Praktikumsbericht im Bereich der offenen Kinder- und Jugendarbeit


Praktikumsbericht / -arbeit, 2016

16 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Beschreibung der Institution

3. Organisation, Arbeitsinhalte und Ablauf des Praktikums

4. Besondere Situationen und Beobachtungen

5.Analyse zwischen im Studium vermittelten Inhalten und den erfahrenen Arbeitsanforderungen im Praktikum

6.Fazit

1. Einleitung

Ich habe mein Praktikum im Februar und März 2015 in der Einrichtung X absolviert. Diese ist eine soziale Einrichtung, die Kinder und Jugendliche im Alter von 6-18 Jahren nach der Schule besuchen.

Ich bin auf die Praktikumsstelle aufmerksam geworden, da ich Personen kenne, die die Einrichtung selber in ihrer Kindheit und Jugend besucht haben oder dort auch ein Praktikum gemacht haben. Ich interessiere mich vor allem für Kinder aus schweren Verhältnissen als zukünftige Klienten, weshalb ich diese Stelle sehr passend fand, um herauszufinden, ob dieser Bereich tatsächlich etwas für mich ist. Wenige Tage nachdem ich meine Bewerbung verschickt habe, erhielt ich eine Einladung zu einem Probearbeitstag, den ich kurze Zeit später ausführte und der meine Entscheidung für diese Praktikumsstelle noch sicherer machte. An dem Tag erhielt ich einen ersten Eindruck von dem Personal sowie von den Klienten und war durchweg begeistert. Ich erfuhr außerdem direkt, dass ich mein Praktikum in der Alten Feuerwache machen darf und nach einem weiteren Gespräch, in dem auch die Vorhabensskizze entstand, standen meine Arbeitszeiten und Aufgaben fest.

Mein Ziel für das Praktikum war, dass ich meine Stärken und Schwächen bzw. Grenzen im Umgang mit Klienten genauer kennenlerne. Außerdem wollte ich eine gewisse Professionalität gewinnen, d.h. ich wollte praktische Situationen kennen lernen und wissen, wie ich mit verschiedenen (Stress-)Situationen umgehe und vielleicht die Theorie in die Praxis umsetzen- oder nicht umsetzen kann.

Ich wusste auch von Anfang an, dass ich viel Verantwortung im Praktikum tragen werde und teilweise alleine mit den Kindern sein werde und ich war gespannt, wie ich das händeln würde, vor allem weil ich mich oft unterschätze und mich schnell unsicher und unwohl fühle. Wobei ich denke, dass es vor allem im Umgang mit Kindern wichtig ist, Sicherheit auszustrahlen.

Wie erwartet hat mir das Praktikum sehr gut gefallen und ich habe einige Dinge für mich mitnehmen können, aber es gab auch Sachen, die mir eher negativ aufgefallen sind.

2. Beschreibung der Institution

Die Einrichtung X besteht seit 1991 und ist ein „interkulturelles Jugend- und Begegnungszentrum“[1] und gehört zum „Nachbarschaftsheim Y e.V.“. Die ehemalige Feuerwehrwache steht in einem sozialen Brennpunkt mit hoher Migrationsdichte, so hat auch ein Großteil der Kinder, die dort verkehren einen Migrationshintergrund. Außerdem kommen die meisten Kinder und Jugendliche aus problembehafteten Familien. Die Einrichtung X arbeitet mit dem Jugendamt zusammen und manche der Kinder haben Anwesenheitspflicht in der Feuerwache, während die anderen nicht gezwungen sind dort anwesend zu sein, wobei die meisten Kinder jeden Tag da sind.

Es gibt auch Hilfe für Erwachsene wie Deutschkurse und Familienhebammen aber mit den Bereichen hatte ich keinen Kontakt, deswegen werde ich diese in dem Bericht ganz auslassen.

Die Einrichtung X vermietet außerdem Räume für Veranstaltungen jedoch liegen „die Schwerpunkte [...] auf der pädagogischen Arbeit mit rund 140 Kinder und Jugendlichen [...] und der interkulturellen Arbeit mit verschiedenen Migrantenorganisationen.“[2]

„Die Finanzierung basiert auf kommunalen Zuschüssen, Projektgeldern, Spenden und Einnahmen aus den zu mietenden Räumen.“

Die Einrichtung hat viele Räume, welche in meinen Augen schön und kindgerecht gestaltet sind. Jede der festen Gruppen hat ihren eigenen Raum, wo jedes Kind auch einen eigenen Schreibtisch hat. Die ehemalige Wagenhalle ist der Bereich zum Toben. Dieser ist eher kahl und mit einer Sporthalle zu vergleichen aber somit wird auch sein Zweck erfüllt. In der Alten Feuerwache gibt es viele Sachen zum Spielen, die gespendet sind. Manche Sachen sind aber meiner Meinung nach erneuerungsbedürftig. Außerdem gibt es einen Raum voll mit gespendeter Kleidung, an denen sich die Kinder und Erwachsene mit Absprache bedienen können. Ein Highlight ist der Erlebnisraum und der Kletterturm, für den die Einrichtung X auch einen Sonderpreis bei einem bundesweiten Wettbewerb, erhielt.[3] Diese können für Kindergeburtstage angemietet werden und vormittags von Kindergärten und Schulklassen besucht werden.

