstellung der Hauptziele, insbesondere Effizienzsteigerung, Qualitätsverbesserung und Kostensenkung.

5. Strategien von „Managed Care“: Erörterung der Instrumente zur Steuerung, wie neue Vergütungsformen, Gatekeeping und Disease Management.

6. Möglichkeiten und Grenzen von „Managed Care“: kritische Betrachtung empirischer Ergebnisse, der Risiken und der Vor- und Nachteile.

7. Erfahrungen aus der Schweiz: Wiedergabe von Expertenmeinungen zur Anwendbarkeit von Managed Care in der Schweiz.

8. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Realisierbarkeit der hohen Ansprüche an Managed Care.

Schlüsselwörter

Managed Care, Gesundheitssystem, Kostenexplosion, Effizienzsteigerung, Gesundheitsmanagement, Krankenkassen, Gatekeeping, Disease Management, Case Management, Managed Competition, Vergütungsmechanismen, Gesundheitsökonomie, Qualitätssicherung, Versorgungsintegration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Managementkonzept „Managed Care“ und untersucht, inwieweit dieses Modell als Antwort auf die Kostenproblematik in Gesundheitssystemen geeignet ist.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten zählen die Organisationsformen von Managed Care, die angewandten Strategien zur Steuerung von Angebot und Nachfrage sowie die Frage der Übertragbarkeit auf andere Gesundheitssysteme.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu hinterfragen, ob mit Managed Care gleichzeitig hohe Versorgungsqualität und Kostenersparnisse erzielt werden können, ohne sozialpolitische Ziele zu vernachlässigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf Fachliteratur, Studien zum Managed-Care-System in den USA sowie auf Expertenbefragungen aus der Schweiz basiert.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil behandelt die verschiedenen Strategien (z.B. Vergütungsformen, Gatekeeping, Disease Management) und die Vor- und Nachteile des Konzepts.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Managed Care, Effizienzsteigerung, Gesundheitsökonomie, Kostenreduktion und Versorgungsintegration sind die prägenden Begriffe.

Warum ist die Übertragbarkeit des Managed-Care-Konzepts problematisch?

Das Konzept ist stark von den spezifischen kulturellen und ökonomischen Rahmenbedingungen der USA geprägt, die sich erheblich von den solidarisch organisierten Systemen in Europa unterscheiden.

Welche Rolle spielt der Hausarzt in diesem Modell?

Der Hausarzt fungiert oft als „Gatekeeper“, der den Leistungsprozess steuert und somit den Zugang zu kostenintensiven Facharzt- und Krankenhausleistungen reguliert.

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Details

Title
Möglichkeiten und Grenzen von "Managed Care"
Subtitle
Lässt sich eine kostengünstige medizinische Versorgung auf hohem Qualitätsniveau mit sozialpolitisch erwünschten Resultaten verwirklichen?
College
University of Innsbruck  (Institut für Organisation und Lernen)
Grade
1,5
Author
Mag. Thomas Driendl (Author)
Publication Year
2003
Pages
17
Catalog Number
V33907
ISBN (eBook)
9783638342643
ISBN (Book)
9783656065746
Language
German
Tags
Möglichkeiten Grenzen Managed Care
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag. Thomas Driendl (Author), 2003, Möglichkeiten und Grenzen von "Managed Care", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33907
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