Entwicklung von Cannabisdelikten in Deutschland und Europa


Ausarbeitung, 2016
19 Seiten

Leseprobe

INHALT

1 Einleitung

2 Begriffsbestimmung und Herkunft

3 Erscheinungsformen

4 Konsumformen

5 Wirkungsweise
5.1 Wirkungsspektrum
5.2 Langfristige Folgen

6 Rechtliche Einordnung
6.1 Rechtsgrundlage im Straßenverkehr

7 Entwicklung von Cannabisdelikten in Deutschland
7.1 Untersuchung des Rauschgiftbundeslagebildes
7.2 Nutzbarkeit der PKS-Statistiken

8 Entwicklung von Cannabisdelikten in Europa

9 Fazit

10 Literaturverzeichnis

11 Quellenverzeichnis

12 Rechtsquellenverzeichnis

13 Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

Cannabis und die damit verbundenen Straftaten sind immer wieder Thema in der Politik und den Medien in Deutschland und Europa. Ein Artikel von ,,Die Welt" mit dem Titel ,,Wissenschaftler beweisen, dass Cannabis töten kann"[1], zeigt wie gefährlich diese Droge sein kann. Zudem zeigt das Bundeslagebild Rauschgiftkriminalität 2014, dass die Anzahl der Cannabisdelikte mit 161.040 polizeilich registrierten Straftaten den höchsten Stand seit knapp zehn Jahren erreichte.[2]Aufgrund dieser Zahlen und Tatsachen, scheint es notwendig zu sein, sich mit dem Thema Cannabis näher zu beschäftigen. Es ist vor allem interessant, welche Entwicklung die Cannabisdelikte in Deutschland und Europa genommen haben. Deshalb wird sich diese Arbeit mit der Frage beschäftigen, wie sich die Cannabisdelikte in Europa und Deutschland entwickelt haben. Um diese Forschungsfrage zu beantworten, wird eine Literaturanalyse und eine Analyse von Statistiken vorgenommen.

Zunächst wird der Begriff Cannabis erläutert und auf die verschiedenen Erscheinungsformen eingegangen. Daraufhin beschäftigt sich die Arbeit mit den einzelnen Konsumformen und deren Wirkung auf den menschlichen Körper. Im Anschluss wird die rechtliche Situation in Deutschland betrachtet. Mithilfe der erlangten Kenntnisse wird dann auf die Entwicklung der Cannabisdelikte in Deutschland und Europa eingegangen.

2 Begriffsbestimmung und Herkunft

Die Cannabispflanze wird seit Jahrtausenden als Nutzund Heilpflanze verwendet. In China soll die Hanfpflanze bereits vor 6000 Jahren zu Kleidung, Fischnetzen, Nahrung, Heilmitteln und Öl verarbeitet worden sein. Cannabis ist eine Gattung aus der Familie der Hanfgewächse. Die einjährige Pflanze wächst staudenartig und kann eine Höhe von zwei bis sechs Metern erreichen. Die Cannabispflanze enthält über 60 Cannabinoide, von denen das Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) psychoaktiv am stärksten wirkt. Lediglich die weibliche Form der Gattung ,,Cannabis sativa" entwickelt genügend THC, um einen Rausch zu erzeugen. Der Wirkstoff THC macht Cannabis zu einem Rauschmittel.

3 Erscheinungsformen

In Europa wird Cannabis als Rauschmittel vorwiegend in Form von Haschisch oder Marihuana konsumiert, in seltenen Fällen als Haschischöl.

Haschisch wird in der Szene auch als Dope oder Shit bezeichnet. Es wird aus dem THC-haltigen Harz der Blütenstände hergestellt. Das Harz wird dann mit anderen Pflanzenteilen und Streckmitteln zu Platten gepresst. Meistens hat Haschisch eine bräunlich-grüne Farbe und eine harzige bis bröckelige Konsistenz.[3]Je nach Anbaugebiet kann sich die Farbe und die Konsistenz der Platten ändern. Im Jahr 2012 betrug der durchschnittliche Wirkstoffgehalt 8,3%.[4]

Als Marihuana werden die getrockneten Blüten und Blätter der Cannabispflanze bezeichnet. Umgangssprachlich wird Marihuana auch Gras oder Kraut genannt. Die getrockneten Blüten und Blätter haben eine teeähnliche Beschaffenheit und sind grünlich.[5]Der durchschnittliche Wirkstoffgehalt betrug 2012 ca. 2% THC.[6]Bei bestimmter Züchtung der Pflanzen kann der THC auch höher sein.