In der Einrichtung gibt es zum einen Personen, die Vollzeit arbeiten, zum anderen gibt es Honorarkräfte, Ehrenamtler und Praktikanten. Die Mitarbeiter sind hauptsächlich Diplom-Pädagogen, Sozialarbeiter und Erzieher. Der Geschäftsführer ist Diplom- Pädagoge und die pädagogische Leitung der Alten Feuerwache ist Diplom- Sozialpädagogin, ansonsten haben die Mitarbeiter die gleichen Aufgaben, egal welchen Abschluss sie haben.

1991 wird die Einrichtung X renoviert und einen Teil des Gebäudes übernimmt das Nachbarschaftsheim und „startet mit drei hauptamtlichen Kräften.“[4] 1996 wurde ein weiterer Teil des Gebäudes übernommen, 35 Migrantenselbstorganisationen nuten die Einrichtung X und die RAA Y hat dort ihren Sitz. 1999-2001 fand eine Sanierung statt, 2006 bekam die Einrichtung X eine Unterstützung von „Aktion Mensch“ und seit 2009 finanziert das Jugendamt Y eine der Gruppen.[5]

In der Alten Feuerwache gibt es einen offenen Bereich für Kinder und Jugendliche. Sie können wie die anderen für einen Euro Mittag essen und danach in der offenen Hausaufgabenhilfe ihre Hausaufgaben erledigen. Sie können nach Anmeldung an den Nachmittagsprogrammen teilnehmen oder in der großen Halle spielen. Die Jugendlichen haben einen eigenen Raum, seitdem ich mein Praktikum gemacht habe und dürfen nicht mehr in die große Wagenhalle. Hier gab es bei einigen Jugendlichen große Proteste, die ich nachvollziehen konnte und ich persönlich fand die neue Regelung ebenso nicht gut. Außerdem gibt es verschiedene Gruppen, in der die Kinder und Jugendlichen nach der Schule bis 17.30 anwesendheitspflicht haben. Zum einen gibt es die „Verlässliche Gruppe“, in die zehn Kinder von 6-14 Jahren gehen, die vom Jugendamt ausgesucht werden. Die Mitarbeiter arbeiten eng mit dem Jugendamt, den Lehrern und den Eltern der Kinder zusammen. Zum anderen gibt es drei „8samkeitsgruppen“, die nach dem gleichen Prinzip wie die Verlässliche Gruppe laufen, jedoch sind dort jeweils acht Kinder, die die Mitarbeiter der Alten Feuerwache aussuchen und nicht das Jugendamt. Die 8samkeitsgruppen dienen eher der Prävention und die Verlässliche Gruppe der Intervention. Außerdem gab es noch eine „Tigergruppe“ und die „Super8“, in der nur 1.-bis 2.Klässler waren, aber die Gruppen wurden während meines Praktikums aufgelöst bzw. entstanden daraus die dritte 8samkeitsgruppe. Der Ablauf in den Gruppen ist immer gleich: erst wird gegessen, dann wird in den Gruppen Hausaufgaben erledigt, anschließend nehmen die Kinder an dem Angebot teil, welches zusammen mit dem Betreuer ausgesucht wird und dann ist nochmal ein Gruppentreffen.

Eine Gesamtzahl der Mitarbeiter kann ich nur schätzen (auf 25), da ich nicht genau weiß, wer angestellt ist und wer ehrenamtlich arbeitet. Neben Geschäftsleitung, Verwaltung, Techniker, Hausmeister, und Köchin habe ich außerdem in der Alten Feuerwache Hebammen, Musikpädagogen und eine Theaterpädagogin kennengelernt. Außerdem ist z.B. die Theaterpädagogin keine feste Mitarbeiterin sondern sie ist selbstständig und wird von der Feuerwache engagiert. Wichtig zu nennen sind fünf Personen, mit denen ich täglich zu tun hatte und die in den Gruppen und dem offenen Kinderbereich fest arbeiten. In diesem Bereich sind außerdem Honorarkräfte, die teilweise auch vorher ein Praktikum absolvierten.

[...]


[1] Heiß, Joachim: 20 Jahre Einrichtung X. Wuppertal 2011, S.5.

[2] Ebd, Auslassung v. Laura Römer

[3] Heiß 2011, S.12.

[4] Heiß 2011, S.10.

[5] Heiß 2011, S.13.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Praktikumsbericht im Bereich der offenen Kinder- und Jugendarbeit
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Erziehungswissenschaft)
Note
2,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
16
Katalognummer
V339248
ISBN (eBook)
9783668292543
ISBN (Buch)
9783668292550
Dateigröße
462 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
soziale Einrichtungen, sozialpädagogik, Jugendarbeit, Praktikum
Arbeit zitieren
Laura Römer (Autor), 2016, Praktikumsbericht im Bereich der offenen Kinder- und Jugendarbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339248

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