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"Der Menschheit Hälfte blieb noch ohne Recht" - Frauen in der Französischen Revolution

Title: "Der Menschheit Hälfte blieb noch ohne Recht" - Frauen in der Französischen Revolution

Term Paper , 2004 , 18 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Kathrin Peters (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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„Der Menschheit Hälfte blieb noch ohne Recht“ - eine Zeile aus dem Gedicht „Freiheit für alle“ von Louise Otto-Peters aus dem Jahre 1847. Wie viele andere Autorinnen in Deutschland beschäftigte sich Otto-Peters in der Zeit nach der Französischen Revo lution mit der ungerechten Rollenverteilung der Geschlechter in der Gesellschaft. In diesem oben genannten Gedicht beschreibt sie die Widersprüchlichkeit einer Situation, in der einerseits die Standesgrenzen niedergerissen waren, „freie Männer sich als Brüder“ grüßten und es „nur Bürger gab“, während die Männer, dieses „erneuert’ Geschlecht“, auf der anderen Seite stolz „auf die Schwestern (nieder) blickten“, die „von dem Ruf: ‚Für alle!' ausgenommen“ waren. 1 Tatsächlich war die Französische Revolution „die Geburtsstunde des modernen Feminismus“. 2 Durch Frauenrechtlerinnen wie Olympe de Gouge oder Théroigne de Méricourt wurden erste frauenrechtliche Grund steine ge legt und Überlegungen ange stellt, warum die Situation der Frauen zu dieser Zeit eine solche war und welche gesellschaftlichen Tatsachen dies bedingten. In dieser Arbeit soll dargestellt werden, welche Rolle Frauen im Übergang zu neu zu bildenden Gesellschaften spielen, hier der postrevolutionären republikanischen Gesellschaft in Frank reich, und wie sie - zum ersten Mal in der Geschichte - ihre gesellschaftlich vorgesehene Rolle versuchten zu durchbrechen. Zunächst wird dafür die Situation der Frauen während der Revolution beschrieben. Dann sollen insbesondere eine große Frauenrecht lerin, Olympe de Gouge, und ihre Schrift „Die Rechte der Frau und Bürgerin“ genauer unter die Lupe ge nommen werden. Im Anschluss daran soll unter der Überschrift „Instrumentalisierung der Weiblichkeit“ ein Blick auf die Rolle der Frau in der postrevo lutionären Gesellschaft geworfen werden, wobei besonders auf ein Frauenbild eingegangen wird, welches einerseits die Gesellschaftsordnung für die Ze it nach der Revolution entwarf und andererseits erklären könnte, warum Frauen bewusst aus den Errungenschaften der Re vo lution ausgeschlossen wurden. Am Ende soll mit Hilfe eines Fazits eine Zusammenfassung der Erkenntnisse gegeben werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Situation der Frauen während der Revolution

2.1 Die Zeit vor der Revolution

2.2 Beteiligung der Frauen an der Revolution

2.3 Ausschluss der Frauen von den Menschenrechten

3 Olympe de Gouge: „Die Rechte der Frau und Bürgerin“

3.1 Biografische Übersicht

3.2 „Die Rechte der Frau und Bürgerin“

4 Instrumentalisierung der Weiblichkeit

4.1 Weibliche Liberté als Freiheitsverkörperung

4.2 Die „republikanische“ Identität der Frau

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Frauen während der Französischen Revolution und analysiert, wie diese erstmals versuchten, die gesellschaftlich vorgesehenen Rollenbilder zu durchbrechen. Das primäre Ziel ist es, den Ausschluss der Frauen von den Errungenschaften der Revolution zu erklären und die Instrumentalisierung der Weiblichkeit in der postrevolutionären Gesellschaft aufzuzeigen.

  • Soziale und ökonomische Situation von Frauen vor und während der Revolution
  • Politisches Engagement und Partizipation der Frauen
  • Biografie und Werk von Olympe de Gouge
  • Darstellung der Frau als Freiheits- und Mutterbild
  • Geschlechtervertrag und der Ausschluss der Frau aus der bürgerlichen Öffentlichkeit

