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Ethische Probleme der Organtransplantation bei den Hirntoten

Titel: Ethische Probleme der Organtransplantation bei den Hirntoten

Hausarbeit , 2016 , 18 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Maryna Haishynava (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
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„Lebendig oder tot – terrium non datur“. Vor dem Tod ist die Phase des Sterbens zu bestehen. Niemand weiß den Zeitpunkt genau zu bestimmen, wann der Sterbeprozess beendet und der Tod eingetreten ist. Gibt es doch Kriterien, die uns erkennen lassen, wann das Leben beendet ist? Die Antwort auf diese Frage entscheidet auch über die gesellschaftliche Akzeptanz der Organstransplantation. In letzter zeit bezweifeln Wissenschaftler verstärkt, dass Mediziner zweifelsfrei und eindeutig zu sagen in der Lage sind, wann der Mensch tot ist.

Medizin, Ethik, Recht und Theologie ringen gemeinsam um Antworten in der Suche nach Kriterien der sicheren Feststellung des Todes. Wenn man mit dem Thema näher beschäftigt, drängt sich die Frage auf, ob der Hirntod tatsächlich der wirkliche Tod des Menschen ist und inwieweit wir eine ethische Verantwortung gegenüber hirntoten Organspenderinnen tragen. Das Gehirn ist nur ein Teil des Körpers und sein Tod bedeutet noch nicht, dass sofort der ganze Körper tot ist. Der Hirntot ist nur der erste Schritt, der Beginn des Sterbens. Die Organe leben noch, denn sie müssen im Falle einer Transplantation lebendig entnommen werden. Aber ist der Mensch nicht erst tot, wenn alle Organe abgestorben sind? Die Ärzte retten das Leben auf Kosten den Menschen, deren Sterbeprozess noch nicht abgeschlossen ist. Die Entscheidung darüber, den Sterbeprozess vorsätzlich verführt zu beenden, überlassen sie oftmals den Angehörigen der hirntoten Patienten.

Ethische Probleme der Organtransplantation bei den Hirntoten stellen zentrale Handlungsfelder meiner Arbeit dar. Im ersten Abschnitt stell sich die Frage nach der Definition des Begriffes „Organtransplantation“ und wird die aktuelle Lage in Deutschland dargestellt. Die wohl am schwierigsten zu beantwortende Frage ist die, ab wann ist der Mensch tatsächlich tot ist. Hier werden der Ablauf zur Feststellung des Hirntotes und dessen Kriterien vorgestellt. In einem weiteren Kapitel werden die ethischen Probleme dargelegt.

Weiterhin wird über die Aufgaben der Sozialen Arbeit gesprochen. Sozialarbeiterinnen sind der Gesellschaft und dem einzelnen hilfebedürftigen Menschen ethisch und moralisch verpflichtet. Sie tragen eine große Verantwortung und gestalten das Berufsbild.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Organtransplantation.

1.1 Begriffsdefinition

1.2 Organspende in Deutschland

1.3 Die aktuelle Rechtslage – das Transplantationsgesetz

2 Wann ist der Mensch tot? Feststellung des Hirntodes

3 Ethische Probleme bei der Organtransplantation bei den Hirntoten

3.1 Einwilligung zur posmortaler Organspende

3.2 Die schwierige Situation des Gespräches. Ärzte und Angehörige

3.3 Gerechtigkeitsprobleme zur Organzuteilung unter Mangelbedingungen

4 Organtransplantation und Soziale Arbeit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die ethischen Herausforderungen im Kontext der Organtransplantation bei hirntoten Patienten und beleuchtet dabei die Rolle der Sozialen Arbeit als unterstützende Profession für Betroffene und Angehörige.

  • Kritische Analyse des Hirntodkonzepts und dessen gesellschaftlicher sowie ethischer Akzeptanz.
  • Darstellung der aktuellen deutschen Rechtslage und des Transplantationsgesetzes.
  • Untersuchung der psychischen Belastungssituation bei Angehörigengesprächen.
  • Diskussion über Gerechtigkeitsfragen bei der Organallokation unter Mangelbedingungen.
  • Reflektion über berufsethische Verantwortlichkeiten der Sozialen Arbeit in medizinischen Grenzsituationen.

Auszug aus dem Buch

3.2 Die schwierige Situation des Gespräches. Ärzte und Angehörige

Das Gespräch mit der Frage nach möglicher Spende ist für alle Beteiligten belastend und unangenehm. Die Ärzte, in der Regel dafür geschult, versuchen den Angehörigen deutlich zu machen, dass der betreffende Patient tot ist – dies entgegen der realen Wahrnehmung der Angehörigen. Das ist eine Aporie, denn wir werden sehen, dass diese Menschen biologisch nicht tot sind. Die Ärzte müssen dann die Angehörigen fragen, ob Organe entnommen werden dürfen.

