Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Filmwissenschaft

"Full Metal Jacket". Emanzipation vom klassischen Kriegsfilmgenre

Titel: "Full Metal Jacket". Emanzipation vom klassischen Kriegsfilmgenre

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2011 , 16 Seiten , Note: 3,0

Autor:in: Maximilian Mattes (Autor:in)

Filmwissenschaft
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Mit dieser Arbeit soll den „klassische[n] F[ä]llen“ eines Kriegsfilmes nachgegangen werden. Wie konstituierten sich diese nach dem Zweiten Weltkrieg und wie wurden sie zu Standardthemen von Kriegsfilmnarrativen?

1987 könnte sich ein amerikanischer Zuschauer mittleren Alters "Full Metal Jacket" angeschaut haben. Zuvor hat er schon andere Kriegsfilme gesehen, demzufolge griff er auf einen einschlägigen Erfahrungsschatz an Seheindrücken zurück. Ihm kamen während des Schauens bestimmte Filmszenen vor allem im zweiten Teil des Filmes nicht außergewöhnlich vor. Im Gegenteil, er könnte sich erinnert gefühlt haben an alte Filme zum Zweiten Weltkrieg und so etwas gesagt haben wie „Ja, das hab ich schon öfters gesehen, das ist ja der klassische Fall. Das sieht man immer in Kriegsfilmen!“

Ich möchte zeigen inwieweit sich der Vietnam-Combat-Film unter der Regie Stanley Kubricks, sich einiger tradierter Mittel, der „klassischen Fälle“ des Good War-Konzepts bedient und zu welchem Zweck.Von dieser Fragestellung ausgehend, möchte ich danach fragen, welche Veränderungen für die US-Gesellschaft in der Zeit nach dem Vietnam-Krieg gegenüber der US-Gesellschaft in der unmittelbaren Nachkriegszeit sich daraus ablesen lassen. Abschließend werde ich eine persönliche Einschätzung zum Emanzipationsgrad von Full Metal Jacket zu klassischen Nachkriegsfilmen des Zweiten Weltkrieges geben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Populärkultur im marxistischen Sinne und das Hegemonie-Konzept nach Antonio Gramsci

3. Entstehungsumfeld von Full Metal Jacket: Hollywood Ende der 80er

4. Full Metal Jacket: Filmanalyse mit Rückkopplung an das Good War-Konzept

4.1 Die militärische Ausbildung vor Kriegseinsätzen

4.2 Gemeinsamkeiten mit Nachkriegsfilmen des Zweiten Weltkrieges

4.2.1 Regeneration through violence

4.2.2 Melting Pot

4.2.3 Gegner-Darstellung

5. Zusammenfassung und eigene Einschätzung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, inwiefern der Vietnam-Kriegsfilm "Full Metal Jacket" von Stanley Kubrick filmische Konventionen und Erzählmuster klassischer Kriegsfilme des Zweiten Weltkriegs übernimmt oder sich von diesen emanzipiert. Dabei wird analysiert, wie diese Darstellung im Kontext der gesellschaftspolitischen Veränderungen der 1980er Jahre und der Rezeptionsgeschichte des "Good War"-Konzepts zu bewerten ist.

  • Analyse des Einflusses der Populärkultur auf Basis der Hegemonietheorie nach Antonio Gramsci.
  • Untersuchung des Hollywood-Produktionsumfelds in den 1980er Jahren und dessen konservativer Ausrichtung.
  • Vergleichende Filmanalyse von "Full Metal Jacket" und "Sands of Iwo Jima".
  • Dekonstruktion des "Good War"-Mythos und dessen Auswirkungen auf das amerikanische Vietnam-Trauma.

Auszug aus dem Buch

4.1 Die militärische Ausbildung vor Kriegseinsätzen

Der Aspekt der militärischen Ausbildung von Soldaten vor ihrem eigentlichen Kriegseinsatz, ihr kameradschaftliches Verhältnis untereinander wird in Full Metal Jacket anders dargestellt und verhandelt als in Nachkriegsfilmen des Zweiten Weltkrieges.