Haschischöl wird mit Hilfe organischer Lösungsmittel gewonnen. Es handelt sich dabei um einen stark konzentrierten Auszug von Haschisch oder Marihuana. Haschischöl ist eine dunkelgrüne oder dunkelbraune bis schwarz, ölige, klebrige Flüssigkeit. Der Wirkstoffgehalt von THC kann bis zu 30% betragen. Entscheidend bei dem Wirkstoffgehalt ist die Qualität des Ausgangsmaterials und des Verfahrens.[7]

4 Konsumformen

Die häufigste Konsumform ist das Rauchen (,,Kiffen") von Joints. Dabei handelt es sich um selbstgedrehte Zigaretten, in denen zerbröseltes Haschisch oder Marihuana mit Tabak vermischt wird. Heutzutage wird der Konsum in speziellen Rauchgeräten, wie so genannten ,,Bongs" und Wasserpfeifen immer beliebter.[8] Denn die Rauchgeräte intensivieren das Rauscherlebnis deutlich. In Deutschland und anderen Ländern haben sich spezielle Geschäfte auf den Verkauf von Utensilien für den Konsum von Cannabis spezialisiert. Diese Geschäfte werden in der Szene ,,Head Shops" genannt. Die beiden oben genannten Konsumformen sind die beliebtesten. Weniger verbreitet ist die Zugabe von Haschisch in Speisen oder Getränken. Beispielsweise werden Cannabisprodukte in Tee aufgelöst und getrunken oder in Keksen gebacken und gegessen. Selten wird Haschischöl auf Zigaretten geträufelt oder in Lebensmittel beigemischt.[9]

5 Wirkungsweise

Die Wirkung von Cannabiskonsum ist nicht eindeutig vorhersehbar und hängt von vielen Faktoren ab. Unter diese Faktoren fallen neben der Menge und dem jeweiligen Wirkstoffgehalt auch die körperliche Verfassung, die Grundstimmung und die Suchtgeschichte des Konsumenten.[10]Der Zeitpunkt des Wirkungseintritts hängt jedoch in erster Linie von der Konsumform ab. Wenn Cannabis geraucht wird, dann setzt die Wirkung meist unmittelbar nach dem Konsum ein, da der Wirkstoff THC schnell über die Atemwege aufgenommen wird und somit die ,,Blut-Hirn-Schranke" überwindet. Beim Rauchen erreicht die Wirkung nach ca. 20 bis 40 Minuten ihr Maximum und ist nach 3 bis 5 Stunden weitestgehend beendet.[11]

Wird Cannabis über die Nahrung aufgenommen, dann setzt die Wirkung später ein, da das THC langsamer in den Stoffwechsel gelangt. Jedoch kann die Wirkung dann auch plötzlich eintreten. Hierbei ist es auch von Bedeutung, welche Speisen und wie viel vor dem Konsum gegessen wurde. Aufgrund des verzögerten Wirkungseintritts kann es bei der Aufnahme über die Nahrung schnell zu höheren Dosierungen als beabsichtig kommen.[12]

Der Abbau von Cannabis dauert deutlich länger, als die Wirkung anhält. Denn THC besitzt eine hohe Fettlöslichkeit und lagert sich leicht in fettstoffreichem Gewebe an. Im Urin sind Cannabinoide und seine Abbauprodukte durchschnittlich 30 Tage nachweisbar. Bei chronischem Konsum ist das deutlich länger der Fall.[13]Im Blut sind THC und seine Abbauprodukte 3 bis 7 Tage nachweisbar. Bei einem regelmäßigen Konsum kann das auch deutlich länger der Fall sein. Da sich THC und seine Abbauprodukte bei jedem Menschen anders abbauen, sind das lediglich grobe Richtwerte.[14]

5.1 Wirkungsspektrum

Cannabis ist dafür bekannt, dass es ein sehr breites Spektrum psychischer Effekte hervorrufen kann. Die Dosis und die Konsumformen, als auch die Persönlichkeit des Konsumenten, die Konsumumgebung und die Erwartungen des Konsumenten können die Wirkung beeinflussen. Die Wirkungen können in positiv und negativ erlebte Wirkungen unterteilt werden.[15]