Auszug aus dem Buch

3.1 Biografische Übersicht

Olympe de Gouge ist eine der berühmtesten Frauen aus der Zeit der Revolution. Abgesehen von ihrer herausragenden Rolle bei der Frage der Frauenrechte ist sie im Kontext dieser Arbeit besonders interessant, da sie ein für diese Zeit absolut seltener Frauentyp war und eine völlig untypische Lebensart an den Tag legte. Generell sollte man jedoch bei berühmten Frauen vorsichtig sein, da ihre Darstellung oftmals nicht ganz der Realität entspricht. Meist sind sie allzu schillernd dargestellt wie zum Beispiel Charlotte Corday oder Théroigne de Méricourt. Diese Romantisierung mag aus der bisherigen Vernachlässigung der Frau in der Geschichtsschreibung resultieren. So sollte man auch bei de Gouge Vorsicht walten lassen, denn es gibt teilweise widersprüchliche Berichte über sie. So stellt sie der eine Bericht beispielsweise als Vorsitzende eines selbst gegründeten Frauenklubs dar, während der andere bestreitet, dass sie jemals über längere Perioden hinweg etwas mit den Frauenklubs zu tun hatte. In dieser Arbeit soll von der einzigen kompletten und gut recherchierten Biografie von Olivier Blanc ausgegangen werden, die in der Fachliteratur immer wieder zitiert wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Geschlechterrollen während der Französischen Revolution ein und formuliert die zentralen Forschungsfragen der Arbeit.

2 Situation der Frauen während der Revolution: Das Kapitel beleuchtet die prekären Lebensbedingungen der Frauen vor der Revolution sowie deren aktive, aber oft übergangene Beteiligung an den revolutionären Geschehnissen.

3 Olympe de Gouge: „Die Rechte der Frau und Bürgerin“: Hier wird die Biografie von Olympe de Gouge skizziert und ihr zentrales Werk, das die Gleichstellung von Mann und Frau fordert, inhaltlich analysiert.

4 Instrumentalisierung der Weiblichkeit: Das Kapitel untersucht, warum Frauen von den neuen Menschenrechten ausgeschlossen blieben und wie Weiblichkeit als Symbolik für Freiheit oder mütterliche Pflicht instrumentalisiert wurde.

5 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und reflektiert die langfristige Bedeutung der Frauenbewegung trotz der Repressionen während der Revolution.

Schlüsselwörter

Französische Revolution, Frauenrechte, Olympe de Gouge, Feminismus, Geschlechtervertrag, Bürgerin, Liberté, Republikanerin, politische Salons, Frauenklubs, Menschenrechte, Instrumentalisierung, Gesellschaftsvertrag, Emanzipation, Partizipation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die gesellschaftliche und politische Rolle von Frauen während der Französischen Revolution und den systematischen Ausschluss aus den neuen bürgerlichen Rechten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Lebensrealitäten der Frauen, ihre aktive Teilnahme an Protesten, die Rolle bedeutender Frauenrechtlerinnen sowie die theoretische Begründung ihres Ausschlusses durch zeitgenössische Konzepte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Frauen ihre Rolle zu durchbrechen versuchten und warum sie trotz ihrer Mitwirkung an der Revolution letztlich wieder auf die häusliche Sphäre beschränkt wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, die historische Berichte und zeitgenössische theoretische Schriften (wie die von Carole Pateman) heranzieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Lebensumstände, die Analyse der Schrift „Die Rechte der Frau und Bürgerin“ und die Untersuchung der Instrumentalisierung weiblicher Ideale durch die neue Staatsmacht.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Neben den zentralen Begriffen wie „Frauenrechte“ und „Revolution“ sind die „Instrumentalisierung der Weiblichkeit“ und der „Geschlechtervertrag“ entscheidende Konzepte der Arbeit.

Warum ist Olympe de Gouge für die Analyse so wichtig?

De Gouge fungiert als eine der prominentesten und mutigsten Akteurinnen, die die selektive Auslegung der Menschenrechte offen kritisierte und konsequent auf Gleichberechtigung pochte.

Wie wurde der Begriff der „republikanischen Identität“ für Frauen genutzt?

Frauen wurden als „gute Mütter“ und Erzieherinnen instrumentalisiert, um den Fortbestand und die Moral der neuen Republik zu sichern, wobei ihnen gleichzeitig die direkte politische Mitwirkung verwehrt blieb.

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Details

Title
"Der Menschheit Hälfte blieb noch ohne Recht" - Frauen in der Französischen Revolution
College
University of Hamburg
Grade
1,0
Author
Kathrin Peters (Author)
Publication Year
2004
Pages
18
Catalog Number
V33913
ISBN (eBook)
9783638342698
Language
German
Tags
Menschheit Hälfte Recht Frauen Französischen Revolution
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kathrin Peters (Author), 2004, "Der Menschheit Hälfte blieb noch ohne Recht" - Frauen in der Französischen Revolution, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/33913
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