In Sands of Iwo Jima (1949) wird die Ausbildung vor einzelnen Kampfeinsätzen als dynamischer Prozess von Kampfeinsatz und Entspannung vom Kampfeinsatz dargestellt. „And when that island was declared secure we were pulled out for rest, refitting, replacements and retraining.“ Mit einer Adaption der offiziellen United States Marine Corps Hyme „From the halls of Montezuma“ werden die Ausbildungssequenzen musikalisch unterlegt, bevor in der Folgeszene den Soldaten eine Pause nach den bisherigen durchgestandenen Strapazen von Sergeant Stryker selbst, gespielt von John Wayne, zugesprochen wird. Der als ungeschickt dargestellte und kindlich wirkende Choynski bekommt von Sergeant Stryker zusätzlich eine harte jedoch wirkungsvolle individuelle Einführung in die Nahkampftechniken. Übergriffe und Bestrafungen auf auszubildende Soldaten werden im kameradschaftlichen Sinne von den außenstehenden Soldaten reflektiert und Sergeant Stryker wird zur Rede für seine rabiate Herangehensweise gestellt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hinführung zur Fragestellung, ob "Full Metal Jacket" tradierte Erzählmuster klassischer Kriegsfilme nutzt oder kritisch hinterfragt.

2. Populärkultur im marxistischen Sinne und das Hegemonie-Konzept nach Antonio Gramsci: Theoretische Fundierung durch das Konzept der kulturellen Hegemonie, um das Abhängigkeitsverhältnis zwischen ökonomischer Basis und medialem Überbau zu erklären.

3. Entstehungsumfeld von Full Metal Jacket: Hollywood Ende der 80er: Analyse der konservativen politischen Wende unter Ronald Reagan und deren Einfluss auf die zeitgenössische Filmproduktion.

4. Full Metal Jacket: Filmanalyse mit Rückkopplung an das Good War-Konzept: Zentrale Analyse von Filmszenen im direkten Vergleich zu "Sands of Iwo Jima", unterteilt in Ausbildung, Tradition und Feindbild.

5. Zusammenfassung und eigene Einschätzung: Synthese der Ergebnisse, die das Paradoxon von Übernahme und gleichzeitiger Emanzipation von Filmkonventionen als Ausdruck kollektiver Traumata interpretiert.

Schlüsselwörter

Kriegsfilm, Full Metal Jacket, Stanley Kubrick, Vietnamkrieg, Good War, Hegemonie, Antonio Gramsci, Hollywood, Militärische Ausbildung, Regeneration through violence, Melting Pot, Gegnerdarstellung, Gesellschaftskritik, Ideologie, Filmanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die filmische Darstellung des Vietnamkriegs in Stanley Kubricks "Full Metal Jacket" und deren Bezugnahme auf klassische US-Kriegsfilm-Narrative.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Populärkultur und Hegemonie, die politischen Rahmenbedingungen Hollywoods in den 1980er Jahren sowie die Dekonstruktion von Kriegsmythen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu ergründen, ob der Film eine Emanzipation von klassischen Kriegsfilmkonventionen leistet oder diese zur Bewältigung des nationalen Vietnam-Traumas lediglich reproduziert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine historisch-theoretische Filmanalyse durchgeführt, die den Film in einen gesellschaftspolitischen Kontext stellt und mit klassischem Referenzmaterial ("Sands of Iwo Jima") vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der militärischen Ausbildung, dem Kameradschaftsverständnis sowie der Darstellung von Feindbildern und deren Wandel in der amerikanischen Filmgeschichte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Hegemonie, Kriegsmythos, Indoktrination, Vietnam-Trauma und Good-War-Konzept geprägt.

Warum wird "Sands of Iwo Jima" als Vergleichsfilm herangezogen?

Er dient als Paradebeispiel für den klassischen Kriegsfilm, der den Zweiten Weltkrieg als "Good War" legitimierte und die Basis für das Bild des heroischen Soldaten schuf.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der "Emanzipation"?

Der Autor schlussfolgert, dass der Film zwar einerseits Klischees nutzt, um das Publikum zu bedienen, diese Überzeichnung jedoch gleichzeitig als ironische Gegenentwicklung und somit als Emanzipation verstanden werden kann.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
"Full Metal Jacket". Emanzipation vom klassischen Kriegsfilmgenre
Hochschule
Universität Erfurt  (Philosophische Fakultät Historisches Seminar)
Veranstaltung
A War Made Of Dreams: Hollywood und der Zweite Weltkrieg
Note
3,0
Autor
Maximilian Mattes (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
16
Katalognummer
V339455
ISBN (eBook)
9783668291249
ISBN (Buch)
9783668291256
Sprache
Deutsch
Schlagworte
full metal jacket emanzipation kriegsfilmgenre
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maximilian Mattes (Autor:in), 2011, "Full Metal Jacket". Emanzipation vom klassischen Kriegsfilmgenre, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339455
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  16  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum