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Entspricht der Hartz-IV-Regelsatz dem Grundsatz des Fordern und Fördern?

Eine kritische Auseinandersetzung mit dem aktuellen Regelsatz

Titel: Entspricht der Hartz-IV-Regelsatz dem Grundsatz des Fordern und Fördern?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2016 , 13 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Seminararbeit beschäftigt sich mit dem kontroversen Hartz-IV-Satz, dessen Höhe weder zu hoch noch zu niedrig sein darf. Es ist sehr umstritten, ob der aktuelle Regelsatz angemessen ist. Viele Leistungsbezieher klagen über finanzielle Engpässe, viele Steuerzahler über eine „bezahlte Arbeitslosigkeit“, die aus mancher Sicht als bewusst gewählt betrachtet wird. Dass der Hartz-IV-Satz die Waage zwischen zu niedrig zum Leben und zu hoch, als dass sich Arbeit lohnt, hält, ist stets umstritten.

Geringere Sozialausgaben und eine Ankurbelung des Arbeitsmarktes – das sollte durch die Sozialreform im Jahr 2005 realisiert werden. Nach den Gesetzespaketen Hartz I, II und III folgte damit Hartz IV, das bis heute besteht. Die Bundesanstalt für Arbeit wurde im Zuge des Hartz-IV-Gesetzes in Bundesagentur umbenannt und die Arbeitslosen- und die Sozialhilfe wurden zusammengelegt. Damit folgt seither auch die Bundesagentur für Arbeit den Grundsätzen des New Public Managements, deren Ziel es ist, „den lokalen Sozialstaat zu verschlanken und effizienter zu organisieren“ (Dahme, Wohlfahrt 2013, S.12). Im Sinne des Grundsatzes „Fordern und Fördern“ ist die Sozialpolitik geprägt von einer „(Neu-)Betonung und Ausweitung der Eigenverantwortung und Selbstaktivierung“. (ebd., S.16). Das zeigt sich beim Arbeitslosengeld II unter anderem durch Mitwirkungspflichten, deren Verstoß zu Sanktionen wie beispielswiese Leistungskürzungen führt. Aber auch durch die gewählte Höhe des Hartz-IV-Satzes soll sichergestellt werden, dass nur tatsächlich bedürftige Menschen unterstützt werden und das Anstreben eines Beschäftigungsverhältnisses gefördert wird.

Diese Arbeit soll sich mit dem aktuellen Hartz-IV-Regelsatz und dessen Beurteilung durch die Bevölkerung und der Wissenschaft auseinandersetzen. Zunächst folgt eine Beschreibung des aktuellen Regelsatzes hinsichtlich seiner Zusammensetzung und Höhe. Im zweiten Teil der Arbeit soll der Regelsatz anhand einer Vignettenanalyse und einer Studie beurteilt werden. Dabei soll die Frage, ob der Hartz-IV-Regelbedarf dem Grundsatz des Forderns und Förderns entspricht oder seine Höhe unangemessen ist, verfolgt werden. Durch diese Betrachtungen soll ein Fazit zur kontroversen Hartz-IV-Höhe ermöglicht werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Der umstrittene Hartz-IV-Regelsatz

2 Der aktuelle Hartz-IV-Regelsatz

2.1 Zusammensetzung des Regelsatzes

2.2 „Fordern und Fördern” als mögliche Begründung für die Regelsatz-Höhe

3 Beurteilung der Höhe des Regelsatzes

3.1 Beurteilung durch die Bevölkerung anhand der Vignettenanalyse von Hörstermann und Andreß

3.2 Verdeckte Armut als Ursache eines zu geringen Regelsatzes laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung

3.3 Kritische Betrachtung im Sinne des „Forderns und Fördern“

4 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit setzt sich kritisch mit der Höhe des Hartz-IV-Regelsatzes auseinander und untersucht, inwieweit dieser dem politischen Leitgedanken des „Forderns und Förderns“ gerecht wird. Dabei wird insbesondere hinterfragt, ob die aktuelle Bemessung tatsächlich die Teilhabe und Würde der Leistungsbeziehenden sichert oder ob sie primär darauf ausgerichtet ist, durch eine unattraktive Leistungshöhe Anreize zur Arbeitsaufnahme zu erzwingen.

  • Historische Einordnung und Grundsätze der Hartz-IV-Reformen
  • Strukturelle Zusammensetzung und Berechnungsmethodik des Regelbedarfs
  • Empirische Untersuchung der gesellschaftlichen Wahrnehmung mittels Vignettenanalyse
  • Wissenschaftliche Analyse der Auswirkungen verdeckter Armut auf die Regelsatzbemessung
  • Kritische Reflexion des Spannungsfeldes zwischen „Fordern“ (Sanktionen/Anreize) und „Fördern“ (Teilhabe/Entwicklung)

