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Leben wir in einer der bestmöglichen Welt? Das Theodizee-Problem nach Leibniz

Title: Leben wir in einer der bestmöglichen Welt? Das Theodizee-Problem nach Leibniz

Thesis (M.A.) , 2016 , 54 Pages , Grade: 3,0

Autor:in: Natalia Ryan (Author)

Philosophy - Miscellaneous
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Es gibt Fragen, die wir Menschen uns selbst stellen, die sind heute wie vor hunderten von Jahren, genauso aktuell. Sie interessieren uns eben, weil sie uns alle und unmittelbar doch irgendwie betreffen oder zumindest beeinflussen. Seit dem G. W. Leibniz seine philosophischen Schriften dazu verfasst hat und die Erläuterung liefert, warum wir in der bestmöglichen aller machbaren Welten leben, interessiert dieses Thema die Menschen nicht weniger, sondern vielleicht sogar mehr. Unsere Gesellschaft heute bewegt dieselbe Fragestellung immer noch, daher widme ich mich ihr an dieser Stelle: Leben wir in einer der bestmöglichen aller Welten?

In der vorliegenden Arbeit zeige ich einen etwas anderen Zugang zu dieser Thematik. Ich konzentriere mich nicht hauptsächlich auf die bereits existierenden Debatten dazu, sondern gehe „neue“ bzw. alternative Wege. Im Laufe der Recherche ist mir immer wieder aufgefallen, dass diese alten bzw. neuen Debatten dazu, alle mehr oder minder gleich argumentieren und eine gemeinsame Basis vertreten. Diese Pfade sind bereits zu festen Wegen gewalzt worden und liefern daher keine neuen Ideen mehr. Einige Momente, die vielleicht sogar eine bessere Erklärung liefern würden, werden bewusst im europäischen Raum nicht mehr ausgebaut und benutzt, weil sie den üblichen bekannten Sprach-, Kultur- oder Religionsraum überschreiten.

Dabei gibt es dazu genügend Literatur und in der heutzutage immer mehr globalisierten Welt sind kulturelle oder mentale Räume eigentlich kein Hindernis mehr und in meinem Fall keine akzeptierte Ausrede. Meine Arbeit ist ein Versuch, die oben genannte Frage in einem weiteren Rahmen zu sehen und zu zeigen, dass es durchaus theoretische und vor allem praktische Ansätze existieren, wie man mit diesem Dilemma persönlich ins Reine kommen kann.

Bei vielen Abhandlungen werden immer dieselben Punkte angegriffen bei Leibniz, nämlich die des sinnlosen Übels in der Welt. Die Argumentationen vieler Kritiker drehen sich auch darum, dass ein gütiger, allwissender und allmächtiger Gott in einer perfekten Welt nicht solch ein sinnloses Leiden erlauben würde. Die meisten gehen, warum auch immer, gleich davon aus, dass Gott den Menschen gegenüber kein sinnloses Leiden erlauben dürfe. Allerdings setzten die Menschen den Rahmen dafür selbst fest und benutzen den Begriff des Sinnlosen in diesem Zusammenhang, als wüssten sie tatsächlich, welches Leiden in dieser Welt sinnlos oder nützlich sein kann und welches nicht?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1 Themeneinführung

1.1. Grundlagen

1.2. Die Theodizee-Problematik nach Leibniz

Kapitel 2 Grundprinzipien

2.1. Leibniz` Philosophie

2.2. Theologischen Aspekte

2.2.1. Interpretationen des Übels

2.2.2. Argument der Freiheit

2.2.3. Aus der Sicht von anderen Religionen

2.3. Der Weg zu sich selbst

2.3.1. Prinzip der Selbstverantwortung

2.3.2. Anders Sein

2.3.3. Das positive Denken

Kapitel 3 Die Welt heute

3.1. Die moderne Gesellschaft

Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das klassische Theodizee-Problem nach G. W. Leibniz im Kontext zeitgenössischer gesellschaftlicher Herausforderungen und sucht nach theoretischen sowie praktischen Wegen zur persönlichen Bewältigung von Leid. Die zentrale Forschungsfrage lautet dabei, wie der Mensch durch Selbstverantwortung und eine Bewusstseinserweiterung zu einer inneren Harmonie gelangen kann, selbst angesichts existierender Übel in der Welt.

  • Theodizee-Problem und Gottfried Wilhelm Leibniz
  • Die Rolle der menschlichen Freiheit und Selbstverantwortung
  • Vergleichende Perspektiven aus Religion und Spiritualität
  • Methoden der persönlichen Bewusstseinsentwicklung
  • Umgang mit Leid und Schmerz im Alltag

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Interpretationen des Übels

Das Übel wird als Begriff in der Theodizee in drei Hauptformen aufgeteilt. Es gibt das metaphysische Übel, also das Problem der Sterblichkeit, das natürliche (also das in unserer Natur vorhandene) und das moralische (welches vom Menschen selbst verursacht wird) Übel. Daraus resultieren auch die ganzen Verteidigungsdebatten, wie z.B. das Thema der vorhandenen Willensfreiheit bei dem moralischen Übel, was bereits etliche Problematiken in unserer Welt erklärt, angefangen mit der Nuklearkatastrophe in Fukushima am 11.03.2011 in Japan bis hin zu den beiden Weltkriegen. Das alles ist das Resultat menschlichen Handels und war eine potenzielle, mögliche Zukunft. Es gibt immer und irgendwo Menschen, die für Taten verantwortlich sind.

