Die Single-Gesellschaft und ihre Bedeutung für die gesamtgesellschaftliche Entwicklung


Hausarbeit, 2014

12 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Öffentlichkeitsbild und Vorurteile

3. Begriffsdefinitionen

4. Entstehung und Entwicklung der Single-Gesellschaft
4.1. Der Wertewandel
4.2. Der Wandel des Wertewandels
4.3. Aktueller Trend und Zahlen

5. Determinanten der Single-Gesellschaft

6. Risiken und Chancen der Single-Gesellschaft

7. Schlussbetrachtung

8. Literaturverzeichnis

1. Einführung

Ziel dieser Hausarbeit ist es, einen Einblick in die Entstehung der ständig an- wachsenden Single-Gesellschaft und ihrer Bedeutung für die gesamtgesell- schaftliche Entwicklung zu vermitteln. Dabei soll erörtert werden, ob eine solche Gesellschaftsform sich förderlich oder schädigend auf die Allgemeinheit auswirkt. Einleitend wird eine auch oft vorurteilsbehaftete Bewertung der Singles durch die Öffentlichkeit aufgezeigt, welche auf Grund von überzogenen Darstellungen durch die Medien entsteht. Folgend werden zur Vermeidung von Unklarheiten zunächst grundlegende und zentrale Begriffe geklärt. Im Anschluss daran folgt die Zusammenfassung der Entwicklung hin zur Single-Gesellschaft, welche zum 20. Jahrhundert begann und vom Wertewandel der 70er Jahre im Zuge der Indi- vidualisierung stark beeinflusst wurde. Die Hauptbestimmungsgründe zur Entste- hung der Single-Gesellschaft waren das Wohlstandswachstum und die Bildungs- expansion, ausgelöst durch das deutsche Wirtschaftswunder. Diese und weitere wichtige Determinanten werden kurz aufgezeigt, um im Weiteren die Chancen und Risiken der Single-Gesellschaft verständlicher darstellen zu können. Ab- schließend werden alle Ergebnisse zusammengefasst und kritisch bewertet.

2. Öffentlichkeitsbild und Vorurteile

„Singles“ erhalten heutzutage viel Aufmerksamkeit von den Medien. So gibt es eine Vielzahl von Singleratgebern, Singleportalen, Sach- und Lebenshilfebü- chern, extra auf Singles abgestimmte Angebote in allen Bereichen und noch vie- les mehr. Meist verursachen diese aber durch ihre Darstellungen mehr Fragen als Antworten. Die Informationen, die über die Medien vermittelt werden sind oft sehr einseitig, verzerrt und häufig sogar falsch. Schuld daran sind die unter- schiedlichen und oft nicht ganz klaren Begriffsdefinitionen, Abgrenzungen und Verallgemeinerungen von Ergebnissen aus Statistiken. In öffentlichen und wis- senschaftlichen Diskussion kommen einige Kategorien oftmals schlichtweg durcheinander (vgl. hierzu insgesamt Burkart 1997, S. 147; Hradil 1995, S. 1 f.; Hradil 2003, S. 44 f.). „Viele Behauptungen in den Medien und Öffentlichkeit ent- halten unsinnige Zahlenangaben über die Entwicklungen hin zu immer mehr Sin- gles, zum Alleinleben und zur Individualisierung“ (Hradil 1995, S. 2). Das Öffent- lichkeitsbild des Singles ist stark „geprägt von positiver und negativer Voreinge- nommenheit“ (Hradil 1995, S. 3). Während demnach die Optimisten das Single- Dasein mit mehr Freiheiten, Leistungssteigerungen und individueller Autonomie verbinden, verbinden die Pessimisten mit ihm die Einsamkeit, die Berechnung, den Egoismus und die Haltlosigkeit. (vgl. Hradil 1995, S. 1-4). „Vielfach geraten die Singles den Nicht-Singles sogar zum (heimlichen) Vorbild. Etwa nach dem Diktum Wilhelm Buschs: „Wer allein lebt, der hat’s gut, ist keiner da, der ihm was tut.““(Hradil 2003, S. 44). Generell handelt es sich um größtenteils ambivalente Bewertungen, da neben der Bewunderung und dem Neid auf das Alleinleben auch Mitleid und Ablehnung stattfinden. Der Grund hierfür ist laut HRADIL (2003, S. 45), dass auf Singles oft die Hoffnungen und Ziele, aber auch die Frustrationen und Befürchtungen von Nicht-Singles projiziert werden.