Auszug aus dem Buch

3.1 Beurteilung durch die Bevölkerung anhand der Vignettenanalyse von Hörstermann und Andreß

Hörstermann und Andreß untersuchten in einer Vignettenanalyse einerseits woran die Teilnehmer/-innen festmachen, welche Menschen hilfewürdig sind und andererseits welche Geldbeträge sie diesen zusprechen würden. (Hörstermann, Andreß 2015, S. 171) Bei einer Vignettenanalyse werden den Befragten konkrete Fallbeschreibungen vorgelegt, bei denen ein bestimmter Haushalt und dessen Haushaltsvorstand dargestellt wird. (ebd., S.180). Die Erhebung fand in zwei unabhängigen Befragungen statt. Da die Autoren davon ausgingen, dass es sich für Menschen, die keinen persönlichen Bezug zu dem Thema haben, als schwierig erweisen könnte, einen Geldbetrag zu nennen, haben sie in der ersten Studie als Orientierung den aktuellen Regelbedarf für eine alleinstehende Person und für eine vierköpfige Familie mit zwei Kindern vorgegeben. (ebd., S.182) In der zweiten Studie sollte die Einschätzung ohne Hilfestellung erfolgen. Die Datenerhebung fand 2013 mithilfe des Socio-Scientific Pancels statt (ebd., S.183). Es zeigte sich, dass die Zuweisung des Mindestbedarfs in beiden Studien die Einschätzung des Bedarfs unter dem tatsächlichen Regelsatz liegt und mit der Zahl der Mitglieder eines Haushaltes ansteigt. (ebd., S.189) Nur bei Alleinstehenden wird in beiden Studien der Regelsatz (Studie 1: 413, Studie 2: 460) höher eingeschätzt als der tatsächliche Regelsatz, der damals bei 382 Euro lag, dieser wird also von der Bevölkerung als zu niedrig gewertet. (ebd., S.188)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Der umstrittene Hartz-IV-Regelsatz: Das Kapitel führt in die Genese von Hartz IV ein und erläutert den konzeptionellen Rahmen des „Forderns und Förderns“ im Kontext des New Public Management.

2 Der aktuelle Hartz-IV-Regelsatz: Hier werden die Zusammensetzung des Regelsatzes und die theoretische Herleitung der Höhe als Instrument zur Steuerung von Arbeitsanreizen detailliert beschrieben.

3 Beurteilung der Höhe des Regelsatzes: Dieses zentrale Kapitel analysiert die öffentliche Meinung sowie wissenschaftliche Studien zur Verdeckten Armut, um die Angemessenheit der Regelsatzhöhe kritisch zu prüfen.

4 Fazit und Ausblick: Das Kapitel resümiert, dass das „Fordern“ aktuell stärker gewichtet wird als das „Fördern“ und empfiehlt eine Neubewertung zur Sicherung eines menschenwürdigen Lebensstandards.

Schlüsselwörter

Hartz IV, Regelsatz, Fordern und Fördern, Sozialpolitik, Grundsicherung, SGB II, Vignettenanalyse, verdeckte Armut, Arbeitslosengeld II, Soziale Teilhabe, Existenzminimum, Leistungsberechtigte, Sozialreform, Sanktionen, Chancengleichheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht kritisch, ob die Höhe des aktuellen Hartz-IV-Regelsatzes dem politischen Leitsatz des „Forderns und Förderns“ entspricht oder ob sie zu einer Unterdeckung der tatsächlichen Bedarfe führt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die historische Entstehung von Hartz IV, die Berechnungsgrundlagen der Regelsätze, die öffentliche Wahrnehmung der Bedürftigkeit sowie die Problematik verdeckter Armut.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu analysieren, ob der Regelsatz ein Gleichgewicht zwischen der Aktivierung der Leistungsbeziehenden („Fordern“) und der Ermöglichung einer gesellschaftlichen Teilhabe („Fördern“) herstellt.

Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?

Die Autorin verwendet eine Literaturanalyse, bezieht sich auf statistische Daten des Bundesamtes sowie auf spezifische empirische Studien wie die Vignettenanalyse von Hörstermann und Andreß und Arbeiten von Irene Becker.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Beschreibung der Regelsatz-Zusammensetzung, eine Auswertung gesellschaftlicher Einstellungen zur Hilfewürdigkeit und eine kritische Auseinandersetzung mit der Berechnungsgrundlage der Hans-Böckler-Stiftung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Existenzminimum, Teilhabe, Eigenverantwortung, Regelsatz-Angemessenheit und das Spannungsfeld zwischen ökonomischer Steuerung und sozialer Fürsorge geprägt.

Was zeigt die Vignettenanalyse von Hörstermann und Andreß auf?

Die Analyse verdeutlicht, dass die Bevölkerung Leistungsbeziehenden oft geringere Beträge zuspricht als gesetzlich vorgesehen, mit Ausnahme von Alleinstehenden, die häufig als „zu niedrig“ bemessen eingestuft werden.

Welche Rolle spielt die verdeckte Armut für die Regelsatzhöhe?

Laut Irene Becker verzerrt die Nichtinanspruchnahme von Leistungen durch Bedürftige (verdeckte Armut) die Berechnungsgrundlage der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe, was zu einer künstlichen Absenkung des Regelsatzes führt.

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Details

Titel
Entspricht der Hartz-IV-Regelsatz dem Grundsatz des Fordern und Fördern?
Untertitel
Eine kritische Auseinandersetzung mit dem aktuellen Regelsatz
Hochschule
Hochschule für angewandte Wissenschaften München
Note
2,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2016
Seiten
13
Katalognummer
V339477
ISBN (eBook)
9783668292352
ISBN (Buch)
9783668292369
Sprache
Deutsch
Schlagworte
entspricht hartz-iv-regelsatz grundsatz fordern fördern eine auseinandersetzung regelsatz
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2016, Entspricht der Hartz-IV-Regelsatz dem Grundsatz des Fordern und Fördern?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/339477
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  13  Seiten
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