Das metaphysische Übel bezeichnet die menschliche Unvollkommenheit bzw. Endlichkeit, was allerdings einem Christen z.B. wenig Schwierigkeiten bereiten dürfe, da sie wissen, dass gotteserschaffene Wesen sterblich und eben unvollkommen sind. Unangenehm wird es dann, wenn es sich um das Sterben der lieben Mitmenschen dreht und nicht mehr so sehr um das eigene. Der Umgang mit dem fremden Tod, der uns sehr nahestehenden Menschen, ist emotional so erdrückend und schockierend, dass es wiederum Leiden bereitet. Die Bindung zum Menschen ist so stark, dass wir meistens nicht loslassen können. Da wir so emotionale und gefühlsvolle Wesen sind, ertragen wir solche Art vom seelischen Schmerz nicht. Die Frage hier ist auch, wie geht man mit seinen Gefühlen um? Selbst wenn die Menschen das logische Wissen um das panta rhei (πάντα ῥεῖ) haben, das Praktische fehlt sehr oft völlig. Man versteht, dass die Qualität des eigenen hier und jetzt Sein wegen dem Bezug zur gestorbenen Person leidet, und man ist irgendwann gewillt vorwärts zu gehen und die Vergangenheit ruhenzulassen, nur manchmal weiß man nicht, wie man es umsetzen soll…

Zusammenfassung der Kapitel

Kapitel 1 Themeneinführung: Diese Einleitung führt in das klassische Theodizee-Problem ein und stellt den persönlichen Zugang der Autorin zur Fragestellung dar.

Kapitel 2 Grundprinzipien: Dieses Kapitel erläutert die philosophischen Grundlagen von Leibniz, insbesondere seine Monadenlehre und die Vorstellung einer prästabilierten Harmonie.

Kapitel 3 Die Welt heute: Abschließend wird analysiert, wie der Einzelne in der modernen Gesellschaft durch Selbstverantwortung und eine veränderte Lebenseinstellung eine eigene bestmögliche Welt gestalten kann.

Schlüsselwörter

Theodizee, Leibniz, Monadologie, Willensfreiheit, Selbstverantwortung, Gott, Leid, Bewusstsein, Harmonie, Spiritualität, Buddhismus, Ethik, Existenz, Verantwortung, Mensch

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der klassischen Theodizee-Problematik nach G. W. Leibniz und untersucht, wie dieses Thema trotz des Vorhandenseins von Leid in der Welt heute noch Relevanz für das individuelle Handeln und Denken hat.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die philosophische Rechtfertigung Gottes, das Problem des Übels in verschiedenen Formen, die menschliche Freiheit sowie die praktische Anwendung spiritueller und philosophischer Ansätze zur Selbstfindung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie man durch ein höheres Bewusstsein und die Übernahme von Selbstverantwortung aus dem Dilemma von Leid und Übel ausbrechen und seine eigene, bestmögliche Welt erschaffen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine philosophische und ideengeschichtliche Analyse, wobei sie existierende Debatten hinterfragt und mit alternativen, teils östlichen Ansätzen kombiniert, um neue praktische Lösungswege zu skizzieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die philosophischen Grundprinzipien von Leibniz analysiert, die Klassifikationen des Übels untersucht, das Argument der Willensfreiheit debattiert und schließlich verschiedene religiöse sowie spirituelle Perspektiven auf den Umgang mit Leid beleuchtet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Theodizee, Willensfreiheit, Selbstverantwortung, Bewusstsein und Harmonie charakterisiert, die den Kern der philosophischen und praktischen Überlegungen bilden.

Wie verhält sich das Problem des Übels zur Allmacht Gottes?

Die Arbeit diskutiert verschiedene Ansätze, von der klassischen Verteidigung der Allmacht bis hin zu modernen Modifikationsversuchen, und argumentiert, dass die menschliche Freiheit ein zentraler Aspekt ist, der Gott nicht zur Verantwortung für menschliches Handeln ziehen lässt.

Warum ist Selbstverantwortung ein zentraler Schlüssel in dieser Abhandlung?

Selbstverantwortung wird als essenziell betrachtet, da sie den Menschen aus der Opferrolle befreit, ihm Handlungsfähigkeit verleiht und es ihm ermöglicht, unabhängig von äußeren Umständen seinen persönlichen Lebenssinn zu finden und zu verwirklichen.

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Details

Title
Leben wir in einer der bestmöglichen Welt? Das Theodizee-Problem nach Leibniz
College
Karlsruhe Institute of Technology (KIT)  (Philosophie)
Grade
3,0
Author
Natalia Ryan (Author)
Publication Year
2016
Pages
54
Catalog Number
V339358
ISBN (eBook)
9783668354609
ISBN (Book)
9783668354616
Language
German
Tags
leben welt theodizee-problem leibniz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Natalia Ryan (Author), 2016, Leben wir in einer der bestmöglichen Welt? Das Theodizee-Problem nach Leibniz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339358
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