Die positiv erlebten Wirkungen führen beispielsweise dazu, dass der Konsument in einen Rausch von euphorischen Gefühlen kommt und zugleich sehr gelassen ist. Dieser Zustand wird in der Szene als ,,high" sein beschrieben. Häufig wird die subjektive Wahrnehmung intensiviert und Nebensächliches wird deutlicher wahrgenommen. Es kann auch dazu kommen, dass das Kurzzeitgedächtnis gestört wird. Bei vielen Konsumenten intensiviert sich die Kommunikation, da Sie das Gefühl haben, sich besser in anderen Personen hineinversetzen zu können. Obwohl das Herz durch den Konsum anfängt schneller zu schlagen, erleben die Konsumenten eine wohlige Entspannung.[16]

Die negativen Wirkungen sind hauptsächlich psychischer Natur. Sie bilden gewissermaßen das Spiegelbild zu den positiv erlebten Wirkungen. Häufig treten negative Wirkungen bei unerfahreneren Konsumenten und bei Überdosierungen auf. Diese kommen häufig vor, da die partielle Unvorhersehbarkeit der Wirkung ein Problem darstellt. Statt Euphorie können dann zum Beispiel Panikgefühle entstehen. Es kann dann zu Verwirrtheit und Verfolgungsideen kommen. Diese werden dann in der Szene als ,,Horrortrips" bezeichnet. Durch das gestörte Kurzzeitgedächtnis kann es dann zu Erinnerungslücken, so genannten ,,Filmrissen" kommen. Statt eines gemeinsamen Erlebens fühlen sich die Konsumenten in ihrem eigenen ,,Film gefangen" und reagieren sehr empfindlich und neigen zu Halluzinationen. Der Konsum von Cannabis kann dann auch zu Herzrasen, Übelkeit und Schwindel führen. Es besteht auch die Möglichkeit, dass der Konsument einen Kreislaufkollaps erleidet.[17]

[...]


[1]Vgl. Die Welt (2014): Wissenschaftler beweisen, dass Cannabis töten kann.

Vgl. Bundeskriminalamt (2016): Rauschgiftkriminalität.

[3]Vgl. Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (2014): Cannabis Basisinformationen S.5.

[4]Vgl. Pfeiffer, Gerschel (2013): Bericht 2013 des nationalen REITOX-Knotenpunkts an die EBDD Neue Entwicklungen und Trends -Deutschland S.195.

[5]Vgl. Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (2014): Cannabis Basisinformationen S.5.

[6]Vgl. Pfeiffer, Gerschel (2013): Bericht 2013 des nationalen REITOX-Knotenpunkts an die EBDD Neue Entwicklungen und Trends -Deutschland S.195.

[7]Vgl. Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (2014): Cannabis Basisinformationen S.5.

[8]Vgl. Küstner, Udo (2007): Bekifft und abgedreht Wenn Cannabis zum Problem wird S.13.

[9]Vgl. Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (2014): Cannabis Basisinformationen. S.11.

[10]Vgl. Küstner, Udo (2007): Bekifft und abgedreht Wenn Cannabis zum Problem wird S.13.

[11]Vgl. Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (2014): Cannabis Basisinformationen S.13.

[12]Vgl. ebd. S.13.

[13]Vgl. ebd. S.13.

[14]Vgl. Deutscher Hanfverband (2016): Drogentest Wie lange ist THC im Blut und Urin nachweisbar?

[15]Vgl. Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. (2014): Cannabis Basisinformationen S.14-15.

[16]Vgl. ebd. S.15.

[17]Vgl. ebd. S.16-17.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Entwicklung von Cannabisdelikten in Deutschland und Europa
Hochschule
Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Nordrhein-Westfalen; Bielefeld  (Polizeivollzugsdienst)
Veranstaltung
Kriminalistik
Autor
Jahr
2016
Seiten
19
Katalognummer
V339418
ISBN (eBook)
9783668293724
ISBN (Buch)
9783668293731
Dateigröße
799 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Cannabis, Entwicklung von Cannabisdelikten in Deutschland und Europa, Entwicklung, Cannabisdelikte, Deutschland, Europa, Cannabinoide, PVD, Fachochschule für öffentliche Verwaltung NRW, FHÖV, Kriminaltistik, Hausarbeit, Seminararbeit, Ausarbeitung, Haschisch, Dope, Shit, THC, Marihuana
Arbeit zitieren
Philipp Pelka (Autor), 2016, Entwicklung von Cannabisdelikten in Deutschland und Europa, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339418

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