3. Begriffsdefinitionen

Um die im vorherigen Kapitel bewusst aufgezeigten und zu Missverständnissen führenden Unklarheiten zu vermeiden, ist eine genaue Begriffsdefinition und - abgrenzung erforderlich. Hierzu werden die zentralen Begriffe „Einpersonenhaushalte“ bzw. „Alleinlebende“, „Singles“, „partnerlose Singles“ und „Individualisierung“ definiert und unterschieden. Dabei wird nochmals in einen weiten und einen engen Singlebegriff unterteilt.

Einpersonenhaushalte bzw. Alleinlebende: „Alleinlebende sind „Personen, die für sich alleine in einem Haushalt wohnen und wirtschaften“ (Hradil 1995, S. 6). Die Gründe für das Alleinleben hierbei können ganz unterschiedlich sein.

Singles: Im Laufe dieser Hausarbeit werden als Singles Alleinlebende im Alter von 25 - 55 Jahren bezeichnet („Lebensphase, in der die meisten Menschen zu zweit oder in Familien leben“ (Hradil 2003, S.41)). Diese Definition wird als weiter Singlebegriff verstanden (vgl. Hradil 1995, S. 6 f.).

Partnerlose Singles: Der enge Singlebegriff zeigt zwei weitere Kriterien auf. Er bezieht sich auf alleinlebende Personen mittleren Alters, die keinen festen Part- ner haben sowie freiwillig und mit bewusstem Entscheid für längere Zeit alleine leben wollen (vgl. Burkart 1997, S. 148; Hradil 1995, S. 9; Hradil 2003, S. 41).

Individualisierung: „Wer sein Leben so gestaltet und seine Biographie so ausrichtet, dass er - bewusst oder unbewusst, eigennützig oder selbstlos, freiwillig oder gezwungen - primär seine eigenen Ziele und Wege verfolgt, führt sein Leben Individualisiert“ (Hradil 1995, S. 10). Genauso wenig wie Alleinlebende und Singles dasselbe sind, so HRADIL (1995, S.10), so wenig sind es auch die Individualisierung und die Lebensform der Singles, obwohl diese in der Gesellschaft oft miteinander gleichgesetzt werden.

4. Entstehung und Entwicklung der Single-Gesellschaft

Vgl. für den nächsten Abschnitt Hradil 1995, S. 12-17: In der vorindustriellen Ge- sellschaft waren Alleinlebende noch erheblichen Nachteilen ausgesetzt und wur- den - als „Eremiten“, „Jungfern“ und „Hagestolze“ bezeichnet - zu Außenseitern. Anerkannt als Mitglied einer Gesellschaft war derjenige, der einem Haushalt an- gehörte. Zwar konnte man sich als lediger Mensch einem Haushalt anschließen. Hierdurch wurde jedoch eine Abhängigkeit erzeugt, die keinen Freiraum zur Selbstverwirklichung ermöglichte. Einpersonenhaushalte waren wirtschaftlich und gesellschaftlich kaum existenzfähig. Die ersten Ideen der persönlichen Frei- heit und der Ruf nach individueller Selbstbestimmung entstanden zu Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Aufgrund der bestehenden und überliefer- ten moralischen Werte, der religiösen Bindungen und der bestehenden Staats- formen wuchs die Zahl der Einpersonenhaushalte sehr langsam. Verheiratete waren die „besseren Menschen“, die Familie wurde als Wirtschaftsgemeinschaft und soziales Netz uneingeschränkt hochgeschätzt. Mit der zunehmenden Infra- gestellung der bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts geltenden gesellschaftlichen Werte wurde auch die Stigmatisierung der allein lebenden Menschen beginnend in Großstädten relativiert. Die anonyme Freiheit der Großstadt, deren vermin- derte soziale Kontrolle verbunden mit einer verbesserten Einkommenssituation zogen vor allem junge Menschen in Städte.

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Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Die Single-Gesellschaft und ihre Bedeutung für die gesamtgesellschaftliche Entwicklung
Hochschule
Hochschule RheinMain
Veranstaltung
Gesellschaftliche Transformationsprozesse
Note
1,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
12
Katalognummer
V339470
ISBN (eBook)
9783668294462
ISBN (Buch)
9783668294479
Dateigröße
638 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Single-Gesellschaft, gesellschaftliche Entwicklung, Stereotype
Arbeit zitieren
Katharina Löbl (Autor), 2014, Die Single-Gesellschaft und ihre Bedeutung für die gesamtgesellschaftliche Entwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339470

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