Diese Einsendearbeit befasst sich mit Fragestellungen rund um das große Thema Rhetorik innerhalb der Mediation.
1)
a) Auf welche Emotionen und Gedanken des Medianden M könnten die in den Beispielen 1 und 2 beschriebenen Verhaltensänderungen hindeuten?
b) Wie verhalten Sie sich als Mediator konkret, um mit den geschilderten Verhaltensänderungen angemessen umzugehen?
2) Wie können Sie (als Mediator) nonverbal auf den Verlauf einer Mediation positiv einwirken?
3) Erläutern Sie die fünf Phasen der Redevorbereitung
4) Warum ist es bei der Themensammlung in der zweiten Phase einer Mediation so wichtig, dass der Mediator die Themen der Medianden möglichst neutral formuliert? Drei Beispiele für ein Thema eines Medianden und das durch den Mediator neutral formulierte Pendant
5) Schildern Sie bitte die Vor- und Nachteile des intuitiven und rationalen Verhandelns
6) Literaturverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
1.)
a.) Auf welche Emotionen und Gedanken des Medianden M könnten die in den Beispielen 1 und 2 beschriebenen Verhaltensänderungen hindeuten?
b.) Wie verhalten Sie sich als Mediator konkret, um mit den geschilderten Verhaltensänderungen angemessen umzugehen?
2.) Wie können Sie (als Mediator) nonverbal auf den Verlauf einer Mediation positiv einwirken?
3.) Erläutern Sie die fünf Phasen der Redevorbereitung.
4.) Warum ist es bei der Themensammlung in der zweiten Phase einer Mediation so wichtig, dass der Mediator die Themen der Medianden möglichst neutral formuliert? Drei Beispiele für ein Thema eines Medianden und das durch den Mediator neutral formulierte Pendant.
5.) Schildern Sie bitte die Vor- und Nachteile des intuitiven und rationalen Verhandelns.
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Bedeutung nonverbaler Kommunikation und rhetorischer Techniken im Kontext der Mediation, um den Mediationsprozess konstruktiv und neutral zu begleiten.
- Körpersprache als Indikator für Emotionen in der Mediation
- Nonverbale Einflussnahme durch Pacing, Leading und Rapport
- Strukturierung der Redevorbereitung nach den fünf klassischen Phasen
- Wahrung der Neutralität des Mediators bei der Themensammlung
- Vergleich zwischen intuitivem Basarverhandeln und rationalem, sachgerechtem Verhandeln
Auszug aus dem Buch
3.) Erläutern Sie die fünf Phasen der Redevorbereitung.
Ein Rhetor hat erhebliche Arbeit zu leisten. In der klassischen Rhetorik ist die freie Rede in fünf Phasen unterteilt welche nachfolgend erläuternd dargestellt werden sollen:
Invention – die Erfindungsphase
In der inventio muss der Rhetor die zum Thema passenden und bezüglich seiner Redeabsicht besonders überzeugenden Argumente identifizieren und einsetzen. Dabei beginnt alles mit der Ideensammlung, die Kreativität, Phantasie, Spektrum und Experienz benötigt. Gibt es Inhalte und Aspekte die bei der Bearbeitung des Themas im Vordergrund stehen? Welcher Stoff bzw. welches Material erlaubt eine glaubhafte Darstellung? Zunächst sollten alle nah- und fernliegenden Gesichtspunkte zusammenzutragen werden - eine Selektion des Gedankenmaterials findet zu einem späteren Zeitpunkt statt. Neben der eigenen Sachkenntnis der Thematik sowie entsprechender Kreativität kann sich der Rhetor dazu auch noch der klassischen regelgeleiteten Fragesysteme der Topik bedienen, um den Redegegenstand bzw. -stoff zu ergründen und Argumente zu finden. Die von der klassischen Rhetorik entwickelten Topoi-Kataloge, etwa die Frageweisen, erlauben dem Redner nicht nur die Auffindung von Redestoff, sondern dienen oft auch schon dessen Gliederung.
Zusammenfassung der Kapitel
1.): Dieses Kapitel analysiert, wie sich die Körpersprache von Medianden interpretieren lässt und welche neutralen Verhaltensweisen ein Mediator zeigen sollte.
2.): Hier wird untersucht, wie ein Mediator durch nonverbale Techniken wie Pacing, Leading und Rapport bewusst positiv auf den Mediationsverlauf einwirken kann.
3.): Dieses Kapitel erläutert die fünf klassischen Phasen der Redevorbereitung, von der Invention über die Disposition und Elocutio bis hin zu Memoria und Actio.
4.): Dieses Kapitel beleuchtet die entscheidende Bedeutung der Neutralität des Mediators bei der Themensammlung und zeigt anhand von Beispielen, wie Anliegen neutral formuliert werden können.
5.): Hier erfolgt eine Gegenüberstellung des intuitiven, oft strategisch manipulativen Verhandelns („Basarsituation“) und des rationalen, am Harvard-Konzept orientierten Verhandelns.
Schlüsselwörter
Mediation, Körpersprache, Nonverbale Kommunikation, Neutralität, Rhetorik, Pacing, Leading, Rapport, Inventio, Dispositionsmodelle, Harvard-Konzept, Interessenorientierung, Win-Win-Lösung, Konfliktmanagement, Ambivalenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die grundlegenden Techniken und Prinzipien der Mediation, insbesondere unter dem Aspekt der nonverbalen Rhetorik und der sachgerechten Verhandlungsführung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse körpersprachlicher Signale, der Bedeutung der Neutralität des Mediators und dem Vergleich verschiedener Verhandlungsstile.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie ein Mediator durch authentisches und geschultes Verhalten in nonverbaler Kommunikation sowie durch methodische Vorbereitung den Mediationsprozess erfolgreich steuern kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich primär um eine theoretische Auseinandersetzung mit kommunikationspsychologischen und rhetorischen Konzepten, ergänzt durch die Anwendung auf konkrete Mediationsszenarien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Körpersprache von Medianden, Methoden der nonverbalen Einflussnahme, die fünf Phasen der klassischen Redevorbereitung sowie das Prinzip der Neutralität und Unterschiede zwischen intuitivem und rationalem Verhandeln.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Mediation, Neutralität, nonverbale Kommunikation, Pacing, Leading und das Harvard-Konzept.
Wie sollte ein Mediator auf eine plötzliche Verhaltensänderung eines Medianden reagieren?
Ein Mediator sollte die Beobachtung neutral ansprechen, den Medianden direkt nach seinem Befinden fragen und prüfen, ob die eigene neutrale Haltung weiterhin gewahrt bleibt.
Warum ist das Harvard-Konzept dem intuitiven Verhandeln vorzuziehen?
Das Harvard-Konzept ermöglicht durch die Fokusierung auf Interessen statt Positionen sowie die Nutzung objektiver Kriterien eine nachhaltige Win-Win-Lösung, während intuitives Verhandeln oft zu Lasten einer Partei geht.
- Quote paper
- Tobias Steinmann (Author), 2016, Rhetorische Fragestellungen zum weiterbildenden Studium der Mediation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339188