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Zur Entwicklung der Dimension des Massenkonsums in den USA

Title: Zur Entwicklung der Dimension des Massenkonsums in den USA

Seminar Paper , 2001 , 18 Pages , Grade: gut

Autor:in: Mag. Thomas Driendl (Author)

Business economics - Economic and Social History
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„Im 19. und 20. Jahrhundert fand ein epochaler Wandel in der Menschheitsgeschichte statt: von der Paupertas zur Cupiditas, dem Entbehren zum Begehren, vom Mangel zum Überfluß, von Armut zu Wohlstand, von der Arbeit zur Freizeit, von der Produktion zum Konsum.“1 Voraussetzung für die Herausbildung des Massenkonsums war ein für breite Teile der Bevölkerung über die Deckung der Grundbedürfnisse (Nahrung, Wohnen, Kleidung) hinausgehendes verfügbares Einkommen sowie ausreichend arbeitsfreie Zeit. Beides war bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts nur einigen wenigen Reichen vorbehalten. Gleichzeitig „ ... bildete und bildet ein hoch entwickeltes Produktionssystem eine notwendige – wenn auch keine hinreichende – Voraussetzung für eine Steigerung der Konsumbedürfnisse und ihre Erfüllung.“

Der Aufstieg der USA zur führenden Industrienation der Welt fand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts statt. Nach dem amerikanischen Bürgerkrieg (1861 – 1865) setzte ein starkes Bevölkerungswachstum ein, hervorgerufen durch eine hohe Geburtenrate und Masseneinwanderung. „Zwischen 1870 und 1890 schnellte die Einwohnerzahl der USA von 40 auf über 60 Mio. Einwohner empor, wobei knapp ein Drittel des Zuwachses auf das Konto der Immigration ging.“3 Vor allem die Einwanderer zeichneten sich durch eine hohe Mobilität aus und „brachten Kenntnisse, Fertigkeiten und Kapital mit sich – und den festen Willen, in der Neuen Welt durch harte Arbeit ihr Glück zu machen.“4 Gleichzeitig verfügten die USA über einen riesigen Binnenmarkt ohne politische Grenzen und Zollschranken, wo natürliche Ressourcen wie Land und Bodenschätze praktisch unb eschränkt zur Verfügung standen und der durch den rasant fortschreitenden Ausbau der Eisenbahnlinien immer besser erschlossen wurde.5 Die Märkte expandierten stärker als das Arbeitskräftereservoir6, was dazu führte, dass „die Löhne in den USA trotz der Masseinenwanderung relativ hoch blieben“. 7 Somit „ließ der Anreiz niemals nach, Arbeitskräfte durch Maschinen und neue Technologien einzusparen“8. Das rief einen Erfindergeist hervor, von dem die Zeitschrift Scientific American 1896 behauptete, dies sei „eine Epoche der Erfindungen und des Fortschrittes, wie sie in der Weltgeschichte einzigartig dasteht.“9

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vom Mangel zum Überfluss

2. Es war einmal in Amerika

3. Taylorismus und Fordismus

4. Die „Goldenen Zwanziger Jahre“

4.1. Der Siegeszug des Automobils

4.2. Der Siegeszug neuer Medien

4.3. Liberalisierung, Doppelmoral und Antiamerikanismus

4.4. Die große Depression

5. Nach 1945: Der Siegeszug des „American Way of Life“ oder „Die unersättliche Gesellschaft“

5.1. Die Automobile Gesellschaft

5.2. Die Technisierung der Haushalte

5.2.1. Das Beispiel „Waschmaschine“

5.2.2. Das Beispiel Fernsehen

5.3. Der umworbene Konsument

6. Die unabsehbaren Folgen der Konsumgesellschaft

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung und Etablierung des Massenkonsums in den USA vom 19. Jahrhundert bis zur Nachkriegszeit. Sie analysiert die ökonomischen, technologischen und gesellschaftlichen Faktoren, die zur Entstehung der ersten modernen Konsumgesellschaft führten, und beleuchtet kritisch deren ökologische und soziale Konsequenzen.

  • Die Entwicklung von Produktionsmethoden wie Taylorismus und Fordismus als Basis für Massenproduktion.
  • Die Rolle von Automobilisierung und neuen Medien als Symbole des „American Way of Life“.
  • Die Auswirkungen der Konsumgesellschaft auf Haushaltstechnisierung und Konsumverhalten.
  • Die kritische Reflexion über die ökologischen Folgen und die soziale Kluft innerhalb der USA.

Auszug aus dem Buch

3. Taylorismus und Fordismus

„Massenproduktion ist eine besondere Form der Rationalisierung. Durch die Erzeugung größer Mengen gleichartiger Güter und Dienstleistungen zu günstigen Preisen ermöglicht sie deren Kauf durch breite Bevölkerungskreise und bildet damit eine wichtige Voraussetzung der Konsumgesellschaft.“ Das 1911 von Frederick W. Taylor verfasste Buch Principles of Scientific Management war Ausgangspunkt für das vielbewunderte und nachgeahmte amerikanische System des industriellen Managements und der Massenproduktion. Taylor begann bereits in den 1880er-Jahren in einer Stahlfabrik jeden Handgriff mit der Stoppuhr zu messen und schaffte damit die Voraussetzungen für die moderne Fließband- und Akkordarbeit. Die als „Taylorismus“ bezeichnete Form der wissenschaftlichen Betriebsführung wurde aber auch von Gewerkschaften als „Symbol eines verhassten Systems der Organisation und Ausbeutung von Arbeitskräften“ gesehen.

Das zweite Synonym für den amerikanischen Weg ist der Fordismus. „Auch sein System für die Produktion von Automobilen war gekennzeichne t durch den Fluß ineinandergreifender Arbeitsvorgänge, aber laufende Fließbänder, Förderbänder, Gefällezuführungen und Eisenbahnschienen, nicht aber Arbeiter und Vorarbeiter stellten das Netz dar, innerhalb dessen das Material bewegt und bearbeitet wurde. Ford und wenig gleichgesinnte Techniker und Ingenieure, die sich ihre Spezialkenntnisse als Autodidakten erworben hatten, schufen in seiner Fabrik in Highland Park ein System für die Massenproduktion, wie es die Welt bisher noch nicht gesehen hatte.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vom Mangel zum Überfluss: Dieses Kapitel erläutert den historischen Wandel von einer Mangelgesellschaft zur Konsumgesellschaft, bedingt durch steigendes Realeinkommen und arbeitsfreie Zeit.

2. Es war einmal in Amerika: Hier wird der Aufstieg der USA zur Industrienation durch Bevölkerungswachstum, Immigration und die Erschließung eines riesigen Binnenmarktes beschrieben.

3. Taylorismus und Fordismus: Das Kapitel behandelt die Einführung wissenschaftlicher Managementmethoden und die Massenproduktion als Grundpfeiler des amerikanischen Wirtschaftswunders.

4. Die „Goldenen Zwanziger Jahre“: Eine Analyse der ersten Konsumgesellschaft, geprägt durch das Automobil, neue Medien, Werbung und die einsetzende kulturelle Liberalisierung.

5. Nach 1945: Der Siegeszug des „American Way of Life“ oder „Die unersättliche Gesellschaft“: Dieses Kapitel untersucht die Konsumkultur der Nachkriegszeit, insbesondere die Technisierung der Haushalte und den Aufstieg des Fernsehens.

6. Die unabsehbaren Folgen der Konsumgesellschaft: Eine kritische Betrachtung der negativen Aspekte des Überflussmodells, wie Umweltbelastung, Abfallproduktion und soziale Ungleichheit.

Schlüsselwörter

Massenkonsum, USA, Taylorismus, Fordismus, Automobilindustrie, Konsumgesellschaft, American Way of Life, Industrialisierung, Werbewirtschaft, Haushaltstechnisierung, Wirtschaftsgeschichte, soziale Ungleichheit, ökologische Folgen, Massenproduktion.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den historischen Aufstieg der USA zum führenden Land des Massenkonsums und die strukturellen Voraussetzungen, die diese Entwicklung ermöglichten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die industrielle Fertigung (Taylorismus/Fordismus), die kulturelle Prägung durch Medien und Werbung sowie die ökologischen und sozialen Auswirkungen des Konsumverhaltens.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die Entwicklung von den Anfängen der Industrialisierung bis zur modernen „unersättlichen Gesellschaft“ nachzuvollziehen und den Wandel des Konsums als gesellschaftliches Leitbild darzustellen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-ökonomische Analyse, die auf der Auswertung wirtschaftshistorischer Literatur, Statistiken und zeitgenössischer Dokumente basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die technologische Entwicklung durch Rationalisierung, den Boom der zwanziger Jahre, den Nachkriegskonsum und die kritische Folgenabschätzung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Massenkonsum, Taylorismus, Fordismus, Automobilisierung, Amerikanisierung und ökologische Nachhaltigkeit.

Wie beeinflusste der Fordismus die Konsumgewohnheiten?

Durch die Fließbandarbeit konnten Automobile deutlich günstiger produziert werden, während höhere Löhne es den Arbeitern gleichzeitig ermöglichten, diese Produkte selbst zu erwerben.

Welche sozialen Probleme werden im Kontext der Konsumgesellschaft identifiziert?

Neben der extremen Umweltbelastung durch Müll und Emissionen weist die Arbeit auf die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich sowie das Problem der Obdachlosigkeit im wohlhabendsten Industrieland hin.

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Details

Title
Zur Entwicklung der Dimension des Massenkonsums in den USA
College
University of Innsbruck  (Institut für Wirtschaftstheorie, Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsgeschichte)
Grade
gut
Author
Mag. Thomas Driendl (Author)
Publication Year
2001
Pages
18
Catalog Number
V33911
ISBN (eBook)
9783638342681
ISBN (Book)
9783656068785
Language
German
Tags
Entwicklung Dimension Massenkonsums
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Mag. Thomas Driendl (Author), 2001, Zur Entwicklung der Dimension des Massenkonsums in den USA, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33911
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