Ganz anders hingegen ist die Situation der Angehörigen: Sie sind von einem meist plötzlichen Ereignis betroffen, befinden sich in einer schwierigen psychologischen Situation, sie stehen unter Schock, befinden sich in einer Ausnahmesituation. Sie sollen den Tod des erkrankten Angehörigen entgegen ihrer eigenen Wahrnehmung verstehen, einsehen und akzeptieren. Sie werden dann zeitlich und inhaltlich von speziell dafür geschulten Ärzten bedrängt, sich für eine Organentnahme auszusprechen. Das Gespräch soll zwar ohne Druck stattfinden, wird aber von den Ärzten mit einem klaren Ziel geführt. Die Angehörige befinden sich meist in einer Schock- und Ausnahmelage, die eine verantwortungsvolle Entscheidung unmöglich macht.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die ethische Problematik der Hirntoddefinition und die Relevanz der Thematik für die Soziale Arbeit.

1 Organtransplantation.: Definition des Begriffs Organtransplantation, historische Entwicklung und Überblick über die Rechtslage in Deutschland.

2 Wann ist der Mensch tot? Feststellung des Hirntodes: Erläuterung der medizinischen Kriterien des Hirntods und Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Zweifeln an der Unumkehrbarkeit dieses Zustands.

3 Ethische Probleme bei der Organtransplantation bei den Hirntoten: Analyse der ethischen Spannungsfelder rund um Einwilligung, Arzt-Angehörigen-Gespräche und die gerechte Organzuteilung.

4 Organtransplantation und Soziale Arbeit: Darstellung der berufsethischen Verantwortung der Sozialen Arbeit und die Notwendigkeit einer aktiven Unterstützung der Klienten in diesen Grenzbereichen.

Schlüsselwörter

Organtransplantation, Hirntod, Organspende, Transplantationsgesetz, Ethik, Soziale Arbeit, Sterbeprozess, Organallokation, Entscheidungslösung, Angehörige, Verantwortungsethik, medizinische Versorgung, Lebensqualität, Integrität, Patientenwürde.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit den ethischen Konflikten, die bei der Organtransplantation von hirntoten Patienten auftreten, und fragt nach der Rolle der Sozialen Arbeit in diesem Prozess.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zu den Schwerpunkten gehören das medizinische Konzept des Hirntods, die rechtliche Situation in Deutschland, die psychosozialen Herausforderungen für Angehörige sowie die ethische Verantwortung sozialer Berufe.

Welche Forschungsfrage wird primär verfolgt?

Die Arbeit geht der Frage nach, ob der Hirntod tatsächlich als endgültiger Tod des Menschen betrachtet werden kann und welche moralische Verantwortung dies für das Handeln der Sozialen Arbeit impliziert.

Welche wissenschaftliche Methodik liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse von Fachliteratur, ethischen Kodizes und medizinisch-rechtlichen Richtlinien basiert.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition der Organtransplantation, die Erläuterung der Hirntodfeststellung und eine kritische Auseinandersetzung mit ethischen Problemen bei der Organentnahme sowie der Verantwortung der Sozialen Arbeit.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?

Die zentralen Charakteristika sind Hirntodkriterien, ethische Verantwortung, Patientenwürde, Organallokation und die berufsethische Orientierung der Sozialen Arbeit.

Warum stellt das Gespräch mit Angehörigen für Ärzte eine "Aporie" dar?

Die Autorin beschreibt dies als unauflösbaren Widerspruch, da Ärzte den Angehörigen den Hirntod als endgültigen Tod vermitteln müssen, während der Patient biologisch betrachtet Anzeichen des Lebens aufweist.

Welche Position vertritt die Arbeit bezüglich der Unterstützung durch Soziale Arbeit?

Die Arbeit plädiert dafür, dass die Soziale Arbeit ihre Zurückhaltung in diesem medizinischen Bereich aufgeben sollte, um Menschen in dieser Ausnahmesituation neutral und unterstützend zu begleiten.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ethische Probleme der Organtransplantation bei den Hirntoten
Note
2,0
Autor
Maryna Haishynava (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
18
Katalognummer
V339364
ISBN (eBook)
9783668291362
ISBN (Buch)
9783668291379
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ethische probleme organtransplantation hirntoten
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maryna Haishynava (Autor:in), 2016, Ethische Probleme der Organtransplantation bei den Hirntoten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339364
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Leseprobe aus  18  Seiten
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